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Pilea (Ufopflanze) – Infos zur Kultur und Pflege

Zu den neuesten Trends in der Zimmerpflanzenkultur zählt die auch als Glückstaler, Chinesischer Geldbaum und Bauchnabelpflanze bekannte Ufopflanze (Pilea peperomioides). Ihr Name kommt nicht von ungefähr, denn ihre Talergroßen Blätter muten an wie fliegende Untertassen. Da sie außerdem einzeln an langen Blattrieben von der Sukkulente abstehen, verleihen sie der Pilea ein äußerst bizarres Aussehen. Doch so ungewöhnlich die originelle Blattschmuckpflanze auch anmuten mag, so pflegeleicht zeigt sie sich in der Kultur.

Wissenswertes: Auch wenn die Pilea als Zimmerpflanze immer beliebter wird, ist sie im Sortiment vieler Pflanzenshops noch relativ selten zu finden und meist nur in versierten Fachhandel für Zimmerpflanzen erhältlich. Das seltene Angebot rührt daher, dass die Ufo-Pflanze fast ausschließlich in der chinesischen Provinz Yunnan heimisch und die Bezugsquellen für Kulturexemplare somit stark begrenzt ist. Häufig wird die Ufopflanze deshalb in Form von Ablegern als Freundschaftspflanze weiterverschenkt. In dieser Funktion soll sie dem Empfänger Glück bringen, daher auch der Name Glückstaler.

 

Pilea peperomioides oder Peperomia?

Pilea peperomioides ist eine besondere Art der Kanonierblumen (Pilea), welche wiederum die artenreichste Gattung der Brennnesselgewächse stellen. Doch auch, wenn Ufopflanze mit der Brennnessel verwandt ist, stellt sie unter den Kanonierblumen eine jeder Arten, die der Brennnessel am wenigsten ähnlich sieht.

Im Gegensatz zu dieser besitzt Pilea peperomioides nämlich keine Brennhaare oder gezähnten Blattränder. Stattdessen besitzen ihre bis zu 9 cm großen Blätter einen glatten Rand und erscheinen teller- bis eiförmig mit einem markenten „Nabel“ in der Blattmitte, unter dem der ihr 15 bis 30 cm langer Blattstiel ansetzt.

Es gibt eine Pflanze, die der Ufopflanze zum Verwechseln ähnlich sieht. Dabei handelt es sich um die als Zier- oder Zwergpfeffer bekannte Peperomie, genauer gesagt um die Regentropfen-Peperomie (Peperomia polybotrya). Sie mutet an wie ein Glückstaler mit tränenförmigen Blättern und ist daher leicht mit der Pilea zu Verwechseln.

 

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Die tropfenförmigen Blätter der Regentropfen-Peperomie (Peperomia polybortya) | © Das Grüne Archiv

Der Artenzusatz „peperomioides“ ist ein direkter Verweis auf die Ähnlichkeit der Ufopflanze zur Peperomia. Dennoch sind die Arten aber nicht näher miteinander Verwandt, denn Peperomia gehört zu den Pfeffergewächsen. Allerdings handelt es sich auch bei ihr um eine Sukkulente, die zudem auch ähnlich Kulturanforderungen wie die Pilea stellt. Demzufolge ist sie eine interessante Alternative, wobei insbesondere die Kultursorte ‚Raindrop‘ zu empfehlen ist.

 

Pilea pflanzen und umtopfen

Die Ufopflanze stammt ursprünglich aus den schattigen Bergwäldern Chinas und bevorzugt daher auch in Zimmerkultur schattige bis halbschattige Standorte. Der Blattstiel der Pilea ist sukkulent und somit das Hauptspeicherorgan der Pflanze. Wie für viele Sukkulenten üblich, bevorzugt die Ufopflanze mäßig feuchte Böden mit sauren pH-Werten zwischen 5,5 und 6,5 Punkten. Herkömmliche Zimmerpflanzenerde reicht daher als Substrat zwar aus, sollte aber mit einer Hand voll Perliten angereichert werden, um die Durchlässigkeit des Bodens zu erhöhen.

Eine hohe Luftfeuchtigkeit kommt ihr dagegen sehr genehm, weshalb sie sich neben Zimmerstandorten auch in Terrarien und Badezimmern wohl fühlt. Umgetopft wird die Pflanze dabei in jüngeren Jahren am besten jährlich. Bei älteren Ufopflanzen reicht es, sie alle drei bis vier Jahre umzutopfen. Die richtige Zeitpunkt für das Umtopfen ist der Frühling.

Einzelheiten zum Standort für Pilea:

  • schattige bis halbschattige Standorte
  • mäßig feuchter, gut durchlässiger Boden
  • am besten Zimmerpflanzenerde mit Perlien
  • pH-Wert des Bodens: sauer, zwischen ,5 und 6,5
  • hohe Luftfeuchtigkeit wirkt sich positiv auf Wachstum aus
  • Terrarien und Badezimmerstandorte werden daher toleriert
  • junge Pilea jährlich im Frühling umtopfen
  • ältere Pflanzen erhalten alle 3 – 4 Jahre einen neuen Topf

 

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Pilea freut sich über mit Perliten angereichertes Pflanzsubstrat | © Das Grüne Archiv

Pilea gießen und düngen

Gegossen wird die Ufo-Pflanze nur, wen der Oberboden vollständig aufgetrocknet ist. Hier ist etwas Augenmaß gefragt, denn der Wurzelballen der Pilea sollte weder unter Staunässe leiden, noch vollständig austrocknen. Ergänzend empfiehlt sich ein regelmäßiges Besprühen der Sukkulente, um eine erhöhte Luftfeuchtigkeit zu simulieren

Zur Düngung von Ufopflanzen eignet sich ein spezieller Flüssigdünger für Grünpflanzen. Diesen können sie während der Wachstumsphase von März bis September etwa alle zwei Wochen mit ins Gießwasser der Pflanze geben. Weitere Pflegemaßnahmen sind an der anspruchslosen Zimmerpflanze aber nicht nötig.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Pilea mäßig und mit Augenmaß gießen
  • immer warten, bis Oberboden abgetrocknet ist
  • zusätzlich mit Sprühflasche besprühen
  • Düngung während Wachstumsphase alle 2 Wochen
  • hierfür Flüssigdünger für Grünpflanzen nutzen

 

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Regelmäßige Sprüheinheiten und gelegentliches Abduschen machen den Glückstaler erst so richtig glücklich | © Das Grüne Archiv

Pilea überwintern und vermehren

Im Winter sollte man das Düngen der Pilea vorübergehend einstellen oder zumindest auf eine Düngung pro Monat reduzieren. Auch die Bewässerung ist während den Wintermonaten zu drosseln. Dabei gilt: je weniger Licht die Ufopflanze im Winter abbekommt, desto länger bleibt der Boden feucht. Die Raumtemperatur sollte im Winter zwischen 10 und 15 °C liegen.

 

Vermehrung durch Stecklinge

Beinamen der Pilea wie Kanonierpflanze, Artilleriepflanze oder Schleuderblume rührt daher, dass die Pflanzen sich an ihren Wildstandorten durch Schleudern ihrer Samen in die Umgebung mittels Selbstaussaat vermehren. In Zimmerkultur ist diese Art der Vermehrung aber selten zielführend.

Eine Vermehrung der Ufopflanze durch Stecklinge funktioniert wesentlich leichter und lässt sich an größeren Pflanzen problemlos durch abtrennen kleinerer Seitenhorste durchführen. Achten Sie darauf, dass die Stecklinge über mindestens vier bis fünf Blattpaare verfügen und stellen Sie sie für eine schnellere Bewurzelung idealerweise für ein paar Tage in ein Glas voll Wasser. Sobald sich erste Wurzeln gebildet haben, kann die Sukkulente wie gewohnt verpflanzt werden.

Kurztipps zum Überwintern und Vermehren:

  • Pilea im Winter wenig bis gar nicht düngen
  • auch Bewässerung ist deutlich herunterzufahren
  • Raumtemperatur im Winter: 10 bis 15 °C
  • Vermehrung erfolgt über Stecklinge
  • Steckling sollte mind. 4 – 5 Blätter haben
  • zur Bewurzelung Steckling in Glas voll Wasser stellen
  • danach wie gewohnt einpflanzen

 

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Junger Steckling der Ufopflanze | © Das Grüne Archiv

Pilea – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

Es sind keine nennenswerten Schadbilder für Pilea bekannt. Allenfalls eine Überwässerung der Pflanze kann durch Staunässe zu Wurzelfäule führen, weshalb noch einmal auf ein moderates Gießverhalten hingewiesen sei.

 

Fazit

Die Ufopflanze macht ihrem Namen alle ehre und wirkt wie eine Zimmerpflanze von einem anderen Stern. In ihren Kulturbedingungen ist sie aber weniger extraterrestrisch und gibt sich schon mit einem halbschattigen Standort und mäßig feuchten Substrat zufrieden. Mit der Peperomia polybotrya steht außerdem eine Pflanze zur Verfügung, die wie eine Ufopflanze mit tränenförmigen Blättern anmutet. Wer also ein besonderes Duo der Blattschmuckpflanzen für die Zimmerkultur sucht, kultiviert die beiden Sukkulenten am besten miteinander.

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