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Giftiges Spielzeug, Kinderspielzeug

Giftiges Spielzeug – Chemielabor Kinderzimmer

Dass sich in vielen Billigprodukten giftige Zusatzstoffe verstecken können, ist kein Geheimnis. Verbraucher sind deshalb schon allein zum Schutz ihrer eigenen Gesundheit dazu angehalten, lieber zweimal auf die Liste der Inhaltsstoffe eines Produktes zu schauen. Problematisch wird die Angelegenheit aber, wenn der eigentliche Verbraucher noch gar nicht lesen kann. Gerade in Sachen giftiges Spielzeug sind Kinder deshalb darauf angewiesen, dass ihre Eltern stellvertretend auf eine unbedenkliche Zusammensetzung achten.

Leider wissen diese aber oft selbst nicht, welche Kriterien ein Kinderspielzeug erfüllen sollte, ehe es den Weg in den Einkaufskorb findet. Aus diesem Grund, hier eine kleine Orientierungshilfe für Eltern.

 

Viele Spielzeuge sind nicht kindgerecht

Laut eines Berichts der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2010 sind gut 42 von 50 Kinderspielzeugen schadstoffbelastet. Besonders häufig anzutreffen waren damals bei der Untersuchung polyzyklisch-aromatische Kohlenwasserstoffe, die von den Herstellern gerne als Weichmacher genutzt werden.

Das Problem an diesen Zusätzen: Viele von ihnen gelten als krebserregend und erbgutschädigend und sind somit absolutes Gift für einen im Wachstum und Zellaufbau befindlichen Körper. Nun führt der bloße Handkontakt mit diesen Stoffen zwar nicht zwingend zu einer gesundheitsschädlichen Wirkung, speziell bei Kleinkindern kommen jedoch altersbedingte Verhaltensweisen hinzu, die das Risiko einer Gesundheitsschädigung erhöhen.

Bis zum dritten Lebensjahr befinden sich Kinder in der sogenannten ‚oralen Phase‘. Der psychologische Begriff bezeichnet jene Entwicklungsphase, in der ein Kind alle Objekte, die es erforscht, nicht nur mit den Händen, sondern ebenso mit dem Mund untersucht. Die Gefahr, sich zu verschlucken, ist während dieser Phase deutlich erhöht. Aus diesem Grund verwenden Spielzeughersteller meistens Altersangaben, um die Eignung ihrer Produkte für bestimmte Altersklassen zu definieren.

Für Schadstoffe, die durch das ‚Abschmecken‘ der Kleinen ebenfalls in den Körper gelangen können, gibt es bislang allerdings keine verlässlichen Herstellerangaben. Oftmals fehlt auf der Verpackung sogar jegliche Kennzeichnung der verwendeten Produktionsmittel, was es für Eltern noch schwieriger macht, giftiges Spielzeug zu erkennen.

 

Spielzeug, Kinderspielzeug, Holzspielzeug
Kleinkinder erkunden ihre Umgebung häufig mit dem Mund. Deshalb sollte das Spielzeug, mit dem sie hantieren, unbedingt schadstoffrei sein.

 

Giftiges Spielzeug – Sind Öko-Labels besser als Marken- und Massenware?

Einen fatalen Trugschluss stellt auch die weitläufige Meinung dar, dass giftiges Spielzeug vorrangig um Billigimporte aus Asien handelt. Denn selbst seriöse Spielwarenanbieter haben in Sachen Spielzeug so manchen Chemie-Cocktail im Angebot.

So wurden beispielsweise schädliche Chemikalien in Kuscheltieren, Eisenbahnen, Bausteinen und anderen Spielwaren gefunden, die von namhaften Markenherstellern stammen. Ob Fisher Price, Steiff oder Brio – sie alle hantieren mit bisweilen mehr als bedenklichen Substanzen und machen das Kinderzimmer so zu einem Sammelsurium an giftigen Chemikalien.

Auch für die Umwelt stellt derartiges Kinderspielzeug eine herbe Belastung dar. Einerseits hält schadstoffbelastetes Spielzeug aus Kunststoff oftmals nicht sonderlich lange und muss dann aufwändig entsorgt werden. Andererseits fallen natürlich auch bei der Entsorgung von giftigem Spielzeug gefährliche Abbauprodukte an, die im schlimmsten Fall in den Boden und ins Abwasser gelangen.

 

Spielzeug, Kinderspielzeug, Plastikspielzeug, giftiges Spielzeug
Plastikspielzeug ist wegen seiner oftmals besonders hohen Schadstoffbelastung nicht nur für Kinder, sondern auch für die Umwelt schädlich.

Bleibt natürlich die Frage, welche Alternative gibt es zu den vermeintlich vertrauenswürdigsten Spielzeuganbietern? Eine gute Option ist das sogenannte Bio-Spielzeug. Die hier für die Produktion verwandten Materialien stammen in der Regel aus ökologischem und nachhaltigem Anbau. Das heißt, weder chemisch nachbehandelte, noch durch Chemikalien modifizierte Kunstmaterialien finden in der Herstellung Gebrauch.

Zudem unterliegen Waren, die sich mit einem offiziell anerkannten Bio-Siegel auszeichnen wollen, strengen Prüfungen und Auflagen durch die EG-Öko-Verordnung, dank welcher der Einsatz von Schadstoffen in biologisch unbedenklichem Kinderspielzeug ganz klar geregelt ist.

 

Welche Arten von Öko-Spielzeug gibt es?

Bio-Spielzeug oder Öko-Spielzeug gibt es in verschiedenen Varianten. Grundsätzlich sind sie aus natürlichen Rohstoffen hergestellt, wie sie auch für andere Naturwaren typisch sind. Unterscheiden lässt sich ökologisches Spielzeug dabei wie folgt:

  • Bambus- und Holzspielzeug (z.B. Bauklötze, Holzfiguren oder Holzfahrzeuge)
  • Papierspielzeug (z.B. Puzzles aus Recyling-Pappe)
  • Stoffspielzeug (z.B. Kuscheltiere aus Strickwaren)
  • Spielzeug aus Naturgummi (z.B. Schnuller aus Naturgummi)

 

Stoffspielzeug, Bio-Spielzeug, Öko-Spielzeug
Tipp: Anstatt Plüschtiere aus Kunststoff zu kaufen, kann man Kuscheltiere auch aus Natur-Strickwolle selbst herstellen.

Naturfarben und -lacke sind Pflicht

Es sei darauf hingewiesen, dass natürliche oder pflanzliche Rohstoffe nicht das einzig ausschlaggebende Kriterieum für Öko-Spielzeug sind. Auch die gewählten Farbanstriche müssen aus ökologischen Farben, Lasuren und Lacken bestehen. Das gilt nicht nur für Massivspielzeug aus Bambus oder Holz, sondern auch für Stoffspielzeug, Papp- und Papierspielzeug.

Gerade bei Stoffspielzeug und Spielzeug aus Strickwaren muss auf die Öko-Qualität der Farben geachtet werden, die zum Einfärben verwendet wurden. Denn Öko-Kuscheltiere und Co. werden von Kindern häufig nah am Körper und im Nasenbereich getragen. Schadstoffe und giftige Dämpfe, die aus den Stoffen ausdünsten, gelangen deshalb umso leichter in die kindlichen Atemwege.

 

Upcycling-Spielzeug nicht unbedingt besser

Unter Bastelfans ist Upcycling mittlerweile ein beliebter Trend, um aus gebrauchten Materialien neue Kunstwerke zu krekieren. Vieles, was eigentlich für den Müll bestimmt wäre, lässt sich so einer neuen Bestimmung zuführen. Mit Blick auf Spielwaren bleibt giftiges Spielzeug hier aber nicht zwingend außen vor.

Wer zum Beispiel aus alten Dosen und Flaschenverschlüssen aus Kunststoff ein Spielzeugauto herstellen möchte, muss sich gewahr sein, dass Kunststoff aus Spielwaren grundsätzlich in ein teils giftiges Spielzeug verwandelt. Auch sind Metalle nicht immer frei von Schadstoffen, was das Upcycling-Spielzeugauto zwar ökologisch wertvoll, aber nicht ungiftig macht. Wer giftiges Spielzeug beim Upcycling vermeiden möchte, sollte daher eher auf Pappe, Papier, Holz oder Stoff setzen.

 

Vorsicht bei Holzspielzeug

In Anbetracht der Schadstoffgefahr glauben manche Erziehungsberechtigten wie auch Pädagogen, es sei besonders empfehlenswert, Kinderspielzeug aus Holz den Vorzug zu geben. Ein Trugschluss, wie Stiftung Warentest herausfand.

Während bei Plastikspielzeug zumindest die Versiegelung der Produktoberfläche eine übermäßige Abgabe der Inhaltsstoffe nach außen verhindert, dünsten schädliche Zusätze (z.B. giftige Holzkleber oder Brandschutzmittel) bei Holz aufgrund seiner atmungsaktiven Eigenschaften besonders leicht aus. Somit kann auch Holzspielzeug bei falscher Komponentenwahl schnell ein giftiges Spielzeug werden.

Hinzu kommt, dass der Kinderspeichel manche Holzspielzeuge aufzuweichen vermag, was Giftstoffe noch leichter in den Organismus einwandern lässt. Es ist daher auch bei vermeintlichem „Naturholzspielzeug“ wichtig, auf Bio-Siegel und schadstofffreie H

 

Holzspielzeug, Bio-Spielzeug, Öko-Spielzeug
Öko-Spielzeug, Spielzeug punktet häufig nicht nur durch eine schadstofffreie Herstellung, sondern auch durch unkonventionelle Designs und Originalität.

So schützen Sie ihr Kind effektiv vor gefährlichem Spielzeug

Die Verbraucherzentrale gibt immer wieder Empfehlungen zur Auswahl von Spielzeug ohne Schadstoffe. Das zeigt bereits auf, wie wichtig es für Eltern ist, hier Verantwortung zu übernehmen und beim Spielzeugkauf genauer hinzusehen. Nachstehend ein paar nützliche Tipps, um giftiges Spielzeug und nicht kindgerechte Spielwaren ein für alle Mal aus dem Kinderzimmer zu bannen:

  • Spielzeug altersgerecht wählen: Wenn Sie Mutter oder Vater eines Kleinkindes im Alter zwischen 0 und 3 Jahren sind, sollten Sie darauf achten, keine Spielzeugobjekte zu kaufen, die klein genug sind, um in den Mund gesteckt zu werden.
  • Bio-Qualität statt Massenproduktion: Erkundigen Sie sich über Bio-Spielzeug-Angebote in Ihrer Umgebung oder im Internet. Die richtige Wahl kann Ihnen auf Dauer eine anstrengende Informationsjagd und ihrem Kind gesundheitliche Schäden durch Spielwaren aus der Massenproduktion ersparen.
  • Naturspielzeug buntem Plastik vorziehen: Gerade bei gefärbtem Plastikspielzeug handelt es sich häufig um besonders giftiges Spielzeug. Nicht nur, dass die Plastikherstellung grundsätzlich den Einsatz giftiger Chemikalien erfordert, sind auch die verwendeten Farben oft ein purer Gift-Cocktail. Besser ist darum naturbelassenes und ungefärbtes Spielzeug aus Naturmaterialien.
  • Öfter mal selber basteln: Zahlreiche Spielzeuge lassen sich mit etwas Know-How auch selbst herstellen. Ob selbstgemachte Puppen, Puppenhäuser, Kuscheltiere oder Holzspielzeug – möglich ist vieles. Für einen gesundheitlich unbedenklichen Anstrich der Spielzeuge können dann ergänzend Naturfarben sorgen.
  • Besondere Vorsicht bei Schnullern und Trinkfläschchen: Bei Schnullern, aber auch bei Trinkfläschchen ist es ratsam, sich vor einem Kauf genau über die Inhaltsstoffe zu informieren. Denn auch hier wurden bislang gesundheitsschädliche Chemikalien, wie etwa Bisphenol A gefunden, welche nachweislich die Gehirnentwicklung verzögern und hormonelle Störungen hervorrufen können.
  • Inhaltsstoffe genau überprüfen: Lesen Sie die Liste der Inhaltsstoffe auf einer Spielzeugverpackung sorgfältig durch. Bedenken sollten Ihnen dabei vor allem Weichmacher wie DEHP bereiten, die eigentlich verboten sind, aber dennoch häufig verwendet werden. Zu den gefährlichsten Schadstoffen in Kinderspielzeug zählen außerdem:
    • Bisphenol A (BPA)
    • Formaldehyd
    • Nickel
    • Nonylphenol
    • Phtalate (Weichmacher)
    • phosphororganische Substanzen
    • polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)
    • zinnorganische Verbindungen

 

Weitere Tipps zu Kinderspielzeug

Wenn es um die Gesundheit der eigenen Kinder geht, darf keine Frage unbeantwortet bleiben. Das gilt auch für Kinderspielzeug. Was mit Blick auf die Auswahl von Spielzeug ohne Schadstoffe wichtig ist, erfahren Sie nachstehend:

Worauf ist bei der Auswahl von Kinderspielzeug zu achten?

Bei der Auswahl von Kinderspielzeug ist es wichtig, dass das Spielzeug sicher, altersgerecht und entwicklungsfördernd ist. Spielzeug sollte aus sicheren Materialien hergestellt sein und keine Schadstoffe enthalten. Achten Sie auf die CE-Kennzeichnung, die bestätigt, dass das Spielzeug den europäischen Sicherheitsstandards entspricht.

Ebenso muss Spielzeug dem Alter und Entwicklungsstand des Kindes entsprechen. Achten Sie auf die Altersempfehlung des Herstellers. Robustes und langlebiges Kinderspielzeug ist billigen Angeboten mit schlechter Materialqualität stets vorzuziehen.

Warum ist giftiges Kinderspielzeug gefährlich?

Giftiges Kinderspielzeug kann für Kinder gefährlich sein, weil es die Gesundheit schädigen kann. Schadstoffe können über die Haut, den Mund oder die Atemwege in den Körper gelangen und dort zu gesundheitlichen Problemen führen. Mögliche gesundheitliche Folgen von giftigem Kinderspielzeug sind Allergien, Hautreizungen, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen, Schwindel, Atembeschwerden, Lungenentzündung und im schlimmsten Fall sogar Krebs.

Wie kann man giftiges Spielzeug erkennen?

Es gibt einige Hinweise, an denen man giftiges Spielzeug erkennen kann. Hat Spielzeug zum Beispiel einen starken und chemischen Geruch, ist intensiv in unnatürlichen Farben eingefärbt, lässt sich leicht zerkratzen oder absplittern und / oder wurde aus Kunststoff hergestellt, der nicht gekennzeichnet ist, handelt es sich meist um ein mit Schadstoffen belastetes Spielzeug.

Gibt es Spielzeug ohne Schadstoffe?

Ja, es gibt Spielzeug ohne Schadstoffe. Dieses Spielzeug wird aus natürlichen Materialien wie Holz, Stoff oder Gummi hergestellt. Es ist frei von Schadstoffen wie Weichmachern, Schwermetallen und anderen Chemikalien.

Warum ist Bio-Spielzeug besser?

Bio-Spielzeug ist aus natürlichen Materialien hergestellt und frei von Schadstoffen. Es ist daher für Kinder sicherer als herkömmliches Spielzeug. Darüber hinaus sind Bio-Spielzeuge oft nachhaltiger hergestellt und haben eine längere Lebensdauer.

Welche Alternativen gibt es zu Plastik-Spielzeug?

Neben Bio-Spielzeug gibt es noch weitere Alternativen zu Plastik-Spielzeug. Dazu gehören Holzspielzeug, Stoffspielzeug, Spielzeug aus Naturgummi, Papierspielzeug, Strickspielzeug und Bambusspielzeug. Holzspielzeug ist hier robust und langlebig. Stoffspielzeug ist weich und anschmiegsam. (Natur-)Gummispielzeug ist elastisch und strapazierfähig. Papierspielzeug ist leicht und bunt. Strickspielzeug ist weich und kuschelig. Bambusspielzeug ist nachhaltig und umweltfreundlich.

 

Fazit

Kinderspielzeug kann einen wahren Cocktail an giftigen Inhaltsstoffen enthalten und Markenspielzeug schneidet hier nicht automatisch besser ab als so manches Billigspielzeug. Um giftiges Spielzeug sicher ausschließen zu können, sollten Eltern deshalb lieber auf Bio-Siegel anstatt Markensiegel setzen. Ein unbehandeltes Holzspielzeug in Bio-Qualität ist hier definitiv buntem Plastikspielzeug vorzuziehen. Außerdem kann es auch mal sinnvoll sein, das Spielzeug mit den Kleinen selbst aus Naturmaterialien herzustellen.

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