Kamelie, Teestrauch, Teepflanze, Camellia

Kamelie (Teestrauch) – Pflanzung, Pflege und Arten

Legenden besagen, dass der legendäre Begründer der Traditionellen Chinesischen Medizin, Urkaiser Shennong, einst den Tee erfunden haben soll, als ein Blatt der Kamelie (Camellia) in sein Trinkwasser fiel. Das über einem Feuer im Kessel erhitzte Wasser verfärbte sich daraufhin leicht gelblich-grün und hinterließ laut Shennong eine aromatische wie vitalisierende Note.

Es soll diese Begebenheit gewesen sein, die grünen und schwarzen Tee zum asiatischen Kultgetränk schlechthin machte. Und bis heute gehören Kameliensorten wie der Chinesische Teepflanze (Camellia sinensis) und der Japanische Teestrauch (Camellia japonica) zu den wichtigsten Exportpflanzen aus Fernost. Dabei kann man Kamelien auch bei uns problemlos kultivieren. Man muss nur wissen, wie.

 

Von Teepflanzen und Teerosen

Die Kamelie ist ein langlebiger, immergrüner Strauch bzw. Strauchbaum, der am Naturstandort Wuchshöhen von 1,5 bis 6 Meter, seltener bis zu 15 Meter, erreicht. Es gibt unzählige gefüllte und ungefüllte Sorten der Pflanze mit ein- oder zweifarbigen Blüten von weiß über rosa bis dunkelrot. Ein Umstand, der häufig für Verwechslungen der Teepflanze bzw. des Teestrauches mit den ähnlich arten- und sortenreichen Rosen sorgt. Artenbezeichnungen wie die der Teerose machen die Sache auch nicht gerade einfacher.

Dabei kann man Camellia eigentlich sehr leicht von Rosen unterscheiden, denn im Gegensatz zu diesen besitzt die Kamelie keine Dornen. Ihre Strauchtriebe sind zudem kräftiger und ihre Blütenknospen erscheinen eher kugelförmig denn konisch. Nichtsdestotrotz bleibt zumindest mit Blick auf Pfingstrosen ein Quäntchen Verwirrspiel bestehen, denn deren Arten sehen den Kamelien inklusive Trieb- und Knospenbau mitunter tatsächlich zum Verwechseln ähnlich. Das gilt insbesondere für gefüllte Sorten der auch als Edel-Pfingstrose bekannten Chinesischen Pfingstrose.

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Vor allem gefüllte Pfingstrosensorten wie die Edel-Pfingstrose ‚Sarah Bernhardt‘ bereiten bei der Unterscheidung von Kamelien oft Schwierigkeiten. Die Blütenblätter der Pfingstrose sind im Vergleich zum Teestrauch aber deutlich gefranster | © Jutta Lieb

Kamelie pflanzen – Standort und Ablauf

Kamelien gehören zur Familie der Teestrauchgewächse (Theaceae) und stammen ursprünglich aus Asien. Hohe Luftfeuchtigkeit und viel Niederschlag kommen den Ansprüchen der Pflanze sehr entgegen, wobei die Kamelie auch guten Schutz vor kalten Winden, winterlicher Morgensonne und praller sommerlicher Mittagssonne benötigt.

Der optimale Standort für Kamelien liegt also im windgeschützten Halbschatten eines Hauses oder hoher Nachbarbepflanzungen. Eine Ausnahme bildet hier die Herbst- bzw. Duftkamelie (Camellia sasanqua). Sie bevorzugt viel Sonne und Wärme, um ausreichend Knospen anzusetzen.

Für eine Kultivierung im eigenen Garten oder im Kübel sind vor allem Sorten der Kamelien geeignet, die als besonders winterhart gelten. Als Boden ist leicht saure und durchlässige Erde empfohlen, in dem der Wurzelraum der Kamelie immer leicht feucht gehalten werden kann. Zwar ist Staunässe schädlich, langer Regen oder Hitze wird von den Pflanzen aber gut vertragen.

Einzelheiten zum Standort für Kamelien:

  • Pflanze bevorzugt hohe Luftfeuchtigkeit und viel Niederschlag
  • schattiger und windgeschützter Standort wird empfohlen
  • Kamelien sollten vor starker Sonneneinstrahlung geschützt sein
  • nur die Camellia sasanqua benötigt reichlich Sonne
  • auf Winterhärte der Kameliensorten achten
  • leicht saure und durchlässige Erde wird von der Kamelia geschätzt
  • Staunässe am Standort der Pflanze vermeiden

 

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Japanische Kamelie (Camellia japonica) | © Das Grüne Archiv

Pflanzanleitung für Kamelien

Sträucher der Kamelie sollten beim Auspflanzen mindestens 4 bis 5 Jahre alt sein und zu einer Sorte gehören, die winterhart ist. Besagte Sorten können bei gutem Schutz und optimalen Standortbedingungen kurzfristig bis –20° C vertragen.

1. Schritt – Pflanze vorbereiten: Ab März sollten Sie die Kamelie an die Sonne gewöhnen. Tritt die Hitze plötzlich auf, reagieren manche Sorten der Pflanze nämlich sehr schnell mit Sonnenbrand. Vor dem Einpflanzen ist der Pflanzenballen der Kamelien zudem in einen Eimer Wasser zu stellen, damit sich die Wurzeln gut voll saugen.

2. Schritt – Boden ausheben: Ausgepflanzt wird die Kamelie nur im Frühjahr, um der Pflanze ein sicheres Einwurzeln zu ermöglichen. Heben Sie das Pflanzloch möglichst zweimal so tief und breit wie den Wurzelballen aus und versehen Sie den Boden mit einer guten Drainageschicht.

3. Schritt – Kamelie pflanzen: Setzen Sie die Camellia in das Pflanzloch und bedecken Sie die Wurzeln mit Erde. Sie können das Substrat zuvor mit je einem Drittel Laub, Kompost oder Rindenmulch anreichern. Das Hinzufügen von Sand oder Blähton sorgt zudem für eine bessere Durchlässigkeit der Erde und Durchwurzelung nach dem Pflanzen.

Kurzschritte zur Pflanzung im Überblick:

  • Kamelie im Frühling ins Freiland pflanzen
  • Pflanze bereits ab März an Sonne gewöhnen
  • Wurzelballen der Kamelien gut wässern
  • Pflanzgrube mit doppeltem Durchmesser Wurzelballens
  • Pflanzloch mit Drainage versehen
  • ggf. mit Laub, Kompost, Rinde und Sand / Blähton anreichern

 

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Knospen der Kamelie | © Das Grüne Archiv

Pflege der Kamelien – gießen und düngen

Bereits kurz nach dem Pflanzen muss Sie die Kamelie ausreichend wässern. Auch in den folgenden Wuchsphasen sind die Wurzelballen gleichmäßig feucht zu halten. Kamelien im Topf sind während der Blütezeit zusätzlich öfter mit Wasser zu übersprühen. Nutzen Sie in beiden Fällen möglichst kalkarmes Regenwasser.

Kamelien sind wahre Stickstofffresser, sollten aber nur in der Wachstumszeit mit Dünger (z.B. Rhododendrondünger) versorgt werden. Sofern der Teestrauch als Kräuterpflanze gedacht ist, verwenden Sie bitte stattdessen nur organischen Dünger wie Brennnesseljauche.

Beraumen Sie für das Düngen also eine 14tägige Zeitspanne beginnend mit dem Austrieb der Pflanze nach der Blüte an. Berücksichtigen sie bitte auch, dass Kamelien salzempfindlich sind. Bei zu starken Düngergaben werden die Blätter schwarz und sterben ab.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Kamelie regelmäßig gießen
  • kalkarmes Regenwasser für die Kamelie bevorzugen
  • mit Beginn der Blüte düngen z.B. Rhododendrondünger
  • auf Salzempfindlichkeit der Kamelien achten und nicht überdüngen

 

Pflege der Kamelien – schneiden und vermehren

Für ältere Kamelien kann ein Formschnitt notwendig werden. Grundsätzlich sollten Sie dabei nach der Blüte schneiden, am besten im August. Es wird etwa zwei Zentimeter über dem Blattansatz geschnitten. Auf diese Weise trocknet der Trieb ein und nicht die Knospe.

Darüber hinaus sollten Sie beachten, dass das Auge, über dem abgeschnitten wird, nach außen zeigen muss. Nur dann erhalten neue Triebe ausreichend Licht. Zur Vermehrung können Sie des Weiteren einige Stecklinge abschneiden.

Kurztipps zum Schneiden und Überwintern:

  • Formschnitt bei älteren Kamelien nach der Blüte im August ansetzen
  • zwei Zentimeter über dem Blattansatz schneiden
  • das Auge unter dem Schnitt muss nach außen zeigen
  • zur Vermehrung der Kamelie Stecklinge entnehmen
  • Kamelien im Topf bis -15°C winterhart
  • bei Überwinterung im Haus 1 x tägl. besprühen / alle T4 tage gießen
  • Staunässe vermeiden; maximale Raumtemperatur von 19 °C
  • Außenpflanzen mit Mulchschicht, Strohmatten oder Vlies versehen

 

Kamelie überwintern – Tipps zum Winterschutz

Gut eingewachsene Topf- oder Kübelpflanzen der Camellia sind winterhart und vertragen ohne zusätzlichen Winterschutz Temperaturen bis -5 °C. Werden die Pflanzgefäße mit Vlies umwickelt, sind auch -15 °C kein Problem, im Gegenteil. Kamelien benötigen die kalten Temperaturen für die Öffnung ihrer Knospen. Die Überwinterungs-Raumtemperatur sollte bei Kamelien im Topf daher 19 °C nicht überschreiten. Zur Anreicherung der Luftfeuchtigkeit können Sie die Kamelie darüber hinaus mindestens einmal täglich mit Wasser besprühen. Der Ballen der Pflanze sollte etwa alle 14 Tage etwas gegossen werden. Wasser ist nach dem Gießen sofort aus dem Untersetzer zu entfernen.

Am besten überwintern Sorten der Camellia, die besonders winterhart sind. Sie benötigen lediglich einen geschützten Standort und eine großzügige Mulchschicht über ihren Wurzeln als Frostschutz. Zusätzlich können Sie die Winterhärte Ihrer Kamelie mit Strohmatten oder Pflanzenvlies unterstützen.

 

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gefüllte Kamelie | © Das Grüne Archiv

Interessante Arten der Camellia

Die Gattung umfasst zirka 80 Arten. Besonders beliebt sind hierbei Sorten der Camellia japonica. Zu ihnen zählen:

  • Adolphe Audusson (halbgefüllte, rote Blüten)
  • Brushfield Yellow (weiße bis zartgelbe, gekräuselte Blüten)
  • Kramer’s Supreme (rote Duftblüten)
  • Mrs. Tingley (rosa bis rot gestreifte bzw. gefleckte Blüten)

Neben der Camellia japonica werden auch Sorten aus anderen Arten kultiviert. Hier ein kleiner Überblick:

SorteBeschreibung
Japanische Kamelie
(Camellia japonica)
Blütezeit: (je nach Sorte) Februar bis April
Blütenfarbe: rot, rosa, gelb
Wuchshöhe: 1 bis 2,5 m
Herkunft: Japan, Korea, Taiwan
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: sehr winterharte Sorten erhältlich
Herbstkamelie/Duftkamelie
(Camellia sasanqua)
Blütezeit: Oktober bis November
Blütenfarbe: weiß
Wuchshöhe: bis zu 3 m
Herkunft: Japan, Korea, Taiwan
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: Herbstblüher, sehr duftende Blüten
Chinesischer Teestrauch
(Camellia sinensis)
Blütezeit: je nach Standort Herbst, Winter oder Sommer
Blütenfarbe: weiß, cremefarben, gelb
Wuchshöhe: 300 bis 150 cm
Herkunft: Burma, Indien, Südchina
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: Verwendung als Tee oder Heilpflanze
Öl-Teestrauch
Camellia oleifera
Blütezeit: Oktober bis Dezember
Blütenfarbe: cremeweiß bis gelblich
Wuchshöhe: bis zu 7 m
Herkunft: China
Eignung für Kultivierung: gut als Bonsai
Besonderheiten: äußerst winterhart
Kamelienbaum
(Camellia reticulata)
Blütezeit: Januar bis März
Blütenfarbe: zartrosa
Wuchshöhe: 12 bis 15 m
Herkunft: China
Eignung für Kultivierung: mäßig
Besonderheiten: nicht winterhart

 

Kamelie – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

  • Dickmaulrüßler: Bei Befall der Kamelie absammeln oder mit Nematoden (im Fachhandel erhältlich) bekämpfen.
  • Röhrenschildlaus: Weiße Flecken auf der Unterseite der Blätter werden von der Röhrenschildlaus verursacht. Einzelne Schildläuse kann man mit einem Tuch abwischen, bei starkem Befall der Kamelie hilft eine (evtl. mehrmalige) Spritzung mit „Schädlingsfrei Natureen“.
  • Blattläuse: Treten vorwiegend an jungen Trieben der Kamelie auf, können aber mit einem Insektizid wie Spruzit oder Neudosan bekämpft werden.

 

Fazit

Kamelien gehören zu unseren beliebtesten Gartenpflanzen, da sie aufgrund ihrer herrlichen Formen und Farben ein wahrer Hingucker in jedem Wintergarten sind. Bei optimalen Standortverhältnissen können sich auch Anfänger an die Kultivierung herantrauen. Richtig gepflegt werden Sie lange Freude an dem dekorativen Gewächs haben.

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