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Lupine – Superfood und Lebensmittel der Zukunft

Ihre üppigen, traubenförmigen Blütenähren machen die Lupine (Lupinus) schon rein optisch zu einem echten Hingucker. Dabei kann die Pflanze nicht nur als Prachtstaude im Garten etwas hermachen, sondern in Zukunft auch eine Meisterlösung für globale Lebensmittelknappheit sein. Die Bohnen der Lupinen gelten mittlerweile nämlich als vielfältiges Superfood mit echten Krisenqualitäten.

 

Nahrhaft und vielseitig – Lupinen als Superfood

Die bis zu 1,5 Meter hohe Lupine ist nicht nur wunderschön anzusehen. Sie zählt auch zu Recht zu den Nutzpflanzen, ist sie doch in mehr als nur einer Hinsicht nützlich. Zum einen tragen Lupinen nämlich zur Verbesserung des Gartenbodens bei, indem sie Stickstoff durch den Einsatz von Knöllchenbakterien abbauen und sich sogar als Dünger einsetzen lassen.

Zum anderen kann man aus den nährstoffreichen Samen der Lupinen eine ganze Fülle an hochwertigen Lebensmittelerzeugnissen herstellen. Die Lupinenprodukte reichen dabei von Tierfutter für Pferde und Nutzvieh über für Menschen genießbares Lupinenmehl und Kaffeeersatzpulver bis hin zum sogenannten Lopino – einer Art Tofu-Erzeugnis, das in mediterranen Gebieten gerne als vegetarischer Snack angeboten wird.

Erstehen können Sie Lupinenprodukte in gut Sortierten Feinkostläden. Auch Lupinenmehl und Lupinensamen sind dort erhältlich. Wenn Sie jedoch ein Faible für Hausgemachtes haben und darüber hinaus die farb- und formschöne Erscheinung von Lupinen in Ihrem Garten genießen möchten, erfahren Sie im Folgenden mehr zum Anbau des Lupinus, sowie zur Ernte seiner Hülsenfrüchte.

Wissenswertes: Ihren Namen erhielten die Lupinen aufgrund der Behaarung ihrer Hülsenfrüchte. Die Bezeichnung stammt vom lateinischen Wort lupus für ‚Wolf‘ ab, weshalb Lupinen früher auch Wolfsbohnen genannt wurden.

 

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Lupinenfeld in Neuseeland | © Das Grüne Archiv

Lupine pflanzen – Standort und Ablauf

Lupinen sind Hülsenfrüchtler und stellen hier gemeinsam mit anderen Hülsenfrüchten wie Bohnen, Erbsen, Erdnüssen und Linsen die Unterfamilie der Schmetterlingsblütler. Viele Arten des Lupinus stammen aus Gebieten des afrikanisch-europäischen Mittelmeerraums. Dort werden Lupinen seit jeher als Futterpflanzen, Gründünger, sowie zur Herstellung von Lebensmitteln genutzt. Es gibt aber auch reiche Bestände in Ländern wie Neuseeland, wo die Pflanze einst im Zuge der Besiedelung eingeführt wurde.

Unterschieden werden muss dabei zwischen Zierlupinen und Süßlupinen. Nur letztere sind zum Verzehr geeignet und enthalten neben hochwertigem Eiweiß auch zahlreiche Nährstoffe wie Mineralien oder Aminosäuren. Die wichtigsten Süßlupine sind diesbezüglich:

  • Weiße Süßlupine (Lupinus albus),
  • Gelbe Süßlupine (Lupinus luteus),
  • Blaue Süßlupine (Lupinus angustifolius)
  • Anden-Lupine (Lupinus mutabilis), auch ‚Tawri‘ genannt

 

Ungeachtet dessen, ob Sie nun Zier- oder Süßlupinen kultivieren möchten, sollten Sie bei der Standortwahl auf eine windgeschützte Lage achten. Bei starkem Wind biegen sich die Stängel der Lupinen nämlich gen Windrichtung, was das aufrechte Erscheinungsbild der Pflanzen beeinträchtigt und sie nach Ausbildung der schweren Hülsenfrüchte auch schon mal abknicken lässt.

Des Weiteren benötigen Lupinen einen sonnigen bis halbschattigen Standort, welcher ihnen mindestens drei Sonnenstunden pro Tag garantiert.

 

Der richtige Boden für Lupinen

Der Standortboden für Lupinen sollte aus einem gut durchlässigen, sandigen Substrat mit schwach sauren pH-Werten von 5,5 bis 6,5 bestehen. Idealer Weise ist der Boden humos und locker, wobei Lupinus auch mit kargen Böden gut zurecht kommt.

Auf keinen Fall darf die Erde aber durchnässt sein, denn dies lässt Zier- wie Süßlupinen unter Garantie eingehen. Ferner ist ein tiefgründiges Substrat zu wählen, da die Lupine äußerst lange Pfahlwurzeln entwickeln. Gute Nachbargewächse für die hochgewachsenen Lupinen sind Astern, Hortensien, Rittersporn und Rosengewächse.

Einzelheiten zum Standort für Lupinen:

  • Lupinen lieben windgeschützte und sonnenreiche Standorte
  • Standort durchlässig-locker, humos, sandig und tiefgründig wählen
  • karge Böden sind im Gegensatz zu nassen Substraten akzeptabel
  • pH-Wert für Lupinen: schwach sauer zwischen 5,5 und 6,5
  • zur Herstellung von Lupinenprodukten nur Süßlupinen verwenden
  • Pflanzpartner: Astern, Hortensien, Rittersporn und Rosengewächse

 

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Lupinen stehen gerne karg | © Das Grüne Archiv

Pflanzanleitung für Lupinen

1. Schritt – Pflanztermin wählen: Die Blütezeit der Lupine beginnt im Mai und reicht bei guter Pflege und Frühlingskultivierung bis in den September. Eine Pflanzung zwischen März und Mai ist deshalb schon wegen der verlängerten Blüte sinnvoll.

2. Schritt – Lupine vorbereiten: Wässern Sie die Staude vor der Ausbringung gut. Am besten gelingt dies, wenn Sie den Wurzelballen für ein bis zwei Stunden in einen Eimer voll Wasser stellen. Erst wenn der Ballen sich mit Flüssigkeit vollgesaugt hat, ist das optimale Anwachsen im Standortboden gewährleistet.

3. Schritt – Pflanzloch vorbereiten: Das Pflanzloch für eine Lupine sollte in etwa anderthalb mal so groß wie ihr Wurzelballen sein. Reichern Sie den Erdaushub vorab mit einer handvoll Sägespänen oder Torf an, damit die Pflanze von Beginn an eine gute Nährstoffversorgung genießt.

4. Schritt – Lupinen pflanzen: Einzelne Lupinen sind im Abstand von ca. 30 cm zueinander zu pflanzen. Auch empfiehlt es sich, die Großstauden im hinteren Teil des Beetes anzubringen, damit im Vordergrund kleinere Begleitgewächse die blütenlosen Staudenelemente kaschieren können. Auch verhindern Sie durch diese Abstufungsstrategie, dass die Lupinen kleinere Pflanzen verdecken.

5. Schritt – Staudenhalter anbringen: Da Lupinus eine groß wachsende Pflanze von bis zu 1,5 m ist, muss nach der Pflanzung eine Staudenhalterung angebracht werden. Nur so ist ein aufrechter, kräftiger Wuchs der Stängel gewährleistet. In Frage kommen entweder Staudenringe oder stabile Stabhalterungen.

Kurzschritte zum Pflanzen im Überblick:

  • Pflanztermin für Lupinus: März bis Mai
  • Wurzelballen der Staude vor der Ausbringung gut wässern
  • die großen Stauden am besten im Beethintergrund pflanzen
  • Pflanzloch von 1 ½ Durchmesser des Wurzelballens ausheben
  • Substrat mit einer handvoll Sägespänen oder Torf anreichern
  • Pflanzabstand für einzelne Lupinen: 30 cm
  • nach der Pflanzung Staudenhalter anbringen

 

Lupinen gießen und düngen

Die Lupine reagiert auf dauerhaft durchtränkte Standortböden äußerst sensibel. Deshalb sollten nur Jungstauden in den ersten drei Monaten mit regelmäßigen Wasserabgaben beim Anwachsen unterstützt werden. Sobald sich die Zier- und Süßlupinen im Garten etabliert haben, reichen natürliche Regengüsse aus, damit die tiefgehenden Pfahlwurzeln die nötige Feuchtigkeit aus dem Erduntergrund ziehen können. Nur in lang anhaltenden Trockenperioden ist maßvolles Gießen angezeigt.

Auf eine Düngung können Sie bei Lupinen eigentlich gänzlich verzichten. Da die Hülsenfrüchtler sich durch ihre Stickstoffspeicherung weitestgehend selbst mit Nährstoffen versorgen, lassen sich die Pflanzen sogar als Dünger für andere Gewächse verwenden. Gefördert wird diese Selbstversorgung durch das Gießen mit Teichwasser oder gelegentliche Kompostgaben. Beide Düngungshelfer sollten jedoch sparsam verwendet werden.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Lupinen nur während der Anwachsphase 3 Monate regelmäßig gießen
  • danach nur in längeren Trockenphasen mäßig wässern
  • Düngung ist beim Lupinus nicht erforderlich
  • Teichwasser und kleine Kompostabgaben unterstützen Selbstdüngung
  • Lupine eignet sich hervorragend als Pflanzendünger

 

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Bloß nicht zu viel gießen: Lupinen sind äußerst empfindlich gegenüber Staunässe und stehen lieber trocken | © Das Grüne Archiv

Lupinen schneiden und vermehren

Wie und Wann Sie Ihre Lupinen schneiden, hängt davon ab, ob sie eine Nachblüte erzielen, oder die Lupinensamen zur Weiterverarbeitung nutzen möchten. Wer auf eine zweite bzw. lange Blüte setzt, sollte verwelkte Blüten regelmäßig absammeln und die Blütenstände komplett entfernen, sobald der Stängel ausgeblüht hat. Nach diesem Schnitt ist ein Wässern und Düngen notwendig, um die Lupinen zur Zweitblüte zu animieren. Nutzen Sie hierfür die bereits erwähnten Selbstdüngehelfer Teichwasser und Kompost.

Wenn Sie hingegen die Hülsenfrüchte ihrer Süßlupine weiterverarbeiten möchten, beispielsweise zu Lupinenmehl oder Lopino, dann ist es wichtig, die welken Blütenstände bis September stehen zu lassen. Nur so können die Lupinensamen ausreifen und anschließend geerntet werden.

Die Ernte erfolgt, sobald die Samenschoten vollständig eingetrocknet sind. Drücken Sie die Hülsenfrüchte dann einfach aus der Schote und führen Sie diese ihrem gewünschten Zweck zu. Ein bodennaher Rückschnitt erfolgt sowohl nach der Zweitblüte als auch nach der Ernte im Herbst. Winterschutz ist im Falle der Lupine nicht nötig, da ihre Arten bis zu -35 °C frosthart sind.

 

Vermehrung durch Aussaat

Die Hülsenfrüchte des Lupinus sind Schleudersamen und neigen ohne entsprechende Gegenmaßnahmen dazu, sich im Umkreis von ganzen sieben Metern um die Mutterpflanze zu verteilen. Ein Abernten der Lupinensamen ist somit in jedem Fall geboten, um eine unkontrollierte Selbstaussaat zu verhindern.

Für eine gezielte Vermehrung der Lupine können Sie die Samen über den Winter trocken und dunkel lagern. Im nächsten Frühjahr (am besten zeitig im März) legen Sie das Saatgut dann für 24 Stunden in lauwarmes Wasser ein, damit die Lupinensamen gut auflaufen. Nach einem nächtlichen Kältereiz im Kühlschrank werden die Samen direkt ins Freiland ausgebracht. Die Keimzeit beträgt in etwa 14 Tage.

Kurztipps zum Schneiden, Ernten und Vermehren:

  • für Zweitblüte verwelkte Blütenstände auf 10 cm zurück schneiden
  • für Ernte der Lupinensamen welke Blüten bis September stehen lassen
  • Hülsenfrüchte absammeln, sobald Schoten komplett eingetrocknet sind
  • bodennaher Rückschnitt erfolgt in beiden Fällen im Herbst
  • Winterschutz ist für die Lupine nicht erforderlich
  • kontrollierte Vermehrung durch Absammeln der Lupinensamen
  • Saatgut über den Winter trocknen und dunkel lagern
  • im März die Samen für 24 Std. in lauwarmes Wasser einlegen
  • danach Hülsenfrüchte eine Nacht Kältereiz aussetzen
  • Lupinensamen direkt ins Freiland aussäen
  • Keimzeit des Saatguts: ca. 14 Tage

 

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Blaue Lupine | © Das Grüne Archiv

Übersicht zu interessanten Arten des Lupinus

Wie bereits erwähnt eignen sich zu Herstellung von Lopino, Lupinenmehl und Co. nur Süßlupinenarten. Andere Lupinen, sind jedoch ebenfalls für eine Kultivierung im Garten geeignet. Insbesondere die Sorten der Vielblättrigen Lupine bietet hierbei eine Vielzahl an farblichen Variationen. Details zu den einzelnen Lupinenarten entnehmen Sie bitte der nachstehenden Übersicht:

ArtBeschreibung
Alaska-Lupine
Lupinus nootkatensis
Blütezeit: Juni bis Juli
Blütenfarbe: blaue Blüten mit weißer Fahne
Wuchshöhe: bis zu 120 cm
Herkunft: Alaska, Nordamerika
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: Zierlupine; ideal für Steingärten
Anden-Lupine
Lupinus mutabilis
Blütezeit: Juli bis September
Blütenfarbe: blauviolette Blüten mit weißer oder gelber Fahne
Wuchshöhe: bis zu 150 cm
Herkunft: Anden, Südamerika
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: Süßlupine; geeignet für Lupinenprodukte
Blaue Lupine
Lupinus angustifolius
Blütezeit: Mai bis August
Blütenfarbe: blaue Blüten mit violetter Fahne
Wuchshöhe: bis zu 80 cm
Herkunft: Mittelmeerraum
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: Süßlupine; beliebter Rohbodenpionier und Zutat für zahlreiche Lupinenprodukte
Gelbe Lupine
Lupinus luteus
Blütezeit: Juni bis Juli
Blütenfarbe: kräftige gelbe Blüten
Wuchshöhe: bis zu 60 cm
Herkunft: Mittelmeerraum
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: Süßlupine; gern genutzt für vegetarische Gerichte wie Lopino
Weiße Lupine
Lupinus albus
Blütezeit: Juni bis September
Blütenfarbe: weiße Blüten
Wuchshöhe: bis zu 180 cm
Herkunft: Mittelmeerraum
Eignung für Kultivierung: gut
Besonderheiten: Süßlupine, gern genutzt zur Herstellung von Lupinenmehl und Nahrungsergänzungsmittel
Vielblättrige Lupine
Lupinus polyphyllus
Blütezeit: Mai bis August
Blütenfarbe: Blüten in allen Farben (einschließlich rot) erhältlich
Wuchshöhe: bis zu 150 cm
Herkunft: Nordamerika
Eignung für Kultivierung: sehr gut
Besonderheiten: Zierlupine, Basis der 'Russell Hybriden'

 

Lupine – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

In der Gartenkultivierung sind Lupine eher selten anfällig für Schädling. Bei großflächigem, landwirtschaftsähnlichem Anbau kann es jedoch zu so manchem Krankheits- und Schädlingsbefall kommen. Hier ein kleiner Überblick zu möglichen Schadbildern und deren Behandlung:

  • Mehltau – kommt meist bei zu feucht gehaltenen Standorten vor. Herkömmliche Behandlungen mit Knoblauch-Milch-Sud sollten den Befall in der Regel stoppen. In besonders schweren Fällen sind ökologische Fungizide zu empfehlen
  • Schnecken – befallen mit Vorliebe Jungpflanzen des Lupinus. Sammeln Sie die Schnecken am besten ab oder verwenden Sie Schneckenkorn.
  • Viruserkrankungen – zeigen sich bei der Lupine durch fleckige Blätter und schwache Stängel. In diesem Fall hilft nur ein Ausgraben der Staude, welche anschließend im Restmüll entsorgt werden muss.

 

Fazit

Ob als Gartenzierde, Schnittblume oder Nutzpflanze – die Lupine erlaubt eine vielseitige Verwendung und ist dabei in ihrer Pflege mehr als unkompliziert. Achten Sie aber darauf, den Standortboden Ihrer Lupinen niemals zu übergießen und sammeln Sie Lupinensamen im Herbst stets ab, damit eine unkontrollierte Selbstaussaat verhindert werden kann. Zur Herstellung von Lupinenprodukten (z.B. Lupinenmehl oder Lopino) bitte nur die Samen von Süßlupinen verwenden!

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