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Ackerschachtelhalm, Ackerschachtelhalm-Sud

Ackerschachtelhalm-Sud selber machen – Wirkung und Anwendung

Der Ackerschachtelhalm hat mitunter so einige nützliche Wirkungen. Neben seiner Funktion als Heilkraut ist er vor allem als natürliches Pestizid und Stärkungsmittel für Pflanzen bekannt. Zu diesem Zweck stellt man den sogenannten Ackerschachtelhalm-Sud oder auch Ackerschachtelhalm-Jauche her.

 

Wie wirkt Ackerschachtelhalm-Sud?

Dass Ackerschachtelhalm-Sud solch einen positiven Effekt auf Pflanzen hat, liegt natürlich an seinen Inhaltsstoffen. Sie zeigen auf, dass der Ackerschachtelhalm völlig zu Unrecht als Unkraut verkannt wird.

 

Ackerschachtelhalm als Stärkungsmittel

Ähnlich wie Brennnesseljauche enthält auch Ackerschachtelhalm-Brühe einen hohen Gehalt an Kieselsäure und Kalzium. Zwei Nährstoffe, die für das Pflanzenwachstum und auch die Abwehrkräfte von Pflanzen gegen Schädlinge und Pflanzenkrankheiten enorm wichtig sind. Doch es gibt noch weitere Wirkstoffe, die Ackerschachtelhalm zu einem guten Stärkungsmittel für Pflanzen machen. Insgesamt lassen sich hier folgende Inhaltsstoffe nennen:

  • Flavone
  • Kalium
  • Kalzium
  • Kieselsäure
  • Magnesium
  • Mangan
  • Natrium
  • Saponine

Möchte man Pflanzensamen zur beschleunigten Keimung anregen, so kann man sie vor der Aussaat mit dem Sud aus Ackerschachtelhalm beizen. Zudem lässt sich Ackerschachtelhalm-Brühe auch als Flüssigdünger verwenden. Eine Erstbewässerung direkt nach der Pflanzung oder die Vorbehandlung der Pflanzen mit Auszügen des Ackerschachtelhalms kann wie bei Weidenwasser die Standortetablierung beschleunigen.

 

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Ein vermeintliches Unkraut: Ackerschachtelhalm ist bei Gärtnern und Landwirten zwar wegen seiner unkrautartigen Ausbreitung unbeliebt, wird zugleich aber als Naturdünger und Pflanzenschutzmittel geschätzt

Ackerschachtelhalm als Pflanzenschutzmittel

Abgesehen von einer verbesserten Nährstoffversorgung kann Ackerschachtelhalm-Sud auch mit Blick auf den Pflanzenschutz nützlich sein. Die Pflanze enthält nämlich eine Fülle antimikrobieller Wirkstoffe, die effektiv gegen Pilzerkrankungen wie Mehltau oder Apfelschorf wirken.

Auch Schädlinge wie Blattläuse lassen sich durch die fungiziden und Pestiziden Inhaltsstoffe des Ackerschachtelhalms erfolgreich in Schach halten. Zu den wichtigsten Wirkstoffen gehören diesbezüglich Flavonoide, Alkaloide und Pflanzensäuren wie:

  • Kaempferol
  • Kaffeesäure
  • Nicotin
  • Quercetin
  • Weinsäure

 

Ackerschachtelhalm-Sud oder Ackerschachtelhalm-Jauche?

Während für die Nutzung als Pflanzenschutzmittel häufig Ackerschachtelhalm-Sud empfohlen wird, kann Ackerschachtelhalm-Jauche zur Düngung von Pflanzen sinnvoller sein. Zur Herstellung von Jauche müssen die Kräuter etwas länger in Wasser eingeweicht werden, wodurch sie zu gären anfangen. Die Brühe mag dann zwar etwas streng riechen, allerdings entwickelt sich durch die Gärung ein weiterer wichtiger Pflanzennährstoff, nämlich Stickstoff.

Eher ungünstig ist die stark abgestandene Ackerschachtelhalm-Jauche hingegen für das Beizen von Samen. Denn mit der Gärung entstehend nicht nur neue Wirkstoffe. Einige gehen durch den Prozess auch leicht verloren. Das gilt insbesondere für Flavonoide, die auch für die gute Wirkung von Ackerschachtelhalm-Sud als Pflanzenschutzmittel verantwortlich sind.

 

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Wichtig: Die Sporenähren des Ackerschachtelhalms sollte man bei der Herstellung von Sud und Jauche nicht verwenden, um ein Wuchern im Gartenbeet zu verhindern.

Für welche Pflanzen ist Ackerschachtelhalm-Sud geeignet?

Ein Sud aus Ackerschachtelhalm eignet sich im Grunde für alle Gartenpflanzen. Besonders positiv reagieren auf eine Behandlung aber Obstbäume, Gemüsepflanzen und Rosensträucher. Zu den Schadbildern, die sich an Gartenpflanzen mit Ackerschachtelhalm-Sud bekämpfen lassen, gehören unter anderem:

  • Apfelschorf
  • Blattläuse
  • Braunfäule
  • Grauschimmel
  • Mehltau
  • Monilia
  • Rosenrost
  • Spinnmilben
  • Sternrosttau

 

Ackerschachtelhalm-Sud herstellen und anwenden

Es ist ratsam, für die Herstellung von Ackerschachtelhalm-Sud nur grüne Triebe, nicht aber die Sporangien zu verarbeiten. Die Sporen der Pflanze könnten sonst mit ins Gartenbeet gelangen und dort für eine unkontrollierte Ausbreitung des Ackerschachtelhalms sorgen.

Zur Herstellung von Ackerschachtelhalm-Sud können Sie sowohl frische als auch getrocknete Pflanzenteile verwenden. Allerdings ist der Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen bei frischem Kraut meist größer. Hier eine Anleitung für die Zubereitung von Ackerschachtelhalm-Sud:

 

Zutaten:

  • 500 g frische Ackerschachtelhalmtriebe
  • 5 l Wasser
  • 1 großen Kochtopf

 

Herstellung:

Schneiden Sie zunächst die grünen Triebe des Ackerschachtelhalms etwas klein und geben Sie die Kräuter anschließend zusammen mit 5 l Wasser in einen Topf. Lassen Sie das Ganze etwa 24 Stunden ziehen, ehe Sie den Sud für 30 Minuten bei schwacher Hitze köcheln lassen. Die Hitze bewirkt, dass sich vor allem Kieselsäure umfassend aus den Pflanzenteilen löst.

Nach dem Aufkochen muss der Ackerschachtelhalm-Sud gut abkühlen, bevor die Kräuter durch ein Sieb abgefiltert werden. Nun kann man den Sud entweder in eine Gießkanne oder Sprühflasche geben, um Gartenpflanzen damit zu behandeln.

 

Anwendung:

Hoch konzentrierter Ackerschachtelhalm-Sud sollte vor der Anwendung unbedingt im Verhältnis 1:5 mit Wasser verdünnt werden. Bei bestehendem Schadbefall muss eine Behandlung betroffener Pflanzen über einen Zeitraum von mindestens 14 Tagen kontinuierlich erfolgen.

Durchführen kann man eine Sprühung bzw. Pflanzenbehandlung mit Ackerschachtelhalm-Sud von März bis November. Es wird gesagt, dass der Sud des Ackerschachtelhalms an warmen Tagen besser wirken soll. Wurde bereits ein Schadbefall festgestellt, sollten zumindest bei Pilzkrankheiten vorab alle betroffenen Pflanzenteile entfernt werden.

 

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Tipp: Statt Ackerschachtelhalm-Sud kann man auch Ackerschachtelhalm-Tee als Pflanzenschutzmittel und Stärkungsmittel für Pflanzen verwenden

Ackerschachtelhalm-Jauche herstellen und anwenden

Ackerschachtelhalm-Jauche muss nicht nur länger stehen als Ackerschachtelhalm-Sud. Sie wird auch anders hergestellt. Die Herstellung erfolgt ohne Hitzezufuhr, weshalb der Anteil an Kieselsäure ggf. etwas geringer ist. Dafür enthält die Jauche aber eine Extraportion Stickstoff, die für das Pflanzenwachstum ebenfalls sehr wichtig ist.

 

Zutaten:

  • 500 g frische Blatttriebe des Ackerschachtelhalms
  • 5 l Wasser
  • 1 Eimer

 

Herstellung:

Geben Sie die Ackerschachtelhalmtriebe in einen Eimer und übergießen Sie die Kräuter mit Wasser. Decken Sie den Eimer ab und lassen Sie die Ackerschachtelhalm-Jauche 7 bis 14 Tage gären. Dabei sollte man gelegentlich umrühren. Sobald keine Blasen mehr aus dem Wasser aufsteigen, ist die Jauche fertig und bereit für den Einsatz im Garten.

 

Anwendung:

Wie Ackerschachtelhalm-Sud sollte auch Ackerschachtelhalm-Jauche vor der Anwendung im Garten 1:5 mit Wasser verdünnt werden. Sie können die Jauche gemeinsam mit Wasser in eine Gießkanne füllen und sie während der Hauptvegetationszeit einmal wöchentlich wie Flüssigdünger im Wurzelbereich der Pflanzen ausbringen. Achten Sie aber darauf, dass die Blätter der Pflanzen frei von der Jauche bleiben.

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