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Blaustern, Sternhyazinthe, Scilla, Zweiblättriger Blaustern, Scilla bifolia

Blaustern (Sternhyazinthe) pflanzen – Standort, Pflege und Arten

Pünktlich zu Frühjahrsbeginn ziert der auch als Sternhyazinthe bekannte Blaustern (Scilla) Blumenbeete und Wiesen gleichermaßen. Seine zierlichen blauen bis blauvioletten Sternblüten sind dabei eine originelle Alternative zu klassischen Frühlingsblumen wie Krokus oder Narzissen. Dabei kann man aus einer reichen Vielfalt an verschiedenen Arten auswählen, von denen manche entgegen dem Namen von Blaustern sogar weiß blühen.

 

Besonderheiten der Sternhyazinthe

Gemeinsam mit der echten Hyazinthe und der Traubenhyazinthe bildet die Sternhyazinthe das Hyazinthen-Trio in der Familie der Spargelgewächse. Ein Trio nicht nur dem Namen nach, denn alle drei Hyazinthen-Gattungen teilen sich auch eine fast identische Blütezeit, die zwischen Februar und April liegt. Darüber hinaus gehören in allen drei Fällen die Farben Blau und Weiß zu den Hauptblütenfarben.

 

Ein kleines Meerungeheuer unter den Frühlingsblumen

Die Gattung Scilla verdankt ihren Namen dem Meerungeheuer Skylla aus der griechischen Mythologie. Das Ungeheuer lauerte in einer Meerenge und soll den Oberkörper einer Jungfrau gehabt haben. Sein Unterleib bestand jedoch aus sechs Hundeköpfen, die Schiffe fraßen und Seefahrer ins Unglück stürzten. Laut Überlieferung fielen Skylla sechs Gefährten des Odysseus zum Opfer, als er mit ihnen auf seiner Irrfahrt durch die Meerenge des Ungeheuers kam.

Zum Schutz vor Skyllas Angriffen wurden von griechischen Seefahrern früher Amulette aus Meerzwiebel (veraltet Scilla maritima) getragen. Die Pflanze galt früher als Charakterart der Sternhyazinthen, wurde später aber zunächst als Urginea maritima in die Gattung Urginea eingegliedert und wird heute als Drimia maritima zur Gattung Drimia gezählt. Dessen ungeachtet behielt die Gattung Scilla aber ihren geschichtsträchtigen Namen und erinnert noch haute an die magische Schutzfunktion der Meerzwiebel.

 

Verwechslungsgefahr und Artenschutz

Mit Blick auf Verwechslungen besonders aufpassen muss man hier bei Arten wie dem Amethyst-Blaustern (Scilla litardierei). Seine traubigen Blütenstände weisen üppige Blütendolden auf und erinnern stark an die Blüten der Hyazinthe. Damit steht Scilla litardierei in klarem Kontrast zu seinen Artgenossen, deren Blütenstände in der Regel nur ein bis maximal drei Sternblüten enthalten.

Sternhyazinthen werden artabhängig zwischen 10 und 50 cm groß. Es handelt sich also um eher kleinwüchsige Blumen, die sich hervorragend für eine Pflanzung auf Frühlingswiesen oder aber als Vordergrundbepflanzung im Frühlingsbeet anbieten.

Dabei sei jedoch darauf hingewiesen, dass Arten wie der in Deutschland heimische Zweiblättrige Blaustern (Scilla bifolia) auf keinen Fall wild gepflückt werden dürfen. Denn weil zahlreiche Sternhyazinthen inzwischen sehr selten geworden sind, stehen sie vielerorts unter Naturschutz.

Der Denkmal- und Geschichtsverein Bonn nennt hier unter anderem die zunehmende Ausbreitung von Efeubewuchs als Ursache für den Rückgang der Blausternbestände. Er steht in engem Zusammenhang mit der Planierung ehemaliger Naturstandorte der Sternhyazinthe mit Schotter sowie der unachtsamen Massenbegrünung bearbeiteter Naturflächen mit der schnellwüchsigen Kletterpflanze. Grund genug, um dem Blaustern im eigenen Garten eine sichere Zuflucht zu bieten.

 

Blaustern, Sternhyazinthe, Scilla, Zweiblättriger Blaustern, Scilla bifolia
Eine in Deutschland inzwischen selten gewordene Art: Scilla bifolia | © Das Grüne Archiv

Blaustern pflanzen – Standort und Ablauf

Arten des Blausterns sind in ganz Europa und Asien heimisch. Als winterharte Zwiebelblumen können dabei viele von ihnen ganzjährig im Garten stehen. Gepflanzt werden sie wie viele Frühlingsblumen durch Setzen ihrer Zwiebeln. Ein relativ einfacher Pflanzvorgang, wobei aber die besonderen Standortvorlieben der Sternhyazinthe zu beachten sind.

 

Der richtige Standort für Blaustern

Scilla bevorzugt einen Standort in der Sonne oder im hellen Halbschatten. Ein frisch-feuchtes, gut durchlässiges und humoses Substrat wird empfohlen. Am besten geeignet sind kiesig-lehmige Böden. Zu sandige Substrate sind dagegen zu meiden, da diese sehr schnell austrocknen und die Blumenzwiebeln der Pflanze so häufig in Wassernot geraten.

Der passende pH-Wert des Bodens liegt für die Bedürfnisse des Blausterns im basischen Bereich, zwischen 8 und 10 Punkten. Gute Pflanzpartner im Beet oder auf der Frühlingsblumenwiese sind Schneeglöckchen und Krokus. Alternativ zur Freilandpflanzung kann man Blaustern auch im Topf oder Balkonkasten kultivieren.

Einzelheiten zum Standort für Sternhyazinthen:

  • sonnige bis halbschattige Standorte
  • frisch-feuchter, durchlässiger, humoser Boden
  • kiesig-lehmiges Substrat; Sandböden sind zu trocken
  • pH-Wert des Bodens: basisch, von 8 bis 10
  • Blaustern bis -29 °C winterhart

 

Sternhyazinthe Gewöhnliche Sternhyazinthe, Scilla luciliae
Solange Blausterne einen ausreichend hellen und frisch-feuchten Standort bekommen, sind sie recht genügsam. | © Das Grüne Archiv

Pflanzanleitung für Sternhyazinthe

Wenngleich Blausterne im Frühling blühen, sollte man sie bereits im Herbst ausbringen. Am besten plant man den Pflanztermin für frost- und niederschlagsfreie Tage zwischen September und November. Der Boden sollte vorab eine Kiesdrainage erhalten, um einen guten Wasserablauf zu garantieren.

Der Kauf der Zwiebelblumen im Gartenfachhandel sollte zeitnah zum Pflanztermin erfolgen. Denn im Unterschied zu anderen Zwiebelblumen lassen sich die Zwiebeln des Blausterns nicht allzu lange lagern und vertrocknen schnell. Setzen Sie die Blumenzwiebeln etwa 10 cm tief in die vorbereiteten Erdlöcher ein. Der Pflanzabstand beträgt ca. 5 bis 10 cm.

Achtung: Die Blumenzwiebeln von Scilla sind giftig. Bei Arbeiten an der Pflanze sollte man deshalb immer Gartenhandschuhe tragen.

 

Sternhyazinthe Gewöhnliche Sternhyazinthe, Scilla luciliae
Tipp: Besonders schön kommen Sternhyazinthen in kleinen Grüppchen zur Geltung. | © Das Grüne Archiv

Blaustern gießen und düngen

Frühlingsblumen wie der Blaustern zeichnen sich dadurch aus, dass sie unwahrscheinlich pflegeleicht sind. Eine manuelle Bewässerung ist in der Regel ebenso unnötig wie aufwändiges Düngen.

Stellen Sie aber sicher, dass der Boden insbesondere während der Blütezeit im Frühling nicht austrocknet und immer gleichmäßig feucht ist. Normalerweise sorgen hierfür Frühlingsniederschläge. Bleiben diese jedoch einmal aus, sollte man mit Augenmaß selbst gießen.

 

Blaustern vermehren

Wie für Zwiebelblumen üblich, bilden auch die Zwiebeln der Sternhyazinthe Tochterzwiebeln aus. Zur Vermehrung gräbt man die Blumenzwiebel daher einfach aus und trennt entsprechende Tochterzwiebeln ab. Der beste Zeitpunkt hierfür ist der Herbst.

Diese sollten lediglich gut bewurzelt sein, um sich schnell am neuen Standort etablieren zu können. Nach der Zwiebelteilung kann man die Teilzwiebeln direkt neu verpflanzen.

 

Sternhyazinthe Gewöhnliche Sternhyazinthe, Scilla luciliae
Sibirische Sternhyazinthe | © Das Grüne Archiv

Interessante Arten der Gattung Scilla

Die Gattung Scilla umfasst rund 90 verschiedene Arten, von denen sich viele wunderbar in gemäßigten Breitengraden kultivieren lassen. Hinzu kommen einige individuelle Sorten mit unterschiedlicher Blütenfarbe. Ein Überblick zu den schönsten Arten:

ArtBeschreibung
Alpenveilchen-Blaustern
Scilla rosenii
Blütezeit: April bis Mai
Blütenfarbe: blauviolette Blüten mit weißem Grund
Wuchshöhe: 15 cm
Herkunft: Arabische Halbinsel, Kaukasus
Besonderheiten: ungewöhnliche Scilla-Art mit zurückgebogenen Perigonblättern; Blütenform ähnelt dem Alpenveilchen; beliebte Zierpflanze im Steingarten und Alpingarten
Amethyst-Blaustern
Scilla litardierei
Blütezeit: April bis Mai
Blütenfarbe: blauviolette Blüten
Wuchshöhe: 35 cm
Herkunft: Europa, Mittelmeerraum
Besonderheiten: hyazinthenähnliche Blütenstände; optimal für den Gehölzrand oder die Wiese
Gewöhnliche Sternhyazinthe
Schneeglanz
Scilla luciliae
Blütezeit: Februar bis April
Blütenfarbe: violette Blüten mit weißem Grund
Wuchshöhe: 10 cm
Herkunft: Anatolien
Besonderheiten: blüht unmittelbar nach der ersten Schneeschmelze
Herbst-Blaustern
Scilla autumnalis
Blütezeit: August bis September
Blütenfarbe: violette Blüten mit weißer Mitte
Wuchshöhe: 10 cm
Herkunft: Europa, Vorderasien
Besonderheiten: schöne Wildart für den Heidegarten oder Naturgarten; blüht als eine der wenigen Scilla-Arten im Herbst
Kleine Sternhyazinthe
Kleiner Schneeglanz
Scilla nana
Blütezeit: März bis April
Blütenfarbe: tiefblaue Blüten
Wuchshöhe: 10 cm
Herkunft: Südeuropa, Kreta
Besonderheiten: besitzt trotz mediterraner Herkunft eine außergewöhnliche Winterhärte bis -39 °C
Mischtschenko-Blaustern
Scilla mischtschenkoana
Blütezeit: Februar bis April
Blütenfarbe: weiße Blüten
Wuchshöhe: 15 cm
Herkunft: Kaukasus
Besonderheiten: Blüten erinnern an weiße Hyazinthen
Sorten: 'Zwanenburg'
Sibirischer Blaustern
Scilla siberica
Blütezeit: März bis April
Blütenfarbe: dunkelblaue Blüten
Wuchshöhe: 15 cm
Herkunft: Sibirien
Besonderheiten: nickende, glockenförmige Blüten; wird gerne in Parks und auf Wiesen kultiviert; es sind Sorten mit weißen Blüten erhältlich
Sorten: 'Alba', 'Grace Lofthouse', 'Spring Beauty'
Speta-Blaustern
Scilla spetana
Blütezeit: März bis April
Blütenfarbe: blau-violette Blüten mit blauen Griffeln
Wuchshöhe: 10 cm
Herkunft: Europa
Besonderheiten: sehr seltene Art, die heute fast nur noch in Auwäldern Ungarns und des österreichischen Kreuttals gedeiht; kommt auch mit trockenen Böden zurecht
Wien-Blaustern
Scilla vindobonensis
Blütezeit: März bis April
Blütenfarbe: blasslila Blüten
Wuchshöhe: 15 cm
Herkunft: Europa, Österreich
Besonderheiten: ideal für den Naturgarten
Zweiblättriger Blaustern
Scilla bifolia
Blütezeit: März bis April
Blütenfarbe: blaue Blüten mit weißem Grund
Wuchshöhe: 15 cm
Herkunft: Europa, Vorderasien
Besonderheiten:
heimische Art mit guter Winterhärte; es gibt Sorten mit weißen und rosa Blüten
Sorten: 'Alba', 'Carnea'

 

Mögliche Krankheiten und Schädlinge

Es sind keine nennenswerten Schadbilder für Scilla bekannt

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