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Ylang-Ylang – Wirkung, Anwendung und Kultur

Ylang-Ylang (Cananga odorata) trägt Beinamen Parfümbaum oder Blume aller Blumen nicht ohne Grund. Denn das aus den markanten gelben Quirlblüten des Parfümbaums gewonnene Ylang-Ylang-Öl liefert einen der erlesensten Düfte der Welt. Dieser wird nicht nur in Parfüm und diversen Lebensmitteln verwendet, sondern auch in der Aromatherapie.

Vorsicht, Verwechslungsgefahr: Der echte Ylang-Ylang wird gerne mit dem sogenannten Falschen oder Kletternden Ylang-Ylang, auch bekannt als Ylang-Ylang-Wein (Artabotrys hexapetalus) verwechselt. Dessen Blüten verströmen zwar einen ähnlich lieblichen Duft wie Cananga odorata, allerdings handelt es sich bei Artabotrys hexapetalus um eine Kletterpflanze und nicht um einen Baum.

 

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Der Ylang-Ylang-Wein sieht echtem Ylang-Ylang zum Verwechseln ähnlich und wird auch gerne fälschlicherweise als Cananga odorata gehandelt

Ylang-Ylang als heilsames Duftkraut

Unter den exotischen Düften ist der Ylang-Ylang-Baum einer der beliebtesten für Parfüm, Räucherstäbchen, Duftöl und Massageöl. Dabei kann das Duftgehölz mehr als nur seinen magische Duft verströmen.

Lange Tradition hat beispielsweise die Verwendung von Ylang-Ylang-Öl als natürlicher Aromastoff in Lebensmitteln. Sowohl in Süßgebäck, Speiseeis und Süßigkeiten als auch in Kaugummi und Softdrinks kommt das fruchtig süße Aroma der Blume aller Blumen häufiger vor als man denken mag. Und das nicht nur wegen seinem einzigartigen Geschmack.

 

Ylang-Ylang als aromatisches Aphrodisiakum

Der mystische, süßlich-schwere bis blumige Duft von Cananga odorata hat schon so manchen in seinen Bann geschlagen. Um den betörenden Effekt der Duftpflanze weiß diesbezüglich gerade die Parfümindustrie schon längst.

Nicht weg zu denken ist die aromatische Note des Parfümbauns als verführerische Parfümkomponente unter anderem aus dem legendären Chanel N° 5. Und auch aphrodisierende Raumdüfte und Massageöle Setzen auf das liebliche Ylang-Ylang-Aroma.

 

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Der Duft des Parfümbaums kreierte einst solch weltberühmte Parfümdüfte wie Chanel N° 5

Ein potentes Antidepressivum und Beruhigungsmittel

Zahlreiche Studien zu Cananga odorata bescheinigen dem Duftgehölz mittlerweile eine gute antidepressive, stimmungsaufhellende, beruhigende und sogar blutdrucksenkende Wirkung. Dementsprechend wird Ylang-Ylang gerne gegen

  • Angststörungen,
  • Bluthochdruck,
  • Depressionen,
  • innerer Unruhe,
  • Nervenleiden,
  • Nervosität,
  • Schlafstörungen und
  • Stressbeschwerden

 

eingesetzt. Der nervenberuhigende Effekt ist dabei so intensiv, dass Cananga odorata sogar bei Menstruationskrämpfen und leichten Nervenschmerzen helfen kann.

 

Wirkung von Ylang-Ylang auf den Stoffwechsel

Für den blutdrucksenkenden Effekt von Ylang-Ylang ist nicht zuletzt auch die antioxidative Wirkung der Pflanze verantwortlich. Darüber hinaus zeigen die Blüten des Parfümbaums auch antidiabetische Eigenschaften, weshalb Cananga odorata ein wertvolles Naturheilmittel zur Regulierung des Stoffwechsels und hier insbesondere des Blutstoffwechsels ist.

Übrigens: Ylang-Ylang findet traditionell auch gegen Rheuma und Verdauungsbeschwerden Anwendung. Somit unterstützt es nicht nur den Stoffwechsel sondern wirkt auch systemischen Erkrankungen und Verdauungsstörungen entgegen.

 

Ylang-Ylang als natürliches Antibiotikum

Die Heilkräfte von Ylang-Ylang sind äußerst umfangreich, wobei Forscher insbesondere von der guten Wirkung der Pflanze gegen allerlei Infektionen fasziniert sind. Schon in der Volksheilkunde standardmäßig zur Behandlung von Malaria eingesetzt, ließ sich in verschiedenen Studien eine umfassende Heilwirkung gegen Bakterien, Pilze, Parasiten und Insekten feststellen.

Zudem wirkt Cananga odorata auch entzündungshemmend. Es ist also eine sehr vielseitige Nutzung gegen allerhand Infektions- und Entzündungskrankheiten wie Magen-Darm-Infekte, Pilzinfektionen oder entzündliche Hauterkrankungen möglich.

 

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Die heilsamen Quirlblüten der Blume aller Blumen, bei der es sich eigentlich um ein Duftgehölz handelt

Inhaltsstoffe von Ylang-Ylang

Das ätherische Öl von Cananga odorata wird durch Wasserdampfdestillation aus den Blüten des Duftgehölzes gewonnen. Für 1 l des ätherischen Öls benötigt man dabei etwa 50 kg Ylang-Ylang-Blüten. Kaum verwunderlich ist es da, dass das Öl im Handel bisweilen recht teuer ist. Und auch hochwirksame Inhaltsstoffe wie

  • Benzylacetat,
  • Caryophylen,
  • Farnesen,
  • Geraniol,
  • Geranylacetat,
  • Germacren,
  • Linalool,
  • Methylbenzoat,
  • Nerol und
  • Sesquiterpene

 

spielen in den Preis des Öls mit ein. Unterschieden werden diesbezüglich gemäß Flavor and Extract Manufacturers Association (FEMA) je nach Ölqualität zwei Varianten. Während für herkömmliches Ylang-Ylang-Öl (FEMA 3119) die niederen Blütenfrakturen von Cananga odorata verwendet werden, besteht Kanangaöl bzw. Canangaöl (FEMA 2232) aus den höheren Blütenfrakturen.

 

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Das kostbare Ylang-Ylang-Öl gibt es in unterschiedlichen Qualitätsstufen

Anwendung von Cananga odorata

Man kann kleinere Mengen schwächer konzentrierten Öls durchaus auch selbst herstellen, indem man die Blüten in ein geeignetes Basisöl einlegt und daraus einen Ölauszug herstellt. Klassische Anwendungsmöglichkeiten es Ylang-Ylang-Öls gestalten sich dann wie folgt:

  • Ylang-Ylang als Badezusatz: Zur Entspannung, Beruhigung oder Behandlung von Krämpfen, Schmerzen, Stress und Depressionen gibt man am besten ein paar Tropfen des Ylang-Ylang-Öls als Badezusatz in ein Entspannungsbad.
  • Ylang-Ylang-Tee: Alternativ zum Ylang-Ylang-Bad kann man das Heilkraut auch innerlich anwenden. Geben Sie hierfür ein paar Tropfen in eine Tasse Tee mit Honig.
  • Ylang-Ylang in Naturkosmetik: Cananga odorata lässt sich auch zur Gesichtspflege nutzen. Hierfür mischen Sie einfach 1 bis 2 Tropfen Ylang-Ylang-Öl mit einem milden Trägeröl (z.B. Mandelöl oder Jojobaöl) und verwenden dieses, etwa in einer pflegenden Gesichtsmaske, gegen Pickel oder Gesichtsrötung. Ebenfalls ist das feuchtigkeitsspendende Ylang-Ylang-Öl als Zutat für DIY-Shampoos, Naturseie oder Hautcremes.
  • Ylang-Ylang als Wellnessöl: Abgesehen von Deos und Parfüms gibt es Ylang-Ylang auch als Raumduft oder Massageöl. In beiden Fällen trägt das Öl zur Entspannung bei, beruhigt Muskeln und Nerven und hebt die Stimmung.

 

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Naturseife aus Ylang-Ylang-Öl

Ylang-Ylang pflanzen – Standort und Ablauf

Zur Familie der Annonengewächse (Annonaceae) gehörend, stammt der Parfümbaum ursprünglich aus den Tropen Südostasiens, genauer gesagt aus Indonesien und von den Philippinen. Allerdings ist Ylang-Ylang-Duft heutzutage so begehrt, dass das Duftgehölz zur Ölgewinnung auch außerhalb Asiens, etwa Haiti, in Madagaskar oder auf Sansibar angebaut wird.

In gemäßigten Breitengraden kann man den Parfümbaum hingegen nicht ganzjährig im Freiland halten. Eine Mindesttemperatur von 3 °C ist am Standort zwingend erforderlich, wobei derart tiefe Temperaturen nur kurzfristig verstragen werden. Das Gehölz darf sich daher allenfalls im Sommer als Kübelpflanze an warmen und windgeschützten Standorten auf dem Balkon oder der Veranda tummeln.

Besser geeignet ist deshalb eine Kultur con Cananga odorata als Zimmerpflanze. Eine schöne Idee ist dabei die Kultur von Cananga odorata als Bonsai. So lässt sich das bis zu 35 m hohe Duftgehölz durch geeigneten Erziehungsschnitt auch gleich praktisch auf moderater Wuchshöhe halten.

 

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Der Parfümbaum lässt sich in gemäßigten Breitengraden nur als Zimmerpflanze kultivieren

Der richtige Standort für Ylang-Ylang

Der Parfümbaum wünscht sich einen vollsonnigen bis halbschattigen Standort mit ganzjährig warmen Temperaturen zwischen 12 und 25 °C. Das Standortsubstrat ist lehmig-tonig zu wählen.

Tipp: Wer Cananga odorata als Bonsai pflanzt, kann auf Tongranulat oder tonhaltige Akadama Erde zurück greifen und diese mit etwas herkömmlicher Bonsaierde vermengen.

Mit Blick auf den pH-Wert des Bodens ist der Parfümbaum nicht besonders wählerisch. Im Grunde kommen alle sauren bis alkalischen Böden zwischen 4,5 und 8 Punkten in Betracht. Wesentlich wichtiger ist eine gute Drainage aus Blähton, Kies oder Lavagranulat. Etwas zusätzlicher Sand im Substrat verbessert den Wasserablauf ebenfalls.

Einzelheiten zum Standort für Ylang-Ylang:

  • vollsonniger bis halbschattiger Standort
  • im Sommer windgeschützter Freilandstandort möglich
  • sandig-toniges bis lehmig-toniges Substrat
  • für Bonsaikulturen Tongranulat oder Akadama Erde nutzen
  • Boden-pH-Wert: sauer bis alkalisch, zwischen 4,5 und 8
  • Cananga odorata ist nicht winterhart
  • Standorttemperaturen von 12 bis 25 °C erforderlich

 

Aussaat von Ylang-Ylang

Eine Aussaat von Cananga odorata ist bei Indoor-Kultur ganzjährig möglich. Lassen Sie die Samen vorab für etwa 24 bis 48 Stunden in lauwarmem Wasser vorquellen. Danach sind die Samen zeitnah auszusäen.

Nutzen Sie als Anzuchtsubstrat am besten eine Mischung Kokos-Quellerde und Anzuchterde. Die Samen werden in einer Saattiefe von ca. 0,5 cm ausgebracht, leicht angedrückt und nur dünn mit Erde bedeckt. Stülpen Sie anschließend eine durchsichtige Plastikfolie über den Anzuchttopf, um eine tropische Luftfeuchtigkeit zu simulieren.

Die Folie ist täglich für 60 bis 120 Minuten zu lüften, um Schimmelbildung vorzubeugen.

Halten Sie das Saatgut in Folge konstant feucht (am besten mit einer Sprühflasche) und sorgen Sie für gleichmäßige Keimtemperaturen um die 25 °C sowie einen hellen Standort. Nach ca. 6 bis 8 Wochen sollte dann die Keimung einsetzen. Weitere 4 bis 6 Wochen später können Sie die Jungpflanzen pikieren und auf je einen Keimling pro Anzuchttöpfchen vereinzeln.

 

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Das Saatgut des Parfümbaums wird aus dessen, an Oliven erinnernden Früchten gewonnen

Ylang-Ylang umtopfen

Cananga odorata ist recht wuchsfreudig. Ein Umtopfen solle spätestens jedes zweite Jahr, bei Jungpflanzen am besten jährlich erfolgen. Auch deshalb ist eine Kultur als Bonsai von Vorteil, da Bonsaibäume ohnehin jährlich in frisches Substrat gesetzt werden.

Ein neues Pflanzgefäß sollte beim Parfümbaum immer nur wenige Zentimeter größer als das vorherige sein. Bei Bonsaischalen kann man das Gefäß auch mehrere Jahre hintereinander nutzen, ohne es auswechseln zu müssen. Der richtige Zeitpunkt für das Umtopfen liegt im Frühjahr zwischen März und April.

 

Ylang-Ylang gießen und düngen

Der Parfümbaum hat einen durchaus gesunden Wasserbedarf. Allerdings ist Staunässe tunlichst zu vermeiden. Gießen Sie daher mäßig aber regelmäßig. Das Pflanzsubstrat sollte niemals vollständig austrocknen aber auch nicht zu nass sein.

Die Düngung von Cananga odorata erfolgt im während der Hauptwachstumszeit zwischen April und September im Rhythmus von vier Wochen. Nutzen Sie einen mineralhaltigen Flüssigdünger oder Bonsaidünger. Wer die Blüten später weiterverarbeiten möchte, sollte auf organische Düngemittel setzen.

 

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Für einen formschönen Wuchs und zum Erhalt der Blühfreudigkeit sollte man den Parfümbaum sorgsam gießen, düngen und schneiden

Ylang-Ylang schneiden und überwintern

Um einen kompakten Wuchs und Blühfreudigkeit zu erzielen, sind für Cananga odorata regelmäßige Erziehungs- und Formschnitte empfehlenswert. Führen Sie die Schnitte im zeitigen Frühjahr vor dem Neuaustrieb durch und kürzen Sie vorzugsweise die Triebspitzen, um eine üppige Verzweigung anzuregen.

Insgesamt können Sie den Parfümbaum jährlich um bis zu ein Viertel zurückschneiden. Eine gute Orientierungshilfe für den Schnitt bieten unsere Basics zur Bonsai-Gestaltung.

Die Überwinterung von Cananga odorata erfolgt indoor an einem hellen Standort bei Raumtemperaturen von mindestens 15 °C. Die Düngung ist bereits ab spätestens Mitte Herbst einzustellen und die Bewässerung während der Wintermonate deutlich zurück zu fahren.

 

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Die Standortbedingungen während der Winterruhe weichen bei Cananga odorata bis auf das Dünge- und Gießverhalten nur geringfügig von denen während der Vegetationsphase ab

Parfümbaum – Mögliche Schadbilder

Bei geeigneten Standortbedingungen und sorgfältiger Pflege ist Cananga odorata kaum anfällig für Schadbilder. Wird der Standort zu kalt oder zu feucht gewählt, können allerdings Wurzelfäule und Schildläuse am Parfümbaum auftreten.

Im Falle von Staunässe ist das Substrat umgehend auszuwechseln. Gegen Schildlausbefall helfen Sprühungen mit Knoblauchsud, Spülmittel-Lösungen und Milch-Öl-Gemischen. Alternativ kann man auch Nützlinge wie Marienkäfer, Schlupfwespen oder Florfliegen einsetzen.

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