Unter den Sträuchern gibt es kaum eine Pflanze, die ähnlich eindrucksvolle Blüten besitzt wie das Wandelröschen (Lantana). Schon die rechteckigen Blütenknospen sorgen beim Betrachter für Faszination, da ihre mosaikförmige Anordnung absolut einmalig ist.
Sprießen dann im Sommer noch die Blüten des Zierstrauches, die im Laufe der Blütezeit mehrmals ihre Farbe wechseln, bleibt kein Zweifel mehr daran, dass es sich bei Lantana um eine der extravagantesten Zierpflanzen überhaupt handelt. Kein Wunder also, dass Wandelröschen beliebte Garten- und Balkonpflanzen sind. Wie man die farb- und formfrohe Pflanze richtig kultiviert, verraten wir Ihnen in diesem Beitrag.
Inhaltsverzeichnis
ToggleSteckbrief zum Wandelröschen
- Wissenschaftlicher Name: Lantana
- Herkunft: Amerika
- Wuchshöhe: 30 bis 200 cm
- Blütezeit: Juni bis September
- Blüten: zweifarbige Kopfblüten
- Blätter: elliptische Blattspreiten
- Lichtverhältnisse: sonnig
- Wasserbedarf: mäßig
- Boden: sandig-lehmig
- Boden-pH-Wert: sauer bis neutral
- Winterhärte: nicht winterhart
- Verwendung: Zierstrauch, Topfpflanze
Wandelröschen pflanzen – Standort und Ablauf
Das Wandelröschen gehört zur Familie der Eisenkrautgewächse (Verbenaceae) und ist somit ein enger Verwandter des Eisenkrauts. Es ist überwiegend in den tropischen Gebieten Südamerikas, Südafrikas und Südasiens heimisch. In den gemäßigten Klimazonen Mitteleuropas kann die Pflanze darum nicht im Freien überwintern.
Standort und Boden
Eine Kultur als Topf- oder Balkonpflanze scheint damit deutlich besser zu sein, als eine Pflanzung im Freilandbeet. Außerdem sollte der Standort für Lantana windgeschützt, sonnig und warm sein. Im Schatten lässt die Blüte schnell nachlassen.
Als Standortsubstrat empfiehlt sich für Lantana ein kalkfreier, nährstoffreicher sowie sandig-lehmiger Boden. Er sollte für eine verbesserte Bodendurchlässigkeit mit Kies oder Blähton optimiert werden. Der pH-Wert des Bodens liegt mit 5 bis 7,5 Punkten im sauren bis basischen Bereich.
Einzelheiten zum Standort:
- Lantana benötigt sonnige, warme und geschützte Standorte
- Pflanze ist nicht winterhart
- Kultur als Topf- oder Balkonpflanze
- Überwinterung im Haus
- nährstoffreicher und kalkfreier Boden
- sandig-lehmiges Substrat
- Drainage aus Kies oder Blähton
- Boden-pH-Wert: sauer bis neutral, von 5 bis 7,5
Pflanztermin
Aufgrund ihrer Frostempfindlichkeit werden Wandelröschen erst ab Mitte Mai nach den Eisheiligen gepflanzt. Um die Frühlingssonne voll auszunutzen und die Blütenbildung von Lantana anzuregen, ist in den ersten Wochen ein Standort auf der Südseite des Hauses sinnvoll.
Bodenvorbereitung
Das Standortsubstrat sollte vor der Pflanzung bei Bedarf mit Sand und Kies angereichert werden. Bedenken Sie auch, dass es sich im Falle der Lantana um einen Strauch handelt, der bis zu 1 m groß werden kann.
Bei Topfkulturen für den Balkon oder die Terrasse ist deshalb ein ausreichend großes Pflanzbehältnis zu wählen. Dieses sollte unbedingt Bodenlöcher zum Wasserablauf besitzen. Ergänzend kann eine Kiesdrainage im Topf Staunässe vorbeugen.
Pflanzung
Bei der Pflanzung des Wandelröschens ist nicht allzu viel zu beachten. Setzen Sie einzelne Exemplare der Pflanze im Mindestabstand von 20 cm zu Artgenossen und Nachbarpflanzen.
Stellen Sie außerdem sicher, dass die Wurzeln des Blütenstrauchs beim Einpflanzen nicht beschädigt werden. Falls Sie Lantana als mehrjährige Topf- bzw. Balkonpflanze kultivieren, müssen Sie das Gewächs von Zeit zu Zeit umtopfen.
Kurzschritte zur Pflanzung im Überblick:
- Pflanztermin: Mitte Mai, nach den Eisheiligen
- Substrat vorab mit Sand und Kies anreichern
- Topf muss Ablauflöcher und Kiesdrainage aufweisen
- Pflanzabstand: 20 cm
- Wurzeln beim Einpflanzen nicht beschädigen
- mehrjährige Kulturen am Balkon regelmäßig umtopfen
Wandelröschen gießen und düngen
Das Wandelröschen ist, vor allem bei Balkon- und Topfstandorten, äußerst wasserhungrig. Im Sommer muss hier oftmals zweimal täglich gegossen werden, wobei sich der frühe Morgen sowie die Abendstunden besonders anbieten.
Staunässe ist natürlich dennoch zu meiden, was sich durch das Abgießen überflüssigen Wassers im Topf erreichen lässt. Zudem sollten Sie erst nachgießen, wenn die obere Erdschicht vollständig abgetrocknet ist. Da Lantana keinen Kalk vertragen, ist Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser zu verwenden.
Damit Wandelröschen ihre exorbitante Blütenpracht entwickeln können, benötigen sie einiges an Nährstoffen. Gedüngt werden die Balkonpflanzen am besten mit Flüssigdünger für Blütensträucher oder organischen Düngemitteln wie Guano.
Geben Sie den Dünger von Mai bis August alle zwei Wochen an die Balkonpflanzen ab und achten Sie bei der Dosierung auf die geltenden Herstellerangaben. Weitere Düngemaßnahmen sind an Lantana nicht notwendig.
Kurztipps zum Gießen und Düngen:
- Lantana benötigt konstante Bewässerung
- in sommerlichen Trockenphasen ggf. 2 Gießgänge pro Tag
- am besten frühmorgens und abends gießen
- überschüssiges Gießwasser sofort aus dem Topf schütten
- wegen Kalkunverträglichkeit nur Regenwasser verwenden
- alternativ abgestandenes Leitungswasser nutzen
- gedüngt wird von Mai bis August alle 14 Tage
- hierzu Flüssigdünger für Blütensträucher einsetzen
Wandelröschen schneiden und vermehren
Sobald die Wurzeln des Wandelröschens durch die Abflusslöcher des Pflanztopfes wachsen, ist es Zeit, den schönen Blütenstrauch umzutopfen. Das neue Pflanzbehältnis ist dann stets eine Nummer größer zu wählen als der alte Topf.
Zu große Töpfe sind ungeeignet, da die Balkonpflanze hier vermehrt Wurzeln anstatt Blätter und Blüten ausbildet. Das Umtopfen folgt den Richtlinien der Erstpflanzung und sollte demzufolge im Mai erfolgen.
Da Lantana ihre eindrucksvollen Blüten nur an Jungtrieben entwickeln, muss man mehrjährig kultivierte Pflanzen entsprechend schneiden. In Abhängigkeit von den Formvorstellungen des Gärtners sind ältere Triebe deshalb bis um die Hälfte zurückzusetzen.
Der richtige Zeitpunkt für den Schnitt liegt im Frühling, zu Beginn des Blattaustriebs. Abgeschnittene Triebe lassen sich problemlos für die Stecklingsvermehrung verwenden. Wer im Sommer zusätzlich welke Blüten entfernt, wird gelegentlich sogar mit einer Zweitblüte belohnt.
Kurztipps zum Umtopfen und Schneiden:
- Lantana umtopfen, sobald Wurzeln durch Abflusslöcher wachsen
- neues Pflanzgefäß nur eine Nummer größer wählen
- zu große Töpfe beeinträchtigen Blatt- und Blütenbildung
- Zeitpunkt des Umtopfens: Mai
- Blüten von Lantana blühen nur an jungen Trieben
- alte Triebe mehrjähriger Kulturen regelmäßig zurückschneiden
- Altholz kann bis um die Hälfte gekürzt werden
- Zeitpunkt für den Schnitt: Frühling, zum Blattaustrieb
- im Sommer zusätzlich welke Blüten entfernen
- Vorsicht: Lantana ist giftig
- aus diesem Grund stets Schutzhandschuhe tragen
Wandelröschen überwintern – so geht’s
Die magische Blütenpracht des Wandelröschens ist eigentlich viel zu schade, um nach nur einem Standjahr im Müll zu landen. Eine Entsorgung ist aber auch nicht nötig, wenn man weiß, wie man den Blütenstrauch überwintern muss.
Bringen Sie Lantana hierfür schon Ende September ins Haus, bevor die Temperaturen unter den Nullpunkt fallen. Der Zimmerstandort sollte hell sein und eine Raumtemperatur von 5 bis 10 °C aufweisen. Kalthäuser und Wintergärten sind als Schutzquartier zum Überwintern also ideal.
Gegossen wird die Balkonpflanze im Winter dann nur mäßig, um die Pflanze vor dem Austrocknen zu schützen. Gegen Februar dürfen Sie die Wassergaben, ebenso wie die Raumtemperaturen dann wieder erhöhen, um das Wandelröschen schrittweise aus dem Winterschlaf zu wecken.
Interessante Arten der Gattung Lantana
Obwohl die Gattung Lantana gut 150 Arten aufweist, gibt es keine Variante der Pflanze, die bei uns ausreichend winterhart ist. Die originellen Blüten des Wandelröschens entschädigen jedoch voll und ganz, sodass es sich durchaus lohnt, den Blütenstrauch alljährlich zu überwintern.
Inzwischen gibt es auch zahlreiche Zuchtsorten, die kompakter wachsen als viele Wildsorten. Vor allem das Gewöhnliche Wandelröschen (Lantana camara) besitzt eine große Sortenvielfalt, die mit einer Fülle an Farbvariationen besticht. Nachstehend eine kleine Übersicht zu besonders schönen Arten und Sorten der Lantana:
Art | Beschreibung |
---|---|
Dreifarbiges Wandelröschen Lantana trifolia | Blütezeit: Juni bis August Blütenfarbe: blau-violette, weiße oder pinke Blüten Wuchshöhe: 60 bis 150 cm Herkunft: Südamerika, Südasien Eignung für Kultivierung: mäßig Besonderheiten: nur bis -12 °C winterhart gute Sorten: 'Lavender Popcorn' |
Gewöhnliches Wandelröschen Lantana camara | Blütezeit: Juni bis September Blütenfarbe: weiße, gelbe, orange, rote oder rosa Blüten Wuchshöhe: 40 bis 100 cm Herkunft: Mittelamerika Eignung für Kultivierung: schlecht Besonderheiten: verträgt keine Temperaturen unter 1,2 °C gute Sorten: 'Aureum', 'Bandana Rose', 'Calippo Gold', 'Confetti', 'Esperanta' (Serie), 'Evita Pink', 'Fabiola', 'Golden Sunrise', 'Goldsonne', 'Harlequin', 'Kolibri', 'Lucky' (Serie), 'Luxor' (Serie), 'Mohican', 'New Gold', 'Orange King', 'Pink Caprice', 'Professor Raoux', 'Samantha', 'Schloss Ortenburg', 'Schneewittchen', 'Simon' (Serie), 'Snow Ball', 'Suntana White', 'Tropic' (Serie), 'Yellow' |
Gold-Wandelröschen Lantana depressa | Blütezeit: Juni bis September Blütenfarbe: goldgelbe Blüten Wuchshöhe: 30 bis 45 cm Herkunft: Mittel- und Südamerika Eignung für Kultivierung: mäßig Besonderheiten: nur bis -12 °C winterhart |
Hängendes Wandelröschen Lantana montevidensis | Blütezeit: Juni bis September Blütenfarbe: blaue, violette, rosa oder weiße Blüten Wuchshöhe: 30 bis 60 cm Herkunft: Südamerika Eignung für Kultivierung: mäßig Besonderheiten: nur bis -9 °C winterhart gute Sorten: 'Alba', 'Lavender Swirl', 'Loneweep', 'Monma', 'Monswee', 'Peaches & Cream', 'Trailing Lavender', 'Trailing Purple', 'Trailing White', 'Violet' |
Wüsten-Wandelröschen Lantana achyranthifolia | Blütezeit: blüht ganzjährig Blütenfarbe: weiße bis rosa Blüten Wuchshöhe: 60 bis 90 cm Herkunft: Südamerika Eignung für Kultivierung: mäßig Besonderheiten: nur bis -9 °C winterhart |
Zitronen-Lantane Lantana canescens | Blütezeit: August bis September Blütenfarbe: weiße bis zitronengelbe Blüten Wuchshöhe: 100 bis 200 cm Herkunft: Südamerika Eignung für Kultivierung: schlecht Besonderheiten: nur bis -1 °C winterhart |
Mögliche Krankheiten und Schädlinge
Es gibt nicht viele Schadbilder, die dem Wandelröschen gefährlich werden können. Wurzelfäule lässt sich vermeiden, indem die Pflanze nicht übergossen wird. Weiße Fliegen und Blattläuse machen sich zwar nach der Überwinterung gerne an der geschwächten Pflanze breit, lassen sich aber durch Nützlinge wie Schlupfwespen und Marienkäfer zuverlässig bekämpfen.
Fazit
Die vielfarbige Blütenpracht der Lantana ist wirklich überwältigend und tröstet sogar über die mangelnde Winterhärte der Pflanze hinweg. Wichtig sind sonnige, warme und geschützte Standorte, weshalb der Blütenstrauch mit Vorliebe als Balkonpflanze kultiviert wird.
Solange Sie die Wandelröschen richtig überwintern, sind sie zudem äußerst pflegeleicht. Bei der Farbauswahl der Balkonpflanzen bleiben darüber hinaus kaum Wünsche offen, denn von Weiß über Gelb, Orange und Rot bis hin zu Rosa und Violett gibt es Wandelröschen in allen Farben.
FAQs zum Wandelröschen
Welche Standortbedingungen bevorzugt das Wandelröschen?
Das Wandelröschen liebt sonnige und warme Standorte. Ein Platz mit direkter Sonneneinstrahlung fördert eine üppige Blüte und kräftiges Wachstum. Der Boden sollte gut durchlässig und nährstoffreich sein. Leichte Trockenheit verträgt die Pflanze besser als ständige Nässe, daher ist Staunässe unbedingt zu vermeiden.
Wie pflegt man Wandelröschen richtig?
Wandelröschen benötigen regelmäßiges Gießen, besonders während heißer Sommermonate. Dabei sollte das Substrat gleichmäßig feucht gehalten werden, ohne dass es zu Staunässe kommt. Im Frühjahr und Sommer unterstützt eine monatliche Düngung mit einem Blühpflanzendünger die Blütenbildung. Ein Rückschnitt im Spätwinter fördert das buschige Wachstum und die Bildung neuer Blütentriebe.
Wann blüht das Wandelröschen und wie lange dauert die Blütezeit?
Wandelröschen erfreut den Gartenliebhaber mit einer langen Blütezeit von Mai bis zum ersten Frost. Die Blüten ändern im Verlauf der Blüte ihre Farbe, was der Pflanze ihren Namen verleiht. Diese Farbschattierungen reichen von Gelb über Orange bis hin zu Rot und Lila, je nach Sorte und Blütenstadium.
Wie kann man Wandelröschen überwintern?
Wandelröschen sind frostempfindlich und müssen im Herbst ins Winterquartier umziehen. Idealerweise überwintert die Pflanze in einem hellen, kühlen Raum mit Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad Celsius. Vor dem Einzug ins Winterquartier ist ein Rückschnitt ratsam, um die Pflanze zu kompaktem Wachstum im nächsten Frühjahr zu ermuntern.
Sind Wandelröschen giftig für Haustiere?
Ja, Wandelröschen enthalten Stoffe, die für Haustiere wie Hunde und Katzen giftig sein können. Bei Aufnahme größerer Mengen können Erbrechen, Durchfall oder sogar schwerere Vergiftungserscheinungen auftreten. Daher sollten Sie Haustiere vom Wandelröschen fernhalten und bei Verdacht auf eine Vergiftung sofort einen Tierarzt aufsuchen.
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