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Walnussbaum schneiden – Tipps und Infos zum Schnitt

Die Walnuss ist hierzulande ein weit verbreiteter und beliebter Nussbaum, der eine bis zu 20 m breite Krone entwickeln kann. Im Garten benötigt der Walnussbaum daher nicht nur viel Platz, sondern auch einen regelmäßigen Schnitt. Ohne richtiges Schneiden neigt die Walnuss nämlich zu unkontrolliertem Wachstum und bildet sehr ausladende Äste aus, die unter Belastung leicht brechen können und nicht selten auch den Ernteertrag der Walnussbäume schmälern. Lesen Sie darum im nachstehenden Beitrag nützliche Tipps dazu, wie Sie Ihren Walnussbaum schneiden und was es beim Rückschnitt zu berücksichtigen gilt.

 

Was ist vor dem Schnitt einer Walnuss zu beachten?

Da Walnussbäume häufig zu weitreichenden Astgebilden heranwachsen, ist ein Rückschnitt meist nicht nur aus ästhetischen Gründen notwendig. Vor allem in der Baumkrone bilden Walsnüsse steile Seitentriebe, die mit den Leitästen um Nährstoffe und Wasser konkurrieren.

Durch einen Rückschnitt dieser Triebe kann ein Walnussbaum folglich seine Ressourcen wieder gewinnbringender aufteilen. Hierzu benötigt der Baum nach dem Schnitt ausreichend Wasser und ein feuchtes Bodensubstrat, das durch Rindenmulch erhalten werden kann.

Je nach Ausgangssituation eignen sich für Walsnüsse verschiedene Schnittverfahren zur Verjüngung oder Ertragssteigerung. Bei geringer Fruchtbildung oder zu kleinen Nüssen kann hier ein umfangreicher Rückschnitt Abhilfe schaffen. Damit mehr Sonnenlicht auf innen liegende Äste der Baumkrone fällt, eignet sich hingegen ein Auslichtungsschnitt. Er sorgt dafür, dass Ihr Walnussbaum dank Lichtzufuhr wieder Blattgrün bilden kann und seine Krone damit schnell kompakter wird.

 

Walnussbaum schneiden – Wichtige Hilfsmittel

Damit das Schneiden von Bäumen der Gattung Juglans auch wirklich gelingt, sollten Sie zum einen Handschuhe tragen, um Wundstellen am Walnussbaum nicht durch Schweiß zu verunreinigen. Für das Abtrennen der Äste eignet sich ferner eine gut geschliffene Baumsäge, mit der Sie sowohl dünne als auch stärkere Äste leicht schneiden können.

Verschlussmittel wie Baumwachs oder Wundbalsam lassen sich an den Schnittstellen der Walnüsse leider nicht wirksam auftragen, da die Wundflächen nach dem Schnitt viel Feuchtigkeit verlieren. Es genügt daher, die Schnittstellen einfach austrocknen zu lassen.

Hilfsmittel zum Schneiden im Überblick:

  • Handschuhe: verhindern die Verschmutzung frischer Schnittstellen
  • Baumsäge: zum Entfernen der Äste am Walnussbaum
  • Rindenmulch: sorgt nach dem Schnitt für gute Bodenfeuchtigkeit

 

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Für eine Reiche Walnussernte unerlässlich: der richtige Schnitt am Walnussbaum

Wann sollte man den Walnussbaum schneiden?

Walnussbäume reagieren mit heftigem Flüssigkeitsverlust, wenn der Rückschnitt zum falschen Zeitpunkt erfolgt. Dies kann den Baum nachhaltig schädigen und im schlimmsten Fall das Absterben wichtiger Hauptäste nach sich ziehen. Schneiden Sie ihren Walnussbaum daher nur, wenn der Schnitt zwingend erforderlich ist und die Walnuss derartige Maßnahmen auch wirklich verschmerzen kann.

Die Wahl des richtigen Zeitpunkts für das Schneiden orientiert sich an den Wachstumsphasen der Wahlnussbäume. Die geringste Belastung entsteht für die Walnüsse, wenn der Schnitt im Spätsommer, von August bis September, erfolgt. Abschließen sollte man die Schnittmaßnahmen dann bis spätestens Mitte November.

Dass man den Walnussbaum vorrangig im Spätsommer und Herbst schneiden sollte, hat seinen Grund. In dieser Phase befindet sich der Walnussbaum bereits kurz vor der Winterruhe und weist einen verminderten Saftdruck auf. Dadurch bluten der Baum weniger stark aus und es bleibt ihm bis zum Winter noch genug Zeit, um seine Schnittwunden zu verschließen.

Für Bäume der Gattung Juglans besonders schonend ist ein über zwei Jahre verteilter Rückschnitt. Hierzu wird zunächst nur die erste Hälfte der zu entfernenden Äste von der Walnuss abgeschnitten. Der zweite Schnitt erfolgt dann im nächsten Spätsommer, wodurch die Walnüsse pro Jahr nur halb so viel Energie zur Wundschließung aufbringen müssen.

Wichtig: Oftmals treten im Frühjahr nach einem Schnitt noch vermehrte Flüssigkeitsausbrüche an den Schnittstellen der Walnuss auf. Dies stellt jedoch keine erhebliche Gefährdung dar und sollte nicht mit dem künstlichen Verschließen der Wundflächen unterbunden werden.

 

Walnussbaum schneiden – Ablauf und Tipps

Wie bereits angedeutet, kommt es für das richtige Schnittvorgehen stark darauf an, welchem Zweck der Schnitt dient. Um Ihnen eine bessere Übersicht zu geben, stellen wir Ihnen nachstehend die wichtigsten Schnittmaßnahmen im Detail vor:

  • Erstschnitt: Beim ersten Rückschnitt Ihrer Walnuss empfiehlt es sich, nicht alle störenden Äste auf einmal zu entfernen, um unästhetische Lücken in der Baumkrone zu vermeiden. Schneiden Sie den Baum stattdessen lieber in Teilschritten und entfernen Sie größere Äste erst nach und nach.
  • Reduktion der Baumkrone: Für eine Verkleinerung der Baumkrone werden an der Walnuss nur Äste am äußeren Rand der Krone entfernt. Alternativ können Sie die Äste auf eine Höhe von maximal 1,5 m über der letzten Gabelung zurück schneiden.
  • Stabilisierungsschnitt: Eine stabilere Stammbildung wird am Walnussbaum durch das Abtrennen jener Seitentriebe erreicht, die unterhalb einer Höhe von 1 m aus dem Stamm austreten. Am besten werden schneiden Sie diese Triebe bereits unmittelbar nach ihrer Entstehung an ihrer Ansatzstelle ab, um nur kleine Schnittflächen zu produzieren.
  • Verjüngungsschnitt: Um kahle Stellen innerhalb der Krone der Walnuss zu verdichten, beispielsweise weil alte und blühfaule Äste dies verhindern, können umliegende Jungtriebe auf ihre halbe Höhe gekürzt werden. Durch den Schnitt regen Sie die Äste zur Seitenverzweigung an, was lichte Stellen in der Krone wieder füllt und den Ernteertrag der Walnüsse steigert.
  • Formschnitt: Mehr Platz im Garten kann durch einen Rückschnitt von weitreichenden Jungtrieben der Walnuss oder von Ästen geschaffen werden, die bereits bis zum Boden reichen. Berücksichtigen Sie hier unbedingt die natürliche Wuchsform des Walnussbaums, damit der Baum nach dem Schnitt nicht deformiert erscheint. Ein Herunterbinden störender Triebe kann hier manchmal schon ausreichen, um unerwünschtes Breiten- bzw. Höhenwachstum frühzeitig zu hemmen.

 

Nachbehandlung nach dem Walnuss-Schnitt

Wundverschlussmittel lassen sich am Walnussbaum wie erwähnt meist nicht auftragen. Durch den hohen Flüssigkeitsaustritt kann sich unterhalb einer Kunstrinde Flüssigkeit stauen und Fäulnispilzen einen geeigneten Nährboden bieten.

Auch ein Ausbrennen der Wundstelle ist nicht empfehlenswert, da man hierbei die zur Heilung wichtige Kambiumschicht zerstört, ohne die der Baum die Wunde nicht verschließen kann. Lassen Sie Schnittstellen daher am besten an frischer Luft trocknen. Bei großen Schnittflächen am Baum kann dies zur Nachbehandlung durch einen Ausschnitt umgebender Kleintriebe erleichtert werden, wodurch mehr Luft an die Wunde gelangt.

 

Fazit

Walnussbäume werden hauptsächlich an der Krone und am Stamm zurückgeschnitten. Hierbei sollten Sie vor allem steile Seitentriebe sowie blühfaule, alte und ausladende Äste kürzen. Eine Aufteilung des Schnittes auf mehrere Etappen ist besonders schonend und erleichtert der Walnuss eine rasche Ausheilung der Schnittwunden. Geschnitten werden sollte zwischen August und September bis spätestens November, wenn der Baum nicht mehr in vollem Saft steht.

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