Quiche, Quiche lorraine, Lauchkuchen

Rezept: Quiche lorraine

Wer Zwiebelkuchen mag, wird Quiche lorraine lieben. Es handelt sich hierbei im Grunde um die Luxusvariante des Zwiebelkuchens, die neben Zwiebeln auch Lauch oder Porree enthält. Ein ideales Herbst- und Wintergericht, kommt hier mit Lauchgemüse doch ein ideales Lagergemüse zum Tragen. Darüber hinaus gibt es neben dem „Lauchkchen“ noch weitere Varianten der Quiche, für die das nachstehende Rezept problemlos abgewandelt werden kann.

 

Französischer Klassiker mit deutschen Wurzeln

Der Name der Quiche lorraine verrät bereits, dass die herzhafte Kuchenvariante aus der Region Lorraine (Lothringen) im Nordosten Frankreichs stammt. Allerdings liegt Lothringen bekanntlich auch an der deutsch-französischen Grenze, was mit Blick auf die Entstehungsgeschichte der Quiche von großer Bedeutung ist.

Erste Aufzeichnungen zu Quiche-Rezepten lassen sich bis ins 12. Jahrhundert zurück verfolgen. Damals war Lothringen noch als Herzogtum Lothringen bekannt. Dieses ging wiederum aus dem im 9. Jahrhundert begründeten Lotharii Regnum hervor, benannt nach dem deutschen König Lothar I., der durch den Vertrag von Verdun 843 erster Kaiser von Lothringen wurde.

Der Raum Lothringen gehörte also einst zu einem deutschen Königreich. Und auch der Name der Quiche lorraine hat deutsche Wurzeln. Der Begriff Quiche leitet ich nämlich vom deutschen Wort ‚Kuchen‘ (lothringisch: küchen) ab.

 

Quiche, Quiche lorraine, Lauchkuchen
Quiche lorraine oder: Lauchkuchen | © Das Grüne Archiv

Quiche lorraine – Ein deftiger Mürbeteigkuchen

Dass es sich bei der Quiche nicht um einen herkömmlichen Obstkuchen handelt, ist nicht ungewöhnlich. Denn die frühesten Kuchenrezepte waren ausnahmslos deftiger Natur und entweder mit Gemüse oder Fleisch gefüllt.

Speziell die Quiche kam dabei allerdings bis ins 19. Jahrhundert noch ohne Fleisch aus. Speckwürfel gehörten demnach nicht zum Originalrezept und wurden erst später als Zutat beigefügt. Auch Varianten wie Quiche mit Brokkoli, Spargel oder Spinat sind eher moderne Abwandlungen, die in der französischen Küche streng genommen nicht als Quiche gelten, sondern zu den Tartes gezählt werden. Inzwischen gibt es sogar Quiches oder Tartes mit Käse und Meeresfrüchten wie Muscheln oder Scampi, was die vielseitigen Möglichkeiten der Quiche-Rezeptur aufzeigt.

Übrigens: Eng verwandt ist die Quiche mit den berühmten American Pies, die ihrerseits aus eben jenen herzhaften Mürbeteigkuchen der ersten Generation entstanden. Im Grunde kann man die Quiche als einen Vorläufer gängiger Pie-Rezepte betrachten. Und ähnlich beliebt ist Quiche lorraine auch in den USA.

 

Quiche, Quiche lorraine, Lauchkuchen
Im Grunde ein herzhafter Pie mit Lauchgemüse | © Das Grüne Archiv

Quiche lorraine zubereiten

Das Grundrezept für Quiche lorraine ist eine hervorragende Basis, um mit verschiedenen Quiche-Füllungen zu experimentieren. Wichtige Grundlage ist hierbei neben dem Mürbeteigboden vor allem die Cremefüllung aus Eiern und Milch bzw. Sahne und / oder Crème fraîche.

 

Zutaten:

  • 150 ml Sahne
  • 100 ml saure Sahne oder Crème fraîche
  • 250 g Mehl
  • 160 g Butter
  • 100 g Speckwürfel
  • 5 Eier
  • 1 Zwiebel
  • 1 Stange Lauch oder Porree
  • etwas Salz und Pfeffer

 

Zubereitung:

Gebt das Mehl in einem kleinen Haufen auf die Arbeitsfläche und formt in dessen Mitte eine kleine Mulde. In diese gebt Ihr nun ein Ei, Butterflocken und Salz. Nun verknetet Ihr das ganze zu einem glatten Mürbeteig, der anschließend in Frischhaltefolie gewickelt für etwa 30 Minuten im Kühlschrank ruhen darf.

Nach der Ruhezeit rollt Ihr den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche zu einem rundlichen Fladen aus, der dann in eine geölte und ebenfalls mit Mehl bestäubte Pie-Form gegeben wird. Arbeitet den Rand ruhig noch etwas aus und drückt ihn leicht in die gerillte Form. Danach wird der Mürbeteigboden bei ca. 180 °C für 20 Minuten im Ofen blindgebacken.

Währenddessen könnt Ihr schon einmal die Füllung vorbereiten. Hierzu bratet Ihr die Speckwürfel in etwas heißem Öl oder heißer Butter an. Die Zwiebel wird geschält und ebenfalls gewürfelt. Lauch bzw. Porree putzt ihr sorgfältig, halbiert und zerkleinert ihn in mundgerechte Stücke oder schneidet ihn in feine Röllchen.

 

Quiche, Quiche lorraine, Lauchkuchen
Speckwürfel und Lauchgemüse für die Füllung | © Das Grüne Archiv

Gebt das Zwiebel- und Lauchgemüse nun mit in die Pfanne und bratet es gemeinsam mit dem Speck kurz weiter an. Im Anschluss verquirlt Ihr vier Eier, Sahne und Crème fraîche in einem Messbecher und schmeckt das Ganze mit Salz und Pfeffer ab. Ist dies getan, hebt Ihr das Lauchgemüse unter.

Verteilt die Masse gleichmäßig auf dem vorgebackenen Mürbeteig und gebt die Quiche lorraine für weitere 20 Minuten in den Ofen. Die Quiche schmeckt danach am besten, wenn sie noch warm ist.

Tipp: Um das Lauch-Trio in der Quiche lorraine zu komplettieren, könnt Ihr sie nach dem Backen noch mit ein paar Schnittlauchröllchen garnieren.

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