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Kurkuma, Safranwurzel, Gelbwurz, Curcuma, Curcuma longa

Kurkuma – Wirkung, Anwendung und Kultur

Das asiatische Wurzelkraut Kurkuma (Curcuma) gilt als eines der bedeutsamsten Heilkräuter der indischen Ayurveda-Heilkunde. Auch als Gelbwurzel oder Safranwurzel bekannt, wird das kräftig gelb färbende Gewürz gerne mal mit dem echten Safran verwechselt. Allerdings sind die heilsamen Eigenschaften von Kurkuma bei weitem größer als die von Safran. Darüber hinaus kann man ihn auch leichter kultivieren.

Wissenswertes: Der Name „Kurkuma“ leitet sich vom Sanskrit-Wort kunkumam ab. Damit wird im Hinduismus eine gelbliche Substanz oder ein Pulver bezeichnet, das für rituelle, kulturelle und dekorative Zwecke Verwendung findet. In vielen traditionellen indischen Kulturen wird „kunkumam“ aus einer Mischung von Safran oder anderen natürlichen Farbstoffen hergestellt und in religiösen Zeremonien, Riten oder als Verzierung aufgetragen. Es steht für Reinheit, Spiritualität und Opferbereitschaft.

 

Kurkuma in der Küche und Medizin

Kurkuma ist auch als kleine Schwester des Ingwers bekannt und gehört wie dieser zur Familie der Ingwergewächse. Und wie die Ingwerwurzel spielt auch die Gelbwurzel nicht nur in der traditionellen asiatischen Küche, sondern auch in der traditionellen Medizin Asiens eine wichtige Rolle. Anders als ihr „großer Bruder“ Ingwer wird Kurkuma neben seiner Heil- und Aromawirkung jedoch auch für seine intensive Gelbfärbung geschätzt, die der Gelbwurzel den Spitznamen „Goldene Göttin“ eingebracht hat.

 

Goldene Milch, Ingwer und Kurkuma
Die kleine orange Schwester und ihr großer gelber Bruder: Kurkuma (links) und Ingwer (rechts) | © Das Grüne Archiv

Gelbwurzel als Färber- und Gewürzkraut

Dass Ingwer, Kurkuma und Galgant in der Asia-Küche das Wurzelkräuter-Trio der Ingwergewächse stellen, ist kein Geheimnis. Speziell Kurkuma findet hier gerade in der indischen Küche rege Verwendung in einer Vielzahl von Gerichten.

Als fester Bestandteil von Gewürzmischungen wie Garam Masala, ebenso wie als eigenständiges Gewürzpulver, verleiht es Gerichten wie indischem Curry, gefärbtem Basmati-Reis und sogar Getränken wie der trendigen Goldenen Milch ihre unverkennbare, goldgelbe Färbung. Die leicht erdige Note der Gelbwurzel macht sie außerdem zu einem unverzichtbaren Geschmacksgeber in südostasiatischen Traditionsgerichten.

Neben seiner Verwendung in der Küche hat Kurkuma auch eine lange Geschichte als Färberkraut. Die intensiv gelbe Farbe, hervorgerufen durch die in Kurkuma enthaltenen Curcuminoide, machte es zu einem geschätzten Naturfarbstoff. Gerade in Indien wurde die Gelbwurzel früher häufig für die Färbung von Stoffen, Lebensmitteln und sogar als Bestandteil von rituellen Zeremonien verwendet.

Im Mittelalter war Kurkumin sogar in Europa als Textilfarbstoff in Gebrauch. Allerdings stellte sich sein färbender Effekt hier als sehr unbeständig heraus, weshalb heute keine Textilien mehr mit dem Extrakt der Gelbwurzel eingefärbt werden. Stattdessen findet Kurkumin in der Moderne aber als natürlicher Farbstoff für allerlei Lebensmittel Verwendung. Unter dem Namen E 100 taucht er zum Beispiel häufig in folgenden Produkten häufig auf:

  • Gebäck und Teigwaren
  • Margarine
  • Marmelade / Konfitüre
  • Milchprodukten
  • Reis- und Kartoffelprodukten
  • Snacks und Süßigkeiten

Nun ist seine gelbe Farbe aber nicht das Einzige, was Kurkumin zu bieten hat. Auch als Aromaträger wird der Pflanzenfarbstoff hochgeschätzt. Dies gilt nicht nur für die Aromastoffe der Gelbwurzel selbst, die von Kurkumin nach dem Trocknen und Mahlen der Wurzel aufgenommen und somit als Gewürz nutzbar gemacht werden. Selbst isolierte oder synthetisch hergestellte Varianten des Kurkumins können Aromastoffe speichern, was den Lebensmittelfarbstoff gleichzeitig auch zu einem wunderbaren Geschmacksverstärker macht.

 

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Kurkuma verleiht der Goldenen Milch ihre charakteristische, goldgelbe Farbe | © Das Grüne Archiv

Kurkuma als altes Ayurveda Heilkraut

Die Gelbwurzel blick auf eine sehr lange Anwendungsgeschichte in der traditionellen indischen Heilkunde zurück. Die erste schriftliche Erwähnung von Kurkuma findet sich im alten ayurvedischen Text „Charaka Samhita“ aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. Diese uralte Schrift bezeichnet Kurkuma bereits als „Haridra“, also Gelbwurzel (von Sanskrit hari für „gelb“ und dra für „wie eine Wurzel“) und preist diese für ihre vielfältigen gesundheitlichen Vorteile.

Als Ayurveda-Kraut wird Kurkuma bis heute für seine entzündungshemmenden, antioxidativen und reinigenden Eigenschaften geschätzt. Die Gelbwurzel wird dementsprechend als Mittel zur Förderung der Verdauung, zur Unterstützung der Gelenkgesundheit und zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt. Darüber hinaus gilt Kurkuma im Ayurveda als Reinigungsmittel für das Blut und kommt oft bei Hautproblemen zur Anwendung.

 

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Mehr als nur ein Küchengewürz: Zutaten wir Kurkuma machen aus Garam Masala eine verdauungsfördernde Kräutermischung, die im Mittelalter sogar Hildegard von Bingen zu schätzen wusste | © Das Grüne Archiv

Inhaltsstoffe und Wirkung von Kurkuma

Die medizinisch vorrangig genutzte Kurkma-Art ist die Indische Gelbwurzel (Curcuma longa). Wenngleich die Heilwirkung der Gelbwurzel oft maßgeblich dem in ihr enthaltenen Curcumin zugeschrieben wird, gibt es doch noch eine Fülle weiterer medizinisch und gesundheitlich wertvoller Inhaltsstoffe in der orange-gelben Wurzel zu nennen. Diese sind zu großen Teilen im ätherischen Öl von Curcuma longa zu finden. Hier ein kleiner Überblick zu den Inhaltsstoffen von Kurkuma:

  • Terpene: Atlanton, Cineol, Cymen, Borneol, Phellandren, Sabinen, Turmeron, Zingiberen
  • Flavonoide und Pflanzensäuren: Carotine, Carotinoide, Cumarinsäure, Curcumin, Eugenol, Kaffeesäure, Vanillinsäure, Xanthophylline, Zimtsäure
  • Vitamine: A, B1, B2, B3, C, E
  • Mineralstoffe: Chrom, Eisen, Kalium, Kalzium, Mangan, Phosphor, Selen, Zink
  • Eiweiß (Proteine)
  • Resin (Wurzelfett)

 

Terpene, Flavonoide und Pflanzensäuren verleihen Kurkuma sein würzig-scharfes Aroma und weisen vielseitige Eigenschaften auf, darunter atemwegsbefreiende, durchblutungsfördernde, entzündungshemmende, immunstärkende, schmerzstillende, schleimlösende, verdauungsfördernde und teilweise sogar krebshemmende Wirkungen.

Speziell die als Flavonoide bekannten Pflanzenfarbstoffe färben Kurkuma zudem gelb bis orange-rot und besitzen entzündungshemmende, immunstärkende, knochen- und gelenkstärkende, krebshemmende, nervenstimulierende, schmerzlindernde und verdauungsfördernde Eigenschaften.

Die Vitamine und Mineralstoffe in der Gelbwurzel verbessern den Stoffwechsel, regen Verdauung und Blutbildung an und stärken Knochen, Nerven, Muskeln, Haut, Schleimhäute und das Immunsystem. Kurkumaeigene Proteine regeln zusätzlich den Hormonhaushalt und schützen die DNA. Das Wurzelfett der Gelbwurzel ist darüber hinaus dafür bekannt, entzündungshemmend und schmerzstillend zu wirken.

 

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Kurkumapulver findet sich immer öfter auch in Nahrungsergänzungsmitteln und Vitalkapseln

Kurkuma – Anwendung und Dosierung

Gelbwurzel kann man frisch oder getrocknet verwenden. Frische Kurkumawurzeln werden entweder gerieben oder in Scheiben geschnitten. Getrocknete Kurkumawurzeln lassen sich zu Pulver weiterverarbeiten.

Anwedung in der Küche

Gängige Gerichte und Rezepte, in denen Gelbwurzel zum Einsatz kommt, sind:

  • Suppen und Eintöpfe
  • Currys
  • Salate
  • Smoothies
  • Desserts und Gebäck

In Suppen und Eintöpfen verleiht Kurkuma einen würzigen Geschmack und hilft, die Verdauung zu fördern. Curry-Gerichten verleiht Gelbwurzel neben einem verdauungsfördernden Potenzial auch ihre charakteristische Farbe. das Farbverhalten lässt sich durch Kombiation mit anderen gelb-orange oder rot färbenden Gewürzen weiter verfeinern.

Zu den Süßspeisen, die auf Kurkuma setzen, gehören neben verschiedenen Gebäck-Rezepten auch Smoothies, Eiscreme und Milchspeisen. In der Lebensmittelindustrie ist Kurkumapulver ein wertvoller Naturfarbstoff zum Einfärben diverser Süßigkeiten und Snacks.

Anwendung in der Naturheilkunde

Kurkumaewurzel und Kurkumapulver werden in der Naturheilkunde zur Behandlung von verschiedenen Beschwerden verwendet, darunter:

  • Erkältung und Grippe
  • Verdauungsbeschwerden
  • Entzündungen
  • Krebs

Dosierung und Einnahmeformen

Kurkuma kann als Tee, Tinktur oder Pulver bzw. in Kapselform eingenommen werden. Die Dosierung ist abhängig von der Art der Anwendung. Eine gute Faustregel ist, etwa 1 Teelöffel getrocknetes Kurkumapulver pro Portion zu verwenden. Gängige Dosierungsempfehlungen lauten wie folgt:

  • Tee: 1 bis 2 Gramm getrocknetes Kurkumapulver mit 200 ml kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen.
  • Tinktur: 2 bis 3 Tropfen Kurkumatinktur in etwas Wasser oder Tee einnehmen.
  • Pulver: 1 bis 2 Gramm Kurkumapulver mit etwas Wasser oder Saft einnehmen.

Risiken und Nebenwirkungen

Kurkuma gilt als sicher, wenn er in empfohlenen Dosen verwendet wird. Bei empfindlichen Personen kann Kurkuma jedoch Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall verursachen. Schwangere und stillende Frauen sollten Gelbwurzel nur nach Rücksprache mit einem Arzt verwenden.

Eine Überdosierung von Kurkumawurzel ist trotz relativer Anwendungssicherheit zu vermeiden. Die Inhaltsstoffe des Wurzelkrautes können die Blutgerinnung beeinflussen. Wenn Sie Blutverdünner einnehmen, sollten Sie Kurkuma nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt verwenden.

Ebenso kann Kurkuma kann Wirkung von bestimmten Medikamenten, wie z. B. Antidepressiva, abschwächen. Wenn Sie Medikamente einnehmen, sollten Sie vor der Verwendung von Kurkuma mit Ihrem Arzt sprechen.

Curcumin wirkt besser in Kombination mit Piperin

Was die Bioverfügbarkeit des Hauptwirkstoffes Curcumin in Kurkuma anbelangt, so stellte sich in Studien bislang leider heraus, dass der Wirkstoff vom menschlichen Körper nur bedingt verwertet werden kann. Verbessern lässt sich die Wirkung des heilsamen Farbstoffes allerdings mit Piperin. Das Alkaloid ist auch als Bioperin bekannt und konnte die Effizienz von Kurkumin in verschiedenen Versuchen ums bis zu 20-fache steigern.

Kapseln aus Curcumin, enthalten deshalb inzwischen meist immer auch eine gewisse Menge Piperin, um die Bioverfügbarkeit des gelben Wundermittels zu verbessern. Allerdings weisen Experten auf eine angemessene Dosierung von Kombi-Präparaten aus Curcumin und Piperin hin, um unerwünschte Risiken und Nebenwirkungen zu vermeiden.

Kurkuma pflanzen – Standort und Pflege

Kurkuma stammt wie Ingwer ursprünglich aus den tropischen Wäldern Süd- und Südostasiens. Die Pflanze bevorzugt ein tropisches Klima mit viel Sonnenlicht, hoher Luftfeuchtigkeit und einer durchschnittlichen Temperatur von 20 bis 30 °C. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet gedeiht sie unter diesen Bedingungen am besten.

Die Frage, ob man Kurkuma im Freiland kultivieren kann, lässt sich in gemäßigten Breitengraden nicht eindeutig beantworten. Aufgrund der speziellen Standortbedingungen, die Kurkuma benötigt, ist der Anbau im Freiland schwierig. Daher wird empfohlen, Kurkuma in gemäßigten Regionen in Zimmerkultur anzubauen, um notwendige Standortbedingungen wie Licht, Luftfeuchtigkeit und Wärme besser simulieren zu können.

 

Der richtige Boden für Kurkuma

Die Wahl des richtigen Bodens ist entscheidend für eine erfolgreiche Kurkumakultur. Idealerweise sollte der Boden gut durchlässig, humusreich und sandig-lehmig sein. Ein gut durchlässiger Boden mit einem ausgewogenen Anteil von Sand und Lehm gewährleistet eine optimale Wasserdrainage, sodass sich Staunässe gut vermeiden lässt. Dies ist besonders wichtig, da Kurkuma empfindlich auf zu viel Feuchtigkeit reagieren kann.

Zudem fördert ein leichter Sandanteil im Boden auch die Luft- und Nährstoffdurchlässigkeit, während der lehmige Anteil Feuchtigkeit und Nährstoffe besser speichern kann. Eine ausgewogene Kombination beider Substratarten schafft eine ideale Umgebung für die Entwicklung der Kurkumawurzeln.cEin hoher Humusgehalt fördert ergänzend die Nährstoffversorgung der Pflanze und sorgt für eine gesunde Entwicklung.

Mit Blick auf die Boden-pH-Werte für Gelbwurzel ist ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert zwischen 6 und 7,5 ist optimal. Bei der Indoor-Kultur in einem Topf ist es ferner wichtig, ein qualitativ hochwertiges Substrat für Zimmerpflanzen zu verwenden. Ein Gemisch aus Kokosfasern, Torf und Perlite bietet optimale Bedingungen. Dieses Substrat gewährleistet eine gute Belüftung der Wurzeln und hält gleichzeitig ausreichend Feuchtigkeit.

Einzelheiten zum Standort für Kurkuma;

  • sonniger und warmer Standort
  • Indoor-Kultur wird empfohlen
  • Raumtemperatur bei 20 bis 30 °C
  • lockeres, durchlässiges, sandig-lehmiges Substrat
  • für Topfkultur nährstoffreiche Kräutererde
  • Substrat mit Kokosfasern und Perliten anreichern
  • Boden-pH-Wert: schwach sauer bis neutral, von 6 bis 7,5

 

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Eine unbeschadete Kurkumawurzel aus dem Handel ist durchaus für die Anzucht geeignet | © Das Grüne Archiv

Kurkuma im Topf pflanzen

Die Kultur von Kurkuma beginnt mit der Auswahl eines geeigneten Rhizoms. Achten Sie darauf, dass das Rhizom frisch und gesund ist, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Grundsätzlich können Sie aber problemlos unbeschädigte Kurkumawurzeln aus dem Handel verwenden.

Bereiten Sie die Gelbwurzel vor der Pflanzung ausreichend vor, indem Sie das Rhizom vorab für 24 bis 48 Stunden in Wasser einweichen. Auf diese Weise aktivieren Sie das Wurzelwachstum und fördern eine schnelle Keimung.

Für die Kultur von Kurkuma ist es anschließend empfehlenswert, einen Pflanztopf mit einer Größe von mindestens 30 bis 40 Zentimetern Durchmesser und einer ähnlichen Tiefe zu verwenden. Dies bietet ausreichend Platz für das Wachstum der Kurkumapflanze und ermöglicht eine gute Entwicklung der Wurzeln.

Ein größerer Topf kann ebenfalls von Vorteil sein, da er mehr Raum für das Rhizom und das Wurzelsystem bietet. Dabei ist darauf zu achten, dass der Pflanztopf über ausreichende Abflusslöcher am Boden verfügt, um Staunässe zu vermeiden.Füllen Sie den Topf mit der vorbereiteten Erde, setzen Sie das Rhizom in den Boden und bedecken Sie es leicht mit Erde. Stellen Sie sicher, dass der Topf an einem warmen, gut beleuchteten Ort steht.

Die Keimdauer von Kurkuma beträgt normalerweise etwa 2 bis 4 Wochen. Während dieser Zeit sollte der Topf warm und feucht gehalten werden, um optimale Bedingungen für das Keimen zu schaffen. Sobald die Sprossen erscheinen, können Sie die Bewässerung anpassen und sicherstellen, dass die Pflanze ausreichend Sonnenlicht erhält. Die Wachstumsdauer von Kurkuma variiert, aber es dauert normalerweise mehrere Monate, bis die Pflanze reif ist und geerntet werden kann.

 

Kurkuma gießen und düngen

Für das Gießen von Kurkuma ist es wichtig, eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit aufrechtzuerhalten. Die Erde sollte leicht feucht gehalten werden, jedoch nicht durchnässt. Besonders während der Wachstumsperiode benötigt Kurkuma regelmäßiges Gießen. Staunässe sollte vermieden werden, da dies zu Wurzelfäule führen kann. Die Wassermenge sollte angepasst werden, um die Bedürfnisse der Pflanze und die Umgebungsbedingungen zu berücksichtigen.

Bezüglich des Düngens ist es ratsam, einen ausgewogenen, organischen Dünger zu verwenden. Dieser sollte reich an Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Kalium sein. Die Düngung kann während der Wachstumsperiode alle zwei bis vier Wochen erfolgen. Es ist wichtig, die Anweisungen auf der Düngerverpackung zu beachten und die Menge entsprechend anzupassen. In der Ruheperiode, in der das Wachstum verlangsamt ist, kann die Düngung reduziert oder ausgesetzt werden.

 

Kurkuma ernten und vermehren

Die Ernte von Kurkuma erfolgt, wenn die Blätter der Pflanze gelb werden und absterben, was auf den Beginn der Ruheperiode hinweist. In diesem Stadium können Sie die Rhizome (Wurzelstöcke) ernten. Graben Sie die Pflanze vorsichtig aus und trennen Sie die Rhizome ab. Diese können dann gereinigt, getrocknet und für den Gebrauch vorbereitet werden. Kurkuma eignet sich sowohl für den Frischverzehr als auch für die Trocknung und spätere Pulverherstellung.

Die Vermehrung von Kurkuma erfolgt in der Regel durch Teilung der Rhizome. Dies geschieht am besten beim Pflanzen im Frühjahr. Trennen Sie dazu einfach die Rhizome und pflanzen Sie sie in neue Töpfe oder direkt in den Gartenboden. Stellen Sie sicher, dass jedes Rhizom Knospen oder Augen hat, da dies die Stellen sind, an denen neues Wachstum entstehen wird. Es ist ratsam, frische, gesunde Rhizome für die Vermehrung zu wählen, um starke und lebensfähige Pflanzen zu gewährleisten.

 

Wichtige Arten der Gattung Curcuma

Die Gattung Curcuma umfasst mehr als 100 verschiedene Arten. Einige Arten dieser Gattung werden aufgrund ihrer auffälligen Blüten auch als Zierpflanzen kultiviert. Die hauptsächliche Nutzung erfolgt jedoch durch Verwendung der Rhizome als Heil- und Gewürzkräuter. Neben der Indischen Gelbwurzel (Curcuma longa) ist diesbezüglich auch die Javanische Gelbwurzel (Curcuma xanthorriza) als Nutzpflanze in Gebrauch.

Nicht zu verwechseln sind die als Gelbwurzeln bekannten Kurkuma-Arten mit der Gelbwurz (Xanthorhiza simplicissima). Es handelt sich bei ihr um die einzige Art der Gattung Xanthorhiza, deren Wurzel zwar ebenfalls zu medizinischen Zwecken und als gelbes Färberkraut genutzt wird, die jeoch nicht näher mit Kurkuma verwandt ist. Im Gegenteil, gehört sie zur Familie der Hahnenfußgewächse, deren Mitglieder mitunter hochgiftige oberirdische Pflanzenteile aufweisen. Eine korrekte Unterscheidung zwischen Gelbwurzel und Gelbwurz ist daher unbedingt erforderlich.

 

Gelbwurzel – Krankheiten und Schädlinge

Die Gelbwurzel kann während der Kultur verschiedenen Krankheiten und Schädlingen ausgesetzt sein. Dies insbesondere dann, wenn sie unter ungünstigen Bedingungen kultiviert wird. Eines der häufigen Probleme ist die Rhizomfäule, die durch weiche, faulende Stellen am Rhizom, gelbe Blätter und Wachstumsstörungen der Pflanze gekennzeichnet ist. Um diesem entgegenzuwirken, ist eine sorgfältige Bewässerung wichtig, um Staunässe zu vermeiden, und die Verwendung von gut durchlässigem Substrat.

Falscher Mehltau ist eine weitere Herausforderung, die sich durch einen grauen, pulverförmigen Belag auf den Blättern äußert. Hier können Kupfersprays als Bekämpfungsmittel dienen, während eine gute Belüftung um die Pflanze herum förderlich ist. Wurzelfäule kann ebenfalls Ingwer beeinträchtigen und zu gelben Blättern sowie schlechtem Wachstum führen. Die Verwendung eines gut durchlässigen Substrats und die Vermeidung von übermäßiger Bewässerung sind entscheidend, um dieses Problem zu minimieren.

Schädlinge wie Spinnmilben, Blattläuse und Thripsen können Kurkuma ebenfalls befallen. Ein Spinnmilbenbefall macht sich meist durch feine Gespinste auf den Blättern und gelbe Verfärbungen bemerkbar. Blattläuse hinterlassen wiederum klebrigen Honigtau auf den Blätten. Hier kann die Einführung von Raubmilben und die Kontrolle der Luftfeuchtigkeit wirksam sein. Auch natürliche Feinde wie Marienkäfer oder der Einsatz von Neemöl helfen können.

Es ist wichtig, Krankheiten und Schädlinge frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Gesundheit der Kurkumapflanzen zu erhalten. Natürliche Methoden können oft wirksam sein, ohne schädliche Chemikalien einzusetzen.

 

Fazit

Kurkuma ist ein rundum gesundes Wurzelkraut, das sich nicht nur zum Verfeinern und einfärben von Speisen, sondern auch für die Zubereitung gesundheitsfördernder Rezepturen nutzen lässt. Vor allem die verdauungsfördernden, antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften der Gelbwurzel sind seit Jahrtausenden bekannt.

Wer sich in der Kultur von Kurkuma versuchen möchte, muss sich in gemäßigten Breitengraden allerdings mit einer Zimmerkultur begnügen. Denn im Freiland-Kräutergarten übersteht das wärme- und lichtverwöhnte Wurzelkraut die kalte Jahreszeit leider nicht.

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