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Schneebaum – Pflanzen, Pflege, Überwintern

Der Schneebaum (Chionanthus), auch bekannt unter dem Namen Schneeflockenstrauch, gilt als Geheimtipp unter Hobbygärtnern, da er besonders pflegeleicht ist und die meisten Arten nur wenig Platz benötigen. Seinen Namen verdankt der Schneebaum dabei seinen weißen Trichterblüten, die zur Blütezeit von weitem an kleine Schneeflocken erinnern.

Darüber hinaus trägt ein Chionanthus im Herbst auch schmuckvolle violette Früchte und verbreitet einen angenehmen Duft, was den Zierwert des Schneebaums gerade zu Beginn der kalten Jahreszeit unglaublich steigert. Welche Ansprüche der Baum im Garten stellt und was es bei der Pflege von Chionanthus zu beachten gibt, verraten wir Ihnen in diesem Ratgeber.

 

Schneebaum pflanzen – Standort und Pflanzablauf

Schneebäume gehören zur Familie der Ölbaumgewächse und stammen hauptsächlich aus den tropischen und subtropischen Gebieten. Es gibt jedoch auch zwei Arten, die in gemäßigten Klimazogen vorkommen und die bei uns beliebte Freilandgehölze sind. Dabei handelt es sich um den in Asien heimischen Chinesischen Schneeflockenstrauch (Chionanthus retusus) und den aus Nordamerika stammenden Virginischen Schneebaum (Chionanthus virginicus).

Beide Gehölze können entweder als Baum oder als Hecke kultiviert werden, wobei sie vor allem in den ersten Jahren in der Nähe einer Hauswand windgeschützten Hauswand oder geschützt im Kübel kultiviert werden sollten.

 

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Ein Meer aus floralen Schneeflocken

Der richtige Standort für den Schneebaum

Die gute Winterhärte von bis zu -29 °C bildet sich bei Chionanthus nämlich erst im Laufe der Zeit aus. Zudem wünschen sich Schnebäume trotz ihrer Kälteresistenz einen sonnigen bis halbschattigen Standort.

Als Standortsubstrat bietet sich für den Schneebaum ein durchlässiger, kalkfreier und humusreicher Boden an. Ideal sind frisch-feuchte und sandige Lehmböden mit einem leicht saurem pH-Wert zwischen 5 und 6 Punkten.

Speziell im Kübel empfiehlt sich ein Substrat aus Kübelpflanzerde und Sand. Am Freilandstandort kann etwaige Nachbarbepflanzung bei der Bodenwahl hilfreich sein. Denn wo Brennnessel und Löwenzahn üppig gedeihen, fühlt sich normaler Weise auch der Schneebaum wohl.

Einzelheiten zum Standort für Schneebäume:

  • sonnigen bis halbschattigen Standort wählen
  • windgeschützte Lage vor allem für Jungpflanzen wichtig
  • Winterhärte von bis zu -29 °C bildet sich erst im Alter aus
  • rostharte Arten: Chionantus retusus, Chionantus virginicus
  • Standortboden sollte durchlässig und humusreich sein
  • frisch-feuchte und sandig-lehmige Böden sind ideal
  • bei Kübelhaltung Kübelfplanzenerde mit Sand vermischen
  • pH-Wert des Bodens: leicht sauer, zwischen 5 und 6
  • gute Standortindikatoren: Brennnessel und Löwenzahn

 

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Blüte des Schneebaums

Pflanzanleitung für Schneebäume

1. Schritt – Pflanztermin wählen: Junge Schneebäume können Sie in vielen gut sortierten Gartencentern kaufen. Diese sollten nach dem Kauf zunächst in einen Kübel umgesiedelt und erst nach etwa 1 bis 3 Jahren ins Freiland gepflanzt werden. Aufgrund seiner Frostempfindlichkeit in jungen Jahren empfiehlt sich sowohl für den Kübel als auch fürs Freiland eine Pflanzung von Chionanthus im späten Frühjahr. Der Pflanztermin sollte auf die Zeit nach den letzten Spätfrösten, also auf Anfang Mai gelegt werden.

2. Schritt – Boden vorbereiten: Um die Durchlässigkeit des Standortbodens zu erhöhen, mischen Sie, falls nicht schon vorhanden, etwas Sand unter das Substrat. Eine Grunddüngung aus Humus oder Hornspänen bietet dann eine wunderbare erste Nährstoffversorgung. Das Pflanzloch für den Schneebaum im Freiland sollte später eine Tiefe von mindestens 1 m besitzen und sich in seiner Breite am Durchmesser des Wurzelballens orientieren.

3. Schritt – Schneebaum pflanzen: Schneebäume können bis zu 3 m groß werden. Ein gebührender Pflanzabstand von 2,5 bis 3,5 Metern zu anderen Gewächsen ist deshalb dringend einzuhalten. Nach der Pflanzung erfolgt sowohl im Kübel als auch im Garten eine großzügige Erstbewässerung.

Kurzschritte zur Pflanzung im Überblick:

  • Pflanztermin: Mai, nach den letzten Spätfrösten
  • Jungbäume zunächst im Kübel pflanzen
  • Kübelgröße 1½ mal so groß wie Wurzelballen
  • Boden mit Sand und Humus / Hornspänen anreichern
  • Pflanztiefe: 0,5 m
  • Pflanzabstand im Freiland: 2,5 bis 3,5 m
  • nach dem Pflanzen Standortboden gut anwässern

 

Schneebaum gießen und düngen

Wie andere Bäume auch, sollte der Schneeflockenstrauch regelmäßig gegossen werden. Idealerweise ist der Boden für die Bedürfnisse des Chionanthus stetig leicht feucht und wird sowohl vor Trockenheit als auch vor Staunässe bewahrt. Besonders viel gegossen werden muss an heißen Sommertagen. Ansonsten ist eine Bewässerung ratsam, wenn der Oberboden aufgetrocknet ist.

Die Düngung von Schneebäumen sollte sparsam erfolgen. Eine monatliche Nährstoffgabe von März bis Oktober genügt. Sie können selbst wählen, ob Sie sich einen speziellen Dünger für Ziergehölze aus dem Handel besorgen oder auf natürliche Mittel zurückgreifen wollen. Sollten Sie der Natur treu bleiben, empfiehlt sich zur Düngung mit Sägespänen angereicherter Kompost.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Boden des Schneebaums immer frisch-feucht halten
  • Trockenheit und Staunässe gleichermaßen vermeiden
  • Düngung erfolgt einmal monatlich von März bis Oktober
  • Zierpflanzendünger oder Kompost-Sägespan-Gemisch nutzen

 

Schneebaum schneiden und vermehren

Geschnitten werden sollte ein Schneeflockenstrauch im Garten nur maßvoll an frostfreien Tagen. Es genügt, alle zwei bis drei Jahre an frostfreien Wintertagen das alte Gehölz mit einer scharfen Säge aus der Krone zu entfernen und den Baum leicht auszudünnen. Bei einer Kultivierung im Kübel sollten Sie den Baum in den ersten Jahren etwas weiter zurückschneiden, damit er nicht zu allzu groß wird.

Vermehrung durch Stecklinge: Eine Vermehrung des Chionanthus lässt sich am leichtesten über Stecklinge erreichen. Schneiden Sie hierzu im Juli gesunde Triebspritzen von dem Baum ab und stecken Sie diese in einen Topf mit durchlässigem Boden. Bis zum Austrieb der Stecklinge sollten Sie eine Plastikfolie über den Steckling stülpen, um ein feucht-warmes Klima zu simulieren.

Kurztipps zum Schneiden und Vermehren:

  • Schnitt des Schneebaums alle 2 – 3 Jahre im Winter
  • Baum nur leicht ausdünnen und altes Gehölz entfernen
  • bei Kübelkultur Schneebaum weiter zurückschneiden
  • für Vermehrung im Juli Stecklinge entnehmen
  • anschließend in Topf mit durchlässigem Substrat stecken
  • bis zur Bewurzelung Stecklinge mit Plastikfolie umhüllen

 

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Chinesischer Schneeflockenstrauch (Chionanthus retusus)

Schneebaum überwintern

Auch wenn ein Schneeflockenstrauch erst mit dem Alter winterhart wird, gestaltet sich ein angemessener Winterschutz in jungen Jahren recht unkompliziert. Kübelpflanzungen stellen hier zur Abwehr von Bodenfrost einfach auf ein Stück Holz an einen geschützten Ort.

Im Garten nutzen Sie am besten Laub oder eine Schicht Stroh, um den Wurzelbereich abzudecken. Wichtig ist ergänzend die Verwendung von Gartenvlies, das sowohl um Kübelbehältnisse als auch um Kübel- und Freilandpflanzen selbst gestülpt werden muss. Gegossen wird dann nur, wenn kein Frost zu erwarten ist.

 

Interessante Arten der Gattung Chionanthus

Chionanthus existiert in rund 150 verschiedenen Arten. Wie bereits erwähnt, sind jedoch nur zwei winterharte Arten bekannt, die auch bei uns im Freiland bestehen. Zu diesen nun nachstehend einige Einzelheiten:

ArtEigenschaften
Chinesischer Schneeflockenstrauch
Chionanthus retusus
Blütezeit: Juni bis Juli
Blütenfarbe: weiße Blüten, blaue Steinfrüchte
Wuchshöhe: 2 bis 3 m
Herkunft: China, Asien
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -23 °C winterhart
gute Sorten: 'Tokyo Tower' (säulenförmiger Schneeflockenstrauch)
Virginischer Schneebaum
Chionanthus virginicus
Blütezeit: Juni bis Juli
Blütenfarbe: weiße Blüten, blaue Steinfrüchte
Wuchshöhe: 2 bis 3 m
Herkunft: Nordamerika
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -29 °C winterhart

 

Schneebaum – Krankheiten und Schädlinge

Schädlinge, die dem Schneeflockenstrauch zu schaffen machen, sind Blattläuse und Miniermotten. Während Blattläuse vor allem zu Schäden an den Blüten führen und gut mit Hausmitteln wie schwarzem Tee oder Oregano bekämpft werden können, richten Miniermotten einen größeren Schaden an den Blättern an. Bekämpft kann man diese Schädlinge am besten durch eine Förderung des Vogelbestands im eigenen Garten sowie das sofortige Entfernen von befallenem Laub.

 

Fazit

Die zwei winterharten Arten des Schneebaums können im Garten sowohl in Einzelstellung als auch in Heckenform zu einem echten Hingucker werden. In den ersten Jahren sollte man sie aber windgeschützt im Kübel vorkultivieren, bis sie ausreichend robust sind, um es mit dem Winter im Freiland aufzunehmen.

Sowohl im Kübel als auch im Freiland ist dabei ein lichtreicher Standort sowie ein nährstoffreiches und sandig-lehmiges Substrat wichtig. Außerdem sollte der Boden stets frisch-feucht gehalten werden, damit Chionanthus nicht austrocknet. Ansonsten zeigt sich der Schneebaum aber recht pflegeleicht und beschert dem Gärtner selbst in Sachen Schnitt nur alle paar Jahre etwas mehr Aufwand.

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