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Oregano, Majoran, Dost, Origanum. Origanum majorana

Dost, Majoran und Oregano pflanzen – Wirkung, Anbau und Ernte

Als mediterranes Gewürzkraut sind Dost, Majoran und Oregano (Origanum) in der Küche unerlässlich. Ebenso eignet sich die würzige Kräuterpflanze aber auch zu heilkundlichen Zwecken. Alles, was es zur Kultur und Wirkung des Krautes zu wissen gibt, verrät der nachstehende Beitrag.

 

Oregano in der Küche und Heilkunde

Oregano ist als Gewürz aus der mediterranen Küche kaum wegzudenken. Und auch in Mitteleuropa gehört er spätestens seit dem Mittelalter zu den traditionellen Küchenkräutern. Dabei muss man aber zwischen verschiedenen Varianten des Gewürzkrautes unterscheiden.

 

Unterschied zwischen Majoran und Oregano

Neben dem auch als Echter Oregano bekannten Gemeinen Dost (Origanum vulgare) wird in der europäischen Küche auch gerne der Majoran (Origanum majorana) verwendet. Obwohl beide Dost-Arten zur selben Gattung gehören, unterscheiden sie sich doch merklich in ihrem Erscheinungsbild und Geschmack.

So besitzt der Oregano zum Beispiel eher glatte bis mäßig behaarte Blätter, die deutlich größer sind als die des Majorans. Sein Geschmack ist herb-würzig, weshalb er wunderbar zu herzhaften Mediterrangerichten wie Bolognese oder Pasta, aber auch in deftige Gemüsesuppen passt.

Majoran hingegen besitzt kleinere, flaumig behaarte Blätter. Sie schmecken eher würzig-süß, was in herzhaften Gerichten salzige Noten wunderbar abmildert. Und auch die zart weiß-rosa Blüte unterscheidet sich von den kräftig purpur-rosa gefärbten Blüten des Echten Oregano.

 

Oregano, Majoran, Dost, Origanum. Origanum majorana
Der kleine, aber feine: Majoran

Oregano und Ysop

Gerne Verwechselt wird Oregano mit dem Ysop. Bereits seit der Antike wird das Wort Ysop bzw. Esov nicht nur für die Gattung Hyssopus, sondern auch für verschiedene Arten der Gattung Origanum verwendet. Um einen Zweig des Syrischen Ysops (Origanum syriacum) soll diesbezüglich laut biblischer Überlieferung (Johannes 19,28-30) der in Essig getränkte Schwamm gelegt worden sein, den man Jesus bei seiner Kreuzigung darbot.

Heute findet sich Syrischer Ysop als Zaatar Oregano in der gleichnamigen Gewürzmischung, die neben Oregano noch andere Mediterrankräuter enthält. Der Begriff esov in der Bibel bedeutet dabei übersetzt „heiliges Kraut“. Demzufolge ist Oregano und hier speziell der Syrische Ysop im Christentum eine gottgeweihte Pflanze.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass Oregano im Aberglauben der Abwehr böser Dämonen. Ebenso wurde es gegen „dämonische“ Krankheiten wie Kummer, Depressionen und Epilepsie angewandt, was nahelegt, dass Dost auch nervenberuhigende und stimmungsaufhellende Qualitäten besitzt.

 

Oregano, Zaatar, Syrischer Ysop, Origanum, Origanum syriacum

Inhaltsstoffe und Wirkung von Oregano

Schon der berühmte griechische Arzt Dioskurides berichtete in der Antike über den Dost als „erwärmendes“ Heilmittel, das die Magen-Darm-Funktion reguliert. Der Urvater der Medizin, Hippokrates, wusste Dost dagegen zur Geburtseinleitung und Hämorrhoidenbehandlung zu nutzen. Hildegard von Bingen nutzte Dost wiederum als Nierenkraut. Und auch bei Atemwegs- und Entzündungskrankheiten kann Oregano eine Hilfe sein.

Die Anwendung von Dost bzw. Oregano kann einerseits in Form von Tee erfolgen, wenn gezielte Beschwerden vorliegen. Zur Prävention ist aber auch das regelmäßige Würzen mit Oregano vorteilhaft. Gerade scharfe und fettige Gerichte wie Chili oder ölige Mediterrangerichte profitieren von einer großzügigen Gabe des Gewürzes.

Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Bauchschmerzen wird so erfolgreich vorgebeugt. Die wichtigsten Inhaltsstoffe von Dost sind dabei das entzündungshemmende Carvacrol, antibakterielle Phenole, atemwegsbefreiende Aromastoffe wie Thymol oder Cymol sowie verdauungsfördernde Bitterstoffe.

 

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Der Klassiker: Echter Oregano alias Gemeiner Dost

Oregano pflanzen – Standort und Aussaat

Oregano gehört zur Familie der Lippenblütler und ist wie bereits angedeutet ursprünglich im Mittelmeerraum heimisch. Seine Herkunft aus sonnenverwöhnten Gebieten gibt für den Standort des Krautes eine helle und warme Lage vor. In der Kräuterspirale sollte die Kräuterpflanze deshalb ganz oben, in der Lichtzone angesiedelt werden.

 

Boden für Dost, Majoran und Oregano

Was den Boden anbelangt, so bevorzugt Dost durchlässige, magere, trockene und kalkhaltige Böden. Hierfür kann die Gartenerde mit etwas Kalk, Sand und Kies angereichert werden. Der pH-Wert des Bodens sollte mit einem Wert zwischen 8 und 10 Punkten im basischen Bereich liegen. Gute Pflanzpartner für Oregano sind vor allem Gemüsepflanzen wie Tomaten, Lauch, Kürbis oder Karotten.

Einzelheiten zum Standort von Dost:

  • Dost benötigt vollsonnige Standorte
  • Boden muss durchlässig, mager, trocken und kalkhaltig sein
  • pH-Wert des Bodens: basisch bei 8 bis 10 Punkten
  • gute Pflanzpartner: Tomaten, Lauch, Kürbis und Karotten

 

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Wichtig: Als mediterranes Kraut benötigen Dost, Majoran und Oregano undbedingt einen sonnigen und vergleichsweise trockenen Standort

Aussaat des Oregano

1. Schritt – Wahl des Aussaattermins: Die Aussaat von Oregano kann bereits Mitte Februar stattfinden. Setzen Sie das Kraut am besten in Anzuchtschalen auf der hellen Fenster an, die mit nährstoffreicher Anzucht- oder Kräutererde gefüllt sind. Wenn Sie das Saatgut ausreichend feucht halten, kann es schon Ende März, Anfang April in den Garten vereinzelt werden. Alternativ können Sie vorgezogene Exemplare aus dem Kräuterhandel erwerben.

2. Schritt – Bodenvorbereitung im Beet: Lockern Sie die Erde gut auf und reichern Sie das Substrat ggf. mit Kalk an. Eine gute Kiesdrainage kann den Wasserablauf verbessern, was Staunässe im Boden vorbeugt.

3. Schritt – Auspflanzung von Oregano: Es ist ratsam, die jungen Setzlinge vorab langsam ans Freiland zu gewöhnen, bevor sie final ausgepflanzt werden. Stellen Sie die Anzucht also zunächst abwechselnd für ein paar Tage ins Freie und dann wieder ins Haus. Der Pflanzabstand für Oregano beträgt dann etwa 20 cm. Die Pflanze wächst oftmals als kleiner Halbstrauch und braucht dementsprechend genügend Platz für seine Entwicklung.

Kurzschritte zur Aussaat im Überlick:

  • Pflanztermin für Dost: Vorzucht ab Mitte Februar, ab April im Freiland
  • Boden vor der Auspflanzung ins Freiland auflockern und grunddüngen
  • Jungpflanzen vor Ausbringung langsam ans Freiland gewöhnen
  • Pflanzabstand: 25 cm

 

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Gemeiner Dost im Beet

Dost gießen und düngen

Bei der Bewässerung von Dost ist Augenmaß gefragt. Die Pflanze ist sehr empfindlich gegenüber Staunässe und neigt zur Wurzelfäule. Warten Sie also unbedingt ab, bis der Oberboden am Standort vollständig aufgetrocknet ist bevor Sie nachgießen.

Je mehr Blätter Ihr Dost dann im späteren Verlauf entwickelt, desto großzügiger kann gegossen werden. Denken Sie aber daran, dass zu viel Wasser bei Kräutersträuchern die Ausbildung ätherischer Öle hemmt. Es kommt also auf etwas Fingerspitzengefühlt an.

In Sachen Düngung gilt: Einmal im Jahr ist für Freilandpflanzungen genug. Geben Sie daher nur im Frühjahr vor dem Austrieb etwas organischen Kräuter- oder Gemüsedünger aus. Im Topf darf Dost ergänzend ein zweites Mal im Sommer zwischen Juli und August gedüngt werden.

Kurztipps zum Gießen und Düngen:

  • Oregano ist empfindlich gegenüber Staunässe
  • sehr maßvoll gießen und Boden gut abtrocknen lassen
  • Düngung bei Freilandpflanzungen einmal jährlich im Frühling
  • Topfpflanzen ergänzend im sommer von Juli – August düngen

 

 

Oregano ernten und schneiden

Bei guter Pflege ist Dost äußerst wuchsfreudig. Aus diesem Grund kann hin und wieder ein Schnitt notwendig sein. Auch fördert ein guter Rückschnitt das Wachstum des Halbstrauchs. Sie dürfen ihn daher ruhig des öfteren einmal bodennah zurückschneiden.

Die Ernte von Oregano erfolgt idealer Weise während der Blüte. Hier ist der Gehalt an Inhaltsstoffen am höchsten und folglich auch Aroma und Wirkung der Oreganoblätter. Schneiden Sie aber nur die unverholzten Triebspitzen ab, um vor der Verwendung in der Küche nicht mühevoll hölzerne Aststücke auslesen zu müssen.

Vermehrung durch Wurzelteilung: Zur Vermehrung können Sie einige Blüten stehen lassen und nach der Fruchtreife die Samen für eine Aussaat im Folgejahr einsammeln. Die bequemste Art der Vermehrung ist bei Dost jedoch die Wurzelteilung. Graben Sie den Halbstrauch hierfür einfach im Frühjahr oder Herbst aus und zerteilen Sie den Wurzelstock mit einem scharfen, sauberen Messer. Die Teilstücke können dann umgehend zurück ins Beet verpflanzt werden.

Kurztipps zum Schneiden und Vermehren:

  • Oregano darf großzügig geschnitten werden
  • Rückschnitt erfolgt bodennah
  • zur Ernte junge Triebspitzen während der Blüte abschneiden
  • Vermehrung durch Aussaat oder Wurzelteilung

 

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Übrigens: Im Gegensatz zu vielen anderen Kräutern verliert Origano sein würziges Aroma nach dem Trocknen nicht

Oregano überwintern – so klappt’s

Eine mehrjährige Kultur gestaltet sich in gemäßigten Breitengraden daher mitunter schwierig. Zwar wird immer wieder angegeben, dass Dost bis zu -18 bzw. -20 °C winterhart sei, dies gilt aber nur für geschützte, trockene Standorte, an denen kein Bodenfrost oder kaltes Schmelzwasser droht. Es ist daher sinnvoll, Oregano im Topf zu überwintern und ihn gut in Kokosmatten oder Gartenvlies einzupacken. Im Freiland ist der Beetstandort mit Reisig, Vlies und Mulch abzudecken.

 

Interessante Arten des Origanum

In der Gattung Origanum gibt es bis zu 40 verschiedene Arten. In der Küche, Heilkunde und Zierpflanzenkultur werden vornehmlich folgende Arten genutzt:

  • Amanus-Dost (Origanum amanum)
  • Diptam-Dost (Origanum dictamnus)
  • Echter Oregano / Gemeiner Dost (Origanum vulgare)
  • Griechischer Dost (Origanum scabrum)
  • Griechischer Oregano (Origanum vulgare subsp. hirtum)
  • Majoran (Origanum majorana)
  • Türkischer Oregano (Origanum onites)
  • Zaatar-Oregano / Syrischer Ysop (Origanum syriacum)

Eine medizinisch besonders relevante Art ist neben dem Gemeinen Dost auch der Diptam-Dost. Legenden zu Folge soll diese aus Kreta stammende Dost-Art alle Krankheiten heilen können. Sie erhielt von den altgriechischen Ärzten der Antike deshalb den Beinamen „Artemideion“ in Bezug auf die Göttin der Geburt und Wiedergeburt, Artemis. Tatsächlich soll Diktam-Wein bzw. Diktam-Wasser überdurchschnittlich gut bei der Geburtseinleitung wirken. Zudem ist er ein wichtiger Bestandteil von Kretischem Bergtee.

Wesentlich häufigher in Gebrauch sind jedoch Echter Oregano, Majoran und Syrischer Ysop. Vom Echten Oregano gibt es außerdem einige interessante Sorten, darunter:

  • ‚Aromata‘
  • ‚Aureum‘
  • ‚Compactum‘
  • ‚Country Cream‘
  • ‚Diabolo‘
  • ‚Thumble’s Variety‘

 

Mögliche Krankheiten und Schädlinge

Schadbilder werden am Dost maßgeblich durch Kultur- und Pflegefehler verursacht. So kann ein Übergießen z.B. zu Wurzelfäule führen. Die betroffene Pflanze ist dann meist nicht mehr zu retten und sollte zur Eindämmung der Fäulnispilze im Beet umgehend im Restmüll entsorgt werden.

Durch Sonnen- oder Nährstoffmangel geschwächte Pflanzen ziehen außerdem Zikaden und Blattläuse an. Es kann hier jedoch helfen, betroffene Pflanzen mit Brennnesselsud, Niemöl, Spülmittellösung oder Essig-Wasser zu besprühen.

 

Fazit

Dost ist eine interessante Ergänzung für den Kräutergarten, wobei seine Kulturanforderungen sich weitestgehend mit denen anderer Mediterranpflanzen decken. Wer auf wichtige Standortbedingungen und Pflegekriterien achtet, der kann den Kräuterstrauch sogar durch den Winter bringen. Auf jeden Fall liefert der als Oregano bekannte Dost eine leckere und gesunde Kräuterernte, die sogar bei manchen körperlichen Beschwerden gute Hilfe leisten kann.

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