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Akupunktur und Akupressur, Druckmassage, Massage

Massage – Die Ursprünge der manuellen Therapie

Vor allem aus Asien, Afrika und der arabischen Welt ist die Massage als manuelles Heilungsverfahren schon seit der Antike bekannt. In Europa war es maßgeblich der Urvater der modernen Schulmedizin, der griechische Arzt Hippokrates, der um 400 v. Chr. das Wissen über die Massagetechniken in seinen Schriften auch der westlichen Welt zugänglich machte.

Eine wirkliche Blüte erlebten Massage und manuelle Druckbehandlung im Westen aber erst im späten Mittelalter. Namhafte Mediziner wie Paracelsus und Ambroise Paré trugen hier zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert dazu bei, dass die Idee von der manuellen Gesundheitstherapie endlich auch im Abendland Fuß fasste.

 

Druckmassage als medizinisches Behandlungskonzept

Die Idee der heilenden Handberührung findet sich in den unterschiedlichsten Kulturen und Religionen der Welt wieder. Jesus heilte durch Handauflegen die Kranken, was unter einigen Buddhisten die Vermutung schürt, dass es sich bei dem Sohn Gottes um eine Reinkarnation Buddhas gehandelt habe. Denn auch Buddha war für sein manuelles Heilwirken bekannt.

Davon zeugen noch heute spezielle Mudra-Gesten. Mudras sind die Handgesten von Buddhastatuen, von denen es über 100 verschiedene Varianten mit jeweils unterschiedlicher Bedeutung gibt. Einige Mudras stehen dabei explizit für Heilungsvorgänge. Inzwischen werden diese Heil-Mudras sogar zur Mudra-Massage eingesetzt. Die traditionellen Handgesten dienen dabei als Ausgangsstellung für die Druckmassage. Insgesamt lässt sich die Entstehungsgeschichte der Massage bis in die Zeit um 3000 v. Chr. nachverfolgen.

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Ein Meister der heilenden Hände: Buddha

Anma und Tuina – Drücken, Reiben, Schieben, Ziehen

Aus dem alten, taoistisch geprägten China stammt wiederum die Technik des Anma oder Amma (japanisch: 按摩). Ihr Name setzt sich aus den Silben An für „drücken“ und Mo für „reiben“ zusammen und ist die erste schriftlich belegte Schreibweise für ein Akupressurverfahren als Urform der Massage.

Ab 1500 v. Chr. setzte sich während der Ming Dynastie vermehrt der Begriff Tuina (chinesisch: 推拿) durch, der im Grunde „Schieben, Drücken und Ziehen“ bedeutet. Unter diesem Namen etablierte sich die Massage während der Nara-Periode von 710 bis 793 n. Chr. dann auch in Japan.

Es gibt noch eine Fülle weiterer asiatischer Massage-Konzepte, die sich direkt von Anma ableiten und so aus der frühen Akupressur eine Disziplin mit den unterschiedlichsten Ausprägungen machen. Zu nennen wäre dabei allen voran die beliebte Thai-Massage.

 

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Die Akupressur gemäß der taoistischen Qi-Lehre gilt als Ursprung zahlreicher moderner Massage-Techniken

Wichtige Arten der Massage im Überblick

Die Vielfalt der Massagetechniken, die sich aus der ursprünglichen Akupressur entwickelt haben, wächst stetig. Hinzu kommen einige Formen und Techniken aus der Ayurveda Medizin, die oft auch zu Mischformen zwischen beiden Arten der manuellen Therapie führen.

 

Shiatsu

Shiatsu (japanisch: 指圧) wurde in Japan vor allem von Personen wie Kazuma Fukunaga und Tokujirō Namikoshi propagiert. In einer Zeit, als medizinische Behandlungskonzepte aus Asien in der westlichen Schulmedizin längst nicht so populär waren wie heute, wollten sich beide als Pioniere und (Neu-)Erfinder der Druckmassage verstanden wissen.

Begrifflich wirklich festlegen konnten jedoch auch sie sich in der Frühphase der Akupressur-Renaissance nicht wirklich. Fukunaga verwendete als Titel für seine erste, 1928 erschienene Publikation zum Thema noch den Begriff „Chikara ōyō ryōhō“ (Kraftanwendungstherapien), wobei die Shiatsu Methode lediglich ein kleineres Unterkapitel bildete.

Erst 1939 veröffentlichte er unter dem Pseudonym Tempeki Tamai schließlich eine eigenständige Abhandlung über Shiatsu, um den Begriff weiter zu etablieren.

 

Akupunktur und Akupressur, Druckmassage
Eine klassische Form der Druckmassage aus Japan: Shiatsu

Reiki

Namikoshi wiederum, der ebenfalls als einer der Begründer der modernen Shiatsu-Akupressur gilt und unter anderem solch prominente Personen wie Marilyn Monroe behandelte, wies seine Praxis auf Hokkaido 1925 noch als Behandlungszentrum für Therapie mit „Appakuhō“ (Druckmethode) aus. Etwa zeitgleich sorgte in Japan auch Usui Mikao mit seiner 1921 in Tokyo eröffneten Klinik für manuelle Reiki-Behandlung für Aufsehen.

Reiki (japanisch: 霊気) setzt sich diesbezüglich aus den Worten rei für „Geist“ oder „Seele“ und ki, der japanischen Form des chinesischen Qi für „Energiefluss“ zusammen. Akupressur, wie sie heute praktiziert wird, entstammt damit einer landesweiten Gesundheitsbewegung in Japan, die aus der historischen Disziplin der Druckmassage ein modernes Behandlungskonzept für Körper, Seele und Geist zu entwickeln versuchte.

 

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Mehr Streicheln als Druckbehandlung: Reiki gilt als besonders sanfte und einfühlsame Massage-Variante

Anpuku

Über die Jahrtausende alte Entstehungsgeschichte der Akupressur wurde im Frühstadium des Shiatsu zunächst nicht viel geredet. Es ging den Pionieren primär um eine Etablierung fernöstlicher Medizin-Standards, die sich mit ihrem ganzheitlichen Behandlungsansatz doch sehr stark von den isolierten Behandlungsmethoden der westlichen Schulmedizin unterschied.

Erst Tadashi Izawa nahm in seiner Publikation „Zukai ni yoru keiraku, keiketsu to Shiatsuryōhō“ (Illustrierten Erläuterung der Meridiane, Punkte und Shiatsu-Behandlungsmethode) von 1964 Bezug auf das historische Erbe der Akupressur und verwies darin auf frühere Veröffentlichungen wie Ōta Shinsais Abhandlung zur Abdominalmassage Anpuku (japanisch: 按腹) aus dem Jahre 1827.

Das Konzept von Anpuku konzentriert sich gezielt auf die Lösung von Verspannungen im Bauchraum sowie die Behandlung von Stoffwechsel- und Verdauungsbeschwerden durch Druckmassage nach dem Anma-Prinzip. Die Methode ist heute als Bauchakupressur bekannt.

 

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Übrigens: Anpuke wird als Bauchmassage gerne zum Abnehmen angewendet

Reflexzonenmassage

Etwas später, im Jahr 1872, verhalf der amerikanische Hals-Nasen-Ohren-Arzt William Fitzgerald der Fußreflexzonen-Massage zu einem Comeback. Sie ist sowohl aus der Thai-Massage, als auch der indischen Ayurveda-Massage und chinesischen Tuina-Massage bekannt und lässt sich in ihrer Ursprungsform als eine Art Fuß-Akupressur beschreiben.

Dabei kombinierte Fitzgerald für die moderne Reflexzonen-Therapie Elemente der alten Anma-Druckmassage mit Massage-Methoden der indiansichen Volksmedizin. Das Interessante daran: Auch die amerikanischen Ureinwohner sind Nachfahren von Siedlern früher Migrationswellen aus Asien, was die Reflexzonenmassage zu einem besonderen Crossover des traditionellen Anma und der indigenen Naturheilkunde Amerikas macht.

 

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Thai-Massage

In Thailand auch als Nuat Phaen Boran (Massieren nach uraltem Muster) bekannt, zielt die Massage ganz wie bei der Akupressur darauf ab, die als sip sen bezeichneten Energielinien durch Drücken, Ziehen und Dehnen positiv zu beeinflussen.

Die Thai-Massage setzt somit auf Anma beziehungsweise Akupressur als elementares Behandlungselement der Massage-Therapie. Daneben spielen aber auch die Meditationsfiguren aus dem Yoga eine Rolle. Eine Kombination aus indischen und chinesischen Massageelementen also.

 

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Mit Händen und Füßen: Die Thai-Massage erfordert den vollen Körpereinsatz der Masseurs bzw. der Masseuse

Ölmassage

Wie sehr die Druckmassage neben der vom Taoismus bestimmten Traditionellen Chinesischen Medizin auch in vom Buddhismus geprägten, volksmedizinischen Disziplinen Asiens verankert ist, zeigt sich an der Ayurveda-Massage. Hier wird auf das Massieren mit heilsamen Massageölen zur Stärkung der Chakren gearbeitet. Eine besondere Form der Ölmassage ist diesbezüglich der Stirnguss, der ein gezieltes Massieren des Dritten Auges alias Stirn-Chakra vorsieht.

Ayurveda gilt als Kerndisziplin der Traditionellen Indischen Medizin, die zur Krankheitsbehandlung neben Druckbehandlung auch auf therapeutische Ernährungskonzepte mit Ayurveda Kräutern setzt. Diesbezüglich stellen Ayurveda und TCM die beiden größten Schulen der asiatischen Medizin, die heute selbst in Teilen der westlichen Wellnesstherapie, Reha- und Kurmedizin den Ton angeben.

 

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Mit ein paar Tropfen Massageöl ist es hier nicht getan: In der ayurvedischen Ölmassage fließt das Öl in Litern

Hot Stone Massage

Das Massieren mit heißen Steinen ist nicht nur aus Asien, sondern auch aus Polynesien bekannt. So nutzt man auf Hawaii beispielsweise seit jeher heiße Lavasteine für die sogenannte La-Stone-Massage. Diesbezüglich sei auch die traditionelle hawaiische Massage alias Lomi Lomi Nui erwähnt, die in ihren Grundzügen sehr der Akupressur ähnelt.

In Asien nutzt man hingegen meist Basaltsteine, die auf etwa 60 °C erhitzt, und dann entlang der Meridiane (chinesische Hot Stone Massage) oder Chakren (indische Hot Stone Massage) auf den Körper gelegt werden.

Die Wärme soll eine Entspannung der Muskeln und Nerven herbeiführen und Blockaden im Qi-Fluss bzw. in den Chakren lösen. Eng verwandt ist die Hot Stone Massage mit der Moxibustion.

 

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Bei der Hot Stone Massage geht es im wahrsten Sinne des Wortes heiß her

Ablauf einer Massage am Beispiel Shiatsu

Die Shiatsu Technik kennt heute zahlreiche Unterformen, die sich aus der ursprünglichen Shiatsu-Lehre ihrer Begründer entwickelt haben. Die Entstehungsgeschichte der einzelnen Varianten zeigt dabei auch auf, wie sich zu den Händen und Fingern als klassische Druckmittel im Laufe der Zeit auch andere Körperteile wie Ellenbogen oder Füße gesellt haben. Nennenswert sind diesbezüglich vor allem vier Shiatsu-Techniken:

  • Fünf-Elemente-Shiatsu: Die Original Shiatsu-Form nach Tokujirō Namikoshi, basierend auf der chinesischen Qi-Lehre der fünf Elemente. Es wird von einer Verbindung jeweils eines Elements mit einem der fünf Hauptorgane des Menschen ausgegangen und im Rahmen der Akupressur-Behandlung versucht, diese fünf Elemente ins Gleichgewicht zu bringen. Dies erfolgt durch Einsatz der Hände und Finger entlang der Meridiane, die auch als Leiter der Elementarenergie gelten. Die Relationen zwischen Elementen und Organen gestaltet sich dabei wie folgt:
    • Leber und Galle: Holz
    • Herz: Feuer
    • Nieren und Blase: Wasser
    • Milz: Erde
    • Lunge: Metall
  • Zen Shiatsu: Das Zen Shiatsu ist eine Technik, die von Shizuto Masunaga entwickelt wurde. Sie greift die Lehre der fünf Elemente auf, setzt aber zusätzlich eine strenge geistige Präsenz des Therapeuten im Hier und Jetzt, also den Zustand des Zen voraus. Grifftechniken, die den Einsatz von Knien, Ellbogen oder auch der geballten Faust involvieren, waren vor Entstehung des Zen Shiatsu nicht üblich. Sie unterstützen den vollen Körpereinsatz im Sinne der Geistesgegenwart und Präsenz zeigenden Energiearbeit des Therapeuten.
  • Ohashiatsu: Das Ohashiatsu ist benannt nach seinem Begründer, Meister Wataru Ohashi und legt einen Schwerpunkt auf den spirituellen Aspekt der Akupressur. Dehnungen, Kreisbewegungen, sanftes Streicheln und Handauflegen sollen insbesondere die geistige Heilung induzieren. Geichzeitig verbessern sie die Flexibilität des Körpers für Meditations- und Entspannungsmaßnahmen wie Yoga oder Pilates. Die tiefe Überzeugung von der Balance zwischen Körper und Geist bestimmt demnach diese Shiatsu Technik.
  • Ashiatsu: Eine Tiefenmassage, die primär unter Einsatz der Füße des Therapeuten ausgeführt wird. Dementsprechend ist der Name der Technik ein Kunstwort, das sich aus dem Begriff Shiatsu und dem japanischen ashi für „Fuß“ ergibt. Sie soll einerseits die Muskeln des Patienten in besonderer Weise ansprechen. Andererseits ist Ashiatsu für den Behandelnden sehr schonend. Denn die Füße lassen sich dank Hilfsmitteln wie an der Decke installierten Balken leichter auf Patienten anwenden. Auch wird die Anwendung der Füße als Druckmittel nach einer Weile nicht so strapaziös, als beispielsweise Knie oder Hände.

Das klassische Shiatsu nach Namikoshi gilt bis heute als traditionelle Akupressur-Technik. Außerdem ist sie gerade für Einsteiger gut geeignet, da sie sich auf den Einsatz von Händen und Fingern beschränkt. Für eine Original Shiatsu Akupressur zur Rückenmassage nach Namikoshi gehen Sie dabei wie folgt vor:

 

1. Ausgangsposition einnehmen

Der Patient liegt für die Shiatsu Rückenmassage flach, bequem und entspannt auf einer Behandlungsmatte auf dem Bauch. Sie selbst positionieren sich für die Behandlung links von dem Patienten mit Ihrem linken Fuß seitlich vor dem Patientenkopf und Ihrem rechten Knie neben der Achselhöhle des Patienten.

Immer dann, wenn sie bei der Behandlung unter den Schulterblättern des Patienten angelangt sind, richten Sie ihre Position neu aus. Dabei verschiebt sich der linke Fuß an Position des rechten Knies und dieses neben die Hüfte des Patienten. Das gibt ihnen beim Arbeiten die nötige Stabilität und ermöglicht die kontrollierte Druckanwendung

 

2. Streichdiagnose am Rücken

Legen Sie Ihre Handflächen mittig auf die Halswirbelsäule des Patienten. Streichen Sie in Folge sanft über die Schulterblätter, entlang der Arme und zurück zur Ausgangsposition, ehe sie in einer fließenden Bewegung weiter bis in die Kreuzbeinregion fahren.

Durch die Streichbewegung können Sie Verspannungen und Blockaden im Rückenbereich ermitteln. Zudem dient diese Maßnahme der rituellen Einleitung der Akupressur-Sitzung.

 

3. Rückendehnung mit der Handfläche

Positionieren Sie nun eine Handfläche rechts neben dem Kreuzbein im Lendenbereich und die andere links neben der Halswirbelsäule über dem Schulterblatt. Die Handballen sollten dabei nach innen gerichtet sein und die Handstellung einer gedachten diagonalen Linie quer über den Rückenbereich folgen.

Ziehen Sie anschließend über den Patientenrücken gebeugt die Handflächen schräg auseinander, um eine Dehnung der Rückenpartie zu erzielen. Der Druck, den Sie hierbei durch das Stemmen ihres Körpers nach unten aufbauen, sorgt für die nötige Streckung. Wiederholen sie den Vorgang zunächst mit Handstellung an den Gegenüberlegenden Körperhälften.

Nach der diagonalen Rückendehnung erfolgt dann eine senkrechte Rückendehnung nach demselben Prinzip mit einer Hand zwischen den Schulterblättern und einer Hand zwischen den Lenden. Achten Sie darauf, bei jedem Durchlauf etwa 70 Prozent des Drucks auf die Lenden- bzw. Kreuzbeinregion und nur 30 Prozent des Drucks auf die Halswirbelsäulen- und Schulterpartie auszuüben.

Insgesamt sollte im Rahmen von Shiatsu ein Druckgewicht zwischen 10 bis 20 kg bei gesunden Erwachsenen aufgebracht werden. Bei besonderen Gesundheitsproblemen (z.B. Erkrankungen der Wirbelsäule), ebenso wie bei Kindern und Senioren muss der Druck situationsabhängig reduziert werden.

 

4. Fingerdruckdiagnose an der Wirbelsäule

Nehmen Sie im nächsten Schritt ihren Zeige- und Mittelfinger und setzen Sie die Fingerkuppen links und rechts der Halswirbelsäule an. Wandern sie nun vom Nacken aus in leichten Druckbewegungen die gesamte Wirbelsäule hinab bis zum Kreuzbein und untersuchen Sie die Wirbel auf Unregelmäßigkeiten sowie Verspannungen. Die Maßnahme wird einmal wiederholt und kann bereits eine erste leichte Massagefunktion übernehmen.

 

5. Fingerdruckmassage entlang des Hintermeridians:

Stellen Sie sich fünf Meridianlinien auf dem Patientenrücken vor, beginnend mit dem Linienverlauf des Hintermeridians direkt entlang der Wirbelsäule. Links und rechts davon liegen jeweils die doppelten Verläufe der Blasenmeridiane. Eine Rückenmassage dient nach Shiatsu-Überzeugung also nicht nur der Behandlung von Rückenproblemen, sondern auch der Stärkung der Harnwegsorgane.

Für die Druck-Behandlung des Hintermeridians formen Sie mit angewinkeltem Zeigefinger und gestrecktem Daumen der rechten Hand ein V, ganz so, als wären Sie im Begriff, jemanden zu kneifen. Mit dieser Handstellung setzen Sie nun links und rechts der Halswirbelsäule an. Atmen sie ein und drücken Sie danach für die Dauer des Ausatmens (ca. 3 bis 5 Sekunden) auf den ersten Akupressurpunkt des Hintermeridians. Ihre Armführung können Sie durch Umfassen Ihres rechten Handgelenks mit der linken Hand stabilisieren.

In Folge wiederholen Sie diesen Vorgang im Abstand von 2 Fingerbreiten so oft, bis Sie am untersten Akupressurpunkt in der Region des Kreuzbeins angelangt sind. Denken Sie dabei auch an den Positionswechsel ihres Fußes und Knies, sobald sie an den Schulterblättern vorbeimassiert haben. Der gesamte Vorgang ist zwei Mal durchzuführen.

 

6. Fingerdruckmassage entlang der Blasenmeridiane:

Für die Akupressur-Behandlung der Blasenmeridiane formen Sie bei ausgestreckten Handflächen mit beiden Händen ein V zwischen Zeigefinger und Daumen. Umfassen Sie nun zunächst die jeweils inneren Blasenmeridiane direkt neben dem Hintermeridian auf Höhe der Halswirbelsäule.

Im Anschluss gehen Sie ähnlich vor wie beim Massieren der Hintermeridiane. Wandern Sie mit Druckschwerpunkt auf den Daumen in Abständen von zwei Fingerbreiten beidseitig hinunter zum Kreuzbein. Nach einmaliger Wiederholung führen Sie dieselbe Druckmassage dann auch an den äußeren Blasenmeridianen durch. Hier beträgt der Abstand zwischen den Druckpunkten nun vier Fingerbreiten.

 

7. Druckmassage des Rückens mit der Handfläche:

Im nächsten Schritt erfolgt eine ausführliche Druckmassage der gesamten Rückenpartie mit den Handflächen. Sie ist in aufsteigender Reihenfolge durchzuführen, beginnt also im Bereich des Kreuzbeins und wandert dann hinauf zur Halswirbelsäule. Den Anfang macht Handflächenmassage mit nur einer Hand.

Legen Sie die rechte Handfläche auf das Kreuzbein und üben sie leichten, aufwärts gerichtetem Druck auf den Rückenbereich aus. Wandern sie schrittweise bis zur Halswirbelsäule und stabilisieren Sie Ihre Armführung abermals durch Umfassen des rechten Handgelenks mit der linken Hand. Wiederholen Sie den Vorgang und führen Sie ihn danach auch je zweimal in etwa sechs Fingerbreiten Abstand links und rechts der Wirbelsäule aus.

Abschließend erfolgt jetzt noch eine beidseitige Handflächen-Druckmassage in der Kreuzbeinregion. Dazu legen Sie Ihre Handflächen auf dem Kreuzbein mit nach außen gerichteten Fingerspitzen nebeneinander. Üben Sie als nächstes mit ihrem Oberkörper Druck auf das Kreuzbein aus und halten Sie diesen für etwa 15 bis 20 Sekunden. Danach rutschen Sie mit ihrer Handstellung zwei Fingerbreiten abwärts und führen die Druckmaßnahme erneut aus.

Nach einer kurzen Wiederholung ist auch dieser letzte Teil der Schiatsu Rückenmassage vollendet. Sie können die Akupressur-Sitzung nun mit dem eingangs ausgeführten Streichritual beenden.

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