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Patchouli (Patschuli) – Wirkung, Inhaltsstoffe und Kultur

Patchouli, eingedeutscht Patschuli (Pogostemon) ist in jedweder Hinsicht eine außergewöhnliche Pflanze. Einerseits fasziniert das Gewächs durch seinen aromatischen Duft, eine äußerst vielseitige Heilwirkung sowie die ziervollen Blütenrispen, die artabhängig in weiß oder purpurviolett erscheinen.

Andererseits sind auch die Wuchsformen von Patchouli recht imposant. Unter den Patchouli-Arten gibt es sowohl Gehölze als auch krautige Land- und Wasserpflanzen. Manche davon sind sogar als Unterwasserpflanzen im Aquarium sehr beliebt.

 

Patchouli als Heilkraut und Duftpflanze

Viele kennen Patchouli als hochwertigen Duft, der sowohl in Parfüm als auch in Duftöl und Räucherstäbchen ein einmaliges Geruchserlebnis verspricht. Das moschusartige bis schwer holzig-süßliche Aroma des Duftkrautes galt schon im Altertum als Aphrodisiakum, weil ihm ein anregender bis betörender Effekt nachgesagt wurde.

Daneben wird Patchouli-Duft gerne als mystisch bis magisch beschrieben, weshalb er als erlesener Raumduft ebenso Anwendung findet, wie als rituelles Räucherwerk in Tempeln und bei Zeremonien. Vorrangig verwendet werden diesbezüglich drei Patchouli-Arten:

  • Indischer Patchouli (Pogostemon cablin)
  • Javanischer Patchouli (Pogosteon heyneanus)
  • Schlangengift: Patchouli (Pogostemon parviflorus)

 

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Javanisches Patchouli duftet von allen Patchouli-Arten am intensivsten

Inhaltsstoffe und Wirkung von Patchouliöl

Zur Herstellung von Parfüm, ebenso wie von Räucherwerk und Heiltonikum wird das ätherische Patchouliöl verwendet. Dieses gewinnt man durch Dampfdestillation aus den Blättern der Patschuli-Pflanze. Das heilsame Potenzial von Patchouliöl ist dabei nach aktuellem Forschungsstand recht beeindruckend.

So fanden Forscher zum Beispiel Hinweise auf eine beruhigende, stimmungsaufhellende und antidepressive Wirkung von Patchouli. Die ätherischen Öle der Pflanze werden also nicht ohne Grund im Wellnesbereich zur Aromatherapie eingesetzt. Doch Patchouli kann noch mehr.

Auch eine antibiotische, antioxidative, entzündungshemmende und verdauungsfördernde Wirkung sind für Patchouliöl inzwischen belegt. Verantwortlich für die Heilwirkung ist dabei der sogenannte Patchoulialkohol, der sich aus Flavonoiden, Glykosiden und Terpenen zusammensetzt.

 

Patchouli, Patschuli, Pogostemon, Patchouliöl
In der Kosmetik ebenso hoch geschätzt wie in der Aromatherapie: Patchouliöl

Pogostemon als Aquarienpflanze

Abgesehen von seiner aromatischen und heilpflanzlichen Wirkung spielt Patchouli auch für die Hydrokultur eine bedeutsame Rolle. Hier kommen die mitunter sehr individuellen Erscheinungsformen von Pogostemon zum Tragen. Denn Arten der Gattung, die als Wasserpflanzen wachsen, unterscheiden sich in ihrem Erscheinungsbild gänzlich von dem der Landarten.

Während krautige und verholzende Patchouli-Arten mit ihrer gezähnten Blattform ein wenig an Artverwandte wie Minze oder Melisse aus der gemeinsamen Pflanzenfamilie der Lippenblütler erinnern, faszinieren Arten der Pogostemon für die Hydrokultur durch aloenartige bis nadelförmige Meristem-Triebe. Auch wachsen sie mit 10 bis 40 cm Wuchshöhe deutlich niedriger als die Landarten, die bis zu 3 m hoch werden können. Beliebte Pogostemon-Arten für das Aquarium sind unter anderem:

  • Dekkan Sternpflanze (Pogostemon deccanensis)
  • Echte Sternpflanze (Pogostemon stellatus)
  • Indisches Sternkraut (Pogostemon erectus)
  • Kleiner Wasserstern (Pogostemon helferi)

 

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Eine Kultpflanze im Aquarium: der Kleine Wasserstern

Der richtige Standort für Patchouli

Wie bereits aufgezeigt, lassen sich die geeigneten Standortbedingungen für Pogostemon nicht einheitlich festlegen. Landarten wachsen gerne in frisch feuchtem, aber gut durchlässigem Substrat. Empfohlen wird eine Substratmischung aus 40 Prozent humusreicher Kräutererde, 40 Prozent Perlit und 20 Prozent feinkörnigem Mulch. Der pH-Wert des Bodens sollte im schwach sauren bis neutralen Bereich, zwischen 6,5 und 7 Punkten liegen.

Die Wasserpflanzen unter den Pogostemon-Arten sind Süßwasserpflanzen. Sie können demnach nur in Süßwasser-Aquarien gepflanzt werden. Hartem Wasser gegenüber sind sie tolerant, der pH-Wert des Wassers sollte jedoch unbedingt zwischen 6,5 und 7,8 Punkten liegen.

Ungeachtet des Standortes haben Patchouli-Arten einen hohen Lichtbedarf. Die Pflanzen stammen ursprünglich aus den tropischen Gebieten Asiens und Afrikas, weshalb neben ausreichend Licht auch ganzjährig warme (Wasser-)Temperaturen zwischen 15 und 30 °C wichtig sind. Im Freiland überlebt Patchouli den Winter daher nicht. Besser ist es, ihn im Topf in Zimmerkultur zu halten.

Einzelheiten zum Standort für Patchouli:

  • sonniger Standort mit konstant 15 bis 30 °C
  • frisch-feuchtes, durchlässiges Substrat für Land-Pogostemon
  • pH-Wert des Bodens: 6,5 bis 7
  • Süßwasser für Wasser-Pogostemon
  • pH-Wert des Wassers: 6,5 bis 7,8
  • Pogostemon ist nicht winterhart
  • am besten indoor im Aquarium oder Topf halten

 

Patchouli, Patschuli, Pogostemon, Dekkan Sternpflanze, Pogostemon deccanensis
Ob an Land oder im Wasser: Pogostemon-Arten wie die Dekkan Sternpflanze benötigen stets ausreichend Licht, um ihre volle Schönheit zu entfalten

Patchouli im Topf kultivieren

Herkunftsbedingt ist Patchouli an Land Tropenklima mit hoher Luftfeuchtigkeit gewöhnt. Diese lässt sich bei Zimmerkultur nur schwer generieren, weshalb Sie die Blätter der Pflanze regelmäßig besprühen sollten. Das gilt insbesondere für die Sommer- und Wintermonate, wenn heißes Klima bzw. trockene Heizungsluft drohen.

Trotz Liebe zur Feuchtigkeit ist Staunässe im Topf bei Pogostemon tunlichst zu vermeiden. Gießen Sie also so, dass sich im Übertopf kein Wasser ansammelt und schütten sie überschüssiges Gießwasser sofort aus.

Patchouli ist sehr nährstoffhungrig. Mindestens eine jährliche Düngung während der Hauptvegetationszeit zwischen Frühling und Sommer mit Vogelguano oder Kompost ist daher ratsam.

Geschnitten wird Patchouli im Topf zeitig im Frühjahr vor dem Austrieb. Schneiden Sie vorrangig blühfaule Triebe und vertrocknete Pflanzenteile ab, um einen kompakten Wuchs und eine üppige Blüte zu fördern. Zur Ernte der wohlriechenden Blätter können Sie zudem die Triebspitzen der Pflanze bis zu drei Mal jährlich abschneiden.

Tipp: Wer Pogostemon vermehren möchte, tut dies am besten über Wurzelteilung. Der richtige Zeitpunkt hierfür ist gekommen, wenn es der Pflanze im angestammten Topf sichtlich zu unbequem wird. Nehmen Sie die Teilung im Frühling vor und achten Sie darauf, dass nach dem Entzweien des Wurzelstocks mit einem scharfen Messer beide Teilstücke gleich groß und ausreichend bewurzelt sind.

 

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Üppig sprießendes Indisches Patchouli

Pogostemon im Aquarium kultivieren

In kleinen Aquarien sollte Pogostemon primär vordergründig gepflanzt werden, damit es genügend Licht abbekommt. Bei größeren Aquarien, die genügend Licht auf voller Fläche erhalten, ist auch eine Pflanzung in der Mitte des Beckens denkbar.

Wasserpflanzen unter den Pogostemon-Arten sind recht empfindlich. Gehen Sie deshalb bei der Pflanzung behutsam vor und bedenken Sie auch, dass Pogostemon bis zum Anwachsen auf dem Aquariengrund eine Hafthilfe benötigt.

Sehr beliebt ist diesbezüglich die Kultur von Pogostemon als Aufsitzerpflanze auf einem größeren Aquarienstein. Zur Fixierung können Sie entweder Aquarienkleber verwenden, oder die Pflanze mit einer Nylonschnur aufbinden.

Wichtig: Bei Verwendung einer Nylonschnur darf Pogostemon während dem Fixieren auf keinen Fall beschädigt werden. Ansonsten droht ein verzögertes Anwachsen oder die Pflanze stirbt im schlimmsten Fall komplett ab.

 

Patchouli, Patschuli, Pogostemon, Indisches Steinkraut, Pogostemon erectus
Meristem-Arten der Gattung Pogostemon wie das Indische Steinkraut wirken im Aquarium nicht nur sehr filigran, sondern sind auch sehr berührungsempfindlich, daher bitte mit Samthandschuhen anfassen

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