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Rasendünger selber machen – Die besten Tipps auf einen Blick

Um in voller Pracht zu erstrahlen, benötigt ein Rasen wichtige Nährstoffe. Während es im Handel eine große Auswahl an fertigen Düngemitteln gibt, ist es eigentlich auch ganz einfach, nährstoffreichen Rasendünger selbst herzustellen. Worauf es dabei ankommt, lesen Sie in diesem Beitrag.

 

Was ist guter Rasendünger?

Ein gepflegter Rasen benötigt in regelmäßigen Abständen eine ausreichende Nährstoffversorgung in Form von Rasendünger, um kräftig und satt grün nachzuwachsen. Fertig gemischte Rasendünger gibt es zwar viele, doch Hobbygärtner setzen meist lieber auf selbst gemachte Rasendünger, frei nach dem Motto: “Wissen, was drin ist”.

Auch aus biologischer Sicht wird hochwertiger organischer Dünger bevorzugt. Schließlich kann er nach eigenem Belieben kompostiert werden. Darüber hinaus profitiert auch das Portemonnaie von der eigenen Düngerproduktion, denn die anfallenden Bioabfälle werden sinnvoll wiederverwendet.

Diesbezüglich muss wirksamer Rasendünger nicht zwingend aus Kompost hergestellt werden. Nährstoffe sowie weitere anorganische Zutaten können mit entsprechendem Fachwissen auch selbst zusammengemischt werden. Hierfür ist jedoch etwas Erfahrung nötig.

 

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Es muss nicht immer das teure Düngegranulat aus dem Handel sein: organischer Rasendünger ist preiswert und umweltfreundlich

Rasendünger selber machen

Die Rasendüngung gehört zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen für Rasenflächen. Besonders zwischen Mitte April und Juni benötigt der Rasen eine umfassende Versorgung mit Nährstoffen wie Mineralien und Spurenelementen. Die strapaziösen Witterungsverhältnisse des Winters, kombiniert mit starker Sonneneinstrahlung rauben dem Rasen wertvolle Energiereserven, die er braucht, um kräftig wachsen zu können.

Nährstoffreicher Rasendünger füllt diese Reserven wieder auf und sorgt dafür, dass das Gras wieder satt gedeihen kann. Dabei muss es nicht teures Düngemittel aus dem Fachhandel sein. Bereits wenige Mittel aus dem Haushalt reichen aus, um nährstoffreiche Rasendünger selbst herzustellen.

 

Organischer Rasendünger aus hauseigenem Kompost

Für die Herstellung von Rasendünger aus Kompost wird ein großes, robustes Gefäß und auch der richtige Standort benötigt. Ideal ist eine handelsübliche Gartentonne an einem schattigen Plätzchen. Damit wird direkte Sonneneinstrahlung und in weiterer Folge das Austrocknen der gesammelten Abfälle vermieden.

Wichtig: Das Gefäß muss über Öffnungen am Boden verfügen und einen Deckel besitzen. Denn nur so lässt sich der Inhalt vor Regenfällen schützen und das Entstehen einer schimmligen Kompostbrühe verhindern. 

Idealerweise wird bereits im April mit dem Ansammeln von frischem Kompost begonnen. Am besten eignen sich dafür Rasenschnitt sowie grüne Gartenabfälle. Vorsicht geboten ist jedoch bei Unkraut, da sich im Kompostdünger befindliche Unkrautsamen bei der Ausbringung des Düngers ansonsten wieder im Garten ansiedeln können. Befreien Sie daher jegliche Pflanzenreste von Unkrautrückständen.

Sofern der Stickstoffanteil in der Sammeltonne so gering wie möglich gehalten wird, sollte der selbstgemachte Rasendünger aus Kompost Ende August vollständig verwertbar sein.

 

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Gut für Umwelt und Rasenfläche: Rasen gedeiht auf Komposterde wunderbar

Flüssig-Rasendünger selbst herstellen

Wenn Sie flüssigen Dünger der festen Alternative vorziehen, gibt es auch hierfür ein simples Rezept. Gerade, wenn der Rasen viel Stickstoff benötigt, ist flüssiger Dünger auch besonders sinnvoll. Für die Herstellung benötigen Sie:

  • 1 großen Kübel mit Deckel
  • 1 kg frische Brennnessel
  • Wasser
  • Kalk

 

Herstellung des Flüssig-Rasendüngers:

1. Schritt: Für den flüssigen Rasendünger müssen zuerst die Brennnesseln möglichst klein geschnitten werden. Alternativ zu frischen können auch getrocknete Brennnesseln verwendet werden. 200g reichen dabei völlig aus.

2. Schritt: Anschließend werden die geschnittenen Brennnesseln im Kübel mit ca. 10 Liter Wasser übergossen und verrührt.

3. Schritt: Achten Sie darauf, dass der Deckel absolut luftdicht angebracht ist, damit der Inhalt nicht zu gären anfängt. Außerdem werden dadurch Fremdkörper ferngehalten, die den Flüssigdünger möglicherweise unbrauchbar machen könnten.

4. Schritt: Beobachten Sie den Prozess. Sobald sich Blasen auf der Flüssigkeit bilden, ist die Brennnessel-Jauche fertig und der Rasendünger einsatzbereit.

5. Schritt: Entfernen Sie alle Pflanzenteile und verdünnen Sie die Brennnesseljauche mit Wasser (Verhältnis 1:20). Verteilen Sie anschließend den Flüssigdünger auf dem Rasen.

 

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Riecht schrecklich, sieht gruselig aus, ist für den Rasen aber ein echter Nährstoff-Boost: Brennnesseljauche

Natürlicher Rasendünger aus Hühnerdung

Hühnermist ist eines der wertvollsten Düngemittel überhaupt. Dabei reichen 500g Hühnermist schon aus, um daraus einen Ansatz mit 10 Liter Wasser herzustellen. Die Verdünnung ist auch wichtig, denn Experten raten davon ab, Hühnermist in voller Konzentration auszustreuen. Die Bodenreaktion könnte ansonsten unter Umständen sehr aggressiv ausfallen und mehr Schaden als Nutzen am Rasen verursachen.

 

Holzasche als Zaubermittel für Rasendünger

Kaminbesitzer können sich mit Blick auf Rasendünger freuen: Die durch den Kamin anfallende Holzasche muss nämlich nicht entsorgt werden, sondern dient als wertvoller Dünger für den Rasen. Allerdings gilt dies nur für Böden, die einen überdurchschnittlich hohen Lehm- oder Tongehalt aufweisen.

Außerdem sollte die Asche aus unbehandeltem Holz bestehen, um eine Schadstoffzufuhr zu vermeiden. Holzbriketts, Furniere sowie geöltes oder lackiertes Holz sind mit chemischen Zusatzstoffen versehen.

Für die Anwendung wird die Asche mit Wasser verdünnt. Anschließend werden pro Quadratmeter Rasen 50ml des Rasendüngers aus Asche verteilt.

 

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Wichtig: Wer seinen Rasen mit Holzasche düngt, sollte ausschließlich Asche von unbehandeltem Holz verwenden, die frei von chemischen Rückständen ist.

Wann benötigt der Rasen Kalk?

Ein niedriger pH-Wert sorgt dafür, dass sich kaum bis wenig Unkraut ansiedelt. Je saurer der Boden, desto mehr Unkraut ist zu finden. Kalk kann dabei helfen, den Rasen davon zu befreien und den pH-Wert des Gartenbodens wieder auszugleichen.

Jedoch raten Fachleute davon ab, in solchen Fällen im Alleingang zu handeln. Stattdessen ist es ratsam, den Boden vorab überprüfen zu lassen und anschließend auf dem Ergebnis aufbauend die richtigen Düngemittel anzuwenden. So wird sichergestellt, dass die Nährstoffversorgung optimal auf die Bedürfnisse des Bodens abgestimmt ist.

 

Fazit: Rasendünger zum Selbermachen

Düngen ist ein absolutes Muss für alle, die einen schönen und saftig-grünen Rasen haben möchten. Chemische Düngemittel können dabei relativ einfach durch natürliche, selbstgemachte Dünger ersetzt werden.

Mit Blick auf den Rasen der Zukunft spielt die Düngung auch eine immer wichtigere Rolle. Denn aufgrund des Klimawandels kommen auf Rasenflächen immer strapaziösere und nährstoffraubende Wetterlagen zu. Gelbliche oder bräunliche Verfärbungen sind ein sicheres Indiz dafür, dass dem Rasen etwas fehlt. Mit selbstgemachtem Rasendünger können diese Defizite rasch aufgefüllt werden.

Selbermachen ist gut für die Umwelt und schont dabei auch noch das Portemonnaie, weil bereits einfache Haushaltsabfälle von Obst, Gemüse und Rasenschnitt die perfekte Basis für einen gehaltvollen Rasendünger darstellen. Auch Flüssigdünger kann mit Brennnesseln und Wasser schnell und einfach selbst hergestellt werden.

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