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Calathea oder Marante? – Pfeilwurzen als Zimmerpflanzen

Die Familie der Pfeilwurzgewächse (Marantaceae) stellt einige sehr beliebte Zimmerpflanzen mit außergewöhnlichem Blattschmuck. Vor allem Arten der namensgebenden Marante oder Pfeilwurz sowie der als Calathea bekannten Korbmarante stehen bei Indoor-Pflanzenfans hoch im Kurs. Dabei fällt es oftmals schwer, die Pfeilwurzgewächse auseinanderzuhalten. Kaum verwunderlich, wenn man bedenkt, dass zu dieser Pflanzenfamilie rund 30 Gattungen mit bis zu 550 Arten zählen, die selbst im Pflanzenhandel nicht immer ganz korrekt unterschieden werden.

 

Verwirrspiel der Gattungsnamen

Als Stammgattung innerhalb der Pfeilwurzgewächse gilt die Pfeilwurz (Maranta). Deren Name kommt nicht von Ungefähr, denn einerseits besitzen Pfeilwurz-Arten eine Blattzeichnung, die an den Federschaft eines Pfeils erinnert. Andererseits soll die Pflanzenwurzel der aus Südamerika stammenden Pfeilwurzen Inhaltsstoffe besitzen, die als Gegengift gegen das Pfeilgift der Indios wirken.

Aufgrund ihres wissenschaftlichen Namens „Maranta“ wird die Pfeilwurz auch gerne Marante genannt. Das sorgt im Pflanzenhandel bereits oft für Verwirrung, denn zur Familie der Pfeilwurzgewächse gehört auch die Korbmarante (Calathea). Die auffälligen Blattzeichnungen ihrer Arten stehen denen der Pfeilwurz in nichts nach und sind oftmals sogar noch extravaganter. Da außerdem beide Pflanzen gerne als Zimmerpflanzen gehalten werden, findet man Arten beider Pflanzengattungen im Handel oftmals unter falschem Namen. Das gilt im Übrigen auch für andere Pfeilwurzgewächse wie die Geoppertia oder Ctenanthe, die ebenfalls häufig zu den Calathea-Gattungen gezählt wird.

Wissenswertes: Der Gattungsname Maranta ehrt den italienischen Arzt und Botaniker Bartolomeo Maranta und wurde der Pflanze in diesem Zusammenhang durch den französischen Botaniker Charles Plumier verliehen.

 

Goeppertia insignis, Lanzettenblättrige Korbmarante, Calathea lancifolia, Calathea, Korbmarante
Goeppertia insignis ist auch als Lanzenblättrige Korbmarante (Calathea lancifolia) bekannt | © Das Grüne Archiv

Mehr als nur Blattschmuck

Wie erwähnt, ist Pfeilwurzgewächsen wie der Calathea und Marante ihr ausgesprochen ziervoller Blattschmuck gemeinsam, der von Federzeichnungen über Zebramuster bis hin Flecken- und Nadelstreifenmustern reicht. Abgesehen von ihrem Zierwert sind manche Pfeilwurzgewächse aber auch ganz nützlich und sogar gesund.

So sind die roten Früchte der Katamfe (Thaumatococcus daniellii) zum Beispiel für ihren beeindruckenden Nährstoffgehalt bekannt. Abgesehen von Proteinen wartet die Tropenfrucht mit einem stolzen Gehalt an 200 verschiedenen Aminosäuren auf. Zu diesen gehört auch der Süßstoff Thaumatin. Seine Süßkraft ist über 2000-mal höher als die von herkömmlichem Haushaltszucker. Damit erinnert er stark an den Süßstoff Stevia und ist eine hervorragende und sogar fungizide Süßstoff-Alternative für Diabetiker, deren Möglichkeiten zur Massenproduktion aber noch weiter erforscht werden müssen.

Eine weitere Nutzpflanze unter den Pfeilwurzgewächsen ist die Rohr-Pfeilwurz (Maranta arundinacea). Ihre Wurzel wurde bereits von den südamerikanischen Ureinwohnern des Volks der Arawak zur Herstellung von sogenanntem Pfeilwurzmehl verwendet. Im Vergleich zu anderen Mehlvarianten wie Getreidemehl, Maismehl oder Kartoffelmehl dickt das Pfeilwurzmehl bei deutlich niedrigeren Temperaturen um die 65 °C ein. Darüber hinaus bleibt das Mehl beim Eindicken klar und wird nicht milchig-trüb. Es ist daher wunderbar für Soßen, Puddings und Glasuren mit individuellem Farbprofil geeignet.

 

Kolbenfaden, Aglaonema commutatum
Lebensgefährliche Verwechslungsgefahr: Der Kolbenfaden (Aglaonema commutatum) wird oftmals für eine Rohr-Pfeilwurz gehalten, ist im Gegensatz zu dieser aber hochgiftig | © Das Grüne Archiv

Calathea und Marante als Zimmerpflanzen kultivieren

Gemeinsamkeiten weisen Calathea und Marante auch mit Blick auf ihre Pflege- und Standortansprüche als Zimmerpflanzen auf. Die Gewächse sind vergleichsweise pflegeleicht, wobei in der Kultur natürlich ihre tropische Herkunft zu bedenken ist. Vor allem die richtigen Standorttemperaturen und Lichtverhältnisse am Standort sind wichtig, damit die Pfeilwurzgewächse ihre herrlichen Balttzeichnungen farbkräftig entfalten.

Die ideale Raumtemperatur für Maranten und Korbmaranten liegt dabei zwischen 20 und 25 °C. Eine gewisse Luftfeuchtigkeit ist ebenfalls empfehlenswert, um die ziervollen Blätter vor übermäßiger Verdunstung zu schützen.

Was die Lichtverhältnisse angeht sollte der Standort für Calathea und Marante nicht zu hell und nicht zu dunkel sein. Zu starke Sonneneinstrahlung könnte für Verbrennungen an den Blättern sorgen, wohingegen zu viel Schatten oftmals welke Blattränder verursacht. Ein Ort im hellen Halbschatten oder indirekten Sonnenlicht ist daher am besten geeignet.

 

Das richtige Substrat für Calathea und Marante

Die meisten Pfeilwurzgewächse bevorzugen in Zimmerhaltung ein gut durchlässiges und nährstoffarmes Substrat. Auf einen zu hohen Nährstoffgehalt des Bodens reagieren die Pflanzen meist empfindlich und entwickeln wie bei falschen Lichtverhältnissen schnell braune Blattflecken und Blattränder. Auch ein zu kalkhaltiger Boden kann diesbezüglich problematisch sein. Ideal ist deshalb ein saurer Boden-pH-Wert zwischen 5 und 6 Punkten.

Für die Substratzusammensetzung empfiehlt sich eine Mischung aus Zimmerpflanzenerde und Perliten. Für einen verbesserten Wasserabzug können Sie den Topfboden außerdem mit einer Drainage aus Blähton versehen.

 

Kurztipps zum Standort für Pfeilwurzgewächse:

  • Standort im hellen Halbschatten
  • Raumtemperatur 20 bis 25 °C
  • durchlässiges, nährstoffarmes Substrat
  • pH-Wert des Bodens: sauer, zwischen 5 und 6
  • Substratmischung aus Erde und Perliten

 

Korbmarante, Calathea, Zebra-Korbmarante, Calathea zebrina
Als Zimmerpflanze besonders beliebt: die Zebra-Korbmarante (Calathea zebrina) | © Das Grüne Archiv

Calathea und Marante gießen und düngen

Pfeilwurzgewächse stehen gemeinhin lieber zu trocken denn zu nass. Das Substrat darf daher zwischen einzelnen Gießgängen ruhig etwas austrocknen, um Staunässe zu vermeiden. Auch trockene Heizungsluft vertragen Marante und Korbmarante bisweilen erstaunlich gut, wobei hier ein ergänzendes Besprühen empfehlenswert ist. Nutzen Sie in jedem Fall kalkfreies Wasser, um den pH-Wert des Bodens nicht zu verschlechtern

Tipp: Im Sommer freuen sich Calathea und Marante über regelmäßige Duschgänge. Dafür brausen Sie die Pflanzen einmal monatlich einfach mit einem sanften Brausestrahl in der Badewanne ab.

Bei der Düngung von Pfeilwurzgewächsen ist Vorsicht geboten. Nur allzu leicht kommt es zur Überdüngung, weshalb allenfalls eine Düngegabe pro Jahr zwischen Frühling und Herbst empfehlenswert ist. Nutzen Sie am besten einen Flüssigdünger für Grünpflanzen, den sie moderat dosiert mit ins Gießwasser der Pflanzen geben.

 

Korbmarante, Calathea, Elegante Korbmarante, Calathea concinna
Elegante Korbmarante (Calathea concinna) frisch besprüht | © Das Grüne Archiv

Calathea und Marante vermehren

Die Vermehrung der Pfeilwurzgewächse erfolgt am besten mittels Wurzelteilung oder Ableger. Für die Wurzelteilung graben Sie die Pflanze idealerweise im Früher während dem Umtopfen aus und teilen den Wurzelballen mit einem scharfen Messer in zwei gleichgroße Teile.

Triebableger lassen sich ebenfalls im Frühling entnehmen, wobei ein Ableger mindestens zwei Blattpaare besitzen sollte. Setzen Sie die Triebstücke in kleine Töpfe mit Anzuchterde und decken Sie den Topf mit Klarsichtfolie ab. Auf diese Weise entwickelt sich eine gute Luftfeuchtigkeit und die Ableger beginnen an einem warmen und hellen Standort schon nach wenigen Wochen zu wurzeln.

 

Beliebte Arten der Calathea und Maranta

Es gibt ein paar Arten der Marante und Korbmarante, die in der Zimmerpflanzenkultur besonders beliebt sind. Ihre Blattzeichnungen sind mitunter die elegantesten und außergewöhnlichsten der Welt, wobei zwei- oder mehrfarbige Blattmuster nicht ungewöhnlich sind. Hier eine kleine Artenauswahl:

 

beliebte Arten der Marante

  • Gebetspflanze (Maranta leuconeura) – Pfeilwurz mit Federmuster; es sind verschiedene Sorten wie ‚Fascinator‘ mit roten Nadelstreifen, ‚Marisela‘ mit weißen Nadelstreifen oder ‚Lemon Lime‘ mit zitrusgrünen Nadelstreifen erhältlich
  • Kerchovens Pfeilwurz (Maranta leuconeura var. kerchoveana) – eine auch als Maranta Kerchoveana bekannte Unterart der Gebetspflanze; besitzt ein geschecktes Musster ohne Nadelstreifen; die Sorte ‚Variegata‘ besitzt außerdem zweifarbige Blatthälften
  • Rohr-Pfeilwurz (Maranta arundinacea) – Pfeilwurz mit lanzettenförmigen Blättern; Sorten wie ‚Variegata“ besitzen grün-weiß panaschierte Blattmuster

 

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Gebetspflanze ‚Fascinator‘ | © Das Grüne Archiv

beliebte Arten der Korbmarante

  • Costa-Rica-Korbmarante (Calathea warscewiczii) – Korbmarante mit malerisch hellgrüner Blattrippe und roter Blattunterseite
  • Elegante Korbmarante (Calathea concinna) – Calathea mit elegant geschweifter Fiederzeichnung; die Sorte wie ‚Freddie‘ weist eine hellere Blattfärbung auf
  • Kolumbianische Korbmarante (Calathea ornata) – dunkelgrüne Calathea mit feiner Nadelstreifenzeichnung und roter Blattunterseite; die Sorte ‚Sanderiana‘ besitzt zart rosa Nadelstreifen.
  • Lanzettenblättrige Korbmarante (Calathea lancifolia) – eigentlich Goeppertia insignis genannt, besitzt dieses Pfeilwurzgewächs lanzettenförmige Blätter und ein auffälliges, pfauenähnliches Blattmuster und eine rote Blattunterseite
  • Leoparden-Korbmarante (Calathea leopardina) – hellgrüne Korbmarante mit dunkelgrünem Leoparenmuster
    Pfauen-Korbmarante (Calathea makoyana) – Blätter mit grünem Pfauenmuster, das dem der Calathea lancifolia ähnelt
  • Rosa Korbmarante (Calathea roseopicta) – das gefiederte Muster dieser Korbmarante wirkt wie gemalt und besitzt eine rosa Zeichnung; es sind unterschiedliche Sorten wie ‚Angela‘, ‚Dotty‘, ‚Illustris‘, ‚Medallion‘ oder ‚Rosy‘ mit abweichender Blattzeichnung erhältlich
  • Rote Korbmarante (Calathea rufibarba) – wie die Lanzettenblättrige Korbmarante, nur ohne Blattzeichnung
  • Rundblättrige Korbmarante (Calathea orbifolia) – Calathea mit namensgemäß runden, hellgrünen Blättern und weiß gestreifter Blattzeichnung, die den Eindruck eines Palmenblattes erwecken
  • Safran-Korbmarante (Calathea crocata) – dunkelgrüne Korbmarante mit safrangelben Blüten
  • Zebra-Korbmarante (Calathea zebrina) – eine der beliebtesten Calathea-Arten; Die länglich-ovalen Blätter besitzen ein auffälliges, hellgrün-dunkelgrünes Zebramuster

 

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Das Pfauenmuster der Lanzenblättrigen Korbmarante (Calathea lancifolia) | © Das Grüne Archiv

Calathea und Marante – Mögliche Schadbilder

Pfeilwurzgewächse wie die Marante und Korbmarante sind eigentlich sehr robust. Nur Bei Pflegefehlern treten gelegentlich Schadbilder auf. So sorgt ein Zuviel an direkter Sonneneinstrahlung für Verbrennungen der Blätter und zu trockene Luft verursacht braune Blattränder oder Blattlaus- und Milbenbefall. Ansonsten sind aber keine nennenswerten Schadbilder für Calathea und Marante bekannt.

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