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Duftöl selber machen

Gemeinsam mit Räucherstäbchen stellen Duftöle die gängigsten Räuchermittel der Welt dar. Im Duftölständer bzw. einer Duftöllampe mit etwas Wasser erhitzt, verströmen sie schon bei Verwendung nur weniger Tropfen ihr einzigartiges Aroma im ganzen Raum. Die kleinen Duftölfläschchen mit ihrem aromatischem Ölinhalt sind im Handel mitunter allerdings recht teuer. Stellt sich die Frage, ob man Duftöl auch selber machen kann. Tatsächlich ist die Herstellung leichter als gedacht.

 

Duftöle in der Aromatherapie

Geht es um Wellnessbehandlungen und Aromatherapie, kommt Duftölen eine ganz besondere Aufgabe zu. Sie bilden nämlich die Grundlage entsprechender Behandlungen und sollen dank des heilsamen Aromas ihrer Kräuteressenzen das Wohlbefinden von Körper, Seele und Geist fördern.

Abgesehen von der Anwendung in einer Duftöllampe können die Öle zudem auch als Massageöle, Aromen für Saunaaufgüsse oder Extrakte zur Herstellung von Haaröl, Salben und Cremes dienen. Letztere besitzen als Pflegeprodukte aus dem Bereich der Naturkosmetik dann insbesondere eine pflegende Wirkung auf Haut und Haare.

Dass Aromen wie die von Duftölen tatsächlich heilsame Eigenschaften besitzen, zeigt sich anhand zahlreicher Studienergebnisse. So fand ein Forscherteam der Huazhong Universität im chinesischen Wuhan beispielsweise heraus, dass Aromatherapie gegen Schlafstörungen hilft.

Eine iranische Studie stellte zudem angst- und schmerzlindernde Effekte von Duftölen fest. Damit scheint eine insgesamt gute Wirkung von Aromatherapien mit Duftöl im Bereich der Angst-, Schmerz- und Stresstherapie praktisch erwiesen. Es kann also durchaus seine gesundheitlichen Vorteile haben, sich die aromatischen Öle ins Haus zu holen und im Idealfall natürlich gleich selbst herzustellen.

 

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In der Aromatherapie besonders beliebt: beruhigendes Lavendelöl | © Das Grüne Archiv

Vorteile von selbstgemachtem Duftöl

In Duftöl aus dem Handel werden oftmals auch künstliche Aroma- und Parfümstoffe zugesetzt. Das sorgt zwar für einen intensiveren Duft, kann aber auch Allergien auslösen und ist insgesamt nicht besonders gesundheitsfördernd. selbstgemachtes Duftöl lässt sich hingegen oftmals sogar als natürliches Parfüm oder Massageöl auf die Haut auftragen, da es frei von aggressiven Zusatzstoffen ist und die ätherischen Öle insgesamt schwächer dosiert sind.

Gerne als Massageöl verwendet werden zum Beispiel Fichten-, Lavendel- und Rosenöl. Speziell Lavendelöl hat hier auch eine beruhigende, schlaffördernde und entspannende Wirkung. Es eignet sich daher hervorragend für eine private Aromatherapie.

 

Vorteile von DIY-Duftöl im Überblick:

  • aromatherapeutische Wirkung
  • natürliche Basis für Haaröl, Cremes und Salben
  • kostengünstiges Räucherwerk
  • umweltfreundliche Herstellung
  • gesundheitlich unbedenkliche Öle
  • individuelle Duftmischungen möglich
  • wunderbare Geschenkidee

 

 

Das Beste aus ätherischen Ölen

Duftöle bestehen aus den ätherischen Ölen aromatischer Duftkräuter. Handelsübliches Duftöl wird zu diesem Zweck entweder kaltgepresst oder durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Die beiden Verfahren liefern in der Regel zwar hoch konzentriertes ätherisches Duftöl, allerdings nur in sehr geringen Mengen. So erklärt sich auch der hohe Preis für Duftölfläschchen.

 

Was sind ätherische Öle?

Als ätherische Öle bezeichnet man ein Ölgemisch aus sekundären Pflanzenstoffen, das bei zahlreichen Kräutern für deren unverkennbares Aroma verantwortlich ist. Die Öle verdanken ihren Namen dem Wort „Äther“, das einerseits seit dem 17. Jahrhundert als Bezeichnung für ein elektromagnetisches Medium zur Ausbreitung von Licht und Radiowellen verwendet wurde.

Andererseits beschreibt Äther oder Ether in der Chemie auch eine bestimmte Stoffgruppe, in der je ein Sauerstoffatom mit zwei Organylresten (Formel: R1–O–R2) verbunden ist. Zu finden ist besagte Stoffgruppe allen voran in klassischen Inhaltsstoffen von Gewürz- und Duftkräutern. Zu den wichtigsten ätherischen Aromastoffen gehören hier:

  • Campher
  • Cineol
  • Citronellal
  • Estragol
  • Eugenol
  • Limonen
  • Menthol
  • Pinen
  • Thymol
  • Vanillin
  • Zimtaldehysd

 

Extraktion ätherischer Öle – Ein altes Handwerk

Die Ölextraktion dürfte so alt wie die Heilkunde indigener Völker selbst sein. Schon sehr früh wusste der Mensch, die ölhaltigen Inhaltsstoffe von Früchten und Kräutern zu nutzen, indem er sie zerstieß oder mahlte und anschließend auspresste. Speziell die Extraktion ätherischer Öle hielt dann aber in der Antike Einzug.

Bereits die alten Ägypter kannten ein Verfahren zur Wasserdampfdestillation ätherischer Öle. Diese wurden einerseits beim Einbalsamieren zu mumifizierender Leichen verwendet. Andererseits dienten die Duftöle auch als Parfümstoffe und Raumduft innerhalb der Pharaonentempel.

Im antiken Griechenland wurde später höchstwahrscheinlich das altägyptische Destillationsverfahren übernommen. Gerade der Begründer der Pharmazie, Dioskurides, beschrieb die Wasserdampfdestillation wiederholt im Rahmen seiner Kräuterextraktionen.

Im persischen Reich entwickelte der Arzt, Alchemie und Pionier auf dem Gebiet der Chirurgie, Rhazes, im 9. Jahrhundert dann auf Basis der Wasserdampfdestillation das Extraktionsverfahren von reinem Alkohol als hochwirksames Desinfektionsmittel.

 

Duftöl selbst durch Mazeration gewinnen

Die Extraktion von ätherischen Ölen mittels Wasserdampfdestillation trug also im weitesten Sinne zur Entwicklung moderner medizinischer Verfahren bei. Allerdings eignet sie sich kaum für den Hausgebrauch. Denn die Destillation durch Wasserdampf gehört zu den aufwändigsten Verfahren der sogenannten Mazeration. Der Begriff leitet sich vom lateinischen Verb macerare für „zermürben“ oder „auslaugen“ ab und beschreibt die Herstellung von Auszügen durch das Einlegen von Ausgangsstoffen wie Kräutern in ein geeignetes Lösungsmittel.

Bei der Wasserdampfdestillation wird der Ausgangsstoff, in diesem Fall Kräuter mit ätherischen Ölen, zur Mazeration gemeinsam mit heißem Wasser in einen Destillationskolben gegeben. Der durch das Erhitzen entstehende, ölhaltige Wasserdampf wird dann aufgefangen und bildet folglich das Duftöl.

Nun hat jedoch kaum jemand eine Destillationsanlage zu Hause. Zudem ist die Menge an durch Wasserdampfdestillation gewonnenem Duftöl wie erwähnt nicht besonders hoch und rechnet sich für den Privatanwender kaum. Wer Duftöl selber machen möchte, greift deshalb am besten auf ebenfalls altbewährte Verfahren wie die Kaltextraktion von Ölauszügen zurück.

 

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Duftöle stellt man privat am besten über das kalte Extraktionsverfahren für Ölauszüge her | © Das Grüne Archiv

Geeignete Kräuter zur Herstellung von Duftöl

Die Kräuter für die Duftölherstellung einen besonders hohen Gehalt an ätherischen Ölen aufweisen. Das sorgt für eine bessere Konzentration der Duftstoffe im Ölauszug. Vor allem zahlreiche mediterrane Kräutersträucher wie Lavendel oder Thymian sind für ihre reichhaltigen ätherischen Öle bekannt. Doch auch so manche Fruchtschale, etwa die von Zitrusfrüchten, ist wunderbar zur Herstellung von Duftöl geeignet. Insgesamt gehören zu den besten Ausgangsstoffen für Duftöl folgende Kräuter:

  • Bergamotteschale
  • Eukalyptus
  • Fichte
  • Jasmin
  • Lavendel
  • Orangenschale
  • Pfefferminze
  • Rose
  • Rosmarin
  • Salbei
  • Tanne
  • Thymian
  • Vanille
  • Zimt
  • Zitronenschale

 

Es gibt häufig auch spezielle Duftmischungen für Duftöle, zum Beispiel Bratapfel oder Weihnachtsgebäck. Hierfür mischt man gerne Aromakomponenten zusammen, die auch in entsprechenden Rezepten vorkommen, also Orangen, Zimt und Vanille.

Man kann auf diese Weise auch den Geruch zahlreicher anderer, insbesondere süßer Speisen nachahmen. Auch die Komposition aromatischer Blumenbouquets im Glas ist kein Problem und ein Experimentieren kann hier interessante Duftkreationen zutage fördern.

 

Duftöl selbst herstellen

Als Basis für einen aromatischen Ölauszug verwendet Ihr am besten ein geruchsneutrales Pflanzenöl wie Sonnenblumenöl. Soll das Öl später hautfreundlich sein, etwa zur Herstellung ölhaltiger Pflegeprodukte, bietet sich außerdem Mandelöl an. Die Herstellung der Duftöle funktioniert dann wie folgt:

 

Zutaten:

  • Duftkräuter (Blüten, Blatter, Triebe oder Fruchtschale)
  • Pflanzenöl (Sonnenblumen- oder Mandelöl)
  • ein hohes Schraubglas (z.B. Einmachglas)

 

Zubereitung:

Hackt zunächst die Kräuter so fein wie möglich. Dadurch gehen die aromatischen Inhaltsstoffe leichter in das Öl über, was für eine höhere Konzentration an ätherischen Ölen sorgt.

Als nächste füllt Ihr das Schraubglas randvoll mit Kräutern. Übergießt das Ganze nun mit Öl, bis aller Kräuter gut damit bedeckt sind.

Der Ölansatz muss nun für mindestens 3 bis 4 Wochen an einem dunklen Ort ziehen. Dabei sollte man das Schraubglas täglich schütteln, um eine stoffliche Verteilung der Essenzen anzuregen. Ihr könnt zwischendurch kleine Proben nehmen und in der Duftöllampe verbrennen, um zu sehen, ob sich das Aroma bereits gut entfaltet. Falls nicht, lasst Ihr den Ölauszug einfach etwas länger ziehen.

Nach der Mazeration filtert Ihr das Duftöl durch ein sauberes Leinentuch und füllt es in dunkle Fläschchen ab. Gut geeignet sind Apothekerfläschchen mit Dosierungsaufsatz. Kühl und dunkel gelagert, ist es dann bis zu einem Jahr haltbar.

 

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Für die Aromatherapie mit Duftöl unerlässlich: Duftöllampe und Aromasticks | © Das Grüne Archiv

Duftöl richtig anwenden

Wie angedeutet kann man Duftöl sowohl als Raumduft als auch zur Aromatherapie oder Herstellung von Duftsteinen und Pflegeprodukten nutzen. Für die Verwendung als Raumduft sind entweder ein Duftölständer bzw. eine Duftöllampe oder Aromasticks erforderlich.

In der Duftlampe träufelt man etwa 10 bis 15 Tropfen Duftöl in die Wasserschale. Das Duftgemisch wird dann mittels eines Teelichtes erhitzt, wodurch ähnlich wie bei der Wasserdampfdestillation ein aromatischer Dampf entsteht. Dieser geht anschließend in die Raumluft über und verleiht den Räumlichkeiten einen herrliches Aroma.

Alternativ dazu, könnt Ihr auch sogenannte Aromasticks verwenden. Sie sind im Handel oft schon vorgetränkt erhältlich, lassen sich zuhause aber auch problemlos aus Schaschlik-Spießen oder Bambusspießen herstellen. Kürzt die Stäbchen einfach auf eine Länge von 5 bis 10 cm ein und steckt sie in ein Behältnis oder Fläschchen mit Duftöl. Die Sticks saugen sich in den folgenden Stunden mit dem Öl voll und geben dessen Duft an die Raumluft ab.

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