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Myrtenheide (Teebaum) – Wirkung, Anwendung und Kultur

Die besser als Teebaum bekannte Myrtenheide (Melaleuca) ist ein klassisches Beispiel für tropische Heilkräuter aus Ozeanien. Wie ihre Artverwandten aus der Familie der Myrtengewächse, darunter der Eukalyptus, enthält auch die immergrüne Myrtenheide hochkonzentrierte ätherische Öle mit medizinischer Wirkung. Gängig ist vor allem die Anwendung von Teebaumöl gegen Fußpilz, Nagelpilz, Hühneraugen und Warzen. Doch das Heilkraut kann noch mehr.

 

Der Teebaum als Allheilmittel der Aborigines

Arten der Myrtenheide wachsen überwiegend endemisch in Ozeanien. Vor allem Australien und Neuseeland gelten als wichtige Ursprungsländer für den Anbau von Teebäumen sowie die Herstellung des heilpflanzlich genutzten Teebaumöls.

Medizinische Verwendung findet dabei maßgeblich der Australische Teebaum (Melaleuca alternifolia). Allerdings werden auch die ätherischen Öle anderer Myrthenheiden, wie zum Beispiel der Honigmyrte (Melaleuca nesophila) und der als Cajeputbaum bekannte Silberbaum-Myrtenheide (Melaleuca leucadendra) als Teebaumöl bezeichnet.

 

Ein Baum für Tee

Der Name des Teebaums sorgt gelegentlich für Verwirrung. Einerseits sind bei den australischen Aborigines, ebenso wie bei den Māori Neuseelands auch die Arten der Südseemyrte alias Manuka als Teebäume bekannt. Andererseits wird der Teebaum gerne mit dem Teestrauch verwechselt.

Speziell für die Verwechslung mit dem Teestrauch gibt es einen historisch bedingten Grund. Denn der Teebaum erhielt seinen Namen durch den Naturforscher Joseph Banks, der den berühmten Seefahrer James Cook während seinen Entdeckungsreisen im Pazifik begleitete. Er beobachtete wohl, wie die Aborigines Teebaumblätter zur Herstellung von Kräutertee verwendeten.

Zur damaligen Zeit waren als Teeblätter lediglich die Teekräuter des asiatischen Teestrauchs bekannt. Da diese in Australien und Neuseeland aber nicht zur Verfügung standen, taten Banks, Cook und ihre Schiffsbesatzung es den Aborigines gleich und verwendeten stattdessen die Blätter der Myrtenheide für die Teezubereitung.

 

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Blätter des Australischen Teebaums

Mehr als nur ein Wundheilmittel

Die heutige Anwendung von Teebaumöl gegen Fußpilz und andere Hautbeschwerden ist ebenfalls den Aborigines zu verdanken. Zwar wussten die Ureinwohner Australiens damals noch nicht, wie man Teebaumöl extrahiert (die Destillation des Öls gelang erstmals 1925), dafür nutzten Sie jedoch die Teebaumblätter als Wundauflage.

Noch wesentlich bedeutsamer war der Teebaum in der Volksheilkunde der Aborigines zur Behandlung von Verdauungs- und Atemwegsbeschwerden. So stellten Sie aus den Blättern der Myrtenheide beispielsweise einen Sud aus Teebaum gegen Erkältung und Grippe sowie gegen Fieber und Verstopfung her.

Zu dieser Anwendungsmethode gibt es sogar eine überlieferte Legende. Sie besagt, dass einige Aborigines die Teezubereitung einst erfanden, nachdem sie beim Bad in einem See bemerkten, wie die ins Wasser hängenden Blätter eines am Ufer befindlichen Teebaums das Wasser dunkel verfärbten.

Wissenswertes: Nicht nur die Teeerfindung, sondern auch die Anwendung der Inhalationstherapie könnte ihren Ursprung in der Volksheilkunde der Aborigines haben. Um sich innerlich zu stärken, legen die australischen Ureinwohner die Teebaumblätter nämlich seit jeher auf heiße Steine und inhalieren in Folge die austretenden Dämpfe.

 

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Eines der hochwertigsten ätherischen Öle der Welt: Teebaumöl

Inhaltsstoffe und Wirkung von Teebaumöl

Die Anwendung unverarbeiteter Teebaumblätter ist heute leider sehr selten geworden. Üblicher ist Nutzung des destillierten Teebaumöls. Bis zur Entdeckung des Penicillins galt das Öl weltweit als standardmäßiges Antiseptikum im klinischen Bereich. Es wurde sowohl zur Desinfektion bei Operationen als auch in der Militärmedizin genutzt.

Heute überwiegt allerdings die medizinische Anwendung von Teebaumöl bei Nagelpilz, Fußpilz, Warzen, Zecken- oder Läusebefall und bei Hauterkrankungen wie Akne, Neurodermitis oder Schuppenflechte. Auch eine Behandlung mit Teebaumöl bei Rheuma, Muskelschmerzen und Krampfadern ist keine Seltenheit.

Ein weiteres Einsatzgebiet von Teebaumöl ist die Körperpflege. Man findet das Öl als Pflegewirkstoff für Haut und Haare in zahlreichen Shampoos, Haarkuren, Duschgels und Produkten zur Gesichtspflege. Ebenfalls beliebt ist das antimikrobielle Teebaumöl als Zusatz für Desinfektionsmittel und Wundheilsalben.

Zur Herstellung von Teebaumöl werden nach wie vor maßgeblich die Teebaumblätter genutzt. Verantwortlich für die starke antimikrobielle Wirkung der ätherischen Öle des Teebaums ist dabei eine besondere Mischung bewährter Inhaltsstoffe. Zu den wichtigsten Wirkstoffen gehören dabei:

  • Cadinen
  • Cineol
  • Cymen
  • Limonen
  • Pinen
  • Sabinen
  • Terpinen
  • Terpineol
  • Terpinolen

 

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Das Öl des Teebaums enthalten Wirkstoffe, deren antibiotische Wirkung bis zu 14 mal stärker ist als die von Eukalyptusöl

Anwendung und Dosierung von Teebaumöl

Es sei darauf hingewiesen, dass zu hoch dosiertes Teebaumöl Nebenwirkungen wie Hautekzeme und Kontaktallergien, beim Verschlucken sogar Schleimhautschäden in der Lunge und im Magen-Darm-Trakt hervorrufen kann. Denn die Wirkstoffe des Öls sind nicht nur gegenüber Keimen und Parasiten recht aggressiv. Ebenso reizen Sie in hohen Dosen die Haut- und Schleimhautzellen.

Aus diesem Grund darf man Teebaumöl nur sehr schwach konzentriert auf die Haut auftragen. Gemäß den Empfehlungen des Scientific Committee on Consumer Products (SCCP) zur Dosierung von Teebaumöl sollte der Gehalt des Öls in Endprodukten maximal 1 Prozent betragen. Ein paar Tropfen in Salben, Cremes, und Co. sind demnach völlig ausreichend, um eine entsprechende Heilwirkung hervorzurufen.

Dosierungsempfehlung: Wer einen Tee aus Teebaumblättern herstellen möchte, sollte nicht mehr als 1,5 bis 2 g der geschnittenen Blätter pro 250 ml Wasser verwenden und davon maximal drei Tassen pro Tag trinken. Bei Teebaumöl ist eine Tagesdosis von maximal 0,3 bis 0,6 ml empfohlen. Von einer Verabreichung an Kinder oder Schwangere ist abzusehen.

 

Teebaum pflanzen – Standort und Boden

Die Myrtenheide mag bei uns nicht winterhart sein, als Zimmerpflanze kann man sie aber durchaus kultivieren. Dabei gibt es jedoch einige Kulturbedingungen zu beachten. Das gilt insbesondere für endemische Teebaum-Arten der australischen Flora, die an sehr spezielle Standorteigenschaften gewöhnt sind.

So ist der Teebaum als australisches Kultgehölz natürlich recht sonnenverwöhnt. Ein heller Standort am Fenster oder in einem lichtdurchfluteten Raum ist daher Pflicht. Den Sommer darf die Myrtenheide dennoch gerne auf einem lichtreichen Balkon oder der Veranda verbringen. Dabei sollten Sie das Gehölz aber gut vor kühlen Winden schützen.

Die Blütezeit der Myrtenheide ist erstaunlich lang und kann bei günstigen Standortbedingungen von Juni bis Februar dauern. Beim Australischen Teebaum und dem Cajeputbaum erscheint die Blüte weiß. Die Honigmyrte fasziniert hingegen mit seltenen, rosa Blüten.

 

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Seltene rosa Blüten an der Honigmyrte

Der richtige Boden für Teebaum

Gerade der Australische Teebaum gedeiht an seinen Naturstandorten hauptsächlich auf küstennahen Schwemmböden entlang von Flussläufen, Marschen oder Seeufern. Das Pflanzsubstrat sollte daher stets frisch-feucht sein und darf auf keinen Fall austrocknen.

Insgesamt ist für Myrtenheiden ein kiesig-lehmiger, kalkarmer und gut durchlässiger Boden zu empfehlen. Der pH-Wert des Bodens muss im sauren Bereich, zwischen 5 und 6 Punkten liegen. Ein guter Tipp für die Substratwahl ist bei diesen Bodenansprüchen Rhododendronerde. Als Topfdrainage bieten sich Kies oder Tongranulat an.

Einzelheiten zum Standort für Myrtenheide:

  • heller und warmer Zimmerstandort
  • im Sommer gerne geschützte, sonnige Freilandstandorte
  • durchlässige, frisch-feuchte und kiesig-lehmige Erde
  • pH-Wert des Bodens: sauer, von 5 bis 6 Punkten
  • am besten Rhododendronerde nutzen
  • Topf mit Kies oder Tongranulat drainieren

 

Teebaum gießen und düngen

Da Teebäume gerne feucht stehen, sollte man sie während der Hauptvegetationszeit von Frühling bis Herbst großzügig wässern. Gießen Sie aber erst, wenn der Oberboden gut abgetrocknet ist, um Staunässe zu vermeiden.

Als Faustregel gilt: Je sonniger und wärmer die Myrtenheide steht, desto öfter muss man gießen.

Für das Gießwasser kommen beim Teebaum nur kalkfreies Regenwasser, entkalktes Leitungswasser oder Mineralwasser in Frage. Mineralwasser hat hier den Vorteil, dass die Pflanze auch gleich mit wertvollen Nährstoffen versorgt wird.

Gerade bei einer Kultur des Teebaums zu heilpflanzlichen Zwecken ist ohnehin von chemischen Düngemitteln abzusehen. Neben Mineralwasser sollte man deshalb nur organischen Kübelpflanzendünger in Betracht ziehen. Die Düngung erfolgt dann maßvoll dosiert während der Hauptwachstumsphase zwischen März und September im Turnus von zwei bis vier Wochen.

 

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Junge Blütenknospen an der Myrtenheide

Teebaum schneiden und vermehren

Myrtenheiden wachsen entweder als immergrüne Sträucher oder kleine Bäume. Klein bedeutet hier aber dennoch eine Wuchshöhe von bis zu 14 m. Wer den Teebaum in Zimmerkultur auf moderater Höhe halten möchte, muss ihn darum regelmäßig schneiden.

Der erste Jahresschnitt erfolgt bereits gegen Ende Januar bis Mitte Februar. Angesetzt wird hier ein Formschnitt, bei dem zu lang geratene Jungtriebe entfernt werden. Vor der Winterruhe, etwa gegen Oktober entfernt man zusätzlich noch einmal weiche Triebspitzen und krumm wachsende Zweige.

 

Vermehrung durch Aussaat

Teebäume werden mitunter sehr gerne durch Aussaat vermehrt. Hierzu nutzt man am besten vorab befeuchtete Anzuchterde oder Kakteenerde und bringt das Saatgut dann oberflächlich darauf aus. Da Melaleuca ein Lichtkeimer ist, sollte man die Samen nur leicht andrücken und allenfalls sehr düng mit etwas Substrat bedecken.

Für die Keimung sind dann konstant warme Raumtemperaturen zwischen 18 und 20 °C wichtig. Auch sollte das Anzuchtsubstrat stetig feucht gehalten werden, weshalb sie den Anzuchttopf am besten in einen Untersetzer mit Wasser stellen.

Nach etwa vier Wochen sollten aus den Teebaum-Samen dann die ersten Keimlinge sprießen. Sobald diese mindestens zwei Blattpaare ausgebildet haben, können sie pikiert werden.

Wichtig: Düngen Sie die Teebaum-Keimlinge im ersten Wuchsjahr am besten nicht, da sie sehr empfindlich auf zu hohe Nährstoffgaben reagieren.

 

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Teebaum-Arten wie die Honigmyrte lassen sich auch gut über Stecklinge vermehren

Vermehrung durch Stecklinge

Ältere Exemplare der Myrtenheide lassen sich auch über Stecklinge vermehren. Hierzu schneiden Sie im Sommer einen nicht zu sehr verholzten Jungtrieb in einer Länge von 15 cm ab. Kappen Sie die Triebspitze, entfernen Sie alle Blätter des Stecklings bis auf das untere Drittel und schneiden Sie den Steckling am unteren Ende schräg zu.

Der Steckling darf nun in einen separaten Topf mit Anzuchterde umziehen, der für eine ausreichende Boden- und Luftfeuchtigkeit mit einem Gefrierbeutel umstülpt und regelmäßig gegossen wird. Die Folie ist täglich zu Lüften, um Schimmelbildung vorzubeugen. Bei einer angenehm warmen Raumtemperatur von 20 bis 25 °C sollte der Steckling dann nach etwa vier Wochen bewurzelt sein.

 

Myrtenheide umtopfen

Vorgezogene Jungpflanzen der Myrtenheide sollten Sie erst umtopfen, wenn die Pflänzchen eine Höhe von 10 bis 15 cm erreicht haben. Bei älteren Gehölzen genügt es, den Topf zu wechseln, wenn die Wurzeln das Substrat vollständig durchdrungen haben. Dabei ist stets auf einen guten Wasserablauf des Topfes zu achten, der hierfür unbedingt Abflusslöcher besitzen muss.

Setzen Sie den Teebaum beim Umtopfen so in das neue Pflanzgefäß in, dass er nicht tiefer in der Erde sitzt als zuvor. Nach dem Umtopfen wird das Gehölz dann angewässert.

 

Myrtenheide überwintern

Wegen mangelnder Winterhärte muss der Teebaum frostfrei überwintern. Die idealen Raumtemperaturen im Winter liegen zwischen 8 und 15 °C. Ein heller Standort am Fenster oder im Wintergarten ist ratsam.

Eine ausreichende Bewässerung am Winterstandort muss bei Melaleuca weiterhin erfolgen. Fahren Sie das Gießen während der Wintermonate aber deutlich zurück, da es in der kalten Jahreszeit recht leicht zu Staunässe im Topf kommt.

Um den Gießbedarf zu prüfen, hilft hier die Fingerprobe am Substrat. Ist es trocken und krümelig, ist ein Gießgang angezeigt. Erscheint die Erde hingegen feucht und bleibt am Finger kleben, warten Sie besser noch ein wenig ab.

 

Teebaum – Krankheiten und Schädlinge

Die hoch antibiotischen Wirkstoffe des Teebaums schützen ihn vor den meisten Pflanzenkrankheiten und Schädlingen. Nur bei Staunässe tritt Wurzelfäule ein, weshalb beim Gießen Augenmaß gefordert ist.

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