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Kugelahorn – Pflanzen, Schneiden, Pflege

Der Kugelahorn (Acer platanoides ‚Globosum‘) ist eine besondere Zuchtform des Spitzahorns. Erstmals im Jahr 1873 hervorgebracht, zeichnet sich die Sorte durch ihre besonders dicht verzweigte, kugelige Krone aus, welche den Kugelahorn zu einem schmuckvollen Baum für Alleen und Parks macht. Doch auch in Privatgärten bietet dieser kompakte Ahorn einige Vorzüge.

Als Hochstamm in Einzelstellung gibt er beispielsweise einen wunderbaren Wind-, Lärm- und Staubschutz ab. Das schöne daran: Um die typische, rundliche Kronenform des Globosum hervorzubringen, bedarf es nicht einmal eines besonderen Schnitts. Die Kugelkrone wird in der Baumschule vorveredelt und entwickelt sich später ohne Zutun des Gärtners weiter aus. In diesem Ratgeber möchten wir Ihnen hilfreiche Tipps zum Kugelahorn im Garten geben, so dass Sie diesen selbst pflanzen können.

 

Standortwahl für Kugelahorn

Der Spitzahorn stammt ursprünglich aus Europa und erreicht eine Stammhöhe von bis zu 25 Metern. Wie viele Arten der Gattung Ahorn besitzt auch er handförmige, gezähnte Blätter, die im Herbst eine rotgelbe Färbung annehmen.

Der Kugelahorn weicht jedoch ein wenig von der Norm des gewöhnlichen Acer platanoides ab. Er wird fast doppelt so groß wie seine natürliche Hauptart und besticht schon beim Blattaustrieb im Frühling durch sein rotbraunes Laub. Zudem ist der kugelförmige Ahorn dank Veredelung wesentlich dichter verzweigt als der gewöhnliche Spitzahorn, was ihn bei Einzelstellung im Garten besonders majestätisch wirken lässt.

In Sachen Bodenansprüche ist Acer platanoides, ebenso wie seine Zuchtform Globosum, relativ anspruchslos. Von halbschattigen bis sonnigen Plätzen im Garten kann dieser Ahorn an so gut wie jedem Wuchsgrund gepflanzt werden. Auch was den pH-Wert des Bodens anbelangt, nimmt der Spitz-, beziehungsweise Kugelahorn selbst mit leicht sauren Substraten vorlieb, solange die Böden nur ausreichend frisch, feucht, durchlässig und reich an Sauerstoff sind.

Achten sollten Sie jedoch darauf, dass der Ahorn an seinem Standort genügend Platz hat, um seine flachen Wurzeln ausbreiten zu können. Den Baum zu unterpflanzen, etwa mit einem Bodendecker oder gar mit hohen Stauden oder Sträuchern, ist daher eher nicht zu empfehlen. Ebenso wenig darf der Kugelahorn zu nah an einer Hauswand gepflanzt werden, um das Mauerwerk nicht zu gefährden.

Einzelheiten zum Standort für Kugelahorn:

  • Globosum am besten in Einzelstellung kultivieren
  • der bis zu 50 m hohe Baum ist ein Flachwurzler
  • er benötigt dementsprechend viel Platz
  • keine Unterpflanzungen
  • Baum auch nicht zu nah an Hausmauern pflanzen
  • Kugelahorn verträgt halbschattige und sonnige Standorte
  • frisch-feuchtes, durchlässiges und sauerstoffreiches Substrat
  • Boden-pH-Wert: schwach sauer bis neutral zwischen 5,5 und 7,2

 

Ahorn, Kugelahorn, Acer, Acer globosum, Nasenzwicker
Die Flügelfrüchte des Ahorns sind auch als ‚Nasenzwicker‘ bekannt

Kugelahorn pflanzen

Der Pflanzvorgang für Sorten des Acer globosum gestaltet sich wie bei jedem anderen Ahorn. Allerdings muss bei der überdurchschnittlich großen Zuchtsorte des Globosum ein besonderes Augenmerk auf den Pflanzabstand gelegt werden:

1. Schritt: Pflanzloch ausheben und Boden auflockern; Oberbodendicke: mind. 1,02 m

2. Schritt: Standortsubstrat nach Bedarf mit Kompost, Kies oder Sand anreichern

3. Schritt: Kugelahorn pflanzen und dabei auf Mindestabstand von ca. 2,5 m achten

4. Schritt: in den ersten 8 Wochen nach der Pflanzung Ahorn häufig bewässern

5. Schritt: Baum bis zum Anwachsen im Boden ggf. mit einem Holzstab fixieren

 

Lesetipp: Weitere Einzelheiten zur Pflanzung von Ahornen finden Sie hier

 

Kugelahorn gießen und düngen

Nachdem Sie den Kugelahorn gepflanzt haben, sollten Sie ihn in seinem ersten Wuchsjahr noch häufiger gießen. Formen Sie hierfür am besten einen Begrenzungswall aus Erde um den Wurzelbereich, sodass sich sämtliches Gießwasser leichter um den Baum herum halten lässt.

Die wöchentliche, gezielte Bewässerung ist für den Ahorn äußerst wichtig, damit er ausreichend starke Tiefenwurzeln entwickelt. Zum selben Zweck ist es sinnvoll, wenn Sie nur einmal pro Woche, dafür aber reichlich gießen. Ansonsten treibt der flachwurzelnde Baum vermehrt in die Breite und nicht in die Tiefe aus.

Sofern Sie kein Regenwasser zur Hand haben, können Sie für die Bewässerung des Globosum getrost kalkhaltiges Leitungswasser benutzen, denn der Kugelahorn weiß mit Kalk relativ gut umzugehen. Eine Düngung ist dagegen nicht erforderlich, denn Acer platanoides zieht seine Nährstoffe selbstständig aus dem Boden. Allenfalls erfolgt eine sanfte Frühjahrsdüngung mit Kompost. Dosieren Sie die Nährstoffgabe jedoch sehr maßvoll, da der Ahorn auf Überdüngung sehr empfindlich reagiert.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Kugelahorn im ersten Standjahr einmal pro Woche gießen
  • Erdwall um den Wurzelbereich formen
  • zur Bewässerung Regen- oder Leitungswasser nutzen
  • Globosum nach Bedarf im Frühjahr mit Kompost düngen
  • Nährstoffe nur sparsam einsetzen, nicht überdüngen

 

Kugelahorn schneiden und vermehren

Eigentlich sind Schnitte am Kugelahorn nicht wirklich notwendig. Der Baum wächst von Natur aus formschön und wird mit der Zeit selbstständig seine namensgebende Rundkrone entwickeln. Wer der natürlichen Formgebung seines Globosum aber durch Korrekturschnitte Perfektion angedeihen lassen möchte, der sollte etwaige Schneidarbeiten bis spätestens Ende Januar durchführen. Danach setzt der für Anfang Frühling übliche Saftstrom des Acer platanoides ein, was für lang blutende Schnittwunden am Baum sorgt.

Ebenfalls wichtig ist, beim Schnitt kein Totholz am Ahorn stehen zu lassen und stets bis auf ein geeignetes Astauge zurück zu schneiden. Im Extremfall, beispielsweise nach mehreren Jahren der Vernachlässigung, verträgt der Kugelahorn auch einen radikalen Verjüngungsschnitt. Dieser erfordert jedoch passende Wundverschlussmittel, um Schädlingen keine Angriffsfläche zu bieten.

Winterschutz benötigt Acer platanoides für gewöhnlich nicht, ist er doch bis -35 °C winterhart. Wer sich aber einen Hochstamm des Globosum im Kübel hält, der ist womöglich mit einer Styroporverpackung des Pflanzgefäßes während der kalten Jahreszeit gut beraten. Gegossen wird die Kübelpflanze im Winter dann nur an frostfreien Tagen.

Kurztipps zum Schneiden und Überwintern:

  • Kugelahorn benötigt eigentlich keinen Schnitt
  • Korrektur- und Verjüngungsschnitte sind jedoch möglich
  • korrigierende Formschnitte bis Ende Januar am laublosen Baum
  • beim Schnitt immer auf ein Astauge kürzen
  • nach radikalen Rückschnitten Wundverschlussmittel auftragen
  • Winterschutz nur für Hochstamm des Globosum im Kübel nötig
  • Pflanzgefäß am besten in Styropor einpacken
  • im Winter den Kugelahorn nur an frostfreien Tagen bewässern

 

Kugelahorn – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

So lange der Kugelahorn richtig gepflanzt und gepflegt wird, ist der Baum mehr als robust und widerstandsfähig gegen Schadbilder. Staunässe durch falsches Gießen oder zu saurer Boden können die Widerstandsfähigkeit des Globosum jedoch deutlich herab setzen.

Gleiches gilt für übermäßige Rückschnitte. Insbesondere dann, wenn Sie diese mit unsauberem Schneidwerkzeug durchführen oder die Schnittwunden nicht ausreichend versiegeln. In diesen Fällen drohen dem Ahorn nämlich verschiedene Schadbilder.

Der Echter Mehltau befällt mit Vorliebe Pflanzen, die überwässert wurden und dazu noch längere Zeit schwülen Temperaturen ausgesetzt sind. Zwar ist die Erkrankung selten von Dauer, um den Pilz aber am Aussporen zu hindern, empfiehlt sich die Anwendung altbewährter Hausmittel. Eines davon ist das Besprühen mit Milchwasser. Nehmen Sie hierzu 1 Teil Milch und 9 Teile Wasser und geben Sie beide Flüssigkeiten in eine große Sprühflasche. Behandeln Sie den Ahorn dann etwa einmal pro Woche mit dem Gemisch, bis der weißliche Belag auf der Oberseite der Ahornblätter verschwunden ist.

Eine weitere Pilzkrankheit, die den Ahorn gerne befällt, sind Rotpusteln. Sie sind meist auf einen unsauberen Schnitt zurück zu führen, bei dem Totholz übersehen oder der Baum allgemein zu stark geschwächt wurde. Kennzeichnend für die Pilzkrankheit sind rot-orange Auswüchse und Rindenverfärbungen, die ein sofortiges abschneiden befallener Pflanzenteile erfordern. Entsorgen sollte man den Verschnitt entweder im Restmüll oder durch Verbrennen. Bei einer Entsorgung im Kompost droht eine weitere Ausbreitung der Pilzerreger.

 

Fazit

Wer in seinem Garten gerne besondere Hecken- und Baumformen kultiviert, der wird mit Acer platanoides ‚Globosum‘ wahrlich seine Freude haben. Der Baum besitzt von Natur aus eine rundliche Krone, die nur selten bis gar keinen Schnitt bedürfen. Ferner eignet sich der Ahorn aufgrund seiner geringen Bodenansprüche für eine Vielzahl an Gartenstandorten, was seine vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten nur weiter ausbaut. Von einer Unterpflanzung des formschönen Baumes sollten Sie allerdings absehen, denn der Kugelahorn gehört mit einer Stammhöhe von bis zu 50 Metern nicht nur zu den größten Exemplaren seiner Gattung, er entwickelt zudem auch sehr ausladende Flachwurzeln, die ihren Wuchsgrund nicht gerne mit den Wurzeln anderer Pflanzen Teilen. Weder Sträucher, noch Großstauden oder Bodendecker sind daher geeignete Nachbarschaft für den Ahorn mit der auffallenden Kugelkrone.

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