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Rezept: Holunderbeeren-Sirup

Dass sich Holunder sehr vielseitig verarbeiten lässt, ist kein Geheimnis. Ein altes Hausmittel aus Holunder, das früher häufig gegen Husten und Erkältung eingesetzt wurde, ist im Laufe der Zeit aber fast in Vergessenheit geraten. Die Rede ist von Holunderbeeren-Sirup.

 

Wirkung von Holunder-Sirup

Es gibt mitunter zahlreiche Sirup-Arten aus der Volksheilkunde gegen Erkältungskrankheiten. Das gilt zum Beispiel für Schwarzrettich-Sirup, dessen Herstellung an sich bereits unglaublich kultig ist, wird er doch durch die Schwarzrettich-Wurzel selbst gefiltert. Und auch für Holunderbeeren-Sirup ist eine hervorragende Wirkung gegen Grippe und Erkältung wissenschaftlich belegt.

Bereits 2004 fand eine Studie der Abteilung für Virologie an der Hebräischen Universität Hadassah in Jerusalem, Israel heraus, dass Holunderbeeren-Extrakt erfolgreich gegen Influenza A und B Viren wirkt. Verantwortlich für diese außergewöhnliche Wirkung gegen Influenza-Viren sind unter anderem die kostbaren Anthocyanidine Sambucin, Sambicyanin und Chrysanthemin verantwortlich, die sich allen voran in den Beeren des Schwarzen Holunders (Sambucus nigra) zahlreich tummeln.

Hinzu kommt bei Holunderbeeren ein hoher Gehalt an Vitamin C von ganzen 18 mg pro 100 g. Das Vitamin ist für ein gesundes Immunsystem bekanntlich besonders wichtig, weshalb Holunderbeeren-Sirup gerade in der Grippesaison ein ideales, immunstärkendes Hausmittel sein kann. Darüber hinaus wirkt Holunderbeere auch schweißtreibend und schleimlösend. Als sekretförderndes Mittel kann es also auch bei Husten und Schnupfen wunderbar helfen.

 

Holunder, Holunderbeeren
Wichtig: Trotz ihrer außergewöhnlichen Heilwirkung dürfen Holunderbeeren nicht roh verzehrt werden. Denn die Beeren enthalten verschiedene Giftstoffe, die sich nur durch Erhitzen unschädlich machen lassen.

Rezept für Holunderbeeren-Sirup

Da Holunderbeeren im Vergleich zu anderen Beerenfrüchten, die gerne für Eingemachtes verwendet werden, relativ wenige Gelierstoffe enthält, benötigt man für Holunderbeeren-Sirup, ebenso wie für Marmelade, Konfitüre und Gelee aus Holunderbeeren, deutlich mehr Zucker. Sirup besitzt hier noch den geringsten Zuckergehalt, da er nicht wie Marmelade und Co. vollständig fest sein muss. Stattdessen verhält er sich nach dem Einkochen eher wie Honig, was ihn neben der Anwendung als Erkältungsmittel auch als Brotaufstrich interessant macht.

Tipp: Gerne kombiniert man Holunderbeeren für Marmelade, Konfitüre oder Gelee auch mit anderen Fruchtsorten, die die Eigengelierfähigkeit der Fruchtzutaten verbessern. 

Wer sich zuckerarm oder gänzlich ohne Zucker ein gesundes Hausmittel gegen Erkältung herstellen möchte, dem sei die Herstellung von Holunderbeerensaft empfohlen. Den hier verwendeten Zucker kann man im Notfall auch einfach weglassen. Außerdem kann man für Holunder-Sirup anstatt Wasser und frischen Holunderbeeren auch fertigen Holunderbeerensaft verwenden. Nun aber zum Rezept für Holunderbeeren-Sirup:

 

Zutaten:

  • 500 ml Wasser
  • 500 g Holunderbeeren
  • 350 g Zucker
  • 350 g Gelierzucker
  • 1 Zitrone
  • 1 TL Zimt

 

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Übrigens: Der Zimt fügt dem Holunderbeeren-Sirup hier noch eine antibakterielle und antivirale Komponente hinzu, was seine Wirkung gegen Erkältungen und Grippe noch verstärkt. | © Das Grüne Archiv

Zubereitung:

Gebt Holunderbeeren und Wasser gemeinsam in einen großen Topf und bringt das Ganze für etwa 5 Minuten zum Kochen. Danach filtert Ihr die Holunderbeeren durch ein Sieb oder ein sauberes Leinentuch ab, sodass nur noch der Saft übrig bleibt.

Wer fertigen Holunderbeerensaft verwendet, kann diesen ersten Schritt weglassen.

Gießt den Holunderbeerensaft in einen sauberen Topf, fügt Zucker, Zimt und den Saft einer Zitrone hinzu und lasst den Sirup noch einmal sprudelnd aufkochen.

Im letzten Schritt füllt Ihr den Holunder-Sirup noch heiß in zuvor gut ausgekochte Einmachgläser und verschließt diese sofort. Wird der Sirup nach dem Auskühlen dunkel und kühl gelagert, hält er sich mindestens ein Jahr.

 

 

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