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Pastinaken – Wirkung, Anbau und Ernte

Die auch als Pastinak bekannten Pastinaken (Pastinaca sativa) werden wegen ihres außergewöhnlichen Geschmacks als Würzmittel für Suppen und Eintöpfen hoch geschätzt. Zudem sind Pastinaken äußerst winterhart und werden deshalb gerne als lagerfähiges Wintergemüse kultiviert. Wie Sie Pastinak im Garten erfolgreich anbauen und was es bei der Pflege von Pastinaken zu beachten gibt, erfahren Sie nachstehend in unserem Ratgeber.

 

Pastinaken in der Küche und Heilkunde

Pastinaken werden bereits seit der Antike kultiviert und gehörten hier insbesondere im Römischen Reich zu den beliebtesten Wurzelgemüsesorten. Im Mittelalter schrieb Karl der Große den Anbau der Pastinaken in seiner Landgüterverodnung „Capitulare de villis“ sogar gesetzlich vor. Er hatte sich also einen regelrechten Narren an dem Wurzelgemüse gefressen, und das zu Recht. Denn Pastinak steckt voller

  • Calcium,
  • Kalium,
  • Phosphor
  • und Vitamin C, 

weshalb er als Wintergemüse gerade in der kalten Jahreszeit eine wertvolle Nährstoffquelle darstellt. Auch bildet die aromatische Pastinakenwurzel einen wichtigen Bestandteil in Suppengrün und wird als schmackhaftes Gewürzkraut in der Küche verwendet. Dabei kommt es immer wieder zu Verwechslungen mit der Petersilienwurzel, die ebenfalls weißlich ist.

Unterschieden kann man die beiden nicht nur am Geschmack, der bei Pastinaken deutlich süßer und kaum scharf ausfällt. Zudem bietet auch die jeweilige Wurzelform Orientierungshilfe, denn Pastinaken fallen durch ihre markant keulenartige Form auf, während Petersilienwurzel mit ihrer konischen Form eher an weiße Möhren erinnert.

 

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Pastinake (oben) und Petersilienwurzel (unten) im Vergleich | © Das Grüne Archiv

Der süße Geschmack der Pastinake beruht auf wurzeleigenen Fructanen wie Inulin. Es handelt sich hierbei um Polysaccharide aus der Gruppe der Fruchtzucker (Fructose). Im Gegensatz zu vielen anderen Zuckerarten beinflusst Inulin den Blutzuckerspiegel nicht und wird deshalb gerne als Zucker- und Stärkeersatz in der Therapie von Diabetes mellitus eingesetzt. Für Diabetiker sind Pastinaken darum gut verträglich.

Ebenfalls im Pastinak enthalten sind verschiedene ätherische Öle wie Bergapten und Xanthotoxin, die in der Heilkunde gegen entzündliche Haut- und Nervenkrankheiten wie Schuppenflechte oder Multiple Sklerose Anwendung finden. Darüber hinaus soll Pastinak dank seiner Inhaltsstoffe auch harntreibend und appetitanregend wirken.

 

Pastinaken anbauen – Standort und Ablauf

Die Pastinake entstammt der Familie der Doldenblütler. Sie ist in Europa und Westasien heimisch, wo ihr oberirdisches Kraut Wuchshöhen von bis zu 1,2 Metern erreicht. Auch besticht das Pflanzengrün mit einem angenehm süßlichen Duft, wegen dem Pastinakenkraut gerne als Suppenwürze verwendet wird.

Häufiger im Gebrauch sind jedoch die weißen bis gelblichen Wurzeln der Pastinaken. Sie werden bis zu 7 Zentimeter dick, sowie 20 Zentimeter lang und benötigen deshalb im Beet ausreichend Platz, um sich gut entwickeln zu können.

Pastinaken wachsen in freier Natur vor allem an Böschungen, Wegrändern und in Wiesen mit lehmigem Untergrund. Dabei bevorzugt die Gemüsepflanze einen schwach sauren bis neutralen pH-Wert von 5,5 bis 7,0. Besonders kräftig reifen die Rüben heran, wenn der Boden reich an Stickstoff und Kalk ist. Ein sonniger Standort in Kombination mit feuchtem Boden unterstützt die Pflanze zusätzlich.

Als Begleitpflanzen eignen sich Salate, Spinat und Radieschen. Auf weitere Doldenblütler (z.B. Fenchel oder Sellerie) sollte in unmittelbarer Nähe verzichtet werden.

Anbautipp: Anbauen lassen sich Pastinaken nur in Freilandbeeten. Da die Pflanzen empfindlich auf frische Kompostdüngungen reagieren, sollte dieser schon im Herbst vor der Aussaat unter die Erde gemischt werden. Zudem sind die Samen der Pastinake sind nur etwa 2 Jahre keimfähig. Verwenden Sie daher ausschließlich frische Samen.

 

Einzelheiten zum Standort für Pastinaken:

  • Pastinak am besten an sonnigen Standorten anbauen
  • das Gemüse bevorzugt lehmige, kalk- und stickstoffhaltige Böden
  • Grunddüngung schon im Herbst vor der Aussaat untermischen
  • Boden-pH-Wert: sauer bis neutral, zwischen 5,5 und 7,0 Punkten
  • Anbau erfolgt in Freilandbeeten unter Verwendung frischer Samen
  • nicht in der Nähe anderer Doldenblütler anbauen
  • besser geeignet sind Pflanzpartner wie Radieschen, Salat und Spinat

 

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wichtigste Kulturart: Gemeiner Pastinak (Pastinaca sativa) | © Das Grüne Archiv

Aussaat der Pastinaken

1. Schritt – Wahl des Aussaattermins: Die Aussaat von Pastinaken ist auch bei Frost möglich und kann daher bereits ab März im Freiland erfolgen. Für eine Späternte, beispielsweise zu Zwecken der Winterlagerung eignet sich ein späterer Aussaattermin im Juni.

2. Schritt – Bodenvorbereitung: Bevor sie Pastinak im Gemüsebeet anbauen, sollten Sie den Boden gut umgegraben. Störende Bodenhindernisse wie Wurzelreste, grobe Erdbrocken und Steine müssen vollständig entfernt werden, damit sich die Rüben der Pastinaken ungestört entwickeln können. werden und die Erde zu Dämmen angehäuft werden, zwischen die dünne Rillen gezogen werden.

3. Schritt – Aussaat der Pastinaken: Häufen Sie die Erde zu Dämmen an und ziehen Sie dazwischen kleine Saatrillen. Die Pastinakensamen werden anschließend in einem Reihenabstand von 40 Zentimetern in die vorgezogenen Rillen gesät. Die Saattiefe beträgt 2 Zentimeter.

4. Schritt – Saatgutbewässerung: Bis zur Keimung, die nach etwa 2 bis 3 Wochen erfolgt, muss der Boden um die Pastinaken durch regelmäßiges Gießen feucht gehalten werden. Natürlich ist Staunässe trotzdem zu vermeiden, damit die Keimlinge nicht schimmeln oder ertrinken.

5. Schritt – Pikieren der Jungpflanzen: Sobald die Keime eine Höhe von 20 Zentimetern erreicht haben, können Sie diese pikieren. Die Jungpflanzen werden nun auf einen Abstand von 60 Zentimetern vereinzelt.

Kurzschritte zur Aussaat im Überblick:

  • Aussaattermin für Pastinak: März bis Juni
  • vor Anbau Boden gut auflockern
  • Bodenhindernisse entfernen
  • danach kleine Dämme anhäufen
  • dazwischen kleine Saatrillen vorziehen
  • Saattiefe: 2 cm
  • Reihenabstand: 40 cm
  • bis zur Keimung Pastinakensamen konstant feucht halten
  • ab einer Wuchshöhe von 20 cm Jungpflanzen pikieren
  • Abstand im Beet beträgt nun 20 cm

 

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Pastinaken im Beet | © Das Grüne Archiv

Pastinak gießen und düngen

Nach einer Wachstumszeit von 4 bis 5 Monaten bildet Pastinak sein buschiges Grün und seine doldigen Blütenstände aus. In dieser Phase benötigt die Pflanze zusätzliche Bewässerung, da sie unterirdisch tiefreichende Wurzeln entwickelt, die später als Wurzelgemüse verwendet werden. Da die Pastinake sehr kalkliebend ist, können Sie zum Gießen kalkhaltiges Leitungswasser nutzen.

Pastinaken sind Mittelzehrer und reagieren empfindlich auf frisch ausgebrachte Düngemittel. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, komplett auf nachträgliche Düngungen zu verzichten. Wir weisen an dieser Stelle nochmals auf eine gute Grunddüngung des Pastinaks hin, die idealer Weise schon ein halbes Jahr vor dem Anbauen in den Boden eingebracht wird.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • regelmäßiges Gießen ist wichtig
  • kalkhaltiges Leitungswasser eignet sich gut
  • zusätzliche Düngung ist nicht empfehlenswert
  • stattdessen lieber zeitige Grunddüngung vornehmen

 

Pastinak ernten und vermehren

Erfolgreich anbauen lassen sich Pastinakenwurzeln nur, wenn Unkraut konsequent aus dem Beet entfernt wird. Ansonsten könnte es unterirdisch zu Wurzelkonkurrenzen kommen, die dem Pastinak das Wachstum erschweren.

Damit das Wurzelgemüse besonders dick wird, empfiehlt es sich, Anfang Herbst das oberirdische Grün zu entfernen, das sich im Anschluss wie Petersilie zum Würzen verwenden lässt. Wird das Grün an der Pflanze belassen, so wachsen die Rüben eher kümmerlich und die Pflanzen bilden sehr viele kleine Samenkapseln, die sich gerne unkontrolliert selbst aussähen. Alternativ hilft ein Abschneiden der Blütenstände dabei, eine Wildaussaat zu vermeiden.

Eine Ernte des Pastinaks kann ab Oktober erfolgen. Am besten heben Sie das Wintergemüse dabei vorsichtig mit einer Grabgabel aus der Erde. Ernten Sie aber immer nur so viele Rüben, wie Sie gerade benötigen, denn der Rest der Ernte kann bis zum ersten Frost in der kalten Erde verbleiben. Wer es nicht darauf ankommen lassen möchte, kann die Pastinakwurzeln selbstverständlich auch klein schneiden und danach einfrieren oder trocknen.

 

Pastinaken, Möhren, Rote Beete
Pastinaken im Wintergemüse-Trio mit Roter Beete und Möhren | © Das Grüne Archiv

Vermehrung durch Aussaat: Frische Pastinakensamen erhalten Sie ganz leicht, indem Sie die Blütenstände ausreifen lassen bis diese Samenkapseln gebildet haben. Selbe werden nach der Reife abgeschnitten und getrocknet, bis die Kapseln die Samen frei geben. Denken sie aber daran, dass ein bis zwei Blütenstände bereits ausreichend Saatgut für den nächsten Anbau enthält. Übermäßiges Blütenwachstum sollte dagegen mit Blick auf eine unerwünschte Wildaussaat rechtzeitig unterbunden werden

Kurztipps zum Ernten und Vermehren:

  • bis zur Ernte regelmäßig Unkraut jäten
  • Anfang Herbst zunächst das Pflanzenkraut entfernen
  • hierdurch werden Pastinakenwurzeln besonders groß
  • Ernte erfolgt dann ab Oktober mit einer Grabgabel
  • überschüssige Rüben können bis zum Frost im Boden verbleiben
  • für längere Haltbarkeit Pastinak in Scheiben schneiden
  • diese anschließend einfrieren oder trocknen
  • zur Vermehrung 1 – 2 Blütenstände ausreifen lassen und ernten

 

Pastinake – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

Die winterharte Pastinake ist prinzipiell gegen zahlreiche Schadbilder resistent. Schädlinge wie Blattläuse oder die Möhrenfliege, deren Maden sich durch das Wurzelgemüse fressen, lassen sich durch Pflanzenschutznetze und Brennnesselsud gut fernhalten. Auch Nützlinge im Garten erfüllen hier ihren schützenden Zweck.

Pilzerkrankungen wie die Möhrenfälsche oder Mehltau, können Sie durch Sprühungen mit einer Mischung aus Frischmilch und Wasser im Verhältnis 1:10 eindämmen, wobei Sie die Blätter der Pastinake mehrmals wöchentlich mit einer entsprechenden Sprüngung behandeln sollten.

 

Fazit

Die in Deutschland beinahe in Vergessenheit geratene Pastinake ist ein vitaminreiches und leckeres Wintergemüse, von dem sich nicht nur die Wurzeln als Gemüse verwenden lassen. Auch das oberirdische Pflanzenkraut bringt mit seinem originellen Geschmack frischen Wind in die Küche und kann zum Beispiel als Suppenwürze Anwendung finden. Besonders pflegeintensiv ist Pastinak dabei nicht. Einzig in Sachen Düngung ist Vorsicht geboten, da die Gemüsepflanze frische Nährstoffgaben nicht besonders zu schätzen weiß. Entsprechende Bodenoptimierungen sollten Sie deshalb lange vor dem Anbau des leckeren Wurzelgemüses vornehmen.

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