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Acai-Beere als Superfood – Wirkung und Inhaltsstoffe

Seit geraumer Zeit schon sprießen Energy-Drinks, Kosmetik- und Fitnessprodukte aus den Beeren der mysteriösen Acai (Euterpe oleracea) geradezu aus dem Boden. Und selbst im Bereich der Homöopathie ist die Acai-Beere längst keine Unbekannte mehr. Es heißt, die Beeren böten eine gesunde Alternative zu künstlichen bzw. pharmazeutischen Produktäquivalenten, weshalb Euterpe oleracea immer beliebter zu werden scheint. Doch woher kommt die Acai-Beere überhaupt und was macht sie für eine gesundheitliche Anwendung so interessant? Eine Antwort erhalten Sie im folgenden Beitrag.

 

Herkunft und Kulturgeschichte der Acai-Beere

Die auch als Kohlpalme bekannte Acai (traditionelle Schreibweise: Açaí) ist eine Palmenart, die ursprünglich aus dem brasilianischen Amazonasregenwald stammt. Dort stellen die schwarzroten Beeren der Palme aufgrund ihres hohen Gehalts an Nährstoffen und Antioxidantien bereits seit Jahrhunderten ein wichtiges Nahrungsmittel für die heimischen Naturvölker dar. Und auch in

Anders sieht es hingegen mit der Anwendungsgeschichte in Europa aus. Hier ist die Acai-Beere erst seit dem 21. Jahrhundert bekannt, was ihrer Beliebtheit jedoch keinen Abbruch tut. Ihren Durchbruch feierte die Euterpe oleraceae dabei dank eines Energy Drinks namens ‚Schwarze Dose 28′. Das Produkt überzeugte vor allem durch seine natürlichen Inhaltsstoffe, denn im Gegensatz zu anderen Energy-Drink-Herstellern setzten die Macher der Schwarzen Dose nicht auf Taurin und künstliche Zusatzstoffe, sondern auf die reine Kraft der Acai.

Mit großem Erfolg. Dank des reißenden Absatzes trägt das Getränk nun sogar einen offiziellen Handelsnamen und ist als ’28 Black Açaí‘ in jedem gut sortierten Supermarkt erhältlich. Diät-, Arznei- und Kosmetikindustrie ziehen inzwischen nach und beschäftigen sich ebenfalls mit den gesundheitsrelevanten Eigenschaften der Euterpe oleraceae.

 

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Die erntereifen Früchte der Kohlpalme alias Acai

Acai – Wirkung und Inhaltsstoffe

Es gibt unter den Superfoods so einige Beerenfrüchte, die für ihren verjüngenden und vitalisierenden Effekt gelobt werden. Die Acai-Beere ist da keine Ausnahme. Allerdings scheint ihre Verjüngungswirkung noch um einiges intensiver zu sein als bei manch anderer Beere.

 

Powerbeere und Jungbrunnen

Die Entdeckung der Acai für den Rest der Welt ist amerikanischen Surfern zu verdanken. Sie stießen bei der Ausübung ihres Lieblingssports an der Ostküste Brasiliens auf die gesunde Frucht, besser gesagt auf deren Fruchtpüree. Nach dem Verzehr der Acai fühlten sich die Wellenreiter erstaunlich fit, sodass die Beere bald zum Geheimtipp für Sportler wurde.

Einen weiteren, positiven Gesundheitseffekt der Acai entdeckten Naturforscher bei ihrer Beobachtung der indigenen Amazonasstämme. Diese wirkten selbst im hohen Alter noch erstaunlich jung und wiesen kaum Alterserscheinungen wie Gesichtsfalten auf. Laut Aussagen der Einheimischen war auch dieser Umstand auf die wundersame Beere zurückzuführen und tatsächlich nutzen mittlerweile viele Hersteller von Anti-Aging-Kosmetik die verjüngenden Eigenschaften der Palmfrucht.

Nun wäre der Ruf als Energiespender und Jungbrunnen eigentlich schon genug, um die Euterpe oleracea in den Rang einer Heilpflanze zu erheben. Doch ihr Repertoire an Wunderwirkung ist damit noch lange nicht ausgeschöpft. In Sachen Abnehmen und Diät wird darüber hinaus nämlich der entschlackende, fettverbrennende und hungergefühlbeseitigende Effekt der Acai hoch geschätzt. Alles in Allem ergibt sich für die Euterpe oleracea folgendes Wirkspektrum:

  • Alterungsprozesse
    z.B. Faltenbildung, Haut-, Zell- oder Gefäßalterung
  • Herz- und Gefäßkrankheiten
    z.B. Arteriosklerose, Durchblutungsstörungen oder Thrombosen
  • Energiedefizite
    z.B. Antriebslosigkeit, Erschöpfung oder Müdigkeit
  • Gewichtsprobleme
    z.B. Fettsucht, gestörter Fettstoffwechsel oder Übergewicht
  • Magen-Darm-Probleme
    z.B. Darminfektionen, Magenbeschwerden oder Verdauungsstörungen
  • sonstige Beschwerden
    z.B. Immunschwäche, hoher Cholesterinspiegel oder Tumorbildung

 

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Neben den Acai-Beeren ist auch Acai-Pulver in der Superfood-Szene sehr beliebt

Inhaltsstoffe der Acai-Beere

Die Liste heilsamer Inhaltsstoffe der Acai ist unwahrscheinlich lange. Zu den wichtigsten gehören sicherlich die zahlreichen Antioxidantien, deren Anteil in Acai-Beeren etwa dreißig mal höher ist als in Weintrauben und Rotwein.

Besagte Antioxidantien wirken dabei nicht nur krebs- und entzündungshemmend, sondern fangen zudem auch freie Radikale ab, die pures Gift für das Immunsystem sind. Des Weiteren vermag es so manches Antioxidant der Acai, die menschliche DNA vor Degenerationsvorgängen zu schützen, welche wiederum für den natürlichen Alterungsprozess des Körpers verantwortlich sind.

Nicht weniger relevant für die Heilwirkung der Euterpe oleracea ist ihr hoher Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen. Sie bilden die Grundlage für eine Nutzung der Acai als Energielieferant und schenken Anwendern bis zu sieben mal mehr Energie als eine vergleichbare Menge Milch oder Frischobst. Auch wirken die Nährstoffe unterstützend beim Entschlacken und Abnehmen, was für eine gesunde Diät unerlässlich ist. Nachstehend eine kleine Übersicht zu den wichtigsten Inhaltsstoffen von Euterpe oleracea:

  • Eisen
  • Kalium
  • Kalzium
  • Natrium
  • Magnesium
  • Omega-3-Fettsäuren
  • Phosphor
  • Proteine
  • Vitamin A, E, C und B
  • Zink

 

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Ein rundum gesundes Superfood: Acai-Beeren ähneln in ihrem antioxidativen Nährstoffprofil stark heimischen Beeren wie der Heidelbeere oder Blaubeere

Studien zur Wirksamkeit von Acai

Die Studienlage zur Wirksamkeit von Acai-Beeren ist inzwischen recht fundiert. Unter anderem konnten positive Effekte auf das Gewichtsmanagement, die Herzgesundheit, Gehirngesundheit und den Stoffwechsel nachgewiesen werden.

 

Mit Acai abnehmen

Mehrere Studien haben gezeigt, dass Acai-Beeren den Abnehmprozess unterstützen können. In einer Studie, die an übergewichtigen oder fettleibigen Erwachsenen durchgeführt wurde, nahmen diejenigen, die täglich Acaipulver einnahmen, im Vergleich zu einer Placebogruppe signifikant mehr Gewicht und Körperfett ab.

In einer anderen Studie, die an Frauen mit Adipositas durchgeführt wurde, nahmen diejenigen, die täglich Acaisaft einnahmen, im Vergleich zu einer Placebogruppe signifikant mehr Gewicht und Körperfett ab.

Antioxidativer Herz- und Gefäßschutz durch Acai

Acai-Beeren sind reich an Antioxidantien, die den Körper vor Schäden durch freie Radikale schützen können. Freie Radikale sind instabile Moleküle, die Zellen schädigen können und zu Krankheiten wie Krebs und Herzkrankheiten beitragen können.

Verschiedene Studien bestätigen, dass die Beeren die antioxidative Kapazität des Blutes erhöhen und die oxidative Schädigung von Zellen in vitro reduzieren. Auch ein antioxidativer Schutz vor Arteriosklerose sowie eine cholesterinsenkende Wirkung sind bekannt.

Mit Acai die Gehirngesundheit stärken

Die in Acai enthaltenen Antioxidantien scheinen laut Studien auch die Gedächtnisleistung und das geistige Lernvermögen verbessern können. Eine Studie konnte sogar die Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten bei Alzheimer-Patienten durch Acai nachweisen.

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Ein traditionelles Dessert aus Brasilien: Was aussieht wie Rumkugeln ist in Wahrheit ein süßer brasilianischer Kult-Leckerbissen namens Brigadeiro de Açaí

Acai – Anwendung und Dosierung

Acai-Beeren können frisch oder getrocknet verwendet werden. Frische Acai-Beeren lassen sich roh verzehren oder zu Smoothies, Müslis oder anderen Gerichten verarbeitet werden. Getrocknete Acai-Beeren werden zudem gerne zu Acai-Pulver oder Acai-Kapseln weiterverarbeitet.

Acai-Beeren sind unerhitzt gesünder

Wenn Sie Acai als Superfood, verjüngenden Energiespender oder für eine Diät nutzen möchten, ist es wichtig, die Früchte stets ungekocht zu verarbeiten. Nur so bleiben die heilsamen aber hitzeempfindlichen Inhaltsstoffe vollständig erhalten.

Denkbar ist beispielsweise eine Zubereitung der Beeren als Zutat für Smoothies, Fruchtpüree oder Müsli. Ebenso erwiesen sich Kaltgetränke und homöopathische Kapseln aus Acai als sehr effektiv.

Tipp: Mischen Sie 1 EL Fruchtpulver der Acai-Beere mit 250 g Blaubeeren, 200 g Naturjoghurt und ½ TL Stevia. Mit etwas Müsli garniert, kreieren Sie so einen energiereichen Powersnack, der nicht nur gesund ist, sondern auch sehr lecker schmeckt.

 

Rezept für Brigadeiro de Açaí

Wer sich in Sachen Acai mal an einem echten Traditionsrezept versuchen möchte, dem seien außerdem Brigadeiro de Açaí empfohlen. Es handelt sich hierbei um eine rumkugel-ähnliche Dessert-Spezialität aus Brasilien. Allerdings ohne Rum, dafür mit einer gehörigen Portion Acai-Frucht.

 

Zutaten:

  • 1 Dose gezuckerte Kondensmilch (ca. 395 g)
  • 200 g Acai-Fruchtfleisch oder 100 g Acai-Pulver
  • 100 g Butter
  • 1 Esslöffel Kakaopulver
  • Schokostreusel

 

Zubereitung:

Gebt die gezuckerte Kondensmilch, Butter, Acai-Pulver bzw. Acai-Fruchtfleisch aus pürierten Acai-Beeren und das Kakaopulver in einen Topf. Erhitzt das Ganze anschließend bei mittlerer Hitze unter stetem Rühren, bis die Masse cremig und dickflüssig ist.

Danach gebt Ihr die Masse in eine Schüssel und lasst sie etwas abkühlen, bevor Ihr mit einem Teelöffel kleine Kugeln daraus formt. Die Kugeln werden zum Schluss noch in Kakaopulver oder Schokostreuseln gewälzt. Die Brigadeiro de Açaí halten sich im Kühlschrank etwa 2 Tage.

 

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Fertige Brigadeiro de Açaí

Dosierung und Nebenwirkungen von Acai

In der Küche gelten etwa 100 g frische oder getrocknete Acai-Beeren als Orientierungshilfe für eine angemessene Dosierung. In der Naturheilkunde werden Acai-Präparate zur Stärkung der Gesundheit gemeinhin nach Dosierungsanweisung des Herstellers genutzt. Gängige Dosierungsempfehlungen lauten wie folgt:

  • Acai-Pulver: 1 bis 2 g Acai-Beerenpulver pro Tag
  • Acai-Kapseln: 100 bis 200 mg Acai-Beeren-Extrakt pro Tag
  • Acai-Saft: 100 ml Acai-Beerensaft pro Tag

Der Verzehr von Acai-Beeren sowie die Einnahme von Acai-Präparaten ist für gewöhnlich unbeenklich. Bei empfindlichen Personen können Acai-Beeren jedoch Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall verursachen. Schwangere und stillende Frauen sollten Acai-Beeren nur nach Rücksprache mit einem Arzt verwenden.

Acai-Beeren können mit bestimmten Medikamenten interagieren. Wenn Sie Medikamente einnehmen, sollten Sie vor der Verwendung von Acai-Beeren mit Ihrem Arzt sprechen. Bekannt sind folgende Wechselwirkungen:

  • Acai-Beeren können die Blutgerinnung beeinflussen. Wenn Sie Blutverdünner einnehmen, sollten Sie Acai-Beeren nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt verwenden.
  • Acai-Beeren können die Wirkung von bestimmten Medikamenten, wie z. B. Antidepressiva, abschwächen. Wenn Sie Medikamente einnehmen, sollten Sie vor der Verwendung von Acai-Beeren mit Ihrem Arzt sprechen.

 

Fazit

Die Acai wird in Europa neuerdings nicht unbegründet als Heilpflanze gehandelt, denn Sie ist Energie-, Gesundheits- und Jungbrunnen zugleich. Im Antioxidantien- und Nährstoffanteil wesentlich gehaltvoller als vergleichbare Mengen Obst oder Milch, gilt die Acai-Beere hierzulande demnach zu Recht als neuartige Wunderbeere, wenngleich ihre Vorzüge bei den Amazonasstämmen schon seit hunderten von Jahren bekannt sind.

Einnehmen sollten Sie die Acai dabei am besten als Kaltgetränk oder Fruchtpüree, hilft die Beere doch nur ungekocht zuverlässig beim Abnehmen, Krafttanken vor dem Sport oder als Heilmittel gegen Krankheiten.

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