Kräuterspirale, Kräuterbeet

Kräuterspirale anlegen – Anleitung und Tipps

Kräuterspiralen, oder auch Kräuterschnecken, sind eine wunderbare und platzsparende Alternative zu groß angelegten Kräuterbeeten. Methoden, um eine Kräuterspirale anzulegen, gibt es dabei viele. Zum einen ist es natürlich möglich, die Kräuter inmitten spiralförmig angeordneter Natursteine anzusiedeln und so auf originelle Art und Weise in Gartenkonzepte wie den Stauden-, Natur- oder Steingarten zu integrieren. Daneben lässt sich eine Kräuterspirale bzw. Kräuterschnecke aber auch im Topf mit einfachsten Mitteln anlegen. Eine entsprechende Bauanleitung möchten wir ihnen in diesem Beitrag vorstellen.

 

Hilfsmittel zum Bau einer Kräuterspirale

Der Kreativität sind beim Anlegen einer Kräuterspirale keine Grenzen gesetzt. Denkbar ist beispielsweise die Anlage einer Trockenmauer mit Steinen. Diese ist in der Regel die solideste und am besten wetterfeste Konstruktion. Dabei kann man entweder quaderförmige Steine oder unregelmäßig geformte Felssteine verwenden. Soll die Kräuterspirale aus Stein ein möglichst natürliches Erscheinungsbild erhalten, sind hier Natursteine am besten geeignet.

Außer Steinkonstruktionen kommen auch Holz oder Bambusstäbe und sogar Metall für das Spiralgerüst in Frage. Sollten Sie sich für einen Holzaufbau entscheiden, müssen Sie jedoch sicherstellen, dass die gewählten Stäbe und Latten wetterfest lackiert sind. Ansonsten setzt sich vor allem in der Wasser- und Feuchtzone sehr schnell Schimmel an, was die gesamte Spirale inklusive Kräuterinhalt schon nach kurzer Zeit unbrauchbar macht. Am besten greifen Sie hier auf Bambusstäbe oder vorbehandelte Holzbretter zurück. Bei Metallelementen ist hingegen rostfreies Material zu wählen, das nicht korrodiert.

Zusätzlich zum Spiralgerüst ist bei der Kräuterspirale natürlich auch die richtige Substratwahl entscheidend. Greifen Sie hier auf spezielle Kräutererde zurück oder mischen sie sich ein adäquates Substrat selbst zusammen. Kräuter legen hier gemeinhin viel Wert auf einen gewissen Sandanteil, sowie eine angemessene Grunddüngung, die zum Beispiel aus Kompost, Vogelguano oder Hornmehl bestehen kann. Um den Wasserablauf zu verbessern ist gerade im Topf auch eine ausreichende Drainage aus Kies oder Tongranulat sinnvoll.

 

Denkbare Materialien für die Kräuterspirale:

  • Mauersteine (am besten aus Naturstein)
  • Holz- oder Bambusstäbe (Länge: ca. 30 – 50 cm)
  • Gartenschere und Führungsschnur
  • Sand oder Kalk zum Vorzeichnen der Spiralform
  • Schaufel zum Ausheben des Fundaments
  • mit organischem Dünger angereicherte Kräutererde
  • Tongranulat für die Drainage
  • Wetterlasur und Pinsel
  • Kräuterpflanzen nach Wahl

 

Aufbau der Kräuterspirale

Die Kräuterspirale zeichnet sich dadurch aus, dass sich in ihr Kräuter mit unterschiedlichsten Standortbedingungen auf kleinem Raum gemeinsam unterbringen lassen. Durch die variierenden Höhenlagen und Bodenverhältnisse innerhalb der Spirale ergeben sich nämlich sehr individuelle Standorte, die üblicher Weise in folgende Zonen aufgeteilt werden:

 

Wasserzone

Die Wasserzone ist in der Kräuterspirale optional und beschreibt einen gezielt sumpfig gehaltenen Bereich am Fuße der Konstruktion. Wer im Garten genügend Platz hat, kann hier einen kleinen Teich mit Verbindung zur restlichen Spirale anlegen, um den herum dann Kräuter angesiedelt werden, die mit Staunässe kein Problem haben. Die Auswahl entsprechender Heil- und Gewürzpflanzen hält sich allerdings in Grenzen und umfasst eigentlich nur:

  • Bachbunge
  • Brunnenkresse
  • Sauerampfer
  • Wasserminze

 

Feuchtzone

Standardmäßig beginnt die Kräuterspirale im unteren Bereich mit der sogenannten Feuchtzone. Hier konzentrieren sich Niederschlag und Gießwasser, aber auch durch Düngung zugeführte Nährstoff. Das Ergebnis ist ein humusreicher und konstant feuchter Standort, der dank seiner abgesenkten Lage auch besonders windgeschützt ist.

Es empfiehlt sich, die Zone so anzulegen, dass sie der Sonnenseite zugewandt ist und einer etwaigen Bepflanzung so einen lichtreichen Ausgleich zum immer feuchten Boden bietet. Zu den Pflanzen, die in der Feuchtzone besonders gut gedeihen, zählen zum Beispiel:

  • Frauenmantel
  • Kerbel
  • Petersilie
  • Rauke
  • Sauerampfer
  • Schnittlauch
  • Waldmeister

 

Normalzone

An die Feuchtzone schließt sich in der Kräuterspirale die Normalzone an. Sie ist weniger durchsetzt mit Feuchtigkeit und Nährstoffen und kann daher als „neutraler Standort“ bezeichnet werden. Meist vollziehen Kräuterspiralen an dieser Stelle einen Bogen, was die die Lichtverhältnisse natürlich beeinflusst. Richtig ausgerichtet erhalten Sie mit der Normalzone aber einen moderat humosen, frisch-feuchten bis trockenen, sowie sonnigen bis halbschattigen Standort, der unter anderem für folgende Kräuter geeignet ist:

  • Arnika
  • Basilikum
  • Dill
  • Estragon
  • Kümmel
  • Liebstöckel
  • Melisse
  • Oregano
  • Pimpinelle
  • Ysop
  • Zitronenmelisse
  • Zitronenthymian

 

Mittelmeerzone

Wer mediterrane Kräuter im Garten hat, der weiß um die hiesigen Standortprobleme. So vertragen besagte Kräuter beispielsweise keine anhaltende Bodenfeuchte und sind in Sachen Sonne ziemlich verwöhnt. Die Mittelmeerzone an der Spitze der Kräuterspirale löst beide der genannten Probleme. Durch ihre erhöhte Lage lässt in dieser Zone ganztägig besonders viel Sonnenlicht einfangen, was mediterranen Kräutern ausreichend Licht und Wärme verspricht. Zudem sickert Wasser in der Mittelmeerzone sehr schnell nach unten durch, sodass ein trockener Standort gewährleistet ist. Für eine Pflanzung empfehlenswert sind hier:

  • Lavendel
  • Majoran
  • Rosmarin
  • Salbei
  • Thymian

 

Kräuterspirale, Kräuterschnecke, Skizze
Tipp: Fertigen Sie vor dem Bau der Kräuterspirale am besten eine Skizze an | © Das Grüne Archiv

Bauanleitung für die Kräuterspirale

Bevor es mit dem Bau der Kräuterspirale richtig losgehen kann, sind einige Vorbereitungen zu treffen. Im Garten müssen hier beispielsweise der finale Standort, sowie der Verlauf der Spirale präzise abgesteckt werden, damit es beim Anlegen nicht zu strukturellen Unregelmäßigkeiten kommt. Je nach verwendetem Material sind dann unterschiedliche Schritte zur Anfertigung der Kräuterspirale notwendig.

 

Kräuterspirale aus Stein

Wer mit Stein arbeitet, sollte vorab mit einigen Steinen ein Fundament in den Boden einlassen, das die Spiralform der Konstruktion festlegt. Danach wird dann Schritt für Schritt das Steingerüst auf dem Fundament aufgebaut. Die ideale Grundfläche für Kräuterspiralen aus Stein im Freiland beträgt mindestens 3 m². Eine passende Höhe ist mit etwa  80 bis 100 cm gegeben.

1. Schritt: Wählen Sie eine geeignete Fläche im Garten und stecken Sie in deren Zentrum einen ausreichend langen Holzstab in die Erde. Befestigen Sie nun eine Schnur an dem Stab, deren Länge der Hälfte des gewünschten Durchmessers für die Kräuterspirale entspricht.

2. Schritt: Am losen Ende der Schnur sollte im nächsten Schritt ein weiterer Holzstab befestigt werden. Mit diesem ziehen Sie anschließend bei gespannter Schnur einen Kreis um den mittig gesteckten Stab.

3. Schritt: Zeichnen Sie als nächstes innerhalb des gezogenen Kreises mit Sand oder Kalk eine Spiralform vor, die zwei bis 3 Spiralwindungen aufweist und der ungefähren Breit der verwendeten Natursteine entspricht. Denken Sie daran, die Spiralöffnung gen Süden auszurichten und an der Öffnung ggf. einen kleinen Teich mit einzuplanen. Die Erdfläche entlang des Spiralverlaufes wird dann 20 cm tief, ein Spiralteich bei Bedarf 40 cm tief ausgehoben.

4. Schritt: Streuen Sie in der ausgehobenen Spiralfurche eine 10 cm dicke Schicht Schotter als Fundament und Drainage für die Trockenmauer aus. In der Erdmulde für den Teich wird nach Fertigstellung der Kräuterspirale stattdessen entweder mit Teichfolie oder einer Teichwanne ausgekleidet.

5. Schritt: Zum Errichten der Trockenmauer beginnen Sie nun damit, die gewählten Natursteine fugenversetzt aufeinander zu schichten. Wählen sie für die unterste Steinreihe die größten Steinbrocken und verlegen Sie diese entlang des Spiralverlaufs direkt auf dem Schotterfundament.

6. Schritt: Damit sich in der Trockenmauer eine geeignete Spiralform ergibt, lassen Sie jede neue Steinreihe etwa 50 cm hinter dem vorherigen Reihenbeginn enden. Führen Sie dieses Vorgehen fort, bis die Kräuterspirale ihre finale Höhe erreicht hat und vergewissern Sie sich zwischendurch, dass die Konstruktion ausreichend stabil ist.

7. Schritt: Abschließend werden die Bereiche innerhalb der Trockenmauer mit für die Kräuterkultur optimiertem Erdaushub befüllt. Dabei können Sie im Bereich des Fundamentes bis zum Abschluss mit der umgebenden Erdoberfläche eine Kiesdrainage für einen besseren Wasserablauf einbringen.

Zum Befüllen der Kräuterspirale aus Stein verwenden Sie für die Basis ein Gemisch aus Kompost und Gartenerde, im mittleren Bereich ein Gemisch aus gleichen Teilen Erde, Sand und Kompost und im höher gelegenen Zentrum der Kräuterspirale ein gleichwertiges Erd-Sand-Gemisch.

Die Teichmulde wird abschließend mit einer ca. 5 cm dicken Sandschicht gefüllt, auf die dann entweder die Teichfolie verlegt oder die Teichwanne gesetzt wird. Gerne können Sie den Teichrand mit kleinen Steinen oder Kies säumen.

Wichtig: Nach der Fertigstellung der Kräuterspirale sollte sich die Konstruktion etwa 14 Tage in Ruhe setzen, ehe sie bepflanzt wird.

 

Kräuterschnecke, Kräuterbeet, Kräutergarten, Kräuterspirale
Kräuterspirale aus Naturstein

Kräuterspirale aus Holz

Beim Arbeiten mit Holz ist zwar weder ein Fundament noch das Aufschichten von Steinreihen nötig, doch müssen ggf. die Stäbe für das Spiralgerüst entsprechend mit einer Wetterlasur vorbehandelt werden, damit sie ausreichend wetterfest sind. Wer möchte, kann die Bambusstäbe vorab auch schon grob in aufsteigender Größe zuschneiden, wobei ein Nachschneiden unmittelbar während dem Einsatz ins Erdreich notwendig werden kann.

Wesentlich wichtiger ist es, die Lasur ausreichend aushärten zu lassen, denn schon die geringste Restfeuchte sorgt später für Schimmelbildung. Um auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt es sich, den Lasierungsvorgang nach der ersten Aushärtung zu wiederholen. Auf diese Weise stellen sie sicher, dass auch wirklich alle Holzporen versiegelt wurden. Wer sich diese Arbeit ersparen möchte, kann unbeschliffene Bambusstäbe im Gartenhandel erstehen, die dann allerdings etwas teurer sind. Sobald die Stäbe vorbereitet sind gehen Sie wie folgt vor:

1. Schritt: Damit im Topf ein guter Wasserablauf garantiert ist und die Stäbe später stabil im Gefäß stehen, bringen Sie zunächst eine Drainage aus. Darüber kommt dann das vorbereitete Substrat, das Sie ruhig schon bis zum Schalenrand aufschütten dürfen.

2. Schritt: Um beim Einsetzen der Stäbe die spätere Spiralform nicht aus den Augen zu verlieren, sollten Sie zu Beginn zwei bis drei Markierungsstäbe setzen. Wählen Sie hierfür einen Stab mittlerer Länge, um die Lage der Normalzone zu markieren. Zur Markierung des höchsten Punktes innerhalb der Kräuterspirale verwenden Sie den längsten Stab.

3. Schritt: Zur Staffelung der Stäbe in entsprechender Länge müssen diese während dem Aufbau der Kräuterspirale einzeln zugeschnitten werden. Beginnen Sie am besten innen mit dem größten Stab von 80 bis 100 cm und lassen sie die Spiralform anschließend mit immer kürzer werdenden Stäben auslaufen. die letzten 3 bis 5 Stäbe sollten dann vollständig im Erdreich verschieden und der Konstruktion so als Pfortstäbe besseren Halt bieten.

Das Fixieren der Stäbe kann mitunter etwas mühsam sein. Möglicherweise ist es daher sinnvoll, die Stäbe im unteren Bereich vorläufig mit Gartendraht aneinander zu binden, um ihnen bis zur Fertigstellung der Kräuterspirale mehr Halt zu geben.

 

Tipps zum Bepflanzen der Kräuterspirale

Nachdem Sie das Grundgerüst der Kräuterspirale erstellt haben, geht es daran, diese zu bepflanzen. Große Kräuterspiralen, die im Garten stehen, erlauben je nach Spiralgröße die Pflanzung von 2 bis 3 Kräutern pro Zone. Und selbst in den Zwischenräumen von Steinkonstruktion kann noch so manches Kraut Platz finden. Im Topf ist der Kräuterbestand platzbedingt natürlich etwas geringer, sodass nur 1 bis 2 Kräuter pro Zone eingesetzt werden können.

Ein guter Tipp ist es diesbezüglich, bei der Pflanzung die Zonenübergänge anzupeilen, denn so lässt sich eventuell ein Gewächs mehr in der Kräuterspirale unterbringen. Wir haben uns diesbezüglich Petersilie und Schnittlauch für die Feuchtzone, Waldmeister für den Übergang von Feucht- zu Normalzone, Zitronenthymian für den Übergang von Normal- zu Mittelmeerzone und Rosmarin für die Mittelmeerzone ausgesucht.

 

Pflanzreihenfolge in der Kräuterspirale beachten

Fangen Sie mit der Bepflanzung in der Feuchtzone an. Mischen Sie mit aufsteigendem Verlauf immer mehr Sand in die Kräutererde, denn die mediterranen Pflanzen in der oben gelegenen Mittelmeerzone mögen es schön durchlässig.

Denken Sie auch daran, den Spiralaufstieg nicht zu Steil zu gestalten, denn dies könnte dazu führen, dass das Substrat später beim Gießen übermäßig hinfort geschwemmt wird. Ideal ist demnach eine moderate Steigung, die erst gegen Ende etwas steiler zuläuft, um die Mittelmeerzone klar von der Neutralzone abzugrenzen.

Abschließend kann es notwendig werden, ein paar Formschnitte durchzuführen, damit sich die Kräuter harmonisch ins Gesamtbild der Kräuterspirale fügen.

 

Fazit

Kräuterspiralen lassen sich mit unterschiedlichen Materialien anfertigen. Im Garten ist hierbei Naturstein das Material erster Wahl. Ein formgebendes Fundament, das in den Boden eingelassen wird, hilft diesbezüglich nicht nur beim Aufbau des Grundgerüsts, sondern gibt der Konstruktion auch die ausreichende Stabilität.

Doch auch Veranda- und Balkonbesitzer müssen nicht auf eine Kräuterspirale verzichten. Hier konstruieren sie die Spirale im Topf, wobei Bambusstäbe die beste Materialwahl darstellen. Die Kräuter werden bei beiden Varianten gemäß ihrer Standortbedingungen auf Feucht-, Normal- und Mittelmeerzone aufgeteilt.

Ein bisschen Spaß am Basteln ist beim Bau der Spirale natürlich vorausgesetzt. Wer aber bereit ist, ein wenig Augenmaß und Handarbeit zu investieren, der erhält mit der Kräuterspirale nicht nur ein nützliches, sondern auch optisch ansprechendes Gestaltungselement, in dem sich eine Vielzahl an unterschiedlichen Kräutern auf kleiner Fläche wohlfühlt.

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