Südseemyrte, Manuka, Neuseeland-Myrte, Leptospermum, Leptospermum scoparium

Südseemyrte (Manuka) – Wirkung, Anwendung und Kultur

Die Neuseelandmyrte oder Südseemyrte (Leptospermum scoparium) ist besser unter ihrem neuseeländischen Namen, Manuka, bekannt. Als hochpotentes Heilkraut gilt die Pflanze als heiliger Gral der Māori-Volksheilkunde. Weltberühmt ist hier der Manuka-Honig als medizinischer Honig gegen allerlei Gesundheitsbeschwerden.

Und auch, wenn Manuka bei uns nicht winterhart ist, so kann man es doch zumindest in der Zimmerpflanzenkultur auf einen Versuch ankommen lassen. Das Schöne daran: die Südseemyrte ist immergrün und gibt deshalb gerade mit Blick auf ihre schmuckvollen weißen bis rosaroten Blüten ein herrliches Ziergehölz ab.

Vorsicht, Verwechslungsgefahr: Das Wort Manuka lässt sich in Māori entweder mit „Kampfstock“ bzw. „Waffe“ oder mit „Teebaum“ übersetzen. Letztere Übersetzung führt dabei häufig zu Verwechslungen mit dem Australischen Teebaum. Darüber hinaus wird Manuka gerne mit dem ebenfalls in Neuseeland heimischen Kanuka-Baum verwechselt.

 

Manuka als traditionelles Heilmittel der Māori

Wie der Name bereits vermuten lässt, gehört die Südseemyrte zur Familie der Myrtengewächse. Zu dieser zählen noch ganz andere Größen aus dem Bereich der Heilkräuter, darunter Eukalyptus, Teebaum und Myrte.

Während ihre drei Artverwandten jedoch eher in Australien und dem Mediterraneum zu finden sind, ist die Südseemyrte ein Baum bzw. Strauch, dessen Herkunft speziell der endemischen Flora Neuseelands zugerechnet wird. Aus diesem Grund trägt Manuka-Honig auch Beinamen wie neuseeländischer Honig oder Neuseeland-Honig.

Die Māori sagen Manuka eine unglaubliche Heilwirkung nach. Schon seit Jahrhunderten nutzen sie Blätter, Rinde und Pflanzenextrakte der Südseemyrte sehr umfangreich Dabei soll insbesondere Manuka-Honig bei Erkältung, Entzündungen und Hautbeschwerden wahre Wunder wirken. Und tatsächlich ergaben neuere Studien, dass die Nutzung der Südseemyrte in der Volksheilkunde der Māori mehr als berechtigt ist.

 

Manuka, Manuka-Honig
Nicht wie andere Honigsorten: Manuka-Honig gilt wegen seiner einzigartigen Inhaltsstoffe als bester medizinischer Honig der Welt

Inhaltsstoffe und Wirkung von Manuka

Extrakte der Südseemyrte lassen sich bisweilen auf sehr unterschiedliche Art und Weise gewinnen. Medizinischer Manuka Honig ist hierbei nicht das einzige, heilpflanzlich relevante Endprodukt. Insgesamt sind folgende Manuka-Produkte erhältlich:

  • Manuka-Gel
  • Manuka-Honig
  • Manuka-Hustenbonbons
  • Manuka-Lippenbalsam
  • Manuka-Nasenspray
  • Manukaöl
  • Manuka-Salbe
  • Manuka-Shampoo / Manuka-Haarkuren
  • Manuka-Zahncreme

 

Speziell Manuka-Honig gilt jedoch als am besten erforscht und die Studienlage spricht eine klare Sprache. Fest steht, dass Manuka-Honig eine starke antibakterielle Wirkung besitzt. Das ist für Honig im Allgemeinen zwar nichts ungewöhnliches, doch nur bei Neuseeland-Honig scheinen die antibakteriellen Eigenschaften im Labor trotz Zusatz von Enzymen noch erhalten zu bleiben.

Grund hierfür ist die Tatsache, dass sich der gegen Bakterien wirksame Effekt von Manuka-Honig nicht wie bei anderen Honigsorten auf flüchtigem Wasserstoffperoxid begründet. Stattdessen ist der Wirkstoff Methylglyoxal (MGO) für die antibakterielle Wirkung von Honig der Südseemyrte verantwortlich. Darüber hinaus enthält das ätherische Manukaöl auch antibiotische, entzündungshemmende sowie zellregenerative Terpene und Triketone, wie zum Beispiel Cadinene, Flaveson und Leptsospermon.

Insbesondere aufgrund des pflanzeneigenen Leptospermons zeigt Manukaöl dabei eine gut 40-fach höhere Wirksamkeit gegen Bakterien und Pilze als das verwandte Teebaumöl. Die desinfizierenden Eigenschaften der Südseemyrte sind sogar so intensiv, dass Manuka-Honig gegen Viren wie den Influenza-Virus oder Herpes-Virus helfen kann.

Wichtig: Für therapeutische Zwecke kommt es sehr auf den tatsächlichen MGO-Gehalt des Honigs an. Vor dem Kauf zu klären ist darum bei Manuka-Honig, welcher MGO-Wert gegeben ist. Echter Manuka-Honig zur medizinischen Anwendung sollte hier einen MGO-Wert von mindestens 250 mg pro kg aufweisen.

 

Manuka, Südseemyrte, Leucospermum, Leucospermum scoparium
Blüten, die es in sich haben: Der aus den Blüten der Südseemyrte gewonnene Honig ist besonders reich an entzündungshemmenden, antibiotischen und sogar antiviralen Wirkstoffen

Manuka-Honig gegen Infektionen

Weil er so gut gegen bakterielle und virale Infektionen wirkt, stärkt Manuka-Honig das Immunsystem auf vielfältige Weise. Vor allem Bakterienstämme wie Helicobacter pylori, Staphylococcus aureus und Escherichia coli sprachen in Studien gut auf eine Behandlung mit Manukaöl an. Die Bakterien sind als Erreger zahlreicher Infektionskrankheiten bekannt, darunter:

  • Harnwegsinfekte
  • Hautinfektionen
  • Endokarditis
  • Lungenentzündung
  • Magen-Darm-Infekte
  • Magengeschwüre
  • Mastitis

Diesbezüglich ist Manuka-Honig beispielsweise bei Blasenentzündung zu empfehlen, die häufig durch E. coli Bakterien ausgelöst wird. Am besten gibt man den Honig hierfür in einen Nieren-und-Blasentee (z.B. aus Aronia, Cranberry oder Brennnessel). Ein mit dem Honig gesüßter Magen-Darm-Tee wie Fenchel-Tee oder Anis-Tee kann wiederum bei Magen-Darm-Infekten hilfreich sein.

 

Manuka-Honig bei Husten und Erkältung

Dass selbst der Influenza Virus vor den Wirkstoffen der Südseemyrte den Hut zieht, macht die Pflanze natürlich zu einem idealen Erkältungskraut. Erkältungstee mit Manuka-Honig gegen Halsschmerzen, Husten und rauen Hals ist inzwischen längst kein Geheimtipp mehr. Dabei kommt neben den antiviralen Eigenschaften des Honigs auch dessen regenerative und entzündungshemmende Wirkung auf die Schleimhäute zum Tragen.

 

Manuka-Honig gegen Entzündungen und Wunden

Während sich reiner Manuka-Honig gegen Entzündungen im Körper anbietet, sind für die äußere Anwendung gegen Hautentzündungen auch manukahaltige Salben und Cremes sehr zu empfehlen. Standardmäßig eingesetzt werden entsprechende Salben zum Beispiel in den Tattoo-Studios Neuseelands, wo sie Entzündungen an frisch gestochenen Tätowierungen vorbeugen sollen.

Tipp: Gegen entzündete oder juckende Kopfhaut gibt es auch Shampoos und Haarkuren, die Manukaöl als Wirkstoff enthalten.

Das Auftragen von Manuka-Honig auf Wunden ist eines der ältesten Anwendungsbeispiele, das aus der Volksheilkunde der Māori bekannt ist. Zu diesem Zweck sollte der Manuka-Honig über Nacht einwirken und je nach Schweregrad der Verletzung wiederholt aufgetragen werden. Verwendet man den klebrigen Honig in seiner Reinform oder eine gehaltvolle Salbe, umwickelt man die Wunde darum am besten mit einem Verband oder Klarsichtfolie zur Abdeckung.

 

Manuka, Salbe
Nicht nur als Honig medizinisch wertvoll. Salben mit Manukaöl sind hervorragende Wundheilsalben

 

Manuka-Honig bei Hauterkrankungen

Mit Blick auf chronische Hauterkrankungen wird Manuka-Honig gerade bei Neurodermitis und Schuppenflechte sehr geschätzt. Der entzündungshemmende und zellregenerative Honig beruhigt sensible Hautpartien und lindert Juckreiz und Irritationen. Aus dem selben Grund ist Manuka-Honig auch gegen Akne und Pickel ein nützliches Hausmittel.

 

Mögliche Nebenwirkungen von Manuka

Für gesunde Menschen sind Exktrakte der Südseemyrte weitestgehend unbedenklich. Selbst die Einnahme von Manuka-Honig in der Schwangerschaft ist kein Problem. Anders sieht es hingegen aus, wenn Pollenallergien oder bestimmte Vorerkrankungen bestehen.

Vor allem im Falle einer Diabetes-Erkrankung kann das ansonsten recht heilsame Methylglyoxal für Nebenwirkungen sorgen. Der Wirkstoff verbindet sich im menschlichen Stoffwechsel nämlich gerne mit körpereigenen Lipoproteinen, wodurch sogenannte AGEs (advanced glycation end products) entstehen.

AGEs sind dafür bekannt, die Wundheilung von Gefäßen und Nerven zu verlangsamen, was bei Diabetes-Patienten ein großes Problem ist. Die Folge können anhaltende Wundblutungen und insgesamt schlecht heilende Wunden sein. Aus ähnlichen Gründen sollte man Manuka-Honig nicht auf offene Wunden auftragen.

 

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Leider nicht winterhart: Südseemyrte muss in gemäßigten Breitengraden im Haus überwintern

Südseemyrte pflanzen – Standort und Boden

Da die Südseemyrte ursprünglich aus den Tropenzonen Neuseelands stammt, ist sie in gemäßigten Breitengraden nicht winterhart. Wer dennoch eine Südseemyrte als Pflanze kaufen möchte, muss sie also in Zimmerkultur oder im Kübel halten und frostfrei überwintern.

Dabei versteht sich ein ausreichend sonniger und warmer Standort natürlich von selbst. Auf keinen Fall sollte die Südseemyrte zu schattig stehen oder kalten Winden ausgesetzt sein. Ideal ist ein Plätzchen vor einem hellen Fenster oder am Balkon auf der Südseite eines Hauses.

 

Der richtige Boden für Südseemyrte

Als Standortsubstrat wünscht sich die Südseemyrte einen gut durchlässigen und sandigen Boden. Dessen pH-Wert muss unbedingt sauer sein und bei etwa 5,5 Punkten liegen. Eine gute Substratempfehlung ist diesbezüglich Rhododendronerde.

 

Südseemyrte umtopfen

Umtopfen sollte man Leptospermum scoparium etwa alle zwei bis drei Jahre. Der ideale Zeitpunkt hierfür liegt nach der Blütezeit im Spätfrühling. Wechseln Sie dann das Substrat aus und wählen sie gegebenenfalls einen etwas größeren Topf, damit die Wurzeln der Südseemyrte wieder bequem Platz haben.

Einzelheiten zum Standort für Südseemyrte:

  • Südseemyrte ist nicht winterhart
  • Kultur nur im Kübel oder als Zimmerpflanze
  • sonniger, warmer und geschützter Standort
  • durchlässiges und sandiges Substrat
  • pH-Wert des Bodens: sauer, bei 5,5 Punkten
  • Rhododendronerde bietet sich als Substrat an
  • alle 2 – 3 Jahre Südseemyrte umtopfen

 

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Bei richtiger Pflege gedeiht Manuka auch als Zimmerpflanze prächtig

Südseemyrte gießen und düngen

Obwohl es sich bei der Südseemyrte um eine Pflanze handelt, die herkunftsbedingt eher an sonniges bis heißes Klima gewöhnt ist, hat sie dennoch einen hohen Wasserbedarf. Vor allem während der Hauptwachstumsphase im Sommer muss regelmäßig gegossen werden. Dabei ist Staunässe aber tunlichst zu vermeiden.

Es kann ein wenig Fingerspitzengefühl erfordern, das Substrat der Südseemyrte nicht austrocknen zu lassen und gleichzeitig nicht zu übergießen. Das gilt insbesondere für die Wintermonate. Denn die Bewässerung von Leptospermum scoparium ist im Winter zwar deutlich zu reduzieren, völlig austrocknen darf der Boden aber nicht.

Achtung: Südseemyrten sind kalkempfindlich. Nutzen Sie als Gießwasser daher nur entkalktes Leitungswasser, kalkfreies Mineralwasser oder Regenwasser.

Die Düngung der Südseemyrte ist deutlich unkomplizierter. Die Pflanze erhält während der Vegetationsphase von März bis September alle zwei bis vier Wochen eine leichte Gabe flüssigen Blumendünger oder Rhododendrondünger. Diesen können Sie einfach mit ins Gießwasser geben.

 

Südseemyrte schneiden und vermehren

Ein regelmäßiger Schnitt an der Südseemyrte ist zur Pflege äußerst wichtig. Um die Verzweigung des Strauches anzuregen, sollte man vor allem an Jungpflanzen regelmäßig die Triebspitzen schneiden.

Ältere Exemplare der Leptospermum scoparium erhalten jährlich nach der Blüte einen großzügigen Rückschnitt. Sie können hier ähnlich wie bei Heckengehölzen vorgehen und sogar umfangreiche Formschnitte, etwa zur Erziehung am Hochstamm durchführen.

 

Vermehrung durch Stecklinge

Um die Südseemyrte zu vermehren, entnehmen Sie zwischen Sommer und Herbst am besten einen gut entwickelten Steckling. Geeignet sind vor allem junge Triebe, die Sie in einer Länge von 10 bis 15 cm abschneiden.

Stecken Sie die Triebhölzer anschließend in einen mit torfig-sandigem Substrat gefüllten Topf. Für die Bewurzelung sind dann konstante Temperaturen zwischen 18 und 20 °C notwendig.

Auch eine hohe Luftfeuchtigkeit ist wichtig, die sie am besten generieren, indem sie eine durchsichtige Folie oder Plastiktüte über den Topf stülpen. Diese ist täglich zu lüften, um Schimmelbildung zu vermeiden.

 

Südseemyrte überwintern

Da die Manuka-Pflanze nicht winterhart ist, muss sie an einem frostfreien Standort überwintern. Stellen Sie die Pflanze während der Wintermonate an einen hellen Zimmerstandort mit konstanten Raumtemperaturen zwischen 7 und 9 °C. Gut geeignet ist für die Überwinterung beispielsweise ein Wintergarten oder ein unbeheizter Raum.

Während der Winterruhe ist die Düngung der Südseemyrte vollständig einzustellen. Gegossen wird nur, um das Substrat vor der Austrocknung zu schützen.

 

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Südseemyrte ‚Red Damask‘

Interessante Sorten für Leptospermum scoparium

Mit Blick auf ihre Blütenfarben gibt es bei der Südseemyrte manche Variation. Schöne Sorten sind hier unter anderem:

  • ‚Ballerina‘: altrosa Blüten
  • ‚Double White‘: weiße Blüten
  • ‚Martini‘: rosa Blüten mit roter Mitte
  • ‚Red Damask‘: kräftig rote Blüten
  • ‚Snow White‘: weiße Blüten
  • ‚Winter Cheer‘: rosa bis rote Blüten

Eine weitere Empfehlung ist die aus Australien stammende Zitronenmyrte (Leptospermum petersonii). Sie besitzt namensgemäß ein zitroniges Aroma und wird von den australischen Aborigine schon seit tausenden von Jahren als aromatisches Teekraut genutzt.

 

Mankua – Krankheiten und Schädlinge

Die antibiotischen und antiviralen Wirkstoffe von Manuka machen sich auch mit Blick auf mögliche Schadbilder bezahlt. Denn das Kraut wird kaum von Schädlingen oder Pflanzenkrankheiten heimgesucht.

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