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Schmucklilie – Pflanzen, Pflege, Überwintern

Obwohl die Schmucklilie (Agapanthus) aus dem Süden Afrikas stammt, besitzt sie für eine tropische Blume eine doch recht respektable Winterhärte von -7 °C bis -12 °C. In Gebieten mit mildem Winterklima kann sie daher durchaus mehrjährig im Garten stehen. Problematisch wird es hingegen in Regionen, die während der kalten Jahreszeit deutlich extremere Minusgrade verzeichnen. Hier müssen viele Schmucklilien im Haus überwintern.

Ein kleiner Preis für solch einmalige Blütenpracht, die sich artabhängig in paradiesischen blauen oder weißen Blütendolden zeigt. Und doch lohnt es sich mit Blick auf die tatsächliche Winterhärte bei Arten der schmucken Lilie genauer hinzusehen und zwischen immergrünen und sommergrünen Arten zu unterscheiden.

Denn sommergrüne und damit laubabwerfende Arten wie die Glockige Schmucklilie zeigen sich nämlich deutlich kälteresistenter. Sie eignen sich daher besser für eine Freilandpflanzung. Empfindlichere immergrüne Arten wie die Afrikanische Schmucklilie überwintern dagegen meist an einem Zimmerstandort und werden folglich bevorzugt in Töpfen oder Kübeln kultiviert.

Wissenswertes: Die botanische Fachbezeichnung für Schmucklilien, Agapanthos, leitet sich von den altgriechischen Worten agápē für „Liebe“ und ánthos für „Blüte, Blume“ ab. Die Pflanze ist daher auch unter dem volkstümlichen Namen „Liebesblume“ bekannt.

 

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Afrikanische Schmucklilie (Agapanthus africanus) | © Das Grüne Archiv

Schmucklilie pflanzen – Standort und Ablauf

Schmucklilien gehören zur Familie der Amaryllisgewächse und sind daher eng verwandt mit Amaryllis und Narzissen. Die schmuckvollen Blumen bilden üppige Wurzelknollen aus, die sich in einem frisch-feuchten, sandig-lehmigen Boden am wohlsten fühlen. Als idealer Boden-pH-Wert für Schmucklilien gilt dabei ein leicht saurer bis neutraler Wert zwischen 6 und 7,5 Punkten.

Herkunftsbedingt benötigt Agapanthus einen sonnigen Standort, der am besten windgeschützt sein sollte. Sofern die Pflanze nicht ganzjährig im Garten zubringt, sondern im Topf kultiviert wird, empfiehlt sich hier ein heller Terrassen- oder Balkonstandort für die Schmucklilie. Überwintern können Sie die schöne Blume dann ganz einfach, indem Sie den Topf im Winter ins Haus holen.

Einzelheiten zum Standort für Schmucklilien:

  • Agapanthus benötigt sonnige, windgeschützte Standorte
  • frisch-feuchtes, sandig-lehmiges Substrat wählen
  • Boden-pH-Wert: schwach sauer bis neutral, zwischen 6 und 7,5
  • bei geplanter Überwinterung im Haus Topfpflanzung erwägen

 

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Blüte der Schmucklilie | © Das Grüne Archiv

Pflanzanleitung für Schmucklilie

1. Schritt – Wahl des Pflanztermins: Setzen Sie die Blumenzwiebeln der Schmucklilie am besten im zeitigen Frühjahr zwischen März und April. Bei guter Pflege treiben die Blumen dann schon im folgenden Sommer herrlich aus.

2. Schritt – Bodenoptimierung: Ein guter Wasserablauf ist für Agapanthus sehr wichtig. Pflanzlöcher und Töpfe sollten daher mit einer etwa 10 cm dicken Kiesdrainage versehen werden. Alternativ ist auch eine Drainage aus Blähton möglich. Das Pflanzsubstrat selbst können Sie aus Blumenerde und Sand im Verhältnis 2:1 zusammenmischen.

3. Schritt – Pflanzung der Schmucklilie: Ein Pflanzloch für Schmucklilien sollte stets 1 ½ mal so groß wie der Wurzelballen sein. Auch Pflanztöpfe sind mit Augenmaß und nicht größer als der anderthalbfache Umfang des Ballens auszuwählen. Denn bei zu großen Töpfen büßt Agapanthus schnell an Blühfreudigkeit ein. Sobald alle Vorbereitungen getroffen sind, setzen Sie die Pflanzen aufrecht in die Erde.

Kurzschritte zur Pflanzung im Überblick:

  • Pflanztermin: zeitiges Frühjahr, zwischen März und April
  • 0 cm dicke Drainage für Pflanzlöcher und Töpfe
  • Pflanzloch bzw. Topf 1 ½ mal so groß wie Wurzelballen
  • Substrat aus 2:1 Blumenerde und Sand mischen
  • Anschließend Wurzelknollen aufrecht einsetzen
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Schmucklilie im Garten | © Das Grüne Archiv

 

Schmucklilie gießen und düngen

Agapanthus sollte vor allem während der Hauptvegetationsphase von April bis August regelmäßig gegossen werden. Gerade Topfpflanzungen sind diesbezüglich sehr wasserhungrig. Vermeiden Sie trotz regelmäßiger Gießgänge aber Staunässe, damit die Wurzeln der Schmucklilie nicht zu faulen beginnen.

Gedüngt werden Schmucklilien im Frühling und Sommer einmal pro Monat mit Flüssigdünger für Kübelpflanzen. Gehen Sie aber sparsam mit dem Dünger um, da eine Überversorgung mit Nährstoffen eine üppige Blüte beeinträchtigt.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Schmucklilie zwischen April und August regelmäßig gießen
  • Substrat frisch-feucht halten, aber Staunässe vermeiden
  • im Frühjahr und Sommer alle 4 Wochen sparsame Düngung
  • zur Düngung Flüssigdünger für Kübelpflanzen nutzen

 

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Bei mäßiger Düngung blühen Schmucklilien üppiger | © Jutta Lieb

Schmucklilie schneiden und vermehren

Schmucklilien müssen in der Regel nicht geschnitten, sondern lediglich ausgeputzt werden. Zu diesem Zweck entfernen Sie kontinuierlich welke Blütenstängel, damit die Pflanze rasch neu austreiben kann. Besonders schöne Blütentriebe können Sie vereinzelt als Schnittblumen entnehmen.

Vermehrung durch Teilung: Ältere Schmucklilien profitieren von einer Wurzelteilung zur Verjüngung der Pflanze. Führen Sie diese im März oder April durch und teilen Sie den ausgegrabenen Wurzelballen am besten mit einem Spaten oder scharfen Messer in zwei gleich große Teile. Die Teilstücke sollten Sie anschließend unverzüglich zurück in die Erde setzen und großzügig anwässern, damit der Wurzelballen nicht austrocknet.

Kurzschritte zum Schneiden und Vermehren:

  • welke Blütentriebe regelmäßig ausputzen
  • Entnahme von Schnittblumen während der Blütezeit möglich
  • für Vermehrung Schmucklilie zw. März und April ausgraben
  • Wurzelballen mit Spaten oder Messer zerteilen
  • Wurzeln dürfen danach nicht austrocknen, daher
  • Teilstücke sofort verpflanzen und anwässern

 

Schmucklilie überwintern – Tipps zum Winterschutz

Wie bereits zu Beginn angedeutet, entscheidet die individuelle Artenzugehörigkeit darüber, wie und wo Schmucklilien überwintern. Sommergrüne Freiland-Agapanthen werden diesbezüglich im Herbst mit etwas Laub und Rindenmulch im Wurzelbereich abgedeckt. Der Winterschutz ist vor allem im ersten Jahr der Freilandpflanzung sehr wichtig, wenn die Pflanzen sich gerade erst am Standort etablieren.

Immergrüne Topfpflanzungen der Schmucklilie überwintern an einem hellen, frostfreien Zimmerstandort bei Raumtemperaturen um die 5 °C bis 8 °C. Geeignet sind hier zum Beispiel helle Wintergärten oder temperierte Gewächshäuser. Eine gute Lichtzufuhr ist für Agapanthus auch im Winter wichtig, da diese im Folgejahr einen üppigen Blütenaustrieb garantiert. Ins Freie stellen können Sie Topf-Agapanthen dann wieder im nächsten Frühling nach den letzten Spätfrösten.

 

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Frühe Schmucklilie ‚Bridal Bouquet‘ ist speziell für die Nutzung als Blume im Brautstrauß gezüchtet

Arten und Sorten der Agapanthus

Je nach Art und Sorte blühen Schmucklilien weiß, blau oder blauviolett. Die meisten Wildformen besitzen dabei blaue Blüten, wohingegen weiße Blüten eher bei Zuchtsorten anzutreffen sind. Eine reiche Sortenauswahl garantiert dabei sowohl für sommergrüne Freiland- als auch für immergrüne Kübelpflanzungen eine passende Option.

 

Immergrüne Schmucklilien

Die bis -7 °C winterharten immergrünen Arten werden als Topf- oder Kübelpflanzungen kultiviert. Sie wachsen mit Höhen von 50 bis 90 cm etwas kleiner als ihre sommergrünen Artgenossen. Zu den beliebtesten immergrünen Agapanthen gehören:

  • Afrikanische Schmucklilie (Agapanthus africanus): beliebteste Agapanthe für Topfpflanzungen; die Wildform besitzt zartblaue Blüten mit dunkelblauer Zeichnung; es sind weiße Sorten erhältlich
    gute Sorten: ‚Albus‘, ‚Bressingham White‘, ‚Dr. Brouwer‘, ‚White Heaven‘
  • Frühe Schmucklilie (Agapanthus praecox): blassblaue Trompetenblüten, kleinwüchsige, zwischen 50 und 90 cm hohe Art
    gute Sorten: ‚Albus‘, ‚Albiflorus‘, ‚Blue Giant‘, ‚Bridal Bouquet‘, ‚Floribundus‘
  • Orientalische Schmucklilie (Agapanthus orientalis): horstig wachsende und blassblau blühende Unterart der Agapanthus praecox; auch als Agapanthus praecox subsp. orientalis bekannt
    gute Sorten: ‚Alba‘, ‚Peter Pan‘, ‚Queen Mum‘, ‚White Lily of the Nile‘

 

Sommergrüne Schmucklilien

Diese sommergrünen Schmucklilienarten sind mit einer Winterhärte bis -12 °C etwas robuster und eignen sich somit für Freilandpflanzungen. Sie erreichen Wuchshöhen bis zu 150 cm und sind im Beet daher ideale Begleitgewächse für hohe Prachtstauden. Zwei der wichtigsten sommergrünen Agapanthen sind:

  • Glockige Schmucklilie (Agapanthus campanulatus): glockenförmige Blüten; die Wildform blüht blau und erinnert an Hyazinthen, es gibt jedoch weiße Zuchtsorten
    gute Sorten: ‚Loch Hope‘, ‚Midnight Star‘, ‚Oxford Blue‘, ‚Wendy‘, ‚White Hope‘
  • Röhrenblütige Schmucklilie (Agapanthus inapertus): hängende blaue Blütendolden; es sind seltene dunkelblau und sogar schwarz blühende Sorten erhältlich
    gute Sorten: ‚Black Magic‘, ‚Graskop‘, ‚Hingrkop‘, ‚Sky‘

 

Schmucklilie – Mögliche Krankheiten und Schädlinge

Es sind keine nennenswerten Schadbilder für Schmucklilien bekannt. Allenfalls Pflegefehler wie ein Übergießen können zu Wurzelfäule durch Staunässe führen.

 

Fazit

Schmucklilien sind pflegeleichte Blumen, die sich je nach Art sowohl im Freilandbeet als auch im Kübel oder Topf pflanzen lassen. Für das Beet eignen sich die etwas robusteren sommergrünen Arten der Pflanze, wohingegen immergrüne Agapanthen eher für die Topfkultur gedacht sind. Im Topf überwintern Schmucklilien dann wie Zimmerpflanzen an hellen Hausstandorten.

Ungeachtet ihrer Kultureignung gibt es sommergrüne und immergrüne Agapanthen gleichermaßen in reichhaltigen Sorten, die entweder blau, blauviolet, weiß oder manchmal sogar schwarzblau bis schwarz blühen. Die schmucke Lilie passt somit in fast jedes Pflanzkonzept und hält für jeden Geschmack eine gute Lösung bereit.

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