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Kastanie pflanzen – Wirkung, Kultur und Schnitt

Geht es um Kastanien, so ist zunächst zwischen der Echten Kastanie (Castanea) und der Rosskastanie (Aesculus) zu unterscheiden. Die beiden Kastaniengattungen sind aus der Ferne nur schwer voneinander zu unterscheiden.

Ein genauerer Blick auf ihre Blätter und Nussfrüchte fördert jedoch rasch zahlreiche Abweichungen zu Tage. Glücklicher Weise haben Castanea und Aesculus auch ähnliche Standortbedingungen. Aus diesem Grund kann man mit der nachstehenden Kulturanleitung problemlos beide Arten der Kastanie pflanzen.

 

Kastanie in der Küche und Medizin

Wer die Kastanie kulinarisch und medizinisch nutzen möchte, muss die verschiedenen Varianten gut zu unterscheiden wissen. Denn eine Verwechslung wäre hier fatal.

 

Unterschied zwischen Edelkastanie und Rosskastanie

Am besten kann man Kastanien an ihren Blättern und Früchten unterscheiden. Die auch als Edelkastanie oder Esskastanie bekannte Echte Kastanie ist für ihre heilsamen und essbaren Maronen bekannt, die in eine behaarte und stachelige Außenhülle gebettet sind. Die Blätter der Castanea sind zu dem auffällig gesägt.

Die Blattzähnung der Rosskastanien ist hingegen oftmals schwacher ausgeprägt. Ihre Nussfrüchte sind zudem schwach giftig, weshalb Aesculus privat lediglich für Herbstbasteleien und Dekorationen verwendet werden, nicht aber in der Küche oder Medizin. In Parks und Gärten werden jedoch beide Varianten der Kastanie gerne gepflanzt.

 

Der heilige Baum des Jupiter

Speziell die Edelkastanie wird bereits seit der Antike umfangreich in der Küche und Medizin genutzt. Als Schmiede von Traditionsrezepten wie Kastanienmehl, Kastanienbrot und Kastaniensuppe gilt diesbezüglich die legendäre altgriechische Stadt Sparta.

Darüber hinaus gehören griechische Kräuterkundige wie Hippokrates und Dioskurides zu den Erstbeschreibern der Edelkastanie als Heilpflanze. Die Heilwirkung der Edelkastaniensamen gegen Pferdehusten führten dabei auch zur Namensgebung der Rosskastanie, was häufig für zusätzliche Verwirrung sorgt. Denn als Heilmittel und Futter für Pferde wurde eben nicht die Rosskastanie, sondern die Edelkastanie verwendet.

Eine besondere Bedeutung spielt die Rosskastanie allerdings in der römischen Mythologie. Denn sie war dem Gott Jupiter geweiht. Unnötig zu erwähnen, dass auch die Edelkastanie dementsprechend heilig war.

 

Kastanie, Kastanienöl
Ein dem Jupiter geweihter Extrakt: Kastanienöl

Inhaltsstoffe und Wirkung der Kastanie

Bereits Dioskurides schrieb der Edelkastanie in seiner „Materia Medica“ eine andstringierende Wirkung zu. Kastanienöl wird darum hinsbesondere in der Hautpflege gerne genutzt. Neuere Studien stellte zudem antimikrobielle, antioxidative und entzündungshemende Eigenschaften der Castanea sativa fest.1Diana Pinto, María de la Luz Cádiz-Gurrea, Anna Vallverdú-Queralt, Cristina Delerue-Matos, Francisca Rodrigues: Castanea sativa shells: A review on phytochemical composition, bioactivity and waste management approaches for industrial valorization; in: Food Research International, Volume 144, 2021; PMID: 34053557 Elsevier Zu deren bedeutsamsten Inhaltsstoffen gehören:

  • Betulin
  • Ellagsäure
  • Flavonoide
  • Gerbstoffe
  • Phenole
  • Zink

 

Deutlich hiervon ab weichen die Inhaltsstoffe der Rosskastanie. Zu nennen wäre hier insbesondere ein hoher Gehalt an Saponinen, wobei Aescin als Hauptkomponente gilt. Dieses hat zwar eine venenabdichtende und Ödemen vorbeugende Wirkung, macht den Giftgehalt der Aesculus aber nicht ungeschehen.

Nur vereinzelt erfolgt deshalb eine Verwendung der Rosskastanie als Venenmittel, wobei man aber auf kontrollierte Präparate aus der Apotheke setzen sollte.

 

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Tipp: Extrakte der Edelkastanie eignen sich hervorragend für Hautcremes und Salben.

Kastanie pflanzen – Standort und Ablauf

Während die auch als Esskastanie bekannte Echte Kastanie zu den Buchengewächsen gehört, zählt die Rosskastanie zu den Seifenbaumgewächsen und ist hier die namensgebende Gattung in der Unterfamilie der Rosskastaniengewächse. Ungeachtet ihrer Familienzugehörigkeit sind jedoch beide Kastanien überwiegend auf der Nordhalbkugel zu finden, wo sie mediterrane bis gemäßigte Klimabedingungen bevorzugen.

 

Standort und Boden für Kastanienbäume

Im Garten sind für einen Kastanienbaum sonnige Standorte zu wählen. Mit Blick auf die Wuchshöhen der Kastanien von bis zu 40 m ist darüber hinaus auch ein enormer Platzbedarf zu bedenken. Ein Standort in unmittelbarer Nähe zu Hauswänden oder Grundstücksbegrenzungen ist damit ungeeignet.

Castanea ist ein typischer Tiefwurzler, Aesculus dagegen ein Flachwurzler. Für die Bodenbeschaffenheit spielt dies aber keine Rolle, denn beide Kastanien wünschen sich einen tiefgründigen, frisch-feuchten und gut durchlässigen Boden mit neutralen bis basischen pH-Werten von 6,5 bis 10 Punkten.

Das Substrat der Echten Kastanie sollte zudem einen ausreichend Kalium- und Phosphorgehalt aufweisen und kalkfrei sein. Sehr zu empfehlen sind bei beiden Kastanien sandig-lehmige, kiesig-lehmige oder vulkanische Böden.

Pflanztipp: Der Kastanienbaum fasziniert während seiner Blütezeit durch seine weißen, manchmal auch gelben oder roten Blütenstände. Bei Echten Kastanien sind diese in langen Blütenkätzchen angeordnet. Bei Rosskastanien tummeln sich die Blüten in riesigen Doldenständen. In beiden Fällen empfiehlt sich eine Solitärpflanzung, um den Zierwert der Bäume ins richtige Licht zu Rücken.

Einzelheiten zum Standort für Kastanien

  • Kastanie benötigt im Garten sonnenreiche Standorte und viel Platz
  • gut durchlässiges, tiefgründiges und frisch-feuchtes Standortsubstrat
  • ausreichender Phosphor- und Kaliumgehalt ist ebenfalls wichtig
  • bei Castanea ergänzend auf kalkfreien Boden achten
  • ideal sind sandig-lehmige, kiesig-lehmige oder vulkanische Böden
  • pH-Wert des Bodens: neutral bis basisch, von 6,5 bis 10 Punkte
  • den Kastanienbaum als Solitär zu pflanzen, ist ratsam

 

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Kastanienbäume wachsen sehr ausladend und benötigen darum im Garten ausreichend Platz | © Das Grüne Archiv

Pflanzanleitung für Kastanienbaum

Die Anzucht von Kastanienbäumen ist eine langwierige und nicht immer von Erfolg gekrönte Angelegenheit. Greifen Sie deshalb lieber auf vorgezogene Jungbäume aus der Baumschule zurück. Beim Pflanzen sollten Sie dann wie folgt vorgehen:

1. Schritt – Pflanztermin wählen: Das Frühjahr ist für die Pflanzung von Kastanien der perfekte Zeitpunkt. Achten Sie aber darauf, dass kein Spätfrost mehr droht und legen Sie den Pflanztermin hinter die Eisheiligen.

2. Schritt – Boden vorbereiten: Das Substrat sollte für Ihren Kastanienbaum unbedingt sorgfältig optimiert werden. Graben Sie den Boden daher tiefgründig um, entfernen Sie störende Bodenhindernisse und reichern Sie die Erde mit genügend Kompost, Phosphor und Kalium an. Um die Bodendurchlässigkeit zu verbessern, ist die Einbringung von Sand, Kies oder Vulkanerde ratsam. Danach bereiten Sie ein Pflanzloch vor, das doppelt so groß wie der Wurzelballen der Kastanien sein sollte. Eine Kiesdrainage ist für einen optimalen Wasserablauf sinnvoll.

3. Schritt – Kastanienbaum pflanzen: Ein Pflanzabstand von 8 bis 12 m ist für die ausladenden Kastanienbäume unbedingt nötig. Immerhin können die Bäume im Laufe ihrer 300 bis 600 Jahre langen Lebensspanne eine bis zu 15 m breite Baumkrone entwickeln. Ansonsten ist bei der Pflanzung aber nicht viel zu beachten. Die Veredelungsstelle von veredelten Bäumen sollte etwa 10 cm über dem Erdboden liegen. Nach dem Auffüllen des Pflanzloches mit Erde kann zudem ein Gießrand bei der Bewässerung helfen.

4. Schritt – Kastanienbaum angießen: Die Wurzeln der Kastanie müssen nach der Pflanzung großzügig eingeschlämmt werden. Auf diese Weise lassen sich luftgefüllte Hohlräume im Wurzelwerk vollständig ausmerzen und der Kastanienbaum kann dank der reichen Wassergabe schneller im Boden anwurzeln.

Kurzschritte zum Pflanzen im Überblick:

  • Anzucht ist kompliziert, daher besser Jungbäume pflanzen
  • Pflanztermin für Kastanien: Frühjahr, nach den Eisheiligen
  • zuvor Boden tiefgründig umgraben
  • ggf. Bodenhindernisse entfernen
  • Boden mit Kompost, Phosphor und Kalium anreichern
  • Sand, Kies oder Vulkanerde verbessern Bodendurchlässigkeit
  • Pflanzloch doppelt so groß wie Wurzelballen wählen
  • Kiesdrainage verhindert zusätzlich Staunässe
  • Pflanzabstand: 8 bis 12 m
  • Veredelungsstelle 10 cm über dem Boden liegen
  • abschließend Gießrand formen
  • danach Wurzeln der Kastanie gut einschlämmen

 

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die ziervolle Blüte der Rosskastanie | © Das Grüne Archiv

Kastanie gießen und düngen

Sowohl die flachwurzelnde Ross- als auch die tiefwurzelnde Esskastanie besitzen ein ausgeprägtes Wurzelsystem. Sie versorgen sich nach ihrer Standortetablierung deshalb überwiegend selbst mit Wasser.

Bis der Kastanienbaum aber vollständig im Boden angewurzelt ist, muss gelegentlich eine manuelle Bewässerung erfolgen. Insbesondere in anhaltenden Trockenphasen muss der Baum vor Austrocknung geschützt werden. Staunässe und kalkhaltiges Gießwasser ist bei jedem Gießvorgang zu meiden.

Um den hohen Phosphor- und Kaliumbedarf der Kastanien zu stillen, sind im Frühjahr gezielte Nährstoffgaben von Nöten. Entsprechende Düngemittel, die besagte Nährstoffe enthalten, finden Sie in jedem gut sortierten Gartenhandel.

Alternativ sind auch Kompostdüngungen möglich, wobei auf einen Quadratmeter etwa 1 Liter Kompost ausgegeben wird. Rosskastanien benötigen außerdem genügend Stickstoff, doch auch dieser lässt sich durch organische Düngemittel wie Kompost oder Vogelguano zuführen.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Kastanienbaum versorgt sich meist selbst mit Wasser
  • manuelle nur während Anwachsphase Bewässerung nötig
  • hier vor allem in anhaltenden Trockenphasen gießen
  • kalkhaltiges Wasser ist zur Sicherheit zu meiden
  • keine Staunässe entstehen lassen
  • phosphor- und kaliumhaltige Düngemittel nutzen
  • alternativ organischen Dünger verwenden

 

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Kastanienblätter | © Das Grüne Archiv

Kastanie schneiden und auslichten

In Sachen Schnittnotwendigkeit am Kastanienbaum gibt es unter Gärtnern verschiedene Meinungen. Die Kunst ist es hier, zwischen gesundheitsfördernden und baumschwächenden Schnitten zu unterscheiden.

Das Schneiden von Ästen mit einem Durchmesser von unter 5 cm ist hier kaum bedenklich. Größere Schnittwunden könnten hingegen tatsächlich für eine erhöhte Krankheitsanfälligkeit der Kastanie sorgen.

Als Faustregel gilt: Leichte Erziehungsschnitte sind besser als Radikalschnitte. Trage Sie darum vorrangig tote, stark ausladende und verletzte Kleinäste sowie Wasserreiser. Im Fokus sollte dabei eine solide Stammbasis liegen, die der voluminösen Baumkrone stabilen Halt bietet.

Spezielle Überwinterungsmaßnahmen sind weder an der Rosskastanie noch an der Esskastanie notwendig. Gerade Rosskastanien gelten als äußerst robust und vertragen Temperaturen von bis zu -35 °C. Echte Kastanien sind hier etwas sonnenverwöhnter und könnten sich darum über etwas Rindenmulch im Wurzelbereich freuen. Im Zweifelsfall kann auch ein Weißanstrich vorgenommen werden, der die Rinde der Castanea vor Frostrissen schützt.

Kurztipps zum Schneiden und Überwintern:

  • Kastanien lieber auslichten als zu radikal schneiden
  • vorrangig Äste mit Durchmesser von max. 5 cm kürzen
  • größere Schnittflächen erhöhen Krankheitsanfälligkeit
  • maßgeblich ausladende, tote und geschädigte Äste entfernen
  • bei größeren Formschnitten Fachmann zurate ziehen
  • Rosskastanie überwintert ohne spezielle Schutzmaßnahmen
  • Echte Kastanie schätzt vor Winter Rindenmulch und Weißanstrich

 

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Fruchtstand der Edelkastanie | © Das Grüne Archiv

Interessante Arten Castanea und Aesculus

Sowohl Castanea als auch Aesculus umfassen jeweils etwa 12 Arten. Sie unterscheiden sich neben ihrer Blütenfarbe auch in ihrem Wuchs und ihrer tatsächlichen Winterhärte. Aus diesem Grund nachstehend eine Übersicht zu einigen Arten und Sorten, die man bei uns normaler Weise problemlos pflanzen kann:

 

Edelkastanie (Esskastanie)

Echte Kastanie

SorteBeschreibung
Chinesische Kastanie
Castanea mollissima
Blütezeit: April bis Mai
Blütenfarbe: hellgelbe Ährenkätzchen
Wuchshöhe: 15 bis 20 m
Herkunft: China, Asien
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -35 °C winterhart; Chinesischer Kastanienbaum ist für seinen besonderen Duft bekannt
gute Sorten: 'Ecker', 'Pendula'
Edelkastanie (Esskastanie)
Castanea sativa

Blütezeit: Juni
Blütenfarbe: weiße Ährenkätzchen
Wuchshöhe: 20 bis 35 m
Herkunft: nicht zweifelsfrei geklärt
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: bis -25 °C winterhart; die essbaren Nussfrüchte der Edelkastanie sind auch als Maronen bekannt
gute Sorten: 'Aureomarginata', 'Bouche', 'Brunella', 'Dorée de Lyon', 'Marigoule', 'Nouzillard', 'Variegata'
Japanische Kastanie
Castanea crenata


Blütezeit: April bis Juni
Blütenfarbe: hellgelbe Ährenkätzchen
Wuchshöhe: 12 bis 15 m
Herkunft: Japan, Asien
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -23 °C winterhart

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Die essbaren Nussfrüchte der Edelkastanie sind auch als Maronen bekannt

Rosskastanie

Rosskastanie (Aesculus)

SorteBeschreibung
Chinesische Rosskastanie
Aesculus sinensis
Blütezeit: April bis Juni
Blütenfarbe: weiße Doldenblüten
Wuchshöhe: 13 bis 15 m
Herkunft: China, Asien
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -23 °C winterhart; Chinesische Rosskastanie bildet besonders duftende Blüten aus
Gewöhnliche Rosskastanie
Aesculus hippocastanum
Blütezeit: April bis Mai
Blütenfarbe: weiße Doldenblüten
Wuchshöhe: 25 bis 30 m
Herkunft: Asien, Mittelmeerraum
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -35 °C winterhart; beliebter Park- und Alleebaum
gute Sorten: 'Aureomarginata', 'Digitata', 'Laciniata', 'Monstrosa', 'Pendula', 'Pumila', 'Pyramidalis', 'Variegata'
Japanische Rosskastanie
Aesculus turbinata
Blütezeit: Mai bis Juni
Blütenfarbe: weiße Doldenblüten
Wuchshöhe: 15 bis 20 m
Herkunft: Japan, Asien
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -23 °C winterhart
Rotblühende Rosskastanie
Aesculus rubicunda
Blütezeit: Mai
Blütenfarbe: rosarote, hellrote oder purpurrote Doldenblüten
Wuchshöhe: 15 bis 22 m
Herkunft: kultivar
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -23 °C winterhart; rotblühende Hybridkreuzung aus Gewöhnlicher Rosskastanie und der Roten Rosskastanie aus Nordamerika
gute Sorten: 'Briotii', 'Plantierensis', 'Purpurea'

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Die Kapselfrüchte der Rosskastanie sind zwar ungenießbar, dafür aber sehr dekorativ

 

Mögliche Krankheiten und Schädlinge

Es gibt einige Schadbilder, die sich in den letzten Jahren mehr und mehr an Kastanienbeständen breitmachen. Zu den möglichen Krankheiten zählen hier der Kastanienrindenkrebs, der Kastanienmosaikvirus sowie die Tintenkrankheit, welche durch den Pilz Phytophthora ausgelöst wird.

Die Erkrankungen schädigen entweder die Äste, Veredelungsstellen oder die Wurzeln der Pflanzen. Der Kastanienrindenkrebs wurde dabei durch amerikanische Kastanienarten eingeschleppt, lässt sich aber häufig durch gezielte Pflegeschnitte ausschneiden. Die Tintenkrankheit wiederum reagiert positiv auf eine Behandlung mit Hühnermist. Ein Befall durch den Kastanienmosaikvirus macht dagegen oft das Fällen des Baumes unumgänglich.

Bei den Schädlingen ist vor allem die Rosskastanienminiermotte eine Gefährdung unserer heimischen Arten. Die Motten schwächen den Baum enorm, was wiederum zu einer verringerten Blüte führen kann. Freilaufende Hühner sollen der natürliche Feind der Motte sein und können bei der Bekämpfung helfen.

Bei der Esskastanie können zusätzlich Esskastanienbohrer und Kastanienwickler eine Gefährdung darstellen. Die Schädlinge frisst sich in den Baum und verursachen starke Rind- und Fruchtschäden. Hier kann nur eine Vernichtung der befallenen Früchte, ggf. auch ein Pflanzenschutzmittel weiterhelfen.

 

Fazit

Kastanienbäume sind gerade im Herbst sehr beliebte Gartenbäume, zeigen sich in Sachen Standort- und Pflegeanforderungen aber oft deutlich anspruchsvoller als andere Laubbäume. Wer die Bedürfnisse der Kastanien aber erfüllt, der kann sich nicht nur an einer wunderschönen Blütenpracht, sondern ebenso an teils essbaren, teils dekorativen Nussfrüchten erfreuen.

Mit Blick auf zahlreiche Schadbilder, von denen einige durch amerikanische Kastanienarten eingeschleppt wurden, ist das Pflanzen heimischer oder asiatischer Arten zu bevorzugen. Gute Lichtverhältnisse am Standort sowie der Einsatz von Nützlingen können Krankheiten und Schädlingen ebenfalls vorbeugen.

Studienbelege:

  • 1
    Diana Pinto, María de la Luz Cádiz-Gurrea, Anna Vallverdú-Queralt, Cristina Delerue-Matos, Francisca Rodrigues: Castanea sativa shells: A review on phytochemical composition, bioactivity and waste management approaches for industrial valorization; in: Food Research International, Volume 144, 2021; PMID: 34053557 Elsevier

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