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Familien der Pflanzenwelt: Hülsenfrüchtler

Aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) sind vor allem Gemüsepflanzen wie Bohnen und Erbsen bekannt. Doch auch einige namhafte Zierpflanzen wie zum Beispiel Lupinen, Ginster, Blauregen oder Goldregen gehören zu dieser artenreichen Pflanzenfamilie. Diese umfasst stolze 730 Gattungen, wobei insbesondere die familieneigenen Gemüsepflanzen auch als Leguminosen (Leguminosae) bekannt sind. Ob ihrer großen Gattungsvielfalt unterteilt man die Hülsenfrüchtler dabei in drei Unterfamilien:

  • Johannisbrotgewächse (Caesalpinoideae)
    umfasst etwa 140 Gattungen der Fabaceae
  • Mimosengewächse (Mimosoideae)
    umfasst etwa 84 Gattungen der Fabaceae
  • Schmetterlingsblütler (Faboideae)
    umfasst etwa 476 Gattungen der Fabaceae

 

Besonderheiten der Hülsenfrüchtler

Ihren Ursprung haben die Fabaceae vermutlich in der späten Kreidezeit, womit so manche Gattung beachtliche 70 Millionen Jahre der Existenz vorzuweisen hat. Der Familienname leitet sich dabei vom lateinischen Wort faba für „Bohne“ ab und gibt bereits Aufschluss über eines der wichtigsten Familienmerkmale. Denn Hülsenfrüchtler bilden namensgemäß allesamt bohnenartige Hülsenfrüchte aus.

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Die wohl bekannteste Hülsenfrucht der Welt: die Bohne | © Das Grüne Archiv

Bei uns vorrangig kultiviert werden Leguminosen aus der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler. Wie alle Fabaceae unterscheiden sich diese von anderen Pflanzen durch ihre Samenschoten, welche sich während und nach der Blüte an den Pflanzen entwickeln. Einige dieser Schoten, beziehungsweise die darin enthaltenen Samen sind essbar und werden deshalb als Hülsenfrüchte verwendet.

 

Hülsenfrüchtler der Unterfamilie Faboideae

Klassische Hülsenfrüchtler aus dem Bereich der Nutzpflanzen entstammen allesamt der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler. Essbare Hülsenfrüchte werden hier beispielsweise von Bohnen, Erbsen und Linsen, aber auch von Lupinen und Erdnüssen gestellt. Zudem fällt unter den Faboideae eine außergewöhnliche Vielfalt an Klee, Ginster und Wicken Gattungen auf. Und auch die eleganten Ziergehölze Blauregen und Goldregen gehören zu den Schmetterlingsblütlern.

 

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Schmetterlingsblüten des Blauregens

Dabei unterscheiden sich die Schmetterlingsblütler von anderen Leguminosen hauptsächlich durch ihre fünfzähligen Blüten. Während das mittlere Kronblatt oft stark vergrößert und zu einer nach oben gebogenen Fahne (Vexillum) ausdefiniert ist, bilden die zwei unteren Kronblätter eine Art röhrenförmiges Schiffchen (Carina), das wiederum von den seitlichen Kronblättern in Flügelform (Alae) umhüllt wird. Die so entstehende Blütenform weist große Ähnlichkeit mit einem Schmetterling auf, daher auch der Name der Unterfamilie.

Schmetterlingsblütler sind die größte Unterfamilie der Hülsenfrüchtler. Sie wachsen entweder als Kletter- bzw. Kriechstauden, Sträucher oder Bäume, und sind von den Tropen bis zu den arktischen Regionen überall zu finden. Erfreulicher Weise tummeln sich die meisten Faboideae in den gemäßigten Breitengraden der Nordhalbkugel, was die Leguminosen dieser Gruppe für eine Kultivierung im heimischen Garten natürlich besonders Prädestiniert. Zu den bekanntesten Schmetterlingsblütlern hierzulande gehören:

  • Beilwicke (Securigera)
  • Blauregen (Wisteria)
  • Bohne (Phaseolus)
  • Erbse (Pisum)
  • Erdnuss (Arachis hypogaea)
  • Geißklee / Besenginster (Cytisus)
  • Ginster (Genista)
  • Goldregen (Laburnum)
  • Hornklee (Lotus)
  • Kichererbsen (Cicer)
  • Klee (Trifolium)
  • Kronwicken (Coronilla)
  • Linsen (Lens)
  • Lupinen (Lupinus)
  • Platterbsen (Lathyrus)
  • Roiboos (Aspalathus)
  • Stechginster (Ulex)
  • Süßholz (Glycyrrhiza)
  • Wicken (Vicia)
  • Wundklee (Anthyllis)

 

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Auch der Ginster ist ein Hülsenfrüchtler

Hülsenfrüchtler der Unterfamilie Mimosoideae

Mimosengewächse faszinieren oftmals durch ihre bunten und ballförmigen Kopfblüten, deretwegen sie gerne als schmuckvolle Zier- und Zimmerpflanzen gehalten werden. Auch verholzen die meisten Arten, sodass sich in dieser Unterfamilie der Hülsenfrüchtler fast ausnahmslos Bäume und Sträucher finden.

Damit unterscheiden sich Mimosoideae ganz klar von den Schmetterlingsblütlern, unter denen des auch krautige oder nur halbverholzende Stauden gibt. Auch weisen die Mimosoideae im Gegensatz zu den Faboideae kaum Leguminosen auf, die essbare Hülsenfrüchte besitzen.

Der bekannteste Vertreter der Mimosengewächse dürfte wohl die namensgebende Mimose sein, welche sowohl in den Feuchtgebieten des Regenwalds, als auch in trockenen Savannen heimisch ist. Mimosengewächse wie die Akazie werden dabei sogar als Nutzpflanzen, etwa zur Herstellung von exotischem Akazienhonig genutzt.

Hier sticht ein weiterer Unterschied zu den Schmetterlingsblütlern hervor, denn Mimosoideae sind fast ausschließlich in tropischen und subtropischen Gebieten beheimatet. Im Garten können sie deshalb meist nur den Sommer verbringen, während sie im Winter einen lichtreichen und warmen Platz im Haus benötigen. Mit Ausnahme einiger winterharter Arten aus der Gattung der Akazien empfiehlt sich daher eine Haltung der Mimosengewächse als Zimmerpflanzen. Interessant sind hierbei vor allem folgende Gewächse:

  • Akazie (Acacia / Vachellia)
  • Cillandra (Cillandra)
  • Inga (Inga)
  • Leucaena (Leucaena)
  • Mimose (Mimosa)
  • Puderquastenstrauch (Cillandra)
  • Schirmakazie (Albizia)
  • Wassermimose (Neptunia)

 

Hülsenfrüchtler der Unterfamilie Caesalpinoideae

Wie schon die Mimosengewächse bilden auch die Johannisbrotbaumgewächse kaum essbare Hülsenfrüchte aus. Darüber hinaus sind die Leguminosen dieser Unterfamilie überwiegend in Afrika und Südasien zu finden, weshalb sie bei uns nur als reine Zierpflanzen gehalten werden können. In Ihren Ursprungsländern dienen einige Johannisbrotbaumgewächse hingegen als wichtige Nutzpflanzen, so etwa die Stammgattung des Johannisbrotbaums oder der Tamarindenbaum.

Die Blüten der Caesalpinoideae bestehen in fast allen Fällen aus einem freien Blütenbecher aus dem später die schotenförmigen Hülsenfrüchte hervorgehen. Namensgebend für die deutsche Bezeichnung dieser Gruppe ist der Johannisbrotbaumgewächse ist der Johannisbrotbaum. Dem fachbotnaischen Namen Caesalpinoideae stand hingegen der Pfauenstrauch alias Caesalpinia Pate.

Neben Bäumen uns Sträuchern gehören zu den Caesalpinoideae auch diverse Kletterpflanzen. Als Zimmerpflanzen geeignet sind jedoch vorrangig die Ziersträucher dieser Gruppe. Als kritisch zu bewerten ist, dass viele Gattungen dieser Unterfamilie vom Aussterben bedroht sind und bisweilen nur noch wenige Arten existieren. Damit sie einen kleinen Einblick in die gefährdete Welt der Johannisbrotbaumgewächse bekommen, hier ein kleiner Überblick zu den wichtigsten Gattungen:

  • Burkea (Burkea)
  • Flammenbaum (Delonix)
  • Gleditschien (Gleditsia)
  • Johannisbrotbaum (Ceratonia)
  • Kassien (Cassia)
  • Mopane (Colophospermum)
  • Parkinsonie (Parkinsonia)
  • Pfauenstrauch (Caesalpinia)
  • Schotia (Schotia)
  • Senna (Senna)
  • Tamarindenbaum (Tamarindus)

 

Fazit

Wenngleich Hülsenfrüchtler überwiegend im Nutzgarten eine wichtige Rolle spielen, muss sich ihre Kultur nicht auf das Gemüsebeet beschränken. Neben Nutzpflanzen wie Bohnen, Erbsen und Linsen, die essbare Hülsenfrüchte hervorbringen, gibt es nämlich auch eine beachtliche Menge an Leguminosen mit attraktivem Zierwert.

Man denke nur an die prachtvollen Blütenstauden aus der Gattung der Lupinen, sowie an die Ziersträucher Blauregen und Goldregen. Die Schmetterlingsblütler gehören ebenfalls zu den Hülsenfrüchtlern und können bei uns sogar ganzjährig im Garten zubringen. Ebenso besitzen Pflanzen aus den Unterfamilien der Johannisbrotbaum- und Mimosengewächse einen hohen Zierwert. Allerdings können sie herkunftsbedingt meist nur als Zimmerpflanzen gehalten werden.

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