Rose, Rosen, Rosa

Rosen – Pflanzen, Pflege, Schneiden

Auch wenn ihre Arten Sträucher und keine Stauden sind, gilt die Rose (Rosea) als Königin der Gartenblumen, die in keinem Blumenstrauß fehlen darf. Als Zeichen des Edelmuts, der Liebe und der königlichen Gärten ist sie Sinnbild der höchsten aller Gartenziele. So dürfen Rosen im traditionellen Englischen Garten beispielsweise auf keinen Fall fehlen. Und auch im Bauerngarten  und Cottage- bzw. Landhausgarten besitzen Rosensträucher einen besonderen Stellenwert.

Im Englischen Garten fand die Rose einst in Form der Tudor Rose sogar zur züchterischen Vollendung und steht für die nobelste aller britischen Gartendisziplinen. Gärtner haben es hier also mit einem äußerst royalen Pflänzchen zu tun. Dementsprechend anspruchsvoll ist auch die Rosenkultur.

 

Die Rose – Ein Namenspatron der Vielfalt

Rosen bilden die namensgebende Gattung in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). In dieser Pflanzenfamilie tummeln sich im Übrigen noch ganz viele andere Berühmtheiten unter den Gartenpflanzen. Vor allem Nutzpflanzen und Obstgehölze wie

sind eng mit den Rosen verwandt. Das erkennt man am besten an den rosenartigen Blüten der Obstpflanzen. Und auch unter den Arten der Rose selbst geht es äußerst vielfältig zu. Dabei dienen Rosensträucher übrigens nicht minder als Bezugsquelle für leckere Früchte. Denn aus den berühmten Hagebutten der Rose lässt sich ein echter Klassiker der deutschen Traditionsküche herstellen: Das Hiffenmark.

Während Rosenarten wie die Hundsrose zu den Wildrosen gehören, handelt es sich bei Buschrosen fast ausnahmslos um Hybridkreuzungen verschiedener Wildrosen. Höher wachsende Buschrosen werden zudem oftmals auch als Strauchrosen bezeichnet.

 

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Strauchrose ‘Rhapsody in Blue’ | © Jutta Lieb

Rosen pflanzen – Standort und Ablauf

Gemeinsam ist den Wild-, Busch- bzw. Strauchrosen jedoch, dass sie die selben Standort- und Pflegebedingungen haben. So bevorzugen Rosen beispielsweise allesamt sonnige Freiflächen oder Beete als Wuchsgrund. Dabei darf nach der goldenen Regel der Rosenkultivierung kein Standort gewählt werden, an dem bereits zuvor eine oder mehrere Rosen angesiedelt wurden.

Missachten Sie diesen Grundsatz, so wird Ihr Rosenstrauch höchstwahrscheinlich einen schwachen Wuchs entwickeln und im schlimmsten Fall sogar vorzeitig absterben. In diesem Sinne ist für Rosen grundsätzlich ein frisches Substrat zu wählen.

Eine ausreichende Nährstoffzufuhr ist für Rosen ebenfalls ungemein wichtig. Ein weiterer Grund, weshalb es sich beim Standortsubstrat um einen frischen, unverbrauchten Boden handeln sollte. Dieser besteht idealer Weise aus nährstoffhaltiger Blumenerde mit neutralem pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5.

In Sachen Begleitgewächse gibt es viele Kombinationsmöglichkeiten. Je nach Wuchshöhe eignen sich größere oder kleinere Nachbarpflanzen, die jedoch mit Blick auf die optische Wirkung der Rosen in gebührendem Abstand angesiedelt werden sollten. Denkbar ist beispielsweise eine Kombination mit Rittersporn, Kugeldisteln oder Lavendel. Ebenso kommen schmuckvolle Gräser und Farne als Beetnachbarn für Rosen in Frage.

Einzelheiten zum Standort für Rosen:

  • sonnige Freiflächen und Beete sind für die Buschrose optimal
  • Standort darf zuvor nicht von anderen Rosen besiedelt worden sein
  • als Standortsubstrat nur frische und nährstoffreiche Böden wählen
  • Boden-pH-Wert: neutral, von 6,5 bis 7,5
  • Wahl der Begleitgewächse ist abhängig von der Wuchshöhe
  • denkbar sind Rittersporn, Kugeldisteln, Lavendel, Farne und Gräser
  • Nachbarpflanzen immer in großzügigen Abstand setzen

 

Rose, Rosen, Rosengarten Christchurch Neuseeland
Teerose ‚Just Joey‘ fasziniert mit zweifarbigen Blüten | © Das Grüne Archiv

Pflanzanleitung für Rosen

1. Schritt – Pflanztermin wählen: Sofern Sie Ihre Rosen als Containerware erstanden haben, können Sie diese entweder im Frühjahr vor dem Austrieb oder im November pflanzen. Rosen mit nackten Wurzeln oder Drahtballierung werden dagegen ausschließlich im Herbst, zwischen Ende Oktober und Ende November gepflanzt.

2. Schritt – Boden vorbereiten: Etwa vier Wochen vor dem eigentlichen Pflanztermin sollten Sie den künftigen Standortboden ihrer Rosen tiefgründig auflockern. Als Richtwert gilt je nach Wuchshöhe eine Tiefe von zwei bis drei Spatenstichen. Zusätzlich kann ein Vorwässern des Bodens sinnvoll sein.

3. Schritt – Rosen vorbereiten: Auch die Rosen selbst sollten vor der Pflanzung entsprechend vorbereitet werden. Stellen Sie die Pflanzen zu diesem Zweck für etwa 12 Stunden in einen Eimer voll Wasser, damit sich der Pflanzballen ausreichend mit Flüssigkeit vollsaugen kann. Geschnitten werden die Rosenwurzeln vor dem Einpflanzen nicht.

4. Schritt – Rosen pflanzen: Reichern Sie das Stanortsubstrat mit etwas Kompost und spezieller Rosenerde an. Die Maßnahme gewährleistet, dass die Rosen von Beginn an alle Nährstoffe erhalten, die sie für einen prächtigen Wuchs benötigen. Anschließend heben Sie ein Pflanzloch aus, das den Wurzeln genügend Platz zur Entfaltung lässt. Die Oberbodendichte für veredelte Rosen sollte hierbei etwa 5 Zentimeter über der Veredelungsstelle des Wurzelhalses liegen. Wer seine Rosen daneben in Reihen pflanzt oder neben Nachbargewächsen ansiedelt, muss einen Pflanzabstand von etwa einer halben Wuchshöhe einhalten.

5. Schritt – Rosen angießen: Nachdem Sie die Rosen ins Pflanzloch gesetzt, dieses mit Aushub aufgefüllt und das Substrat sachte festgetreten haben, werden die edlen Pflanzen großzügig angegossen. Ist dies geschehen, häufeln Sie einen kleinen Erdhügel von ca. 20 Zentimeter Höhe um den Wurzelbereich an. Der Erdhaufen schützt die Rosen im ersten Standjahr wunderbar vor Trocken- und Frostschäden, die je nach Frühlings- oder Herbstpflanzung bei unvorhergesehenen Wetteränderungen auftreten können.

Kurzschritte zum Pflanzen im Überblick:

  • Containerware im Frühjahr vor dem Austrieb pflanzen
  • wurzelnackte Rosen nur zwischen Oktober und November ausbringen
  • Boden 1 Monat vor der Pflanzung 2 bis 3 Spatenstiche tief auflockern
  • ggf. Substrat auch vorwässern
  • Rosen vor der Pflanzung für 12 Std. in einen Eimer voll Wasser stellen
  • zum Pflanztermins Substrat mit Kompost und Rosenerde aufbereiten
  • danach Pflanzloch von der Größe des Wurzelballens + 5 cm ausheben
  • Oberboden muss Veredelungsstelle am Wurzelhals 5 cm dick verdecken
  • Pflanzabstand zu Beetnachbarn: ca. ½ Wuchshöhe
  • nach dem Einpflanzen Rosen gut angießen
  • abschließend 20 cm hohen Erdhaufen im Wurzelbereich aufschütten

 

Rose, Rosen, Rosa, Rosenknospe
Rosenknospe | © Jutta Lieb

Rosen gießen und düngen

Rosen lieben es, wenn sie gelegentlich einen sanften Sprühregen genießen können. Verwenden Sie für den Gießvorgang deshalb eine Gießkanne mit feinstäubigem Sprühaufsatz oder einen Gartenschlauch mit Sprühfunktion. Insgesamt mag es die Roseeher feucht, daher ist eine regelmäßige Bewässerung angezeigt.

Ab dem zweiten Standjahr können Sie das Gießwasser gelegentlich mit Rosendünger anreichern. Die Pflanzen benötigen zur Ausbildung ihrer Blüten, ebenso wie für einen ansprechenden Wuchs, relativ häufig zusätzliche Nährstoffgaben. Diese geben Sie jeweils nach dem Rosenschnitt im Frühling, sowie während der Blütezeit Mitte Mai, Ende Juni und Mitte August aus. Eine Augustdüngung in Form von Patentkali hat sich bewährt.

Für alle übrigen Düngergaben bietet sich als Alternative zum teuren Rosendünger entweder Kompost, Horn- oder Urgesteinmehl an. Allerdings dürfen den Pflanzen ab Juli keine stickstoffhaltigen Düngemittel mehr dargeboten werden, damit sie in ihrem Wuchs nicht verweichlichen und eine ausreichende Winterhärte aufbauen.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • für Buschrose beim Gießen leichten Sprühregen simulieren
  • hierfür feinstäubigen Gieß- oder Gartenschlauchaufsatz verwenden
  • Erstdüngung nach dem Rosenschnitt im Frühling des 2. Standjahres
  • Folgedüngungen Mitte Mai, Ende Juni und Mitte August
  • flüssigen Rosendünger am besten mit ins Gießwasser geben
  • alternativ mit Kompost, Horn- oder Urgesteinmehl düngen
  • ab Juli keine stickstoffhaltigen Düngemittel mehr ausbringen
  • stattdessen mit Patentkali düngen

 

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Rose ‚Jewel Orange‘ | © Jutta Lieb

 

Rosen schneiden und vermehren

Pflegeintensiv sind Rosen nicht nur in Sachen Düngung. Auch was den Jahresschnitt anbelangt, stellen die Ziergehölze einige Ansprüche. Ein umfangreicher Schnitt erfolgt dabei grundsätzlich im Frühjahr, zwischen März und April. Hier werden zunächst alle im Winter erfrorenen, sowie abgestorbenen Zweige entfernt.

Ebenso müssen Triebe gekürzt werden, die nicht formschön oder nach innen wachsen, wobei Sie stets bis knapp über ein Auge schneiden sollten. Vom Schnitt ausgenommen ist selbstverständlich die Veredelungsstelle, kommt es ansonsten doch zur Bildung von Wildtrieben, die bei der Kultivierung von Hybriden der Buschrose eher unerwünscht sind.

Der alljährliche Frühlingsschnitt ist für Rosen ungemein wichtig. Nicht nur, dass sich hierdurch mögliche Krankheiten und Schädlinge, die im Geäst der Pflanzen überwintert haben, zuverlässig entfernen lassen. Zusätzlich hilft der Rosenschnitt auch, die Formgebung der Rosenbüsche zu erhalten.

Buschrosen der Klassen Polyantha und Floribunda, die eine verhältnismäßig niedrige Wuchshöhe aufweisen, können zu diesem Zweck bis auf 15 Zentimeter Trieblänge gekürzt werden. Strauchrosen der Teehybride, die allgemein wesentlich höher wachsen, werden dagegen nur auf bis zu 40 Zentimeter eingekürzt.

 

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Floribundarose | © Jutta Lieb

Wenn Sie den Energieverbrauch Ihrer Rosen besser steuern möchten, so kann es ergänzend zum Frühjahrsschnitt helfen, die Pflanzen im weiteren Jahresverlauf kontinuierlich von Verblühtem zu befreien. Gerade im Sommer, wenn viele Blüten bereits welk geworden sind, können Sie entsprechende Blütentriebe entfernen. So verhindern Sie, dass Ihre Rosen zu viel Kraft in die Fruchtbildung investieren.

Wer dagegen Hagebutten zur Weiterverarbeitung verwenden möchte, der sollte diesen Schritt übergehen und stattdessen nur gezielt kränkliche und schwächelnde Triebe ausschneiden, sobald sie sich zeigen. Aus den Hagebutten lassen sich später leckere Rezepte zaubern, wie zum Beispiel das berühmte Hiffenmark.

Wichtig: Einen buschigen, weit verzweigten Wuchs zu unterstützen gelingt bei Rosen nur, wenn der Rückschnitt nicht allzu radikal erfolgt. Kräftige Rückschnitte führen dagegen zur Ausbildung weniger, dafür aber kräftiger Triebe. Bedenken Sie auch, dass Sie für jedwede Schneidarbeiten an der Buschrose nur scharfe wie saubere Rosenscheren verwenden dürfen. Gequetschte Schnittwunden könnten dem eindrucksvollen Erscheinungsbild ihrer Rosen sonst nämlich durch Pilz- und Bakterienbefall ein jähes Ende bereiten.

 

Vermehrung durch Stecklinge

Selbst in ihrer Vermehrung zeigt sich die Rose relativ extravagant. So besteht die Blumenkönigin beispielsweise darauf, dass ihre Stecklinge vor der Pflanzung im Garten ein ausgiebiges Bade in Weidenwasser nehmen können. Überhaupt darf der Steckling nur im Sommer, zwischen Juni und August entnommen werden und muss exakt 5 Augen, sowie eine verwelkte Blüte besitzen.

Alle anderen Blüten, wenn auch noch schmuckvoll und frisch, werden entfernt. Gleiches gilt für das Laub am Steckling, das bis auf ein Blatt im oberen Drittel ebenfalls abgetragen wird. Das verbliebene Blatt teilen Sie dann entzwei, um eine übermäßige Verdunstung während der Bewurzelungsphase zu vermeiden.

Wurde der vornehme Rosensteckling ausreichend vorbehandelt, wird er an einen geeigneten, gut aufgelockerten Standort im Garten gepflanzt und mit einem Glasaufsatz überdacht. Zu sehen sein sollte nun nur noch das gespaltene Blatt, das durch regelmäßiges Lüften der Glasabdeckung hin und wieder mit frischem Sauerstoff versorgt wird.

Umgepflanzt werden Stecklinge der Rose erst nach etwa drei Jahren. Bis dahin müssen Sie den Extrawünschen des königlichen Abkömmlings aber weiterhin nachkommen, ihn ausreichend wässern, düngen und zum verbesserten Kälteschutz im Winter mit Reisig abdecken.

 

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Rosenblüte | © Jutta Lieb

Vermehrung durch Absenker

Etwas weniger zeitaufwändig als die Stecklingsmethode ist bei Rosen das Ziehen von Absenkern. Wählen Sie hierfür einen gesunden, noch biegsamen und bodennah verlaufenden Trieb mit mindestens drei Augen und befreien Sie diesen von sämtlichen Blättern. Kerben Sie eines der Triebaugen an der Blattachsel leicht ein und halten Sie den Schnitt mit einem Streichholz offen.

Neben dem Trieb wird nun eine kleine Furche gegraben, die Sie zur adäquaten Nährstoffversorgung des Absenkers mit etwas Kompost und Rosenerde ausstatten. Nun senken Sie den vorbereiteten Trieb gen Erdfurche und bedecken ihn mit Erde, sodass nur noch die Triebspitze aus der Furche ragt. Zur besseren Fixierung wird ein Stein behutsam auf den Absenker gelegt, ohne diesen zu knicken.

Halten Sie den Standort bis zum Frühling ausreichend feucht und schützen Sie den jungen Absenker im Winter mit einer Schicht Laub oder Reisig. Sobald der Trieb im Frühjahr ausreichend gewurzelt hat, können Sie ihn mit einem scharfen Messer von der Mutterpflanze trennen und an den gewünschten Standort verpflanzen.

Kurztipps zum Schneiden und Vermehren:

  • Jahresschnitt erfolgt im Frühjahr, zwischen März und April
  • hier erfrorene, abgestorbene und kränkliche Zweige entfernen
  • auch nach innen wachsende und unerwünschte Triebe auf Auge kürzen
  • die Veredelungsstelle bleibt unbeschnitten
  • für besonders buschigen Wuchs umfangreicheren Schnitt ansetzen
  • für stärkere Einzeltriebe moderater schneiden
  • Triebe kleinwüchsiger Buschrosen bis auf max. 15 cm einkürzen
  • Rosen mit größerer Wuchshöhe nur auf max. 30 cm zurückschneiden
  • außerhalb der Frühlingssaison regelmäßig welke Pflanzenteile abtragen
  • für Schneidvorgänge nur scharfe, saubere Rosenschere nutzen
  • für Vermehrung durch Stecklinge im Sommer Trieb entnehmen
  • Steckling muss über 5 Augen, 1 welke Blüte und 1 Blatt verfügen
  • alle übrigen Blüten und Blätter des Triebes werden entfernt
  • Steckling danach in Weidenwasser tränken und Triebblatt teilen
  • anschließend Trieb in gut aufgelockerten Standort pflanzen
  • Glasaufsatz überstülpen und Steckling regelmäßig wässern und lüften
  • im Winter Trieb vor Kälte schützen und mit Reisig abdecken
  • nach ca. 3 Jahren gut entwickelten Steckling an finalen Standort pflanzen
  • für Vermehrung durch Absenker bodennahen, weichen Trieb wählen
  • Triebexemplar muss mind. 3 Augen besitzen
  • ein Triebauge einkerben und mit Streichholz offen halten
  • neben dem Absenker kleine Erdfurche formen
  • Furche mit Rosenerde und Kompost anreichern
  • zur Fixierung vorsichtig Stein auflegen
  • Standort bis zum Frühling gut feucht halten
  • im Winter Absenker mit Laub oder Reisig abdecken
  • im Frühjahr gut entwickelten Trieb von Mutterpflanze abtrennen

 

Rosen richtig überwintern – so klappt’s

Die Mehrzahl aller Rosen ist bis zu Temperaturen zwischen -18 und -29 °C winterhart. Es schadet jedoch nicht, die Wurzeln der Rosen vor zu starken Erfrierungen zu schützen. Tun Sie dies am besten im Herbst durch das Abdecken des Wurzelballens mit Reisig. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann zuvor auch noch einen kleinen Erdhaufen um den Stammbereich aufschütten.

Gedüngt wird im Winter logischer Weise nicht. Auch mit Wassergaben sollten Sie während der kalten Jahreszeit vorsichtig sein und den Standortboden, falls überhaupt nötig, nur an frostfreien Tagen durch minimales Gießen vor der Austrocknung schützen.

 

Hundsrose, Rosa canina
Hundsrose | © Das Grüne Archiv

Interessante Arten der Gattung Rosa

Mit Blick auf die Unterscheidung verschiedener Rosenarten herrscht oftmals viel Verwirrung. Sie ist aber wichtig um bestimmte Kultureignungen festzulegen. Unterscheiden lassen sich die Rosenarten dabei einerseits je nach Wuchsform in:

  • Bodendeckerrosen
  • Buschrosen bzw. Strauchrosen
  • Heckenrosen
  • Kletterrosen

Andererseits gibt es insbesondere für Buschrosen weitere Einteilungen in verschiedene Hybridsorten der Teerose, Polyantharose und Floribundarose.

 

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Seltene Gelbe Tee-Hybride: die Teerose ‚Eldorado‘ | © Das Grüne Archiv

Eine Rosenart für jeden Zweck

Als Heckenrose ist oftmals speziell die Hundsrose (Rosa Canina) definiert, die auch als wichtigste Rosenart zur Gewinnung von Hagebutten gilt. Aus ihnen wird bekanntlich das leckere Hiffenmark hergestellt, weshalb Wildrosen wie die Hundsrose ideal für eine Bepflanzung im Nutzgarten sind.

Gärtner sollten aber bedenken, dass Heckenrosen ähnlich wie Kletterrosen oft einen lianenartigen Wuchs besitzen. Eine Rosenhecke dieser Art ist daher eher als Pflanzwall, denn als Formhecke kultivierbar. Gern verwendet werden diesbezüglich zum Beispiel Bodendeckerrosen wie die Kartoffel-Rose (Rosa rugosa), die ein beliebter Windschutz ist.

Ansonsten eignen sich gerade Kletterrosen wie die Berg-Rose (Rosa pendulina) auch zur Fassadenbegrünung oder für  Rosenbögen im Garten. Wegen ihrer alpinen Herkunft ist diese Rose außerdem eine Überlegung für den Alpin- oder Steingarten wert.

Der Begriff Buschrosen wiederum bezeichnet Kulturrosen, die sich im Gegensatz zu sparrig wachsenden Rosen durch ihren buschigen, formschönen Wuchs auszeichnen. Sie sind somit am besten für eine Kultivierung im Ziergarten geeignet. Der Begriff ist etwas ungünstig gewählt, denn immerhin sind alle Rosen Sträucher.

 

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Die beliebten Lady Hybride der Teerose | © Das Grüne Archiv

Eine bessere Differenzierung als die zwischen Wild- und Strauchrosen lässt die Bezeichnung Buschrosen zu, da sie buschig wachsende Rosen ganz klar von sparrig wachsenden Rosenarten wie Kletter- und Ramblerrosen abgrenzt. Insgesamt gehören zu den Buschrosen dabei folgende Rosenklassen:

 

Hybride der Teerose (Rosa indica fragrans)

Teehybride der Rosen werden aufgrund ihres äußerst eleganten Wuchses, ihrer überragenden Blühfreudigkeit, sowie ihrer beachtlichen Winterhärte auch als Edelrosen bezeichnet. Sie gingen ursprünglich aus einer Kreuzung der Großblumigen Teerose (Rosa gigantea bzw. Rosa odorata) und der Chinesischen Rose (Rosa chinensis) hervor, später wurden jedoch auch europäische Rosensorten eingekreuzt.

Einige Teehybride duften gemäß ihres Namens tatsächlich nach Tee. Daneben besitzen sie eine Wuchshöhe von bis zu 5 Metern. Eine Eigenschaft, die Vertretern dieser Rosenklasse den Beinamen Strauchrosen einbrachte und Teehybride ferner für eine Kultivierung in Einzelstellung interessant macht.

 

Hybride der Polyantharose (Rosa polyantha)

Polyanthahybride entstanden durch eine Mehrfachkreuzung der Vielblütigen Rose (Rosa multiflora) mit anderen Wildrosen. Markenzeichen der Polyantharosen sind ihre doldigen Blütenstände, sowie ihre für Rosen recht geringe Wuchshöhe, die meist nur 30 Zentimeter beträgt. Letztere Eigenschaft prädestiniert Polyanthahybride auch für eine Kultivierung im Beet, weshalb diese Buschrosen auch häufig Beetrosen genannt werden. Ein Blütenduft ist nur bei wenigen Sorten der Polyantha-Klasse vorhanden.

 

Hybride der Floribundarose (Rosa floribunda)

Floribundarosen zählten früher ebenfalls zur Klasse der Polyantha-Rosen und sind eine Kreuzung aus eben diesen mit diversen Teehybriden. Sie vereinen somit die Vorzüge beider Züchtungen und fallen zudem durch ihre besonders großen Blüten auf, deretwegen sie gerne als Schnittrosen für Sträuße verwendet werden.

Ähnlich wie Polyantharosen sind dabei auch Floribundahybriden ideal fürs Gartenbeet. Allerdings duften Floribunda im Gegensatz zu Rosen der Polyantha-Gruppe sehr intensiv und werden mit Wuchshöhen von bis zu 2 Metern oftmals auch entschieden größer. Der Übergang von Beet- zu Strauchrosen ist in dieser Rosenklasse fließend.

 

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Floribundarose ‚Burgundy Iceberg‘ | © Das Grüne Archiv

Vorsicht, Verwechslungsgefahr

Gefüllte Rosensorten wie Floribunda oder die Teerose werden nur allzu gerne mit der Pfingstrose und der als Teestrauch bekannten Kamelie verwechselt. Man kann die Pflanzengattungen jedoch anhand einiger signifikanter Unterschiede leicht auseinander halten.

So haben Pfingstrosen und Kamelien beispielsweise keine Dornen und ihre Blütenknospen erscheinen im Gegensatz zu denen der Rose eher knubbelig bis kugelförmig anstatt konisch.

Das Angebot an Sorten der Tee-, Polyantha- und Floribundahybride ist unfassbar groß und lässt Laien wie Rosenprofis heutzutage schnell den Überblick verlieren. Hinzu kommt ein schier endloses Verwirrspiel der Begriffe in Sachen Beet- und Strauchrose, weshalb wir in der nachstehenden Übersicht etwas Licht ins Definitionsdickicht bringen möchten:

SorteBeschreibung
Teerose (Strauch- bzw. Edelrose)
Rosa indica fragrans
Blütezeit: Juni bis September
Blütenfarbe: schirmtraubige, gefüllte Blüten in allen Farben
Wuchshöhe: zwischen 120 und 500 cm
Herkunft: China
Eignung für Kultivierung: gut
Teehybriden (Auswahl): 'Archiduc Joseph' (rosa), 'Baccara' (rot)'Catherine Mermet' (pfirsichrosa), 'Elina' (cremegelb), 'Freedom' (leuchtend gelb), 'Golden Monica' (goldgelb), 'Jaune Desprez' (gelb), 'Königin der Rosen' (lachsrot), 'Lady Hillingdon' (orangegelb), 'La France' (silbrig-rosa), 'Lamarque' (weiß bis hellgelb), 'Mainzer Fastnacht' (blauviolett), 'Niphetos' (weiß), 'Parks Yellow Tea-scented China' (gelb), 'Queen Elizabeth' (rosa), 'Sénégal' (leuchtend rot), 'Smith's Yellow' (gelb), 'Soleil d'Or' (zart oranga), 'Souvenir de Claudis Pernet' (leuchtend gelb)
Polyantharose (Beetrose)
Rosa polyantha
Blütezeit: Juni bis Oktober
Blütenfarbe: kleinblumige, doldige Blüten in allen Farben
Wuchshöhe: zwischen 20 und 40 cm
Herkunft: England
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Polyanthahybriden (Auswahl): 'Alain' (dungelrot), 'Baron de Vivario' (reinweiß), 'Frensham' (tiefrot), 'Garnette' (rot), 'Gelbe Holstein' (dunkelgelb), 'Goldilocks' (goldgelb), 'Josef Guy' (scharlachrot), 'Red Orléans' (erdbeerrot), 'Ma Paquerette' (weiß), 'Margo Koster' (lachsrot), 'Muttertag' (leuchtend rot), 'Nina Weibull' (rot), 'Orange Triumph' (orange-rot), 'Schleswig' (rosa), 'Souvenir d'Adolphe Turc' (orangerosa), 'Sylvie Vartan' (zartrosa), 'The Fairy' (rosa), 'Yvonne Rabier' (weiß)
Floribundarose (Beetrose)
Rosa floribunda
Blütezeit: Juni bis Oktober
Blütenfarbe: becherförmige, einzelständige Blüten in allen Farben
Wuchshöhe: zwischen 40 und 200 cm
Herkunft: Frankreich
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Floribundahybriden (Auswahl): 'Abigaile' (zartrosa), 'Amber Queen' (bernsteinfarben), 'Astrid Lindgren' (zartrosa), 'Bonica 82' (rosa), 'Clos Fleuri Jaune) (gelb mit rotem Rand), 'Edelweiß' (cremeweiß), 'Friesia' (goldgelb), 'Goldmarie' (goldgelb bis rosa), 'Gruß an Aachen' (rosig weißes goldgelb), 'Iceberg' (weiß), 'Magenta' (altrosa), 'Mariandel' (rot), 'Montana' (blutrot), 'Mrs. Jones' (rosa), 'Pacific Dream' (violett), 'Poesie' (rosa), 'Rush' (rosa mit weißer Mitte), 'Schneewittchen' (weiß), 'Tequila' (orangegelb), 'Yesterday' (rosaviolett)

 

Rosen – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

Bei guter Pflege und richtiger Standortwahl bleiben Rosen eigentlich weitestgehend von Pilzkrankheiten wie Wurzelfäule verschont. Allerdings zieht der Duft der meisten Rosen gerne Blattläuse und Rosenblattwespen an, die durch intensive Pflanzenschwächungen nicht selten auch Krankheiten verursachen.

Insbesondere Sternrußtau ist häufig die Folge eines vorangegangenen Schädlingsbefalls, weshalb es auf gezielte Präventivmaßnahmen ankommt, wenn Sie Ihre Rosen vor gefräßigen und krankheitsverursachenden Schädlingen schützen möchten.

Vorbeugen können Sie Blattläusen und Co. beispielsweise durch eine Pflanzung von Lavendel im näheren Umkreis der Rosen. Das Heilkraut hat sich durch den ätherischen Duft seiner Pflanzenöle als Blattlausvertreiber bewährt und kann gemeinsam mit Nützlingen wie Marienkäfern durchaus einen Schädlingsbefall an Ihren Rosen verhindern.

Daneben kann es helfen, wenn Sie Ihre Rosen im Frühjahr vorsorglich mit Knoblauch- oder Ackerschachtelhalmsud besprühen. Zu dieser Zeit beginnen viele Schädlinge damit, ihre Eier zu legen, weshalb Sie bis zum Sommer am besten in zweiwöchigen Intervallen die Sprühflasche zücken, um es der Familienplanung von Läusen und Konsorten richtig schwer zu machen.

 

Fazit

Die Rose trägt ihren Beinamen ‚Blumenkönigin‘ nicht nur wegen ihrer adelsgleichen Wuchsform. Auch ihre Standort- und Pflegeansprüche sind wahrlich aristokratisch, was Rosenarten wie Buschrosen zu überaus pflegeintensiven Gartenbewohnern macht. Vor allem Düngung und Schnitt wollen bei diesen anspruchsvollen Pflanzen gewissenhaft ausgeführt sein und benötigen mehr als nur einmal im Jahr Ihre Aufmerksamkeit.

Wenn Sie es aber schaffen, Ihren Rosen alles zukommen zu lassen, was sie für einen eleganten und vornehmen Wuchs brauchen, verleihen Rosen ihrem Garten einen königlichen Status. Den botanischen Ritterschlag haben Sie sich dann definitiv und redlich verdient.

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