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Zelkove – Standort, Pflanzen und Pflege

Die Zelkove (Zelkova) ist ein relativ unbekannter Laubbaum, der für eine Pflanzung im Garten allerdings äußerst interessant ist. Der bis zu 40 m hohe Baum hat nämlich einen äußerst formvollendeten Wuchs und macht sich dank seiner breiten Krone wunderbar als sommerlicher Schattenspender.

Auch als Hausbaum oder Bonsai kann das knorrige Erscheinungsbild von Zelkoven sehr faszinieren. Dabei tragen neben den einfach gesägten, ovalen Blättern der Bäume auch ihre Blüten und an Pflaumen erinnernden Steinfrüchte zum Zierwert des baumes bei.

Noch wichtiger als dieser ist jedoch der Kulturwert der Zelkove. Denn der Baum ist mittlerweile stark gefährdet und benötigt neben besonderen Schutzmaßnahmen auch die Hilfe beherzter Baumlieber. Nützliche Tipps zum privaten Arterhalt gibt es hier.

Wissenswertes: Die Zelkove bildet bereits in jungen Jahren eine äußerst borkige Rinde aus, die den Baum rasch sehr mystisch und urtümlich erscheinen lässt.

 

Zelkove pflanzen – Standort und Pflanzablauf

Zelkoven sind eng mit der heimischen Ulme verwandt, gehören sie doch zur Familie der Ulmengewächse. Bis zur letzten Eiszeit waren die Bäume dabei auch in Europa weit verbreitet. Heute jedoch findet man Zelkova auf dem europäischen Kontinent nur noch auf Kreta und Sizilien. Als letztes größeres Verbreitungsgebiet des majestätischen Baumes gilt Asien, wo die Zelkove gelegentlich auch als Bonsaikultur anzutreffen ist.

Um den Erhalt von Zelkoven steht es diese Tage also nicht besonders gut. Schade eigentlich, denn trotz ihrer Niederlage gegen die europäische Eiszeit ist der Baum mit einer Frostresistenz von bis zu -23 °C sehr gut winterhart und ließe sich damit problemlos wieder zu einem festen Bestandteil der europäischen Flora machen.

 

Der richtige Standort für Zelkoven

In Sachen Lichtverhältnisse ist die Zelkove ebenfalls sehr tolerant, lässt sie sich doch sowohl an sonnigen als auch an halbschattigen Standorten pflanzen. Der Boden sollte für die Bedürfnisse des Baums frisch, durchlässig und reich an Humus sein, wobei es artabhängig auch Exemplare gibt, die selbst mit trockeneren Substraten auskommen. Generell ist eine Mischung aus Torf- und Sandboden mit einem neutralen pH-Wert von 6,5 bis 7,5 Punkten zu empfehlen.

In China und Japan werden Zelkoven wie erwähnt auch gerne als Bonsai gehalten. Besonders beliebt ist in diesem Zusammenhang die auch als Korkrindenulme bekannte Schwarze Zelkove – eine besondere Sorte der Japanischen Zelkove (Zelkova serrata) und auch als Zelkova nire oder Zelkova serrata ‚Nire‘ bekannt. Ihr Markenzeichen ist eine besonders borkige Rinde sowie ein nahezu schwarzes Holz. Eine weitere interessante Zelkovenart ist die Kretische Zelkove (Zelkova abelicea), die trotz ihrer endemischen Heimat auf Kreta auch bei uns gut winterhart ist.

Einzelheiten zum Standort für Zelkoven:

  • Zelkoven benötigen sonnigen oder halbschattigen Standort
  • frischer, durchlässiger, humusreicher und sandig-torfiger Boden
  • idealer pH-Wert des Bodens: neutral zwischen 6,5 und 7,5
  • interessante Arten: Japanische Zelkove., Kretische Zelkove
  • Kaukasische Zelkove nur für Regionen mit milden Wintern ratsam

 

Pflanzanleitung für die Zelkove

1. Schritt – Pflanztermin wählen: Wie für Bäume üblich, empfiehlt sich eine Anpflanzung von Zelkoven im Frühjahr oder Herbst. Bei etwas empfindlicheren Arten wie der Kaukasischen Zelkove empfiehlt sich ein Pflanztermin im Frühling, damit sich die Bäume vor dem Winter noch gut eingewöhnen.

2. Schritt – Boden vorbereiten: Das Pflanzloch für eine Zelkove sollte mindestens eineinhalb Mal so groß sein wie der Wurzelballen des Baumes. Lockern Sie den Boden außerdem gut auf, damit sich die Wurzeln der Pflanze schnell entfalten können. Bei Bedarf kann der Boden zum mit Sand und / oder Torf sowie etwas gut verrottetem Kompost zur Grunddüngung angereichert werden.

3. Schritt – Zelkove pflanzen: Setzen Sie die Zelkove aufrecht in das Pflanzloch ein und stellen sie sicher, beim Auffüllen des Lockes mit Aushub alle Wurzelzwischenräume zu schließen, damit keine Luftlöcher zurückbleiben. In der ersten Zeit nach dem Pflanzen sollten Sie den Boden zudem gut feucht halten. Nach einiger Zeit ist der Baum dann aber recht unempfindlich gegenüber zeitweiser Trockenheit.

Kurzschritte zum Pflanzen im Überblick:

  • Pflanztermin: Frühling oder Herbst, bei sensiblen Sorten Frühjahr
  • Pflanzloch muss 1 ½ mal so groß wie der Wurzelballen sein
  • vor dem Pflanzen Boden gut auflockern
  • Substrat mit Kompost und ggf. Sand und / oder Torf anreichern
  • nach dem Pflanzen der Zelkoven auf gute Bodenfeuchte achten
  • danach sind die Bäume weitestgehend trockenheitsresistent

 

Zelkove gießen und düngen

Zelkoven müssen nur in der Anfangszeit regelmäßig gegossen werden, denn lediglich junge Bäume sind intolerant gegenüber Trockenheit. Übertreiben sollten Sie es allerdings auch nicht, da Staunässe zu einer Schädigung der Wurzeln führen kann. Sind die Bäume erst einmal im Garten kultiviert, ist kein weiteres Gießen notwendig. Bei Topfpflanzen genügt eine herkömmliche Bewässerung, die den Boden frisch-feucht hält.

Mit dem Düngen verhält es sich bei Zelkova ähnlich wie mit dem Gießen. Ausschließlich junge Exemplare bedürfen im Frühjahr einer leichten Düngung mit Mulch oder Kompost. Anders gestaltet sich die Düngung bei Zimmerexemplaren. Diese sollten von Frühling bis Herbst regelmäßig in zweiwöchigen Abständen gedüngt werden. Am besten geeignet ist hier Streudünger auf organischer Basis oder ein Flüssigdünger (bspw. für Bonsai) aus dem Handel.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • im Freiland nur junge Bäume manuell bewässern
  • Zimmerbonsai dagegen regelmäßig gießen
  • Nur junge Zelkoven benötigen Düngung
  • im Freiland sind Mulch oder Kompost geeignet
  • Topfpflanzen von Frühjahr bis Herbst alle 14 Tage düngen

 

Zelkove schneiden und vermehren

Bäume, die im Garten stehen, schneidet man eigentlich nur, wenn es unbedingt nötig ist. Gerade Zelkoven entwickeln ihren Zierwert am besten, wenn man sie in Ruhe lässt. Sollten doch einmal Korrektur- oder Auslichtungsschnitte notwendig sein, erfolgen diese an frostfreien Wintertagen, wenn die Bäume keinen Saft mehr führen. Entfernen Sie hier mit einer scharfen Schere vornehmlich abgestorbenes, krankes oder nach innen wachsendes Gehölz, damit der Baum mehr Licht bekommt.

Pflanzen, die als Bonsai kultiviert werden, benötigen dagegen freilich eine aufwändigere Pflege und sollten von Mai bis September spätestens nach acht Wochen zurückgeschnitten und in Form gebracht werden. Üblich ist außerdem das Umtopfen nach zwei Jahren. Hierbei sollten auch die Wurzeln geschnitten und ggf. ein größerer Topf ausgewählt werden.

 

Vermehrung Stecklinge

Eine Vermehrung der Zelkova erfolgt am besten durch Stecklinge. Entnehmen Sie hierfür im Sommer junge und gesunde Triebe von Ihrer Zelkove. Stecken Sie die Triebspritzen in einen Topf mit einem durchlässigen Anzuchtsubstrat und decken diesen mit Plastik ab. Ein Bewurzelungspulver erhöht den Anzuchterfolg. Sobald sich die ersten Blätter gebildet haben, kann die Folie entfernt werden.

Kurztipps zum Schneiden und Vermehren:

  • Bäume in Freilandkultur allenfalls in Wintermonaten schneiden
  • hier primär Totholz und kranke bzw. eingewachsene Äste entfernen
  • Pflanzen im Topf werden zwischen Mai und September geschnitten
  • Umtopfen erfolgt hier alle zwei Jahre
  • Vermehrung im Sommer durch gesunde Jungtriebe

 

Interessante Arten der Zelkova

Die Zelkove ecistiert heute nur noch in sechs Arten. Viele davon kommen als Endemiten nur an limitierten Naturstandorten vor und sind bei uns kaum erhältlich. Die drei wichtigsten Kulturarten haben wir jedoch nachstehend für sie festgehalten:

ArtBeschreibung
Japanische Zelkove
Zelkova serrata
Blütezeit: April bis Mai
Blattfarbe: grüne Blüten, spitzgesägte Blätter
Wuchshöhe: bis zu 40 m
Herkunft: Japan, Asien
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: bis -23 °C winterhart; die Sorte 'Nire' wird gerne als Bonsai kultiviert
gute Sorten: 'Nire' (Schwarze Zelkove)
Kaukasische Zelkove
Zelkova carpinifolia
Blütezeit: April bis Mai
Blattfarbe: grüne Blüten, grobgezähnte Blätter
Wuchshöhe: bis zu 25 m
Herkunft: Kaukasus, Arabien, Europa
Eignung für Kultivierung: mäßig bis gut
Besonderheiten: bis -10 °C winterhart; lediglich in milden Regionen Mitteleuropas (z.B. England) als Parkbaum üblich; bei aufgrund der unvollständigen Winterhärte oft nur als Bonsai gehalten
Kretische Zelkove
Zelkova abelicea
Blütezeit: April bis Mai
Blattfarbe: grüne Blüten, rundlich gezähnte Blätter
Wuchshöhe: bis zu 5 m
Herkunft: Kreta, Griechenland, Europa
Eignung für Kultivierung: gut bis sehr gut
Besonderheiten: Zwergzelkove; bis - 18 °C winterhart; stark gefährdeter Endemit; auch als Strauch oder Bonsai kultivierbar

 

Zelkove – Mögliche Schadbilder

Der Zelkova machen vor allem Blatt- und Schildläuse sowie Spinnmilben das Leben schwer. Während Blattläuse gut mit Hausmitteln wie Oregano oder Brennnesseljauche bekämpft werden können, müssen bei Schildlausbefall häufig gezielt eingesetzte Nützlinge wie Vögel, Marienkäfer oder Schlupfwesen, im Ernstfall ggf. auch ein Insektizid eingesetzt werden. Spinnmilben lassen sich im Anfangsstadium gut mit einem Wasserstrahl und einer Erhöhung der Luftfeuchtigkeit bekämpfen. Auch der Einsatz von Raubmilben ist möglich.

In Bezug auf Krankheiten, sind vor allem in der Natur stehende Zelkoven häufig vom Ulmensterben betroffen. Diese wird von Ulmensplintkäfern übertragen und zeigt sich vor allem durch eine karge Belaubung und ein Welken der Krone. Möglich ist der Einsatz von Erzwespen und Raubwanzen, doch in den meisten Fällen muss man erkrankte Bäume fällen. An Ulmensterben erkrankte Bäume sind hierzulande zudem meldepflichtig.

 

Fazit

Zelkoven sind einst auch bei uns heimisch gewesene Bäume, die sich in ihrer Kultur eigentlich sehr genügsam zeigen. Im Garten benötigen sie lediglich zu Beginn etwas Pflege, indem der Boden regelmäßig befeuchtet und gedüngt wird. Später ist dann keine Düngung mehr nötig und die Zelkoven kommen selbst mit Trockenheit gut zurecht.

Eine Zelkove als Bonsai im Topf zu pflanzen, ist hingegen etwas arbeitsintensiver. Neben Gießen, Düngen und einem regelmäßigen Schnitt, sollte sie ein Zelkovenbonsai darüber hinaus auch alle zwei Jahre umgetopft werden. Aufgrund ihrer Artverwandtschaft zur Ulme ist eine besondere Anfälligkeit für das Ulmensterben zu beachten.

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