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Zimmerpflanzen überwintern: Infos zur Pflege von Zimmerpflanzen im Winter

Auch wenn es sich bei Zimmerpflanzen meist um tropische Gewächse handelt, bedeutet das nicht, dass sie alle die selben Pflegeansprüche stellen. Gerade im Winter hängen zahlreiche Pflegemaßnahmen von der Art der Zimmerpflanze ab. Und auch Luftfeuchtigkeit, Substratwahl und Lichtverhältnisse am Zimmerstandort spielen eine Rolle. Wichtige Infos und nützliche Tipps dazu, wie Sie Ihre Zimmerpflanzen überwintern sollten, verrät Ihnen der nachstehende Beitrag.

 

Zimmerpflanzen im Winter – Wichtige Besonderheiten

Bedingt durch ihre tropische bis subtropische Herkunft, sind die meisten Zimmerpflanzen im Winter eigentlich ganz andere Klimaverhältnisse gewöhnt als sie in den gemäßigten Breitengraden der Nordhalbkugel während der kalten Jahreszeit vorherrschen. Denn tropische Winter sind weder kalt noch dunkel, verschneit oder feucht.

Stattdessen gelten die Wintermonate in den Tropen in der Regel die heißesten und niederschlagsärmsten Monate des Jahres. Das liegt allen voran daran, dass in vielen tropischen Klimazonen von Dezember bis Januar gar kein Winter herrscht. Immerhin verlaufen die Jahreszeiten auf der Südhalbkugel umgekehrt.

Während sich also zwischen Mai und September der tropische Winter mit lang anhaltender Regenzeit ereignet, zeichnet sich der tropische Sommer von Dezember bis März durch extreme Trockenzeiten mit hoher Sonneneinstrahlung ab. Und selbst in tropischen und subtropischen Gebieten nördlich des Äquators verläuft der kalendarische Winter eher mild und sonnig, wobei die Temperaturen nur selten bis gar nicht unter 10 °C fallen.

 

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Die meisten Zimmerpflanzen sind Tropenpflanzen und dürfen daher im Winter keinen Minusgraden ausgesetzt sein | © Das Grüne Archiv

Wo sollte man Zimmerpflanzen überwintern?

Was bedeutet der tropische Jahreszeitenverlauf nun für das Überwintern von Zimmerpflanzen? Nun, zunächst einmal, dass sie im Winter unbedingt ein einen frostfreien Standort benötigen. Der Begriff “Zimmerpflanze” kommt schließlich nicht von Ungefähr und gibt eine ganzjährige Zimmerkultur der Pflanzen vor. Ein Winterstandort im Freiland bedeutet für den Großteil aller Zimmerpflanzen dagegen den sicheren Tod, da weder ihre oberirdischen Pflanzenteile noch ihre Wurzeln Bodenfrost und Minusgrade überstehen.

 

Raumtemperatur für Zimmerpflanzen im Winter

Um den Bedürfnissen von Zimmerpflanzen beim Überwintern gerecht zu werden, eignen sich demnach vor allem Zimmerstandorte, die lichtreich, trocken und nicht zu kalt sind. Je nach Art der Zimmerpflanze sollten die Raumtemperaturen konstant zwischen 10 und 15 °C liegen.

Höhere Temperaturen, etwa durch Beheizung der Räumlichkeiten sind für die Zimmerpflanzen häufig kein Problem, wobei sich aber nicht alle Gewächse an Standorten direkt vor oder über der Heizung wohlfühlen. Relativ unbeeindruckt von trockener Heizungsluft zeigen sich unter anderem Sukkulenten aus tropischen Wüsten- und Steppengebieten, darunter:

  • Agaven
  • Bogenhanf
  • Geldbaum
  • Kakteen
  • Orchideen
  • Zz-Pflanze

Dabei ist ein Standort auf einer Fensterbank über der Heizung dem vor einem Heizkörper aber ganz klar vorzuziehen. Die von unten kommende Wärme legt sich dann eher auf das Topfsubstrat, was besser ist als die direkte Einwirkung der Heizungswärme auf oberirdische Pflanzenteile. Sie könnten ansonsten leicht austrocknen.

Absolut ungeeignet für einen Zimmerstandort nahe der Heizung sind hingegen Pflanzen aus tropischen Regenwäldern. Sie sind herkunftsbedingt an eine hohe Luftfeuchtigkeit gewöhnt und sollten daher im Winter gut vor trockener Heizungsluft geschützt werden, beispielsweise durch regelmäßiges Besprühen. Auch ist der Blattschmuck von Zimmerpflanzen wie der Efeutute oder Grünlilie recht empfindlich und verbrennt vor der Heizung nur allzu leicht.

 

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Wichtig: Zimmerpflanzen mit sensiblem Blattschmuck wie die Grünlilie auf keinen Fall direkt vor der Heizung überwintern | © Das Grüne Archiv

Lichtverhältnisse am Zimmerstandort

Wer keinen Wintergarten mit verglasten Außenwänden besitzt, wählt für Zimmerpflanzen im Winter am besten einen hellen Raum mit mindestens einem Fester. Wenn es sich nicht gerade um sehr lichthungrige Tropenpflanzen wie Kakteen handelt, ist ein Zimmerstandort auf der Südseite ist nicht zwingend erforderlich.

Allerdings sollte man die Zimmerpflanzen so im Raum positionieren, dass sie im Winter täglich mindestens sieben bis zehn Stunden indirektes Sonnenlicht abbekommen. Das funktioniert mitunter auch auf der Nord- oder Nordwestseite, wenn Zimmer und Fenster groß genug sind, um genügend Helligkeit einzufangen.

Tipp: Alternativ dazu ist im Winter der Einsatz einer Tageslichtlampe denkbar. Mit ihr lassen sich Lichtstunden künstlich simulieren und das selbst in sehr dunklen Räumen.

 

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Zimmerpflanzen wie die Efeutute kommen im Winter auch mit schattigeren Standorten zurecht | © Das Grüne Archiv

Zimmerpflanzen überwintern – Wasser- und Nährstoffbedarf

Trotz abweichender Jahreszeiten in den Tropen legen viele Zimmerpflanzen zur selben Zeit eine Vegetationspause ein wie heimische Pflanzen. Sie rührt daher, dass die Pflanzen während der strapaziösen Trockenzeit in ihren natürlichen Ursprungsgebieten versuchen, Energie, Nährstoffe und Wasser durch einen vorübergehende Wachstumspause einzusparen. Die Pflege für Tropenpflanzen in “Winterruhe” gestaltet sich daher etwas anders als während der Wachstums- bzw. Vegetationsperiode.

 

Zimmerpflanzen im Winter gießen

Die meisten Zimmerpflanzen  die im Winter eingehen, wurden übergossen. Zu Staunässe und somit zu Wurzelfäule kommt es in den Wintermonaten nur allzu leicht, wenn man die Pflanzen unverändert wie in der jährlichen Vegetationsphase weitergießt. Tatsächlich ist die Bewässerung von Zimmerpflanzen im Winter nämlich häufig um mindestens 50 Prozent, wenn nicht noch mehr, zurück zu fahren. Entscheidend sind hierbei abermals die Lichtverhältnisse und Raumtemperaturen am Zimmerstandort sowie die Art des Pflanzsubstrats.

Als Faustrege gilt: Je dunkler und Kühler Zimmerpflanzen überwintern, desto länger bleibt das Substrat feucht und muss folglich auch seltener gegossen werden. Enthält das Substrat zudem einen hohen Gehalt durchlässiger Komponenten wie Sand, Perlite, Kokosfasern oder Tongranulat, verbessert dies den Wasserablauf und der Boden trocknet schneller ab.

Machen Sie vor einem erneuten Gießgang am besten die Fingerprobe am Zimmerpflanzensubstrat. Nur wenn es krümelig trocken ist und nicht mehr am Finger haften bleibt, sollten Sie gießen. Manchmal kann es im Winter außerdem sinnvoller sein, das Substrat der Zimmerpflanzen zu besprühen als durchdringend zu gießen.

 

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Sukkulenten wie die als Glücksfeder bekannte Zz-Pflanze gehen im Winter bei Überwässerung sehr schnell ein. Hier die Pflanze lieber regelmäßig besprühen als zu häufig gießen | © Das Grüne Archiv

Luftfeuchtigkeit für Zimmerpflanzen im Winter

Wesentlich wichtiger als die Bewässerung ist bei Zimmerpflanzen im Winter die Luftbefeuchtung. Gerade Farne, Calatheas, Maranten und auch viele Indoor-Bonsais wie der Ficus benötigen eine konstante Grundfeuchte für eine gesunde Blattentwicklung. Trockene Heizungsluft kann bei den feuchtigkeitsliebenden Tropenpflanzen deshalb leicht zu vertrockneten Blättern führen.

Ein regelmäßiges Besprühen der Blätter beugt hier nicht nur einem Austrocknen der Blätter sondern auch Schädlingen wie Spinnmilben vor, die sich im Winter insbesondere an zu dunklen Standorten nur allzu gerne in Zimmerpflanzen einnisten. Ebenfalls denkbar ist ein Abbrausen der Zimmerpflanzen während dem Überwintern. Auf diese Weise lassen sich auch gleich etwaige Schädlinge wie Spinnmilben oder Wollläuse mit hinfort spülen. Wichtig ist dann nach der Pflanzendusche aber, den Topf gut abtropfen zu lassen und nicht mehr zu gießen, bis das Substrat vollständig abgetrocknet ist.

Dabei sei jedoch darauf hingewiesen, dass Sprühungen und Duscheinheiten Zimmerpflanzen nur für kurze Zeiträume von wenigen Stunden bis Tagen Feuchtigkeit spenden. Effizienter ist es in diesem Zusammenhang, eine Schale Wasser auf die Heizung zu stellen. Die Raumluft wird dann dauerhaft mit Wasserdampf angereichert, was im Übrigen auch einer trockenen Nase vorbeugt.

 

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Freut sich auch im Winter über gelegentlichen Nieselregen: der Ficus ‚Ginseng‘ | © Das Grüne Archiv

Zimmerpflanzen im Winter düngen

Die wenigsten Zimmerpflanzen erhalten im Winter eine Düngung. Zusätzliche Nährstoffgaben würden die Vegetationspause der Pflanzen stören, ihre Triebe ausweichen und sie außerdem auch anfälliger für Schadbilder wie Wurzelfäule, Blattlaus- und Milbenbefall.

Halten Sie sich beim Überwintern von Zimmerpflanzen also mit Nährstoffgaben zurück und geben sie Zimmerpflanzendünger allenfalls an Winterblüher wie den Weihnachtskaktus oder Weihnachtsstern ab. Bei allen anderen Indoor-Kulturen ist es sinnvoller, während der Wintermonate moderate Nährstoffgaben durch das Gießen mit Mineralwasser vorzunehmen.

 

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Nur Winterblüher wie der Weihnachtskaktus werden in der kalten Jahreszeit moderat mit Spezialdünger für Zimmerpflanzen| © Elisabeth Adam

Tipps zum Überwintern von Zimmerpflanzen

Es ist ratsam, die individuellen Bedürfnisse jeder Zimmerpflanze beim Überwintern durch sorgsames Beobachten in Erfahrung zu bringen. Die selbe Pflanze kann sich an verschiedenen Winterstandorten auch ganz unterschiedlich verhalten und gibt Pflegefehler relativ schnell durch welke oder verfärbte Blätter zu verstehen.

Mit dem Gießen sollten Sie im Winter insbesondere bei Sukkulenten wie Kakteen, dem Bogenhanf oder der als Glücksfeder bekannten Zz-Pflanze sehr vorsichtig sein. Die Gewächse besitzen, wie für Sukkulenten üblich, pflanzeneigene Wasserspeicher, deren Transportbahnen auch außerhalb der Wintersaison schnell aufweichen und zerstört werden, wenn man zu viel gießt. Im Notfall hilft hier, ebenso wie bei anderen Zimmerpflanzen nur der sofortige Bodenaustausch, um Staunässe und Wurzelfäule zu vermeiden.

Weitere nützliche Informationen zur Indoor-Winterpflege bieten Ihnen unsere Kulturratgeber für Zimmerpflanzen. Darin sind die individuellen Kulturansprüche der Zimmerpflanzen vom Überwintern bis zum Umtopfen detailliert beschrieben und bieten Ihnen somit eine gute Hilfestellung für die Zimmerpflanzenpflege im Winter.

 

Fazit

Zimmerpflanzen zu überwintern bietet eine hervorragende Gelegenheit, die eigenen Indoor-Pflanzen besser kennenzulernen. Je nach Standort und Pflanzenart ergeben sich dabei während der Wintersaison recht unterschiedliche Pflegebedürfnisse. Grundsätzlich ist es aber wichtig , die tropische bzw. subtropische Herkunft der Zimmerpflanzen zu bedenken.

Um Staunässe und Wurzelfäule vorzubeugen, sollte man die Pflanzen in der kalten Jahreszeit auf keinen Fall zu häufig gießen. Ein ausreichend heller Winterstandort beugt zusätzlich Schädlingen und schlecht abtrocknenden Substraten vor. Wer außerdem auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit im Raum sorgt, tut allen voran tropischen Urwaldpflanzen etwas Gutes.

Ein Platz in der Nähe der Heizung sollte während dem Überwintern dagegen trockenheitsliebenden Sukkulenten aus tropischen Wüsten- oder Steppengebieten vorbehalten sein. Nur sie kommen sowohl mit der extremen Hitze als auch der trockenen Luft zurecht, die von Heizkörpern ausgeht. Der Rest an Zimmerpflanzen bevorzugt im Winter dagegen ein etwas milderes Raumklima.

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