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Haselnuss schneiden – Tipps und Infos zum Schnitt

Dass die Haselnuss zu den Birkengewächsen gehört, erkennt man spätestens an ihren männlichen Blütenkätzchen. Diese sind wie bei der Birke selbst in kleinen, länglichen Kätzchen angeordnet und enthalten bis zu 2 Millionen Pollen. Verbreitet ist die Hasel neben Amerika auch in weiten Teilen Europas und Kleinasiens, weshalb sich das Gewächs auch in Deutschland unkompliziert anpflanzen lässt. Damit sie aber auch nach Jahren noch gut trägt, muss man die Haselnuss schneiden.

Wissenswertes: Früher galten der Haselnussbaum, wie auch die Sträucher der Hasel als Symbol des Lebens, des Friedens, des Glücks und der Fruchtbarkeit. Zahlreiche Volksbräuche beinhalten darum Haselzweige und ihre Nüsse als Hilfsmittel zur Anrufung positiver Energien. Sogar Wünschelruten wurden zu diesem Zweck ursprünglich aus Ruten der Haselnusssträucher gefertigt.

 

Besonderheiten der Haselnuss

Als Strauch sowie in Baum- oder Heckenform bieten Haselnüsse wunderbare Anreize zur Herstellung von süßen Desserts (z.B. Nougat oder Kuchen) oder auch Haselnussöl. Letzteres wird wegen seiner Geschmacksmilde immer wieder gern zur Zubereitung verschiedenster Gerichte genutzt. Wer aber einen formschönen Wuchs seiner Haselnuss erzielen möchte, sollte ungeachtet der bevorzugten Variante auf ein regelmäßiges Zurückschneiden achten.

Zu unterscheiden ist bei der Hasel zwischen zwei grundlegenden Erscheinungsformen der Hauptgattung Corylus. Zwar werden beide Arten gerne für den Anbau im Garten verwendet, jedoch spielt ihre Größe sowohl bei der Standortwahl als auch beim späteren Schneiden eine wichtige Rolle.

 

Das Haselnuss-Schneiden – eine Frage der Wuchsform

Der eigentliche Haselnussbaum (Corylus colurna) wird bis zu 20 Meter hoch und eignet sich deshalb nur für große Gärten und Haine, in denen die Bäume sich mühelos entfalten können. Beim Schneiden kommt es hier vor allem auf das Entfernen der Seitentriebe an, welche in Stammnähe wachsen.

Etwas kleiner fallen im Gegensatz zur einstämmigen Baum-Hasel mehrstämmige Haselnusssträucher wie die Gemeine Hasel (Corylus avellana) oder die Lambertshasel (Corylus maxima) aus. Die beiden Kulturhaseln erreichen ohne entsprechendes Schneiden eine Wuchshöhe von maximal 6 bis 7 Metern, was die Sträucher vor allem für Besitzer kleinerer Gärten interessant macht. Für das richtige Haselnuss-Schneiden müssen Sie bei Sträuchern der Haselnuss jedoch nicht nur Seiten- und Bodentriebe, sondern der gesamte Geäst berücksichtigen.

 

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Neben der Gemeinen Hasel als Haselnussstrauch besonders beliebt: die Lambertshasel

Haselnuss schneiden – Die Vorbereitung für den Schnitt

Da die Hecken und Sträucher der Haselnuss sich im Vergleich zu ihren Baumvarianten leichter schneiden lassen und auch besser ins Gesamtbild kleinerer Gärten fügen, ist es sinnvoll, sich schon vor dem Anbau Gedanken über die richtige Sortenwahl zu machen. Zudem sind die am Strauch wachsenden Nüsse der Haseln in der Regel größer als Baumhaseln, was möglicherweise einen entscheidenden Kritikpunkt für die spätere Ernte bildet. Beliebte Strauchsorten sind:

  • Bergers Zellernuss
  • Cosford Haselnuss
  • Dariane Haselnuss
  • Korkenzieherhaselnuss
  • Webers Preisnuss

 

Haselnuss richtig schneiden – so geht’s

Um Ihre Haselnuss auf moderater Höhe (ca. 5 bis 6 Meter) zu halten, sollten Sie den Strauch mehrmals pro Jahr schneiden. Dabei ist dringend die natürliche Form der Sträucher, sowie eine harmonische Verteilung der Schnitte über das gesamte Gewächs zu berücksichtigen. Insgesamt gehören zum jährlichen Schneiden der Haselnuss drei saisonale Schritte:

 

Formschnitt im Frühling

Betrachten Sie Ihren Haselnussstrauch im Frühjahr eingehend und prägen sie sich vor dem ersten Schneiden im März dessen Wuchs ein. Nehmen Sie anschließend bei jedem einzelnen Strauch die individuelle Wuchsgestalt als Basis für das Einkürzen der Triebe und schneiden Sie diese um etwa 15 cm zurück. Bei besonders großen Hecken und Sträuchern ist ein Einschnitt um bis zu 50 cm denkbar.

 

Verjüngungsschnitt von Frühling bis Herbst

Um der Verholzung an Strauch und Trieben entgegen zu wirken, können sie von Oktober bis März eine Verjüngung der Hasel durchführen. Schneiden Sie zu diesem Zweck ein Drittel aller Zweige auf eine Höhe von 40 cm über dem Boden zurück. Insgesamt sollten Sie die Verjüngung Ihrer Haselnuss über drei Jahre verteilen.

Bevorzugt abtragen sollten Sie dabei alte Stauden aus dem Vorjahr mit geringer Blüte. Bei kleineren Hecken reicht es aus, den Wuchs im Abstand von zwei bis vier Jahren zu verjüngend zu schneiden.

 

Nachschnitt im Winter

Gerade die Triebe der Korkenzieherhaselnuss wachsen verhältnismäßig schnell. Ein Übermaß an Zweigen im unteren Teil der Sträucher können Sie hier deshalb auch noch im Winter schneiden.

Bei Haselnussbäumen ist ein ganzjähriges Kontrollieren der Stammumgebung auf Seitentriebe ratsam. Diese müssen, sobald sie sich zeigen, unverzüglich entfernt werden, um einen kräftigen Stammwuchs zu gewährleisten.

 

Fazit

Beim Schneiden einer Haselnuss ist es wichtig, die natürliche Form der Stauden, Sträucher und Bäume zu erhalten. Aus diesem Grund kann mehrfaches Zurückschneiden pro Jahr durchaus notwendig werden. Verteilen Sie die Schnitte aber gleichmäßig auf Kronen und Triebe und lassen Sie dem Gesamtwuchs genügend Zeit (und Äste), um sich zu entwickeln. Wenn Sie alle Hinweise zum Schneiden berücksichtigen, gestaltet sich die Pflege von Haselnüssen mit etwas Übung auf lange Sicht unkompliziert.

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