Schwarzwurzel, Schwarzwurzelbrei

Rezept: Schwarzwurzelbrei

Zu den alten Rezepten aus der Volksheilkunde gehört Schwarzwurzelbrei ganz gewiss dazu. Als die Schwarzwurzel im Mittelalter zum Wundermittel gegen die Pest avancierte, verwendete man den ungewürzten Brei als Paste zur äußeren Anwendung bei Pestpatienten. Innerlich angewendet, kurierte er außerdem Verdauungsbeschwerden und sollte gegen Husten und Erkältungen helfen. Und tatsächlich steckt Schwarzwurzelbrei voller gesunder Wirkstoffe, die ihn als Hausmittel prädestinieren.

 

Schwarzwurzelbrei: Traditionsgericht und Heilmittel

Auf den ersten Blick sieht die Schwarzwurzel aus wie ein ganz gewöhnliches Wurzelgemüse. Aber das ist sie nicht. Schon beim Aufschneiden zeigt sich die Wurzel sehr ungewöhnlich, sondert sie doch einen dickflüssigen, kautschukartigen Milchsaft ab. In ihm verborgen liegen neben einer Fülle an Vitaminen und Nährstoffen auch die wundheilenden, den Hustenreiz lindernden, desinfizierenden und verdauungsfördernden Wirkstoffe der Schwarzwurzel.

Zu besagten Wirkstoffen zählen eine Fülle an Glykosiden, die Schwarzwurzeln einerseits ihre herbe und leicht süßliche Note verleihen. Andererseits werden Inhaltsstoffe wie Asparagin und Alantoin medizinisch gegen Flüssigkeitsverlust sowie zur Behandlung schlecht heilender Wunden und Hauterkrankungen verwendet. Schwarzwurzelbrei lässt sich demnach durchaus als Alternative zu Wundheilsalben oder Cremes gegen trockene Haut einsetzen.

Für Diabetiker ist wiederum das schwarzwurzeleigene Glykosid Inulin relevant. Es gilt als diabetikerfreundliches Polysaccharid, das die Schwarzwurzel zu einer hervorragenden Ergänzung für die Spezialernährung bei Diabetes macht.

 

Schwarzwurzel, Scorzonera
der heilsame Milchsaft der Schwarzwurzel | © Das Grüne Archiv

Der Verdauung und einem rauen Hals tut der Schwarzwurzelbrei außerdem dank seiner reichhaltigen Schleimstoffe gut. Sie lindern Entzündungen und Haut- bzw. Schleimhautirritationen. Die daraus resultierende Heilwirkung wurde im Mittelalter nicht nur bei der Behandlung von Pestbeulen geschätzt. Auch der Magen-Darm-Schleimhaut taten die Schleimstoffe der Schwarzwurzel gut und tun es bis heute.

Insgesamt ist Schwarzwurzelbrei äußerst verdauungsfreundlich und kann dank einer Kombination aus beruhigenden und entzündungshemmenden Eigenschaften sogar bei Magen-Darm-Erkrankungen helfen. Zur äußeren Anwendung sind ferner Umschläge und Wickel mit Schwarzwurzelbrei denkbar.

Wichtig: Der Milchsaft von Schwarzwurzelbrei hinterlässt wie der Milchsaft von Kakteen unschöne braune Flecken auf Haut und Kleidung. Außerdem verfärbt sich die Schwarzwurzel seinetwegen an der Luft schnell braun. Bei der Zubereitung von Schwarzwurzelbrei sollte das Wurzelkraut deshalb sofort nach dem Schälen in Wasser oder Zitronensaft eingelegt werden, bis es in den Kochtopf kommt.

 

 

Schwarzwurzelbrei selbst zubereiten

Das Schöne an Schwarzwurzelbrei ist, dass er sich sehr vielseitig nutzen lässt. So kann durch die Zugabe von Wasser oder Sahne beispielsweise eine vorzügliche Suppe oder Soße aus ihm hergestellt werden. Auch lässt er sich nach Belieben mit weiteren Gewürzkräutern oder aromatischem Gemüse verfeinern, wobei sein mild-herber Geschmack perfekt mit allerlei Aromen harmoniert. Als Beilage schmeckt er dann beispielsweise zu Pute und Braten sehr gut.

Im Unterschied dazu wird der zur äußeren Anwendung bestimmte Brei ungewürzt verwendet und anstatt mit Gemüsebrühe mit reinem Wasser zubereitet. Der Schwarzwurzelbrei enthält dann außer Schwarzwurzel allenfalls weitere Heilkräuter zur Verstärkung der Heilwirkung. Nachstehend nun aber das kulinarische Rezept für Schwarzwurzelbrei:

 

Zutaten:

  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 125 ml Sahne
  • 2 Schwarzwurzeln
  • 2 Schalotten
  • 3 Kartoffeln
  • 1 Zitrone
  • 3 EL Apfelessig
  • 1 EL Öl
  • 1 Messerspitze Muskatnuss
  • etwas Salz und Pfeffer

 

Zubereitung:

Es werden zunächst die Schwarzwurzeln geschält und nach dem Schneiden umgehend in Zitronen-Essig-Wasser eingelegt. Als nächstes schält und würfelt Ihr die Schalotten und Kartoffeln.

Dünstet die Schalotten in einem Topf mit heißem Öl leicht glasig. Im Anschluss gießt Ihr die Schwarzwurzeln ab und gebt sie gemeinsam mit den Kartoffeln in den Topf. Schwitzt das Gemüse kurz mit an, ehe Ihr das Ganze mit Gemüsebrühe ablöscht und alles gemeinsam für etwa 30 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lasst.

Sobald das Gemüse gar ist, wird es mit einem Mixer oder Pürierstab zu einem sämigen Brei püriert. Der Schwarzwurzelbrei kann nun noch nach Belieben mit Muskatnuss, Pfeffer, Salz und etwas Sahne abgeschmeckt werden.

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