Ginster, Genista

Ginster – Pflanzen, Pflege, Schneiden

Bei Ginster muss man zwischen dem Echten Ginster (Genista) und dem Stechginster (Ulex) unterscheiden. Zwar haben beide Ginsterarten einiges gemeinsam und erreichen beispielsweise gleichermaßen Wuchshöhen von 0,5 bis 2 Metern. Doch gerade wenn es um das Erscheinungsbild und die unkontrollierte Vermehrung geht, sollte man hier doch differenzieren. Darüber hinaus gibt gibt noch einer weitere Pflanzengattung, die mit Blick auf die Unterscheidung von Ginster gerne für Verwirrung sorgt. Gemeint ist der Geißklee (Cytisus), zu dessen Arten unter anderem der

  • Besenginster (Cytisus scoparius)
  • Rosenginster / Purpur-Zwergginster (Cytisus purpureus)
  • und Teideginster (Cytisus supranubius)

gehören. Die Abgrenzung der Geißklee-Arten von der Gattung Genista ist je nach Autor sehr verschieden und kann von fließenden Übergängen bis hin zu vollständigen Eingliederungen der Arten in die Taxonomie der Echten Ginster reichen.

Damit nicht genug, sind sich Botaniker selbst über die die Gattung des Goldregen einig, der ebenfalls markante Ähnlichkeit mit dem Ginster aufweist. Zumindest Ginster und Stechginster lassen sich anhand einiger markanter Unterschiede aber leicht auseinanderhalten.

Wichtig: Ungeachtet ihrer Unterschiede, sind Ginsterarten zwar alle ziervoll aber auch giftig. Schuld daran sind toxische Inhaltsstoffe aus der Gruppe der Chinolizidinalkaloide wie Cystin und Spartein, die insbesondere bei Kindern zu schweren Vergiftungen führen können.

 

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Europäischer Stechginster (Ulex Europaeus) | © Das Grüne Archiv

Ginster und Stechginster – wo liegt der Unterschied?

Der Name Ginster, beziehungsweise Planta Genista, geht auf ein französischstämmiges Adelsgeschlecht mit Namen Anjou-Plantagenêt zurück. Ein Graf jenes Hauses hatte im 12. Jahrhundert die Angewohnheit, jeweils einen Ginsterzweig als Helmzierde zu tragen. Es handelt sich hierbei im Übrigen um den Stammvater des berühmten englischen Tudor Geschlechtes, dessen Liebe zu Ginster auch im Englischen Garten eine besondere Rolle spielt.

Nun ist in England, wie auch in anderen Regionen Großbritanniens, etwa in Schottland, heutzutage aber vor allem der Stechginster weit verbreitet. Genauer gesagt, ist es der Europäische Stechginster (Ulex europaeus). Dieser war ursprünglich im atlantischen Mittelmeerraum heimisch, wo er sandige Karg- und Heidelandschaften bevölkerte. Insbesondere für das karge Ambiente im Heidegarten oder Steingarten ist er darum durchaus eine Bereicherung.

 

Nadelgehölz vs. Laubgehölz

In der Vergangenheit wurde der Stechginster leider von englischen Siedlern auch tief ins Landesinnere sowie auf das Festland verschleppt, die ihn hier als beliebte Heckenpflanze kultivierten.  Da sich Ulex europaeus bei günstigen Wuchsbedingungen aber stark vermehrt, entwickelte er sich an seinen neuen Standorten zu einem recht aggressiven Neophyten und gilt mittlerweile als eine der 100 schlimmsten invasiven Pflanzenarten der Welt.

Bei einer Kultur im Garten sollte man sich daher sehr genau überlegen, ob man wirklich dem Stechginster oder nicht doch lieber dem stark gefährdeten Echten Ginster ein Zuhause im heimischen grün gibt.

Was nun die Unterscheidung verschiedener Ginstervarianten so schwierig macht, sind vor allem ihre auffällig gelben Schmetterlingsblüten. Diese sind typisch für sogenannte Schmetterlingsblütler (Faboideae), die eine Unterfamilie der Hülsenfrüchtler stellen und zu der sowohl der Echte Ginster, als auch der Stechginster, Geistklee und Goldregen gehören.

Zumindest die Gattungen Genista und Ulex lassen sich hier aber zuverlässig anhand ihrer Blätter differenzieren. Während der Echte Ginster nämlich schmale, elliptische Blätter ausbildet, sind für den Stechginster spitze Blattnadeln charakteristisch. Sie schützen den Strauch vor Fraßfeinden und machen ihn dem Echten Ginster gegenüber in Sachen Arterhalt deutlich überlegen. Ein weiterer Grund dafür, dass Ulex-Bestände heute deutlich weiter verbreitet sind als die von Genista.

 

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Die spitzen Blatnadeln des Stechginsters | © Das Grüne Archiv

Ginster pflanzen – Standort und Ablauf

In Sachen Standortbedingungen sind sich Ginsterarten weitestgehend einig. Vollsonnige Standorte sind den Sträuchern mit den auffälligen gelben Schmetterlingsblüten am liebsten, sind sie doch ursprünglich in mediterranen Gebieten Europas, sowie den subtropischen Gebieten Afrikas und Westasiens beheimatet.

Auch ist ginsterweit ein nährstoffarmer bis karger Boden mit einem neutralen pH-Wert von 6,5 bis 7 Punkten zu empfehlen. Die Erde sollte zudem tendenziell eher trocken gehalten sein, denn zu viel Feuchtigkeit bringt die Wurzeln der Pflanzen schnell zum Faulen. Sandige und kiesige Substrate mit guten Wasserablauf sind daher ideal.

Gute Begleitgewächse sind hier natürlich Gehölze mit ähnlich geringen Bodenansprüchen und dem Bedürfnis nach viel Sonne, wie zum Beispiel Wacholder oder Tamariske. Wichtig ist, dass die Pflanznachbarn feuchte Wurzeln ebenso wenig vertragen sollten wie der Ginster selbst, damit gleichbleibende Bodenverhältnisse gewährleistet werden können.

Übrigens: Ginster ist nicht nur eine schöne Gartenzierde, sondern auch sehr nützlich. Seine Schmetterlingsblüten dienen als beliebtes Bankett für Nützlinge wie Hummeln und Bienen. Außerdem können die Sträucher durch Zusammenarbeit mit im Boden enthaltenen Knöllchenbakterien zum Beispiel den Stickstoff der Luft nutzen, um einen eventuellen Nährstoffmangel der Erde auszugleichen. In Sachen Begleitgewächse ist beim Ginster auf passende Flankierung zu achten.

Einzelheiten zum Standort des Ginsters:

  • Genista und Co. lieben vollsonnige, trockene Standorte
  • sandige oder kiesige Substrate wählen
  • Boden pH-Wert: neutral, von 4,5 bis 6,5
  • bei Feuchtigkeit faulen die Wurzeln der Pflanze sehr schnell
  • Ginster ist Nützlingsweide und gleicht Nährstoffarmut der Erde aus
  • passende Begleitgewächse: Wacholder oder Tamariske

 

Pflanzanleitung für Ginster

Einen idealen Zeitpunkt zum Pflanzen gibt es bei Genista und Ulex nicht. An frostfreien Tagen kann sie das ganze Jahr über gepflanzt werden. Achten Sie hierbei aber auf folgende Pflanzschritte:

1. Schritt – Erde auflockern: Ist ein sonniger Standort zwischen geeigneten Nachbarn gefunden, gilt es zunächst die Erde für den Ginster mit einer Hacke aufzulockern und größere Steine zu entfernen, die den Wurzeln in die Quere kommen könnten. Nicht entfernen sollten Sie vor dem Pflanzen die Erde um die Wurzelballen, damit Genista und Ulex leichter im Erdreich Fuß fassen kann.

2. Schritt – Ginster pflanzen: Der Umfang des Pflanzlochs sollte anderthalb Mal der Größe und Breite des Wurzelballens des Ginsters entsprechen. Setzen Sie die Pflanze in das ausgehobene Pflanzloch und decken Sie den Wurzelballen gründlich mit Erde zu, welche ruhig behutsam festgetreten werden darf. Der richtige Abstand zwischen einzelnen Gewächsen beträgt in etwa die Hälfte der späteren Wuchshöhe.

3. Schritt – nach dem Pflanzen: Nach dem Pflanzen benötigen Genista und Co. eine erste Portion Wasser, die aber unbedingt komplett abfließen können sollte. Einmal verwurzelt, müssen Sie den Ginster zudem an seinem Standort belassen, da er ein Umpflanzen nur bedingt verträgt.

Kurzschritte zum Pflanzvorgang im Überblick:

  • Ginster lässt sich außer bei Frost jederzeit pflanzen
  • Gewächse unbedingt mit Erdmantel um Wurzelballen einpflanzen
  • Erde vor dem Pflanzen auflockern und größere Steine entfernen
  • Pflanzloch sollte 1 ½ Mal so groß und breit wie Wurzelballen sein
  • Wurzelballen mit Erde bedecken und behutsam festtreten
  • Nach der Pflanzung Ginster angießen aber nicht überschwemmen
  • nach der Ausbringung im Garten Ginster nicht mehr Umpflanzen

 

Ginster, Genista
Ginsterblüte | © Das Grüne Archiv

Ginster gießen und düngen

Durch seine geringen Bodenansprüche ist der Ginster in seiner Pflege relativ unkompliziert. Gießen in regelmäßigen Abständen ist jedoch wichtig, wobei Staunässe für das Wohlbefinden von Genista, Ulex und Cytisus definitiv vermieden werden sollte. Steht die Pflanze im Kübel, muss ein guter Wasserablauf ebenfalls unbedingt vorhanden sein.

Die Pfahlwurzel des Ginsters ist darauf ausgelegt, ihn mit allem zu versorgen, was für ein gutes Wachstum der Pflanze benötigt wird. Für eine schönere und vollere Blüte können Sie den Ginster aber mit einem handelsüblichen Blumendünger unterstützen. Auch hier ist sparsames Dosieren gefragt, um eine Überdüngung zu vermeiden.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Genista, Ulex und Cytisus nur mäßig, dafür aber regelmäßig gießen
  • Staunässe bei Pflanzen im Freiland und im Kübel vermeiden
  • Dünger kann beim Ginster sparsam verwendet werden
  • für gewöhnlich aber nicht notwendig

 

Ginster schneiden und vermehren

Um eine reiche Blüte an Genista, wie auch an anderen Ginsterarten zu fördern, hilft ein Rückschnitt des einjährigen Frühlingsstrauches (etwa ab 40 cm Wuchshöhe). Hier bietet sich auch Gelegenheit, einen Formschnitt zu setzen, um den Strauch beispielsweise in Kugelform zu schneiden. Nach dem Zurückschneiden schlagen zahlreiche neu Triebe aus, was bewirkt, dass im nächsten Frühling viele neue Blüten nachwachsen.

Nach zwei Jahren können Sie einen Teil des Altholzes, zu erkennen an der braunen Rindenfarbe, abermals auf etwa 40 Zentimeter zurückschneiden. Lassen sie dabei aber mindestens drei Triebe stehen, damit die Ginster im Folgejahr neu austreiben kann. Auch sind Schutzhandschuhe zu tragen, um einen Kontakt mit dem giftigen Pflanzensaft zu vermeiden. Noch mehr Tipps zum Schnitt an Ginster finden Sie hier.

Vermehrung durch Stecklinge

Eine Vermehrung von Stechginster alias Ulex ist mit Blick auf den invasiven Charakter der Pflanze nur bedingt zu empfehlen. Vielmehr sollte eine generelle Pflanzung vorab mit Nachbarn abgesprochen und die regen Vermehrungsgewohnheiten des Strauches durch rechtzeitige Blütenschnitte so gut wie möglich im Zaum gehalten werden.

Bei Genista ist eine gezielte Vermehrung mit Blick auf den Gefährdungsstatus der Pflanze durchaus sinnvoll. Dabei lässt sich der Echte Ginster zum einen durch das Abtrennen von Stecklingen vermehren. Aufgrund des schwer zu bemessenden Feuchtigkeitshaushalts der jungen Triebe ist die Ausfallquote jedoch sehr hoch. Aus diesem Grund ist eine Vermehrung durch Samenkörner ratsam, welche aus den Schoten der Pflanze entnommen und direkt ins Freiland ausgebracht werden.

Lockern Sie hierfür den ausgewählten Standort mit der Hacke auf und setzen Sie die Samen der Pflanze zu zweit oder dritt in fingergliedtiefe Pflanzlöcher. Im nächsten Frühjahr werden die Setzlinge dann pikiert und umgesetzt. Anstelle der gezielten Aussaat ist auch eine Selbstaussaat denkbar

Kurztipps zum Schneiden und Vermehren von Ginster:

  • erster Rückschnitt des Ginsters nach einem Jahr
  • Pflanzen eignen sich gut für Formschnitte
  • im zweiten Jahr Verjüngungsschnitt durchführen
  • beim Schneiden mindestens drei Triebe stehen lassen
  • Kontakt mit Pflanzensaft durch Tragen von Handschuhen vermeiden
  • Ulex wegen invasivem Charakter am besten nicht vermehren
  • zur erfolgreichen Vermehrung Saatgut der Genista nutzen
  • Aussaat verspricht höheren Erfolg
  • Samen zu zweit oder dritt pro Pflanzloch säen, im Frühling pikieren
  • Auch Selbstaussaat ist beim Ginster denkbar

 

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Rosenginster (Cytisus purpureus) | © Das Grüne Archiv

Interessante Arten der Genista und des Ulex

Die Gattung Genista enthält etwa 90 verschiedene Arten, die Gattung Ulex etwa 11. Dabei gehören Besenginster und Rosenginster wie bereits erwähnt trotz des Wortbestandteils „-ginster“ nach zahlreichen Autoren nicht zur Gattung Genista, sondern zur Gattung Cytisus. Trotzdem verdienen auch sie eine Erwähnung, da insbesondere der Rosenginster mit seltenen rosa bis violetten Blüten aufwartet. Hier ein kleiner Überblick über die wichtigsten Ginsterarten für den Garten

SorteBeschreibung
Besenginster
Cytisus scoparius
Blütezeit: Mai bis Juni
Blütenfarbe: goldgelb
Wuchshöhe: 100 bis 200 cm
Herkunft: Europa
Eignung für Anbau: gut für Hecken, Hanganlagen
Besonderheiten: geeignet als Lärmschutz, Heilwirkung
Deutscher Ginster
Genista germanica
Blütezeit: Mai bis August
Blütenfarbe: gelb
Wuchshöhe: 20 bis 60 cm
Herkunft: Deutschland, Europa
Eignung für Anbau: gut für Heide- und Steingärten
Besonderheiten: wegen seinem Vorkommen in der deutschen Heidelandschaft auch als Heideblüh und Stechheide bekannt
Englischer Ginster
Genista anglica
Blütezeit: Mai bis Juni
Blütenfarbe: gelb
Wuchshöhe: 40 bis 40 cm
Herkunft: England, Europa
Eignung für Anbau: gut für Heide- und Steingärten
Besonderheiten: gefährdete Art
Edelginster 'Lena'
Cytisus scoparius 'Lena'
Blütezeit: Mai bis Juni
Blütenfarbe: gelb und rot
Wuchshöhe: 120 bis 150 cm
Herkunft: Südeuropa
Eignung für Anbau: gut im Hausgarten, Heidegärten
Besonderheiten: farbenfrohe Blütenpracht
Steinginster / syrischer Ginster
Genista lydia
Blütezeit: Mai bis Juni
Blütenfarbe: gelb
Wuchshöhe: 40 bis 50 cm
Herkunft: Westasien
Eignung für Anbau: gut für Heide- und Steingärten
Besonderheiten: reichblühend
Purpurginster / Rosenginster
Cytisus purpureus
Blütezeit: Mai bis Juni
Blütenfarbe: purpur
Wuchshöhe: 40 bis 60 cm
Herkunft: Mittel-/Südeuropa
Eignung für Anbau: gut als Zierstrauch, in Gefäßen
Besonderheiten: die gesamte Pflanze ist giftig
Sandginster
Genista pilosa
Blütezeit: Mai bis Juli
Blütenfarbe: goldgelb
Wuchshöhe: 30 bis 40 cm
Herkunft: Europa (Zuchtform)
Eignung für Anbau: gut als Zierstrauch, an Böschungen
Besonderheiten: seltene Sorte
Stechginster
Ulex europaeus
Blütezeit: April bis Juli
Blütenfarbe: gelb
Wuchshöhe: 150 bis 200 cm
Herkunft: Südeuropa
Eignung für Anbau: ideal für Stein- und Heidegärten
Besonderheiten: Vorsicht, hochinvasiv

 

Ginster – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

Der Ginster ist eine sehr robuste Pflanze. Krankheiten und Schädlinge spielen kaum eine Rolle. Bei falscher Überwinterung können jedoch Frostschäden an der Pflanze entstehen. Um diese zu vermeiden, sollte ein Rückschritt nicht zu spät im Herbst stattfinden, da die Triebe sonst nicht gegen die Frostkälte gewappnet sind. Edelginster und frisch gepflanzte Ginsterexemplare benötigen als Kälteschutz zudem eine Schicht Reisig über den Wurzeln. Kübelpflanzen überwintern am besten geschützt von einer Hausmauer oder einem Dachvorsprung, der große Schnee- oder Regenmassen von ihnen fernhält.

 

Fazit

Trotz ihrer Giftigkeit sind die Genista nützliche Bodenbewohner, die einen Garten vollumfänglich in der Farbenpracht und Bodenqualität unterstützen. Durch ihre Fähigkeit, auch in nährstoffarmer Erde gesund zu wachsen, eignen sich die Pflanzen auch zur Kultivierung in unwirtlicheren Ecken des Freilandes oder in Kübeln. Für problematische Gartenstandorte ist der Ginster und auch der Besenginster also genau das Richtige.

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