Kresse, Gartenkresse, Lepidium sativum

Kresse – Wirkung, Verwendung und Aussaat

Neulinge in der Kräuterkultur fangen am liebsten mit der Kresse (Lepidium) an, denn sie ist in ihren Standortbedingungen gänzlich unkompliziert. Selbst Kinder lernen schon früh, wie man Keimlinge des würzigen Küchenkraut auf Küchenpapier zieht. Dabei kann Kresse deutlich mehr als nur auf dem Butterbrot gut schmecken.

 

Kresse in der Küche und Medizin

Charakteristisch für die Kresse ist ihr fein-würziger und leicht scharfer Geschmack. Dieser erinnert nicht ohne Grund ein wenig an Rettich und Senf. Sie gehören nämlich wie die Kresse zur Pflanzenfamilie der Kreuzblütengewächse und sind daher eng mit ihr verwandt.

Speziell die Verwandtschaft zum Senf zeigt sich darin, dass aus Arten wie der Dichtblütigen Kresse (Lepidium densiflorum) eine Art Senfersatz hergestellt werden kann. Im Englischen ist sie daher auch als Senfkresse bekannt. Des Weiteren werden besonders scharfe Kressearten gerne als Pfefferersatz genutzt. Hierzu zählen:

  • Feld-Kresse (Lepidium campestre)
  • Pfefferkraut (Lepidium)
  • Virginische Kresse (Lepidium virginicum)

 

Kresse, Gartenkresse, Lepidium sativum
Keimblätter der Gartenkresse | © Das Grüne Archiv

Das ähnliche, scharf-würzige Aroma von Senf, Rettich und Kresse rührt von den für Kreuzblütler typischen Senfölglykosiden her. Gemeinsam mit den pflanzeneigenen Schleimstoffen machen sie aus Kressepflanzen ein echtes kleines Heilwunder mit

  • antibakterieller,
  • atemwegsbefreiender,
  • entzündungshemmender,
  • harntreibender,
  • milchbildender und
  • verdauungsfördernder

Wirkung. Das gilt insbesondere für die Blütenlose Kresse (Lepidium apetalum), die von Plants for a Future als medizinische Heilpflanze anerkannt wurde. Die Kresseart stammt ursprünglich aus Asien und soll selbst bei Asthma und schweren Atemwegserkrankungen wirksam sein.

In der Küche eignen sich Kressearten unter anderem zur Verfeinerung von Salaten, Kräuterquark und sogar zur Herstellung aromatischer Speiseöle. Für letztere verwendet man in der Regel die ausgekeimten Samensprossen der Gartenkresse (Lepidium sativum). In Frühlings- und Osterrezepten der Frankfurter Grünen Soße ist Kresse zudem eine der sieben Kräuterzutaten.

 

Kresse, Gartenkresse, Lepidium sativum
ausgewachsene Kresseblätter | © Das Grüne Archiv

Kresse ist nicht gleich Kresse

Der genaue Geschmack von Kressesorten kann artabhängig variieren. Darüber hinaus sorgen Kressearten sorgen gerne für Verwechslungen. Allein in der Gattung der echten Kressen unterscheiden sich die Wuchsformen der Blätter und Triebe oftmals so sehr, dass man sie auf den ersten Blick teilweise einer anderen Gattung zuschreiben würde.

So besitzt das Pfefferkraut im Gegensatz zum Beispiel längliche Lanzettenblätter, die denen von Johanniskraut ähneln. Üblicherweise sind Kresseblätter an ausgewachsenen Pflanzen eher gelappt und gezahnt. Auch sorgen Beinamen des Pfefferkrauts wie Senfkresse für Verwechslungsgefahr mit der Dichtblütigen Kresse, die den selben Beinamen trägt.

Noch komplizierter wird die Angelegenheit, wenn man sich andere Kressesorten innerhalb der Kreuzblütengewächse ansieht. Es gibt hier insgesamt 10 Kressegattungen:

  • Brunnenkresse (Nasturtium)
  • Felskresse (Hornungia)
  • Gänsekresse (Arabis)
  • Graukresse (Berteroa)
  • Kohlkresse (Furraea)
  • Pfriemenkresse (Subularia)
  • Schaumkresse (Arabidopsis)
  • Schotenkresse (Braya)
  • Sumpfkresse (Rorippa)
  • Turmgänsekresse (Pseudoturritis)

In der Küche ähnlich beliebt wie die echte Kresse ist diesbezüglich die Brunnenkresse. Ein weiterer Stolperstein bei der Bestimmung, denn auch die Kapuzinerkresse heißt im Englischen Nasturtium, und trägt damit fälschlicherweise den wissenschaftlichen Namen der Brunnenkresse.

Brunnenkresse, Echte Brunnenkresse, Nasturtium, Nasturtium officinale
Echte Brunnenkresse (Nasturtium officinale) | © Das Grüne Archiv

Kresse pflanzen und pflegen

Kresse ist in ihrer Kultur recht unkompliziert und anspruchslos. Ähnlich wie die Brunnenkresse gedeiht sie im Grunde überall, wo sie einen ausreichend frisch-feuchten Boden vorfindet. Einziger Wehrmutstropfen ist ihre geringe Winterhärte. Sie sollte daher einen hellen und warmen Standort bekommen, an dem ganzjährig 15 bis 20 °C vorherrschen.

Ein idealer Pflanzkandidat für die Zimmerkultur also. Empfehlenswert ist eine Kultur auf der Fensterbank in der Küche, wobei die Anzucht in der Regel auf feuchtem Küchenpapier erfolgt. Am besten nutzt man hierfür einen sauberen Quarkbecher, denn Lepidium entwickelt sehr lange Keimsprossen, die ab einer gewissen Wuchshöhe ohne kompakte Wuchshilfe leicht knicken.

 

Kresse, Gartenkresse, Lepidium sativum
Kressekultur im Quarkbecher | © Das Grüne Archiv

Säen Sie die Samen einfach auf dem Küchenpapier aus und halten Sie dieses gut feucht. Die Keimung erfolgt normalerweise binnen weniger Tage. Etwa eine Woche nach der Aussaat kann die Kresse dann bereits geerntet werden. Hierfür schneidet man die Keimsprossen blattnah ab und verwendet sie dann frisch für Salate, Quarkspeisen oder als Brotbelag.

Pflanztipp: Wer Kresse im Garten anbauen möchte, nutzt am besten Brunnenkresse. Sie ist robuster und sät sich zuverlässig selbst aus, sodass trotz einjähriger Kultur auch im Folgejahr wieder ein üppiger Austrieb stattfindet.

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