Eibengewächse, Taxaceae, Eibe, Eiben, Taxus

Familien der Pflanzenwelt: Eibengewächse

Die Familie der Eibengewächse (Taxaceae) ist mit nur fünf Gattungen relativ klein. Diese werden dafür aber umso intensiver in der Zierpflanzenkultur genutzt. Allein die Eibe erfährt in der Garten- und Landschaftsgestaltung vielseitige Nutzung. Und auch andere Vertreter der Taxaceae sind für Kulturzwecke interessant. Das kleine aber feine Grüppchen der Eibengewächse teilt sich dabei in zwei Tribus auf:

  • Tribus der Torreyeae
    umfasst zwei Gattungen der Taxaceae
  • Tribus der Taxeae
    umfasst drei Gattungen der Taxaceae

 

Besonderheiten der Eibengewächse

Taxaceae werden den Koniferen zugerechnet. Es handelt sich bei den Familienmitgliedern also ausschließlich um Nadelbäume und Nadelsträucher. Diese besitzen zumeist eine recht schuppige Borke und abgeflachte, nadelförmige Blätter. Die Blüten der Eibengewächse sind getrenntgeschlechtig. Es gibt also männliche und weibliche Zapfen als Samenanlagen. Aus ihnen gehen die oft mit einem auffällig gefärbten Samenmantel (Arillus) versehenen Samen hervor.

Einige Taxaceae enthalten den für Menschen und Tiere giftigen Inhaltsstoff Taxin. Vor allem die namensgebende Gattung der Eiben ist hier für seine hochgiftigen Samen bekannt. Ihr leuchtend roter Samenmantel ist jedoch essbar. Bei Eibengewächsen wie der Nusseibe kann man zudem auch die Samen verzehren.

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Achtung: Der rote Samenmantel der Eibenfrucht ist essbar, der schwarze Samen ist hingegen giftig!

Das Holz der Eibengewächse erfährt neben der Zierpflanzenkultur auch in der Holzverarbeitung rege Nutzung. Das äußerst robuste Eibenholz ist beispielsweise auch für den Instrumentenbau bedeutsam. Scheineibe und Nusseibe werden wiederum als Schnitt- und Bauholz für Brücken, Gebäude, Möbel und den Schiffsbau genutzt.

 

Vom Aussterben bedroht

Viele Eibengewächse, darunter viele Arten der Nusseibe. Kätzcheneibe und Scheineibe, stehen auf der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature (IUC). Wilde Exemplare dürfen daher nicht eigenmächtig zu privaten Kulturzwecken entwendet werden. Stattdessen ist es sinnvoll, Kaufexemplare oder Samen aus einem offiziellen Pflanzenshop zu erwerben und so den weltweiten Bestand durch Neupflanzungen zu stärken.

 

Eibengewächse der Torreyeae

Torreyeae stammen ursprünglich überwiegend aus Asien und Amerika. In Europa ist keine Gattung heimisch und zahlreiche Koniferen dieses Tribus sind bei uns auch nur bedingt winterhart.

Einige Arten lassen sich aber dennoch in milderen Klimazonen Europas kultivieren. Vor allem die Große Nusseibe ist gelegentlich als Ziergehölz in Regionen mit Weinbauklima zu finden. Ihre gerösteten Samen gelten zudem als Delikatesse in China.

Auch Öl lässt sich aus der Nusseibe herstellen, die nebenbei bemerkt als Stammgattung des Tribus Torreyeae gilt. Während das Samenöl in der Küche Anwendung findet, stellt man aus dem Samenmantel ein aromatisches ätherisches Öl her. Gleiches gilt für die Kätzcheneibe, die ebenfalls zu den Torreyeae gehört und von der einige Arten gerne als Bonsai kultiviert werden.

Kätzchen- und Nusseiben unterschieden sich von anderen Eibengewächsen unter anderem durch ihren Arillus. Denn Ihr Samenmantel umhüllt die darin befindlichen Samen vollständig und blickdicht. Hier einige interessante Arten aus beiden Gattungen:

  • Assam-Kätzcheneibe (Amentotaxus assamica)
  • Formosische Kätzcheneibe (Amentotaxus formosana)
  • Silberstreifen-Kätzcheneibe (Amentotaxus argotaenia)
  • Yunnan-Kätzcheneibe (Amentotaxus yunnanensis)
  • Große Nusseibe (Torreya grandis)
  • Kalifornische Nusseibe (Torreya californica)

 

Eibengewächse, Taxaceae, Eibe, Eiben, Taxus
Samenmantel der Eibe | © by Jutta Lieb

Eibengewächse der Taxeae

Im Unterschied zu den Torreyeae ist der Arillus der Taxae nicht vollständig geschlossen. Das lässt sich gerade an den Samenanlagen der Eiben sehr schön beobachten, durch deren nach oben hin geöffnete Samenmantel der charakteristische schwarze Samen schimmert.

Die Stammgattung des Tribus, wie auch der gesamten Pflanzenfamilie der Eibengewächse ist ein echtes Kultgehölz. Ob als Hecken, Solitär oder auch als Bonsai – Eiben sind oft das Gehölz erster Wahl wenn es um schnittverträgliche und einfach zu formende Pflanzungen in Gärten und Parkanlagen geht.

Besonders anspruchsvoll ist die Eibe dabei nicht. Solange sie einen halbschattigen Standort, ein gut durchlässiges und kalkhaltiges Substrat und eine gute Bewässerung bekommt, kann man sie im Grunde überall Pflanzen. Es sei jedoch erwähnt, dass Eibenhecken deutlich robuster sind als Kulturen in Solitär- oder Einzelstellung. Hier könnte ein leichter Windschutz von Nöten sein.

Damit zeigt die Eibe bereits auf, was für viele Taxeae charakteristisch ist: Kälte und kühle Winde bekommen ihnen nicht sonderlich gut, auch wenn es vereinzelt widerstandsfähige Arten gibt. Insgesamt gehören zu diesem Tribus folgende Gattungen der Eibengewächse:

  • Echte Eibe (Taxus)
  • Scheineibe (Pseudotaxus)
  • Südeibe (Austrotaxus)

 

Fazit

Viele Eibengewächse gehören heute zu den gefährdeten Arten und stehen unter Naturschutz. Gärtner, die sich einer Neupflanzung dieser schnittverträglichen und pflegeleichten Koniferen annehmen, helfen also auch beim Arterhalt. Dabei sei aber erwähnt, dass mit Ausnahme der Echten Eibe viele Taxaceae bei uns nicht winterhart sind und allenfalls als Zimmerpflanzen kultiviert werden können. Allerdings geben sie gerade hier hervorragende Bonsaibäume ab, die zumindest im milden Frühling und Sommer für ein paar warme Sommerstunden nach draußen dürfen.

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