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Einblatt (Spathiphyllum) – Pflanzen, Pflege, Überwintern

Das auch als Friedenslilie oder Scheidenblatt bezeichnete Einblatt (Spathiphyllum) ist eine elegante Zierpflanze. Es zeichnet sich durch glänzende grüne Blätter und ein meist weiß- oder cremefarbenes Hochblatt aus, das den auffälligen Blütenkolben umgibt. Ihre so entstehenden, spitz zulaufenden Blütenstände machen Arten des Spathiphyllum zu äußerst dekorativen Zimmerpflanzen. Die weißen Blütenscheiden, die sogenannten Spathae sind dabei auch namensgebend für die ziervolle Pflanze.

Das Einblatt gehört zur Familie der Aronstabgewächse und wird hier gerne mit der echten Calla verwechselt. Beide Pflanzen entwickeln weiße Hochblätter und den für Aronstabgewächse typischen, markanten Blütenkolben, wobei die Blüten der Calla deutlich kleiner und weniger elegant geschweift sind als die des Einblattes. Die Blätter der Calla fallen im Gegensatz zu denen des Spathiphyllum auch nicht durch gerilltes Blattmuster, sondern durch einen glatten, leicht trichterförmigen Bau auf.

Vorsicht: Die Blätter und Stiele des Einblatts enthalten die für Menschen giftige Oxalsäure. Kultivieren Sie Spathiphyllum darum immer außer Reichweite von Kindern und Haustieren!

 

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Blütenkolben des Einblattes | © Das Grüne Archiv

Einblatt pflanzen – Standort und Ablauf

Einblätter sind in den tropischen Klimaregionen Amerikas, Mexikos sowie auf den Inselregionen der Philippinen und den Salomonen heimisch. Dort erreichen die Einblätter Wuchshöhen von bis zu 1,2 m, weshalb sie unter den Zimmerpflanzen zu den Großpflanzen zählen.

In seinem natürlichen Habitat bevorzugt Spathiphyllum vor allem feuchte und schattige Sumpfgebiete. Für lichtärmere Standorte im Haus oder als Aquariumpflanze ist das Einblatt also wie geschaffen, womit sie sich von vielen anderen schmuckvollen aber lichthungrigen Zimmerpflanzen unterscheiden.

Damit sich das Einblatt zu einer robusten Blütenpflanze entwickeln kann, benötigt es einen hellen, am besten halbschattigen Standort und hohe Luftfeuchtigkeit. Eine Umgebungstemperatur zwischen 18 und 22°C ist hierbei ideal, Temperaturen bis 13 °C übersteht Spathiphyllum aber meist auch noch problemlos. In Sachen Pflanzsubstrat wünschen sich Einblätter lockere, durchlässige und nährstoffreiche Torf- oder Sandböden, die einen leicht sauren pH-Wert zwischen 5,0 und 6,0 aufweisen.

Pflanztipp: In den Sommermonaten kann das Einblatt gerne ins Freiland gestellt werden. Um eine geeignete Luftfeuchtigkeit zu erreichen, ist es sinnvoll, den Topf der Zierpflanze in ein mit Kieselsteinen und Wasser gefülltes Gefäß zu stellen. Über die Oberfläche der Steine kann Wasser verdunsten und so die Luftfeuchtigkeit in der Umgebung erhöhen.

Einzelheiten zum Standort für Spathiphyllum:

  • Einblätter vertragen helle und halbschattige Standorte
  • die Zimmerpflanzen bevorzugen hohe Luftfeuchtigkeit
  • Umgebungstemperatur: 18 bis 22 °C
  • im Notfall auch bis 13 °C robust
  • lockere, durchlässige, nährstoffreiche Torf- / Sandböden
  • pH-Wert des Bodens: sauer, von 5,0 bis 6,0

 

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Junges Einblatt mit noch grüner Hochblüte | © Das Grüne Archiv

Pflanzanleitung für Einblätter

Einblätter können in Gärtnereien oder Baumärkten in Topfpflanzung erworben werden. Achten Sie beim Kauf auf einen kompakten Wuchs und kontrollieren Sie die Blattunterseiten der Zierpflanze auf möglichen Schädlingsbefall. Wenn Sie das Einblatt anschließend in ein größeres Gefäß umtopfen möchten, gehen Sie einfach wie folgt vor:

1. Schritt – Pflanztermin wählen: Spathiphyllum wird einmal jährlich im Frühjahr, zwischen März und April in ein größeres Gefäß umgepflanzt, bis es seine volle Wuchsgröße erreicht hat.

2. Schritt – Boden vorbereiten: Vor dem Umtopfen wird das neue Gefäß mit einer Drainageschicht aus Tonscherben oder kleinen Kieselsteinen versehen. Darauf wird entweder Torferde oder ein Gemisch aus Sand, Kompost- und Lauberde aufgetragen.

3. Schritt – Einblatt umtopfen: Lösen Sie die Wurzeln des Einblatts vorsichtig aus dem alten Topf. Überschüssige Erde wird im Anschluss abgeschüttelt, welke Wurzelteile ggf. von der Pflanze entfernt. Danach kann das Einblatt in seinen neuen Topf umziehen. Angegossen wird nach dem Umtopfen erst einmal sparsam.

Kurzschritte zum Umtopfen im Überblick:

  • Umtopftermin: März bis April
  • zuvor Drainageschicht im Topf ausbringen
  • Tonscherben oder Kieselsteinen sind gut geeignet
  • Topf mit Torferde / Sand-Kompost-Lauberde-Gemisch füllen
  • Einblatt vorsichtig aus altem Topf lösen
  • welke Wurzelteile werden entfernt
  • nach dem Umtopfen Spathiphyllum sparsam angießen

 

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Einblatt steht gerne in feuchter Umgebung | © Das Grüne Archiv

Einblatt gießen und düngen

Im Frühjahr und Sommer bildet das Einblatt seine kolbigen Blütenstände aus. Das cremefarbene bis weiße Hochblatt verfärbt sich 1 bis 2 Wochen in ein helles Grün und verbleibt dann noch für weitere 4 Wochen an der Pflanze. Innerhalb der Blütezeit haben Arten des Spathiphyllum einen erhöhten Wasserbedarf. Die Zimmerpflanzen benötigen hier regelmäßige Gießgänge mit lauwarmem Wasser.

Neben Gießgängen erfreut sich das Einblatt auch an Pflegemaßnahmen wie dem Ausputzen welker Pflanzenteile. Düngungen mit natürlichen Düngemitteln wie getrocknetem Kaffeesatz oder kleingehäckselten Kokosschalen erfolgen an Spathiphyllum in einem Turnus von zwei Wochen.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Pathiphyllum während Blütezeit regelmäßig gießen
  • Bewässerung mit lauwarmem Wasser
  • welke Pflanzenteile von den Zimmerpflanzen entfernen
  • Düngungen erfolgt während Wachstumsphase alle 14 Tage
  • hierfür Kaffeesatz oder geschnittene Kokosschalen nutzen

 

Einblatt überwintern und vermehren

Damit das Einblatt jährlich neue Blüten ausbildet, muss im Winter eine Ruhephase eingehalten werden. Denn nur, wenn an der Pflanze ein natürlicher Vegetationsrhythmus simuliert wird, blüht sie auch zu gegebener Zeit. Zu diesem Zweck wird Spathiphyllum ab Dezember für einen Zeitraum von zwei Monaten in einen bis zu 13 °C kühlen und hellen Raum gebracht. Gegossen wird dann nur noch mäßig, um den Wurzelballen des Einblatts vor Austrocknung zu schützen.

 

Vermehrung durch Wurzelteilung

Die Rhizome des Einblatts bestehen aus Kriechwurzeln, die nach ihrer Entstehung eifrig an die Erdoberfläche treten. Dank des rasanten Wurzelwuchses bietet sich eine Vermehrung von Spathiphyllum durch Wurzelteilung besonders an. Führen Sie diese am besten während des Umtopfens im Frühjahr durch und achten Sie darauf, dass jedes Teilstück noch mindestens drei Blätter aufweist.

Auch müssen die Kriechwurzeln vorsichtig voneinander getrennt werden, um die Rhizome nicht zu beschädigen. Nachdem beide Teilpflanzen in separate Töpfe gepflanzt wurden, sollte man sie in den ersten drei Folgemonaten nicht düngen. Danach werden die Teilstücke des Spathiphyllum wie jedes andere Einblatt weiter gepflegt.

Kurztipps zum Überwintern und Vermehren:

  • Spathiphyllum benötigt zweimonatige Winterruhe
  • Einblatt dann an kühlen und hellen Standort stellen
  • Überwinterungstemperatur: um die 13 °C
  • während der Ruhephase nur noch mäßig gießen
  • Vermehrung durch Wurzelteilung
  • Teilung erfolgt am besten beim Umtopfen
  • jedes Teilstück muss mind. noch 3 Blätter besitzen
  • nach dem Eintopfen in den ersten 3 Monaten nicht düngen

 

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Friedensblume (Spathiphyllum wallisii) | © Das Grüne Archiv

Interessante Arten des Spathiphyllum

Von den etwa 50 bekannten Arten des Einblatts wird bei uns meist nur eine angeboten: die Echte Friedensblume (Spathiphyllum wallisii). Sie wird zwischen 20 und 120 cm hoch und stammt ursprünglich aus den südamerikanischen Gebieten von Costa Rica und Panama. Ihre Blütezeit reicht in Zimmerkultur und bei guter Pflege von März bis September, wobei die Art weiße bis cremefarbene Hochblätter ausbildet.

Auch zahlreiche Hybride der Einblätter, die aus Privatkultur bekannt sind, stammen höchstwahrscheinlich von der Echten Friedensblume ab. Dabei fällt auf, dass die malerische Form des Hochblatts bei Spathiphyllum wallisii gerne mit Himmelskörpern oder Figuren aus der griechischen Sagenwelt assoziiert wird. Zu den beliebtesten Kultursorten gehören diesbezüglich:

‚Allison‘, ‚Athene‘, ‘Aurea’, ‘Avalon’, ‘blue Moon’, ‘Callisto’, ‘Castor’, ‘Ceres’, ‘Clevelandii’, ‘Deltagreen’, ‘Emerald’, ‘Enchantment’, ‘Euro Gigant’, ‘Figaro’, ‘Galaxy’, ‘Himalaya’, ‘Kalypso’, ‘Lightning’, ‘Luna’, ‘Mojo’, ‘Manua Loa’, ‚Pallas‘, ‘Phoenix’, ‘Pluto’, ‘Pollux’, ‘Starlight’, ‘Sweet Paco’, ’White Moon’

 

Einblatt – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

Einblätter sind besonders pflegeleichte und widerstandsfähige Pflanzen, die nur selten von Krankheiten wie Schimmelfäule befallen werden. Diese tritt an den Zimmerpflanzen maßgeblich bei Staunässe am Pflanzballen auf, kann aber durch eine gute Belüftung der Pflanze (Drainageschicht) verhindert werden. Selbst im mit Wasser gefüllten Aquarium lässt sich Spathiphyllum durch die Drainage hervorragend schimmelfrei halten.

Auch Schädlinge wie Spinnmilben oder die Rote Spinne lassen sich gelegentlich auf den Einblättern nieder, wobei letztere vor allem bei zu niedriger Luftfeuchtigkeit auftritt. Gegen die Plagegeister helfen das vollständige Tauchen der Großpflanzen in Wasser und das Besprühen von Spathiphyllum mit Brennnesselsud helfen.

 

Fazit

Einblätter sind dekorative und pflegeleichte Zimmerpflanzen, die sich durch ihre eleganten kolbigen Blüten und ihre intensiv glänzenden Blätter auszeichnen. Sie bevorzugen einen hellen bis schattigen Standort mit hoher Luftfeuchtigkeit und benötigen Temperaturen zwischen 13 °C und 22 °C, um eine üppige Blüte auszubilden.

Durch regelmäßige Gießgänge, Düngungen und Pflegemaßnahmen entwickelt sich Spathiphyllum dann schnell zu blütenreichen Zimmerpflanzen, die den Raum von Frühling bis Sommer mit ihren weiß-grünlichen Blütenblättern schmücken.

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