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Moosfarn – Weder Moos noch Farn

Beim Moosfarn (Selaginella) weiß man irgendwie nicht so recht, ob man ihn nun den Moosen, Farnen oder gar den Koniferen zuordnen soll. Seine Standortvorlieben, ebenso wie seine geringe Wuchshöhe von gerade einmal 2 bis 20 cm erinnern beispielsweise stark an Moose, wohingegen seine geschuppten Blätter wie eine Mischung aus Farn und Nadelgehölzen wie dem Buchsbaum oder der Tanne anmuten.

Tatsächlich gehört Moosfarn aber zu keiner der drei Pflanzengruppen, sondern bildet eine eigenständige Pflanzenfamilie der Moosfarngewächse (Selaginellaceae), innerhalb derer er die einzige Gattung stellt und die ihrerseits wiederum die einzige Familie in der Ordnung der Moosfarnartigen (Selaginellales) ist. Ganz schön viel Wirbel um so ein kleines Pflänzchen. Die Sonderstellung innerhalb der Pflanzenfamilien ist jedoch gerechtfertigt und hilft, die über 700 verschiedenen Arten der Moosfarne besser zu typisieren.

 

Besonderheiten der Moosfarngewächse

Moosfarne gehören zu den sogenannten Bärlapppflanzen. Diese zählen mit einer Entstehungsgeschichte von über 350 Millionen Jahren zu den ältesten Pflanzenarten der Welt, wobei sie zu Beginn ihrer Entstehung meist noch baumförmig bis zu 40 m hoch wuchsen.

Heute existieren von den Bärlapppflanzen hingegen fast nur noch kleinwüchsige Vertreter. Selaginella ist eine davon. Ihr Name leitet sich von der wissenschaftlichen Bezeichnung des Tannen-Bärlapp (Lycopodium selago) ab. Ein weiterer Vertreter der Bärlapppflanzen und in gewisser Weise der große Bruder des Moosfarns. Die nadelschuppige Wuchsform des Tannen-Bärlapps ist denen der Moosfarne nämlich sehr ähnlich, wobei die Schuppen bei Selaginella so klein sind, dass ihre Wuchsform von weitem weniger an ein Nadelgehölz, sondern vielmehr an einen Moosteppich oder Miniaturfarn erinnert.

 

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Das Erscheinungsbild der Moodfarne erinnert stark an Nadelgehölze wie die Tanne oder den Lebensbaum | © Das Grüne Archiv

Ein Glücksmoos zu Neujahr

Für den Menschen haben die weichen Moosfarnschuppen eine ganz besondere Bedeutung. Denn ähnlich dem Glücksklee werden Arten der Selaginella um Silvester bzw. Neujahr vermehrt unter dem Namen Glücksmoos oder Silvestermoos verkauft. Selbst Schmuckstücke mit in Glas gefassten Pflanzenteilen des Moosfarns als Anhänger sind keine Seltenheit.

Die Pflanze steht in diesem Zusammenhang symbolisch für einen „weichen Fall“ ins neue Jahr und soll dem Beschenkten folglich Glück für die Zukunft bringen. Auch im Terrarien- und Aquarienhandel werden Selaginellaceae sehr gerne angeboten, lässt sich mit ihnen doch hervorragend ein urzeitliches Flair für exotische Kunstlandschaften im Glaskasten arrangieren. Berücksichtigen sollte man hier aber die individuellen Standortbedingungen verschiedener Moosfarnarten.

 

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Marten’s Moosfarn (Selaginella martensii) ist eine beliebte Glücksmoos-Art | © Das Grüne Archiv

Tropische und subtropische Moosfarne

Wie die meisten Bärlapppflanzen entstanden die Vorläufer des Moosfarns vor gut 300 Millionen Jahren in den urzeitlichen Tropenwäldern. Auch heute noch liebt so manches Moosfarngewächs ein feuchtwarmes Klima. Diverse Selaginellaceae sind deshalb nach wie vor in den tropischen bis subtropischen Regionen der Nord- oder Südhalbkugel anzutreffen.

Ein gutes Beispiel ist hier der als Regenschirmfarn bekannte Pfauen-Moosfarn (Selaginella willdenowii). Er nennt die asiatischen Tropen seine Heimat und ist auf ein konstant feuchtes und warmes Standortklima angewiesen. Für ein Aquarium scheint Pfauen-Moosfarn also wie geschaffen.

Doch Vorsicht, feucht-warm bedeutet nicht staunass. Steht Selaginella willdenowii dauerhaft unter Wasser, sterben die zarten Luftwurzeln der feingliedrigen Pflanze schnell ab. Besser ist es daher, den Pfauen-Moosfarn oberhalb der Wassergrenze, auf einem feuchten Aquariengestein oder im Terrarium mit konstanter Luftfeuchte zu kultivieren.

Ähnliche Standortbedingungen haben auch Bleicher Moosfarn (Selaginella pallescens) und Marten’s Moosfarn (Selaginella martensii). Sie stammen beide aus Mittel- und Südamerika, wo sie wie der Pfauen-Moosfarn feucht-warme Standorte bevorzugen. Die beiden Moosfarngewächse unterscheiden sich von ihrem feingliedrigen Artgenossen durch ihre robusteren und buschigeren Schuppenblätter.

Die Pflanzen freuen sich deshalb über etwas humoseren Untergrund, der ihrem kräftigen Wuchs die nötigen Nährstoffe spendet. Generell sind für tropische Selaginellaceae organische, feuchte, gut durchlässige und humusreiche Torf–Lehmböden zu empfehlen. Dabei sind folgende Gestaltungsideen besonders interessant:

  • Aquarium (darf nicht dauerhaft feucht stehen)
  • Terrarium
  • Vivarium
  • Hydrotopf
  • Beistell- und Bonsaischalen
  • Flaschengärten
  • Randbereiche in Gewässernähe

 

Moosfarn im ewigen Terrarium

Trockenheitsliebende Moosfarne

Einige Moosfarnarten haben sich im Laufe der Jahrmillionen an karge und unwirtliche Standorte angepasst. So bevorzugt die Unechte Rose von Jericho (Selaginella lepidophylla) zum Beispiel die kargen Wüstengebiete Mittelamerikas, wo sie als wechselfeuchte Pflanze monatelang ohne jedwede Wasserversorgung auskommt. In dieser Zeit rollt der Überlebenskünstler unter den Moosfarnen seine oberirdischen Pflanzenteile zu einem dichten Ballen zusammen, um Energie zu sparen.

Ergänzend stellt Selaginella lepidophylla zu Energiesparzwecken auch ihre Chlorophyllproduktion ein, was die Schuppenblätter braun und welk erscheinen lässt. Sobald der augenscheinlich vertrocknete Pflanzballen aber mit Wasser in Berührung kommt, entfaltet die Unechte Rose von Jericho sofort erneut ihr frisches Grün und wächst weiter. Sie wird daher nicht ohne Grund als „Auferstehungspflanze“ bezeichnet.

Verwechselt wird dieser Wiederbelebungsprozess der Selaginella lepidophylla oft mit der physikalischen Entfaltungsreaktion tatsächlich toter Exemplare der Echten Rose von Jericho (Anastatica hierochuntica).

 

Echte und Falsche Rose von Jericho im Vergleich

Selbst im Handel wird der Moosfarn häufig als solche verkauft. Die aus Arabien, Nordafrika und Südwestafrika stammende Pflanze ist im Gegensatz zur Unechten Rose von Jericho aber keine wechselfeuchte Pflanze. Erscheint sie also vertrocknet und abgestorben, ist sie es auch. Ihre „Auferstehung“ bei Wasserzufuhr beruht lediglich auf einer besonderen Wasserspannung ihrer toten Pflanzenzellen. Für eine Kultivierung an trockenen Standorten eignet sich demnach die Falsche Rose von Jericho. Schöne Gestaltungsmöglichkeiten sind diesbezüglich:

  • Steingärten
  • Mediterrangärten
  • Trockenterrarien
  • Trockenschalendekoration
  • Pflanzsteine
  • Holzunterlagen

 

Winterharte Moosfarne für den Garten

Die meisten Moosfarne überleben den Winter in unseren gemäßigten Breitengraden nur, wenn ihre tropisch-warme, beziehungsweise trocken-karge Heimat während der kalten Jahreszeit ausreichend am Hausstandort simuliert wird. Überwinterungstemperaturen von 5 bis 10 °C sind für sie nicht verhandelbar.

Allerdings gibt es einige Ausnahmen, die bei uns selbst Minusgrade problemlos im Freien überstehen. Hierbei handelt es sich zumeist um in Europa heimische Moosfarngewächse, wie den Dornigen Moosfarn (Selaginella selaginoides) oder Schweizer Moosfarn (Selaginella helvetica). Wie für Selaginellaceae üblich, gedeihen diese Moosfarne sehr bodennah und zaubern mit ihren dornigen bis mosaikähnlichen Schuppenverzweigungen einmalige Effekte auf jeden Gartenboden. Dabei schätzen sie meist steinig-lehmigen und frisch-feuchten Untergrund, der nicht allzu extremer Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist.

Auch einige aus Amerika stammende Arten des Moosfarns, zum Beispiel der nordamerikanische Wiesen-Moosfarn (Selaginella apoda), werden in unseren Breitengraden gelegentlich beim Verwildern beobachtet. Hier sollte man im Winter jedoch zur Sicherheit ein Zimmerexemplar kultivieren, denn das Überleben im Freiland ist hier nicht gesichert. Generell lässt sich mit winterharten Moosfarnen im Garten sehr vielseitig gestalten. Denkbar ist unter anderem eine Pflanzung an folgenden Standorten:

  • Waldgarten
  • Wild- oder Naturgarten
  • Steingarten
  • Uferstandorte (v.a. Felsvorsprünge)
  • Trockenmauern
  • Sumpfgebiete
  • Moorbeete
  • basenreicher Mager- und Trockenrasen

 

Moosfarn pflanzen – Standort und Ablauf

Dank ihres immergrünen und meist recht buschigen Blattwerks sind gerade kleinwüchsige Arten der Selaginella beliebte Zimmerpflanzen. Dabei gedeihen Moosfarne wie erwähnt überwiegend in feuchten Tropenwäldern. Lediglich fünf Arten der Selaginella sind auch in Mitteleuropa heimisch und damit winterhart. Aus diesem Grund wird Selaginella meist nur als Zimmerpflanze gehalten. Hier kommt Selaginella besonders gut in Pflanzampeln und Hängetöpfen zur Geltung.

Ebenso werden die feuchtigkeitsliebenden Gewächse gerne in Aquarien, Hydrokulturen oder Terrarien gepflanzt. Hier muss man allerdings darauf achten, den Moosfarnen keine dauerhaften nassen Standorte zuzuweisen. Die wenigen winterharten Arten hingegen bilden durch ihren niederlegenden Wuchs frischgrüne Bodendecker und Fassadenbegrünungen.

Bis auf einige Ausnahmen bevorzugt Selaginella helle bis halbschattige Standorte, die über feuchten Boden, eine hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen von durchschnittlich 20 °C verfügen. Als Substrat eignet sich eine Mischung aus zwei Teilen Blumenerde und einem Teil Tongranulat, das die Erde gut durchlässig macht. Am besten gedeiht Selaginella in einem Tontopf mit Bodenöffnung, durch die überschüssiges Wasser zügig abfließen kann. Da viele Moosfarne empfindlich auf Kalk reagieren, sollte der pH-Wert des Substrates zwischen 6,0 und 8,0 Punkten liegen.

Wichtig: Auf keinen Fall dürfen Arten des Moosfarns unmittelbar in der Nähe einer Heizung oder an einer vollsonnigen Fensterbank stehen, kann der Wurzelballen hier doch rasch austrocknen.

Einzelheiten zum Standort für Moosfarn:

  • Selaginella bevorzugt hellen oder halbschattigen Standort
  • ein feuchtes, durchlässiges Substrat ist wichtig
  • auch hohe Luftfeuchtigkeit sollte gegeben sein
  • ideal ist Mischung aus Blumenerde + Tongranulat
  • Boden-pH-Wert: 6,0 bis 8,0
  • es gibt nur etwa 5 winterharte Moosfarn-Arten
  • alle anderen Arten werden als Zimmerpflanzen gehalten
  • diese bitte nicht in unmittelbarer Nähe zur Heizung stellen

 

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Moosfarne stehen gerne etwas schattiger | © Das Grüne Archiv

Pflanzanleitung für Moosfarne

Im Handel können Sie Moosfarne in zahlreichen verschiedenen Sorten erwerben. Je nach Sorte lassen sich die Gewächse als Zimmerpflanzen oder Freilandpflanzen kultivieren. Ungeachtet der Standortvorlieben gehen Sie bei der Pflanzung wie folgt vor:

1. Schritt – Wahl des Pflanztermins: Das Umtopfen von Selaginella in ein neues Pflanzgefäß kann im Frühjahr erfolgen. Viele vorgezogene Pflanzen werden in einem viel zu kleinen Topf verkauft, weshalb oftmals schon direkt nach dem Kauf ein Umtopfen notwendig ist.

2. Schritt – Bodenvorbereitung: Vor der Pflanzung wird das Pflanzgefäß oder Gartenbeet mit einer Mischung aus Blumenerde und Tongranulat (Verhältnis 2:1) gefüllt. Heben Sie anschließend eine Kuhle aus, die in etwa der Größe des Wurzelballens entspricht. Bei Topfpflanzungen ist es wichtig, einen Topf mit ausreichend großen Ablauföffnungen zu wählen, um später Staunässe zu vermeiden.

3. Schritt – Pflanzung des Moosfarns: Lösen Sie den Moosfarn vorsichtig aus seinem Topf und pflanzen Sie ihn in das vorbereitete Erdgemisch eingepflanzt. Der Wurzelballen wird vollständig mit Erde bedeckt und diese vorsichtig angedrückt. Abschließend muss Selaginella ausreichend gewässert werden.

Kurzschritte zur Pflanzung im Überblick:

  • Pflanztermin: Frühjahr
  • Erdgemisch aus Blumenerde und Tongranulat (2:1)
  • Pflanzgefäße müssen Abflusslöcher aufweisen
  • Pflanzloch sollte so groß wie der Wurzelballen sein
  • nach Pflanzung Erde vorsichtig andrücken
  • danach Selaginella ausreichend wässern

 

Pflege des Moosfarns – Gießen und Düngen

Gießen Sie Selaginella nie von oben, sondern füllen Sie die Unterschale regelmäßig mit frischem Wasser. Wenn sich der Moosfarn nach einer halben Stunde ausreichend vollgesaugt hat, sollte das überschüssige Wasser wieder aus der Unterschale entfernt werden. Um die benötigte Luftfeuchtigkeit für den Moosfarn zu erzielen, können Sie das Pflänzchen zudem täglich mit leicht warmem Wasser einsprühen. Genutzt wird für sämtliche Befeuchtungsmaßnahmen zimmerwarmes, kalkarmes Wasser.

Nach dem ersten Standjahr freuen sich Arten des Moosfarns von April bis September über zweimonatige Düngungen. Hierzu verwenden Sie am besten flüssigen, halbkonzentrierten Orchideendünger, der den Ansprüchen der kleinen Tropenpflanze am besten gerecht wird.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • zur Bewässerung Unterschale mit Wasser füllen
  • danach Selaginella ½ Stunde vollsaugen lassen
  • Überschüssiges Wasser anschließend ausschütten
  • kalkarmes, zimmerwarmes Wasser
  • Staunässe ist zu vermeiden
  • zweimonatliche Düngung mit Orchideendünger

 

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Bleicher Moosfarn (Selaginella pallescens) | © Das Grüne Archiv

Pflege des Moosfarns – Umtopfen und Vermehren

Im Frühjahr kann der Moosfarn in ein größeres Pflanzgefäß umgetopft werden, sofern es ihm in seinem alten Topf zu eng geworden ist. Dabei sollte auch das Substrat komplett ausgetauscht werden.

Da das Pflänzchen nach dem Umtopfen etwas empfindlich gegenüber Bodenfeuchte ist, empfiehlt es sich, das Gießen in den ersten zwei Wochen nach dem Umtopfen auszusetzen. Stattdessen sollte Selaginella täglich vorsichtig mit Wasser besprüht werden.

Vermehrung durch Teilung oder Stecklinge: Selaginella kann am besten durch Teilung seines Wurzelballens vermehrt werden. Nehmen Sie die Wurzelteilung am besten während dem Umtopfen vor oder graben Sie gartentaugliche Moosfarngewächse zu diesem Zweck vorsichtig aus. Einige Arten bilden auch Wurzelbüschel aus, die wie ein Steckling von der Mutterpflanze getrennt und anschließend in Anzuchterde eingepflanzt werden können.

Kurztipps zum Umtopfen und Vermehren:

  • Umtopfen des Moosfarns erfolgt im Frühjahr
  • Substrat komplett austauschen
  • nach Umtopfen 2 Wochen lang nur leicht besprühen
  • Vermehrung durch Teilung im Zuge des Umtopfens
  • alternativ ist bei einigen Arten Stecklingsvermehrung möglich

 

Moosfarn überwintern – so klappt‘s

In den Wintermonaten gehen Moosfarngewächse in ihre Vegetationspause über. Werden sie als Zimmerpflanzen gehalten ist hier für moderat warme Raumtemperaturen von 10 bis 15 °C zu sorgen. Auch sollte Zimmermoosfarn während der Winterzeit nicht mehr bewässert, sondern nur noch besprüht werden. Hierfür benötigt die Pflanze Temperaturen von 10 bis 15 °C und sollte nur noch besprüht werden. Winterharte Exemplare des Moosfarns bestehen im Garten hingegen problemlos. Eine leichte Abdeckung aus Stroh ist für sie ausreichend.

 

Interessante Arten der Selaginella

Einige Arten des Moosfarns sind bei uns äußerst berühmt. Hierbei handelt es sich unter anderem um das sogenannte Glücksmoos oder Silvestermoos, das zu Silvester gerne als Glücksbringer für einen „sanften Fall“ ins neue Jahr verschenkt wird.

Entsprechende Arten der Selaginella stellen diesbezüglich zum Beispiel Marten’s Moosfarn (Selaginella martensii) und der Pfauen-Moosfarn (Selaginella willdenowii). Ebenfalls sehr beliebt ist die Unechte Rose von Jericho (Selaginella lepidophylla). Sie wird gerne als Alternative zur Echten Rose von Jericho verkauft. Den beiden Pflanzen ist gemeinsam, dass ausgetrocknete Exemplare nach der Zugabe von Wasser eindrucksvolle Wiederbelebungsreaktionen zeigen.

Allerdings kann nur Selaginella lepophylla nach einer scheinbaren Austrocknung wirklich neu ergrünen und einen neuen Vegetationszyklus beginnen. Bei Anastatica hierochuntica ist die vermeintliche „Auferstehung“ hingegen nur eine chemische Reaktion der tatsächlich toten Blätter auf Feuchtigkeit.

Insgesamt unterscheiden sich Moosfarne bisweilen sehr stark in ihren Standortvorlieben und somit auch in ihren Verwendungsmöglichkeiten. Die nachstehende Übersicht verrät ihnen deshalb, worauf es ankommt:

ArtEigenschaften
Bleicher Moosfarn
Selaginella pallescens
Heimat: Mittel und Südamerika
Eignung für Freilandkultivierung: schlecht
Besonderheiten: tropischen Ursprungs; benötigt feucht-warme Standorte und ist nicht winterhart
Verwendungsmöglichkeiten: beliebte Aquarien- und Terrarienpflanze, Kultivierung im Hydrotopf oder Flaschengarten ist denkbar
Dorniger Moosfarn
Selaginella selaginoides
Heimat: Europa
Eignung für Freilandkultivierung: sehr gut
Besonderheiten: winterhart; bevorzugt lichtreiche, kalkhaltige, humose und steinige Böden
Verwendungsmöglichkeiten: beliebt in Waldgärten, Naturgärten, Sumpf- und Moorbeeten
Gezähnter Moosfarn
Selaginella denticulata
Heimat: Südeuropa
Eignung für Freilandkultivierung: mäßig
Besonderheiten: nur bedingt winterhart; bevorzugt schattige Standorte
Verwendungsmöglichkeiten: wird besser als Zimmerpflanze oder als Sommerbepflanzung im Mediterrangarten gehalten
Marten's Moosfarn
Selaginella martensii
Heimat: Mexiko
Eignung für Freilandkultivierung: schlecht
Besonderheiten: tropischen Ursprungs; bevorzugt feucht-warme und halbschattige Standorte
Verwendungsmöglichkeiten: Arten dieses Moosfarns werden als Zimmer- und Aquarienpflanzen gehalten oder unter dem Namen Glücksmoos bzw. Silvestermoos als Neujahrsglücksbringer gehandelt
Pfauen-Moosfarn
Selaginella willdenowii
Heimat: Asien
Eignung für Freilandkultivierung: schlecht
Besonderheiten: entstammt den asiatischen Tropen und benötigt feucht-warmen Zimmerstandort
Verwendungsmöglichkeiten: beliebte Terrarien- und Aquarienpflanze; wird zu Neujahr als Silvester- oder Glücksmoos verkauft
Schweizer Glücksfarn
Selaginella helvetica
Heimat: Europa, Asien
Eignung für Freilandkultivierung: sehr gut
Besonderheiten: winterhart; bevorzugt halbschattige und steinige Standorte
Verwendungsmöglichkeiten: gut für Steingärten, Waldgärten, Wildgärten oder Trockenmauern
Unechte Rose von Jericho
Selaginella lepidophylla
Heimat: Mittelamerika
Eignung für Freilandkultivierung: schlecht
Besonderheiten: Steppen- und Wüstenmoosfarn; außergewöhnlich trockenheitsresistent
Verwendungsmöglichkeiten: muss im Haus überwintern, wobei im Sommer eine Pflanzung im Steingarten möglich ist

 

Moosfarne – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

Moosfarne sind Schädlingen gegenüber sehr widerstandfähig. Durch Staunässe kann es an den Wurzeln der Pflanze allerdings zu Wurzelfäule kommen, welche die Pflanze schnell eingehen lässt. Ist es bereits zu faulenden Wurzeln gekommen, so können Sie versuchen, diese abzutrennen und die Pflanze in frisches, trockenes Substrat umzupflanzen. Eine garantier für das Überleben des Moosfarns gibt es dabei allerdings nicht. Vorbeugend muss überschüssiges Gießwasser darum immer entfernt werden.

 

Fazit

Arten des Moosfarns sind meist niedrigwachsende, immergrüne Pflanzen, die sich vor allem für eine Pflanzung in Pflanzgefäßen, Terrarien und Aquarien eignen. Nur wenige Moosfarne sind winterhart und können im Garten gepflanzt werden. Zu empfehlen sind diesbezüglich vor allem in Europa heimische Arten, die sich wunderbar in Wild- und Naturgartenkonzepten machen.

Als Zimmerpflanzen benötigen Moosfarne meist einen hellen bis halbschattigen Standort, hohe Luftfeuchtigkeit sowie Temperaturen von ca. 20 °C. Beim Gießen ist hier Vorsicht geboten, denn wenngleich Selaginella feuchten Untergrund liebt, kann Staunässe schnell zu Wurzelfäule führen. Nehmen Sie deshalb besser eine Sprühflasche zur Hand, um frisch-feuchte Standortbedingungen zu generieren.

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