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Rucola, Rauke, Senfrauke, Eruca, Eruca vesicaria, Eruca sativa

Rauke (Rucola) pflanzen – Wirkung, Anbau und Arten

Die Rauke oder Senfrauke (Eruca vesicaria) ist die einzige Art in der Gattung Eruca. Auch als Rucola bekannt, gilt sie als eine der erlesensten und auch gesündesten Salatpflanzen überhaupt. Darüber hinaus ist Eruca vesicaria auch ein altes Heil- und Gewürzkraut. Dabei gilt die Bezeichnung Rauke aber nicht allein für Rucola. Und auch der Begriff Rucola wird für eine ganze Menge artverwandter Raukenpflanzen verwendet. Wer echten Rucola pflanzen möchte, braucht bei der Sortenwahl also ein Auge fürs Detaill.

 

Von Senf, Kohl und Rauke

Die Senfrauke gehört gemeinsam mit dem echten Senf sowie den verschiedenen Kohlarten zur Familie der Kreuzblütengewächse. Speziell mit dem Senf verbindet Rucola dabei nicht nur ihr Name, sondern auch ihr würzig-scharfer, an Pfeffer erinnernder Geschmack. Aufgrund ihrer weißen Blüten wird sie im Volksmund darum auch gerne als Weißer Senf bezeichnet.

Übrigens: Es gibt eine Senfart, deren rotblättrige Sorte ‚Red Giant‘ gerne fälschlicherweise als roter Rucola verkauft wird. Gemeint ist der Braune Senf (Brassica juncea), beziehungsweise dessen Unterart des Roten Senfs.

 

Roter Rucola, Senf, Brassica juncea, Red Giant
Vorsicht, Verwechslungsgefahr: Der rote Rucola ist eigentlich ein brauner Senf

Nicht verwechseln sollte man Sendrauke außerdem mit dem auch als Pak Choi bekannten Senfkohl, der ebenfalls zu den Kreuzblütlern zählt. Auch werden die als Salat genutzten Blätter von Eruca vesicaria gerne für junge Blätter des Löwenzahns gehalten, sind sie doch ähnlich markant gekerbt und besitzen eine nahezu identische, fiederteilige Form.

Im Unterschied zu Löwenzahnblättern schmecken die Blätter von Rucola aber etwas bitterer und auch schärfer. Darüber hinaus sind sie, wie auch die artverwandten Kohlarten reich an Vitamin C und besitzen diesbezüglich sogar einen höheren Vitamin-C-Gehalt als Orangen.

Überhaupt fällt Rucola durch einen hohen Nährstoffgehalt auf, der andere Salatpflanzen bei Weitem übertrifft. Dabei ist sie sehr kalorienarm und enthält wertvolle ungesättigte Fettsäuren. Insgesamt lassen sich folgende wichtigen Nährstoffe festhalten:

NährstoffGehalt pro 100 g
Brennwert / Kalorien
Kohlenhydrate
Fett
davon ungesättigte Fettsäuren
Eiweiß
Ballaststoffe
Wasser
25 kcal
3,65 g
0,66 g
0,37 g
2,58 g
1,6 g
91,71 g
Mineralstoffe und Spurenelemente:

Eisen
Kalium
Kalzium
Kupfer
Magnesium
Mangan
Natrium
Phosphor
Selen
Zink


1,46 mg
370 mg
160 mg
76 µg
47 mg
0,32 mg
27 mg
52 mg
0,3 µg
0,47 mg
Vitamine:

Vitamin A
Provitamin A (ß-Carotin)
B-Vitamine
Vitamin C
Vitamin E
K-Vitamine


0,12 mg
1,42 mg
1,05 mg
15 mg
0,43 mg
0,11 mg

 

Rucola als Salatpflanze und Gewürzkraut

Die Rauke ist gerade aus der italienischen Küche bekannt, wo sie sowohl als würzige Salatzutat als auch auf Pizza und in Risotto oder Pastagerichten für aromatische Highlights sorgt. Auch auf Fladenbrot, Schwarzbrot zu Fisch- und Gemüsegerichten passt Rucola sehr gut.

Dabei ist es empfehlenswert, Rucola entsprechenden Gerichten als Frischzutat erst ganz zum Schluss hinzuzugeben. So werden die Blätter nicht zu weich und matschig. Anders sieht es bei Rucola Pesto aus. Hier macht sich Rucola übrigens hervorragend mit Basilikum, Pinienkernen und Parmesan.

 

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Der Klassiker: Rucola auf Pizza

Inhaltsstoffe und Wirkung von Eruca vesicaria

Rucola ist bereits seit der Antike als Salatpflanze sowie als Heil- und Gewürzkraut bekannt. Dioskurides schrieb hierzu in seiner Materia Medica, dass die Pflanze sowohl in Afrika als auch im Römischen Reich häufig verzehrt wurde. Er schrieb Eruca vesicaria eine harntreibende, verdauungsfördernde, appetitanregende und auch aphrodisierende Wirkung zu.

Abgesehen von der Wirkung als Aphrodisiakum wurden Dioskurides Aussagen zur Heilwirkung der Rauke mittlerweile durch zahlreiche Studien bestätigt. Dabei stießen Wissenschaftler auch auf antioxidative, antibiotische und sogar krebshemmende Eigenschaften von Eruca.

Ähnlich wie Senf und Kohl ist auch Rucola reich an Senfölglykosiden sind. Die medizinisch relevanten Scharfstoffe gelten als einige der hochwirksamsten Pflanzenstoffe gegen Infektionskrankheiten. Eine Analyse der Wirkstoffe von Senfrauke aus dem Jahr 2013 förderte außerdem einen vielfältigen Mix an weiteren wertvollen Inhaltsstoffen zu Tage. Zu den wichtigsten medizinischen Wirkstoffen in Rucola gehören dabei:

  • Carotinoide
  • Cumarinsäure
  • Kaempferol
  • Lutein
  • Myricetin
  • Quercetin
  • Rutin
  • Senfölglykoside

 

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Rauke steckt voller gesunder Inhaltsstoffe, die teils sogar heilsame Eigenschaften besitzen

Arten der Rauke

Neben ihrer Verwendung als Salatpflanze, hier in der Regel unter ihrem italienischen Namen Rucola, dient die Rauke auch als Würzmittel und zur Ölgewinnung. Genutzt wird hierfür die sogenannte Ölrauke (Eruca vesicaria subsp. sativa). Interessante Sorten gibt es hier mit ‚Ruca‘ und ‚Skyrocket‘.

Während Rucola die einzige Art in der Gattung Eruca stellt, gibt es noch eine weitere Raukenart mit Namen Sisymbrium. Diese wird wie die Senfrauke heilpflanzlich und als Salatpflanze genutzt. Zudem findet man in der Gattung der Doppelsamen (Diplotaxis) noch zwei weitere vermeintliche Rucola-Arten:

  • Mauersenf / Acker-Doppelrauke (Diplotaxis muralis)
  • Schmalblättrige Doppelsame / Wilde Rauke (Diplotaxis tenuifolia)

 

Wenngleich auch diese Scheinrauken gerne als Salatpflanzen und Würzmittel verwendet werden, unterscheiden sie sich trotz Artverwandtschaft doch entschieden von Rucola. Einerseits blühen die Doppelsamen-Arten gelb. Andererseits besitzen sie im Unterschied zur echten Senfrauke auch keine so intensive medizinische Wirkung.

Ebenfalls beliebt ist die sogenannte Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata). Abermals ein Kreuzblütengewächs, das im Gegensatz zur pfeffrigen Senfrauke durch ein markantes Knoblaucharoma auffällt. Sie ist Rucola in Sachen medizinische Wirkung ebenbürtig.

 

Knoblauchsrauke, Alliaria petiolata
Die Knoblauchsrauke unterscheidet sich von der Senfrauke nicht nur mit Blick auf ihre Blätter, sondern auch im Geschmack

Rucola pflanzen – Standort und Aussaat

Rucola gehört zu den frühen Salatsorten mit relativ kurzer Kulturdauer. Wer schon zeitig im Februar im Frühbeet bzw. indoor aussät, der kann bereits Anfang April erste junge Salatpflanzen ernten. Ungeachtet dessen, ob Sie Wilde Rauke, Knoblauchsrauke oder echten Rucola säen, gelten dabei erfreulicherweise ähnliche Kulturbedingungen.

 

Der richtige Standort für Rucola

Rucola bevorzugt halbschattige und absonnige Standorte. Im Unterschied zu vielen anderen Kreuzblütlern sind Rauken keine Starkzehrer. Nichtsdestotrotz sollte man sie mit Blick auf die Fruchtfolge nicht an Standorten kultivieren, auf denen zuvor andere Kreuzblütler gewachsen sind. Wählen Sie also ein frisches, nicht aufgebrauchtes Substrat, das reich an Nährstoffen ist.

Pflanztipp: Gute Pflanzpartner sind Mittel- und Schwachzehrer wie Mangold, Portulak, Möhren oder Zwiebeln, die sie im Reihenwechsel mit Rucola pflanzen können.

Grundsätzlich ist für die Bedürfnisse von Eruca vesiccaria ein sandig-lehmiges und humusreiches Substrat zu wählen. Der pH-Wert des Bodens sollte im neutralen Bereich um die 7 bis 7,5 Punkte liegen.

Einzelheiten zum Standort für Rucola:

  • halbschattige Standorte
  • nährstoff- und humusreicher, sandig-lehmiger Boden
  • pH-Wert des Bodens. neutral, bei 7 bis 7,5
  • nicht nach anderen Kreuzblütlern pflanzen
  • Pflanzpartner: Mangold, Portulak, Möhren, Zwiebeln

 

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Junge Rucola-Keimlinge

Rucola aussäen

Die Aussaat von Rucola unter Glas kann bereits im Januar oder Februar erfolgen. Im Freiland ist die Aussaat dauerhaft von April bis September möglich. Lockern Sie den Boden vorab tiefgründig auf und reichern Sie das Substrat zur Grunddüngung mit etwas reifem Kompost an.

Säen Sie die Rucola-Samen in einer Saattiefe von 0,5 bis 1 cm aus. Der Reihenabstand sollte 15 bis 20 cm betragen. Für die Keimung sind dann Keimtemperaturen von 15 bis 20 °C notwendig. Wer diese bei Frühkultur unter Glas nicht gewährleisten kann, setzt am besten auf eine Vorzucht im Topf auf der warmen Fensterbank.

Nach der Keimung sind die Keimlinge der 10 bis 50 cm hoch wachsenden Salatrauke dann auf  5 cm zu vereinzeln.

 

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Gesunde Rucola-Kultur

Rucola gießen und düngen

Die richtige Bewässerung entscheidet bei Rucola über den Geschmack. Bekommt die Pflanze zu wenig Wasser ab, entwickelt sie eine recht intensive Schärfe. Wer dies vermeiden möchte, sollte daher stets für ein frisch-feuchtes Substrat sorgen und den Boden nicht austrocknen lassen.

Bei guter Vordüngung muss Rucola als Schwachzehrer nicht zusätzlich gedüngt werden. Allerdings empfiehlt es sich, regelmäßig Unkraut zu jäten.

 

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Dank seiner kurzen Kulturdauer bereitet Rucola kaum Pflegeaufwand und ist schon nach wenigen Wochen bereit zur Ernte

Rucola ernten und vermehren

Bei guten Standortbedingungen ist Rauke schon nach vier bis sieben Wochen bereit zur Ernte. Sobald die Salatpflanzen eine Wuchshöhe von 10 cm erreicht haben, sollte man sie auch zügig ernten, da die jungen Blätter noch eine eher zart-milde Würze besitzen.

Wer hingegen gezielt die Senfölglykoside der Pflanze gezielt heilpflanzlich oder für schärfere Würze verwenden möchte, kann Rucola auch noch etwas länger stehen lassen.

Schneiden Sie Rucola zur Ernte ca. 3 cm über dem Boden ab. Das hat den Vorteil, dass die winterharte Pflanze neu austreiben und eventuell sogar mehrjährig im Beet überdauert.

 

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Tipp: Für eine Vermehrung kann man einige Blüten von Eruca vesicaria einfach stehen lassen

Vermehrung durch Aussaat: Wer Saatgut zur Vermehrung von Rucola gewinnen möchte, lässt bei Eruca vesicaria und Co. einfach einige Pflanzen vollständig austreiben und die Samen nach der Blüte reifen. Nach der Trocknung sind die Samen bis zum Folgejahr kühl und dunkel zu lagern. Die Aussaat erfolgt dann wie gewohnt.

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