Stielmangold, Mangold, Beta vulgaris subsp. vulgaris

Mangold – Anbau, Pflege und Ernte

Seine Stiele erinnern ein wenig an Rhabarber. Allerdings ist er mit diesem nicht näher verwandt. Stattdessen gehört Mangold (Beta vulgaris subsp. vulgaris) zur selben Gattung wie Rote Beete und Zuckerrüben. Genauer gesagt, sind die drei Gemüsearten im Grunde nur verschiedene Varianten der Wilden Rübe. Mangold erkennt man dabei vor allem an seinen kräftig rot, weiß oder gelb gefärbten Blattrippen. Wie sie die farbenfrohe Gemüsepflanze im Freiland am besten anbauen, und was es bei der Pflege des Mangolds zu beachten gibt, haben wir in diesem Ratgeber für Sie zusammengefasst.

Wissenswertes: Auch wenn es sich bei Mangold um Blattgemüse handelt, gehört er wie Rote Beete und Zuckerrüben zur Gattung der Rüben (Beta). Da er im Grunde lediglich die Pflanzenstängel der Wilden Rübe bildet ist er im Volksmund auch unter dem Namen Krautstängel bekannt.

 

Mangold anbauen – Standort und Ablauf

Der widerstandsfähige Mangold gehört wie alle Rübenarten zur Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Unterschieden wird Mangold dabei hauptsächlich in Stiel- und Schnittmangold. Letzterer ist auch als Ziermangold bekannt, da seine farbenfroh gezeichneten Blätter nicht nur essbar sondern auch sehr dekorativ sind. Stielmangold, oder Krautstiel, wie er in der Schweiz genannt wird, liefert zusätzlich zum Blattgemüse auch noch aromatische Pflanzenstiele. Diese können ebenfalls als Gemüsezutat verwendet werden.

 

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Geht es nun um den Mangoldanbau im Freiland, kann der Gemüsepflanze zum Glück absolute Winterhärte bescheinigt werden. Dennoch bevorzugen Stielmangold und Schnittmangold einen sonnigen bis halbschattigen Standort, der nach Möglichkeit windgeschützt sein sollte.

Da Mangold tiefe Pfahlwurzel austreibt, ist ferner ein gut aufgelockertes und tiefgründiges Substrat wichtig. Dieses ist im Idealfall humos, nährstoffreich und besitzt einen leicht basischen pH-Wert von 6,0 bis 7,5. Mit Blick auf die den ausladenden Wuchs des Mangolds empfehlen sich Nachbarpflanzen wie Hülsenfrüchte, Kohl, Möhren, Radieschen und Rettich, deren oberirdisches Wachstum sich einigermaßen in Grenzen hält. Spinat sollte man dagegen nicht in direkter Nachbarschaft zu Schnitt- und Stielmangold anbauen.

Anbautipp: Mangold oder Krautstiel weist eine leichte Unverträglichkeit gegenüber Pflanzen derselben Familie auf. Aus diesem Grund sollten neben Spinat auch Rote Beete und Zuckerrüben nicht in seiner Nähe stehen. Mit In Sachen Fruchtfolge empfiehlt sich eine Anbaupause von 5 Jahren.

 

Einzelheiten zum Standort für Mangold:

  • Schnitt- / Stielmangold bevorzugen sonnige bis halbschattige Standorte
  • eine windgeschützte Lage ist zu empfehlen
  • humosen, nährstoffreichen und tiefgründigen Boden wählen
  • Substrat mit Kompost vordüngen
  • pH-Wert des Bodens: leicht basisch, von 6,0 bis 7,5 Punkten
  • Pflanznachbarn: Radieschen, Rettich, Möhren, Buschbohnen, Kohl
  • Spinat, Rote Beete und Zuckerrübe sind als Beetnachbarn ungeeignet
  • Mangold erst nach 5 Jahren wieder am selben Standort anbauen

 

Pflanzanleitung für Mangold

1. Schritt – Aussaattermin: Der Aussaattermin für Mangold ist abhängig vom gewünschten Erntezeitpunkt. Für eine Ernte im Frühsommer können die Samen bereits Mitte April, in kühleren Regionen im Mai nach den Eisheiligen ausgebracht werden. Soll Mangold bis zum Herbst wachsen, so empfiehlt sich eine Aussaat von Juli bis Mitte August.

2. Schritt – Bodenvorbereitung: Damit der Mangoldanbau im Freiland gelingt sollte das Standortsubstrat im Herbst vor der Aussaat tiefgründig aufgelockert und mit Kompost versehen werden. Bis zum Anbau haben die Nährstoffe dann genügend Zeit, um sich im Boden abzusetzen. Damit die Pfahlwurzeln des Mangolds später nicht auf Bodenhindernisse stoßen, sind zudem größere Steine, Wurzelreste und dicke Erdklumpen aus dem Boden zu entfernen.

3. Schritt – Aussaat des Mangolds: Die Aussaat von Schnitt- und Stielmangold erfolgt im Freiland in Reihen. Der Pflanzabstand zu anderen Gewächsen beträgt 40 cm, die Saattiefe etwa 3 cm. Setzen Sie je 2 bis 3 Samen gemeinsam in ein Pflanzloch. Dieses wird im Anschluss mit Erde bedeckt und die Anzucht bis zur Keimung konstant feucht gehalten.

4. Schritt – Pikieren der Jungpflanzen: Die Keimung der Mangoldsamen sollte nach 1 bis 2 Wochen einsetzen. Sobald die Jungpflanzen eine stattliche Größe erreicht haben, wird ggf. ein Umsetzen notwendig, um den Pflanzabstand von 40 cm weiter einhalten zu können. Gehen Sie hierbei behutsam vor, um die Pfahlwurzeln beim Ausgraben des Mangolds nicht zu beschädigen.

Kurzschritte zur Aussaat im Überblick:

  • Aussaattermin: je nach Sorte von Mitte April bis Mitte August
  • Boden im Herbst vor dem Anbau tiefgründig lockern
  • anschließend Kompost untermischen
  • auch störende Hindernisse im Boden sind vorab zu entfernen
  • Pflanzabstand bei der Aussaat: 40 cm / Saattiefe: 3 cm
  • nach Ausbringung der Samen Boden bis zur Keimung feucht halten
  • Keimlinge 1 – 2 Wochen nach Anbau pikieren

 

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Mangold im Beet | © Das Grüne Archiv

 

Mangold gießen und düngen

Schnitt- und Stielmangold brauchen neben einem warmen Klima am Standort vor allem ausreichend Wasser, um kräftig wachsen zu können. Daher sollte die Pflanze vor allem in den heißen Sommermonaten regelmäßig bewässert werden. Außerdem kann das Austrocknen des Bodens durch ein Mulchen mit Rasenschnitt oder Rindenmulch verhindert werden.

Monatliche Düngungen mit Hornspänen oder Brennnesselschnitt verschaffen dem Mangold wichtige Nährstoffe. Das Wachstum der Pflanze wird zusätzlich durch das regelmäßige Entfernen von welken Blättern und Unkraut unterstützt. Weitere Pflegemaßnahmen sind für die Varianten des Mangolds nicht nötig.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Mangold benötigt vor allem im Sommer sehr viel Wasser
  • Mulchen schützt zusätzlich vor Austrocknung
  • Düngung erfolgt während der Wachstumsphase monatlich
  • Unkraut und welke Blätter stetig entfernen

 

Mangold ernten und lagern

Die Ernte des Mangolds erfolgt je nach Sorte von Juli bis September hinein. Stielmangold ernten Sie hierbei durch das Abschneiden der äußersten Blätter nach Bedarf. Die Blätter des Schnittmangolds werden ebenso von außen mit einem Messer knapp über dem Boden abgetrennt.

Meistens wird Mangold bereits im ersten Pflanzjahr komplett abgeerntet, sodass sich keine Blütenstände bilden. Allerdings treibt gerade der winterharte Schnittmangold im Frühling schnell wieder nach und lässt sich dann im zweiten Jahr sogar vor Sommerbeginn erneut ernten. Voraussetzung ist hier aber, den Mangold mindestens 10 cm hoch in den Winter gehen zu lassen.

Am besten schmeckt Mangold, wenn er unmittelbar nach der Ernte zubereitet wird. Die Blätter und Stiele lassen sich im Kühlschrank nämlich nur wenige Tage einlagern. Größere Mengen Mangold sollte man deshalb für eine längere Lagerung zerkleinern, blanchieren und anschließend einfrieren. Neben den Stielen und Blättern der Pflanze kann auch die Mangoldwurzel als Wurzelgemüse zubereitet werden.

Kurztipps zu Ernte und Lagerung:

  • Erntezeit für Mangold: Juli bis September
  • Ernte erfolgt durch bodennahes Abschneiden der Blattstiele
  • Mangold ist winterhart und treibt im Folgejahr wieder aus
  • Lagerung von Krautstiel im Kühlschrank nur kurzfristig möglich
  • für längere Haltbarkeit Mangold klein schneiden und blanchieren
  • danach kann das Gemüse problemlos eingefroren werden

 

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Stielmangold ‚Genfer Krautstiel‘ | © Das Grüne Archiv

Gute Sorten von Beta vulgaris subsp. vulgaris

Schnitt- und Stielmangold gleichermaßen gut in der Küche verwenden. Einziger Unterschied ist, dass die Stiele des Stielmangolds etwas üppiger wachsen als die des Schnittmangolds, der wiederum wesentlich ausladendere Blätter entwickelt. Damit sie künftig eine Übersicht zu Merkmalen und Sorten der beiden Mangoldvarianten haben, hier eine kleine Zusammenfassung:

SorteBeschreibung
Schnittmangold (Blatt- oder Ziermangold)
Beta vulgaris subsp. vulgaris var. cicla
Erntezeit: Juli bis September
Besonderheiten: besonders schmuckvolle Krausblätter und Stiele in weißer, gelber oder rötlicher Färbung; Schnitt- bzw. Blattmangold wird auch als Zierpflanze verwendet
gute Sorten: 'Bright Lights', 'Charlie', 'Erbette', 'Fantasy', 'Gelber Schnitt', 'Grüner Schnitt', 'Lucullus', 'Roter Schnitt', 'Verde Da Taglio', 'Vulkan', 'Weiße Bohnen', 'Weißer Schnitt'
Stielmangold (Krautstiel)
Beta vulgaris subsp. vulgaris var. flavescens
Erntezeit: Juli bis September
Besonderheiten: besonders lange Stiele mit weißer oder rötlicher Färbung; Stielmangold hat ein stärkeres Aroma als Sorten des Schnittmangolds
gute Sorten: 'Amarilla de Lyon', 'Brigt Lights', 'Bright Yellow', 'Feurio', 'Five Colours', 'Genfer Krautstiel', 'Glatter Silber', 'Rhubarb Chard', 'Verde a costa Bianca'

 

 

Mangold – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

Mangold ist eine robuste Pflanze, die kaum von Erkrankungen oder Schädlingen geplagt wird. Lediglich Pilzerkrankungen wie die Blattfleckenkrankheit oder der Falsche Mehltau können die Blätter der Gemüsepflanze hin und wieder schädigen. Beiden Schadbildern lässt sich durch einen ausreichenden Pflanzabstand und die Einhaltung der Fruchtfolge vorbeugen. Selten wird Mangold auch von Blattläusen befallen, gegen die das Spritzen der Pflanze mit Brennnesselsud oder der Einsatz von Marienkäfern aber schnelle Abhilfe schafft.

 

Fazit

Mangold ist ein vitaminreiches Gemüse mit vielen Mineralien. Sie bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit ausreichender Bewässerung. Durch regelmäßige Düngung und Gießgänge bringt Mangold von Juli bis Herbst hohe Erträge ein. Außerdem gilt das Gemüse als gut winterhart und erfreut manchmal schon im zeitigen Frühjahr mit einer zweiten Ernte. Da Mangold kaum anfällig gegenüber Schädlingen oder Erkrankungen ist, eignet sich der Anbau dieser Pflanze auch für Gartenanfänger. Dies ist gerade dann interessant, wenn Sie ihre Gemüsebeete im Freiland mit einem farbenprächtigen und leckeren Blattgemüse bereichern möchten.

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