Süßkartoffel, Süßkartoffeln, Ipomoea batatas

Süßkartoffel anbauen – Nährwerte, Standort und Kultur

Wenngleich sie nicht in Europa heimisch ist, wird die Süßkartoffel (Ipomoea batatas) hierzulande immer beliebter. Dabei ist auch der Anbau von Süßkartoffeln in europäischen Gärten kein Problem. Ein paar Tipps zur Kultur.

 

 

Süßkartoffel – Nährwerte und Inhaltsstoffe

Die Süßkartoffel gehört zur Familie der Windengewächse (Convolvulaceae). Diese ist wiederum eng verwandt mit der Familie der Nachtschattengewächse, zu denen auch die Kartoffel gehört. Im Gegensatz zu Kartoffeln sind Süßkartoffeln aber nicht weißlich-gelb sondern kräftig orange-rot gefärbt. Zudem schmeckt die Süßkartoffel im Vergleich zur Kartoffel sehr süß und besitzt eine eher rübenartige statt mehlige Konsistenz.

Insbesondere in Herbstgerichten werden sie daher gerne mit Kürbis und Möhren kombiniert. Die amerikanische Thanksgiving-Küche kennt außerdem solch leckere Spezialitäten wie Gemüsechips, Süßkartoffel-Auflauf oder Sweet Potato Pie. Das Wurzelgemüse lässt sich in der Küche also sehr vielseitig einsetzen und eignet sich als Zutat für deftige wie süße Gerichte gleichermaßen.

 

Nährwerte der Süßkartoffel im Überblick

Süßkartoffeln sind reich an Zucker, was ihnen ihren süßen Geschmack verleiht. Darüber hinaus enthält die orange Kartoffelknolle auch viel Stärke sowie eine Fülle an Vitaminen und Mineralstoffen. Ihre orange Färbung verdanken die Kartoffelknollen dabei ähnlich wie Möhren den als Provitamin A bekannten ß-Carotinen. Hier eine kleine Übersicht zu den Nährstoffen der Ipomoea batatas:

NährwertGehalt pro 100 g
Kalorien
Fett
Proteine
Ballaststoffe
Kohlenhydrate
Wasser
360 KJ / 75 kcal
0,1 g
1,6 g
3,0 g
20 g
78 g
Mineralstoffe:

Calcium
Eisen
Kalium
Magnesium
Natrium
Phosphor
Zink


30 mg
600 µg
337 mg
25 mg
55 mg
47 mg
300 µg
Vitamine:

Provitamin A
Vitamin B1
Vitamin B2
Vitamin B3
Vitamin B6
Vitamin B9
Vitamin C
Vitamin E
Vitamin K


8509 μg
100 µg
100 µg
0,6 mg
11 μg
200 µg
2,4 mg
260 µg
1,8 µg

 

Süßkartoffel, Süßkartoffeln, Ipomoea batatas, Kartoffel
Im Vergleich: Süßkartoffel und Kartoffel | © Das Grüne Archiv

Süßkartoffeln pflanzen – Standort und Ablauf

Lange Zeit glaubte man, die Süßkartoffel stamme ursprünglich aus Mittel- und Südamerika wo sie bereits vor der Kolonialzeit ein wichtiges Grundnahrungsmittel der amerikanischen Ureinwohner war. Neueste Forschungen zur Herkunft der Windengewächse deuten jedoch darauf hin, dass sich diese ähnlich wie die Schwesterfamilie der Nachtschattengewächse vor über 55 Millionen Jahren vom damals noch zum Osten des Großkontinentes Gondwana gehörenden Indien aus verbreitete.

Dessen ungeachtet wird Ipomoea batatas heute aber weltweit angebaut, wobei neben Hauptanbaugebieten in Asien, Afrika und Amerika auch der Anbau in Europa stetig zunimmt. Dabei benötigt die Süßkartoffel an ihrem Standort viel Licht und eine gute Wasserversorgung.

Ideal ist ein geschützter, sonnenreicher Standort im Gemüsebeet oder auf dem Balkon mit lockerem, sandig-lehmigem, humus- und nährstoffreichem Boden. Vor allem der hohe Stickstoffbedarf der Gemüsepflanze sollte ausreichend gedeckt werden. Der geeignete Boden-pH-Wert für die Süßkartoffelkultur liegt im sauren Bereich zwischen 5,5 und 6,2.

Wichtig: Ipomoea batatas ist ein Starkzehrer und sollte am Standort daher nicht gemeinsam oder in Abfolge mit anderen starkzehrenden Gemüsepflanzen wie Kohlgemüse kultiviert werden. Wer Süßkartoffel anbauen möchte, sollte darum die Fruchtfolge beachten. Als Folgepflanzen eignen sich Schwachzehrer wie Blumen oder Blattsalate. Geeignete Pflanzpartner sind unter anderem Möhren und Bohnen.

 

Pflanzanleitung für Süßkartoffeln

1. Schritt – Pflanztermin wählen: Der beste Pflanztermin für Ipomoea batatas liegt im Frühling, zwischen April und Mai. Eine Vorzucht im Januar ist denkbar, wobei die Samen der Pflanze als nicht besonders keimfähig gelten. Die Aussaat von Süßkartoffeln ist deshalb nur bedingt zu empfehlen. Stattdessen bieten sich Süßkartoffel-Knollen an, die sich unkompliziert im gut sortierten Gemüsehandel erstehen lassen.

2. Schritt – Boden vorbereiten: Lockern Sie das Standortsubstrat tiefgründig auf und reichern Sie es bei Bedarf mit Sand an. Eine gute Vordüngung mit Kompost und Humus garantiert den jungen Pflänzchen ergänzend einen guten Start und sorgt für eine schnelle Etablierung am Standort.

3. Schritt – Süßkartoffel pflanzen: Der Reihenabstand für Süßkartoffeln im Freiland beträgt etwa 30 bis 50 cm. Wer die süßen Kartoffelknollen auf dem Balkon oder der Terrasse anbauen will, wählt dafür einen großen Pflanztopf mit mindestens 30 l Fassungsvermögen.

 

Die Süßkartoffel ähnelt optisch stark der Yamswurzel und ist wie Rüben- und Wurzelgemüse im Allgemeinen sehr auf eine gute Wasser- und Nährstoffversorgung im Boden angewiesen | © Das Grüne Archiv

Süßkartoffel gießen und düngen

Wie bereits erwähnt benötigt Ipomoea batatas eine gute Wasserversorgung. Das gilt insbesondere für längere Trockenphasen in den heißen Sommermonaten. Gießen Sie daher stets nach, sobald der Oberboden trocken erscheint. Staunässe ist aber natürlich dennoch zu vermeiden.

Mit Blick auf den hohen Stickstoffbedarf der Süßkartoffeln sind natürliche Düngemittel wie Brennnesseljauche ideal.

 

 

Süßkartoffeln ernten und vermehren

Die Ernte der Süßkartoffeln erfolgt ab September bis zu den ersten Frösten. Die reifen Knollen werden dann wie Kartoffelknollen ausgegraben und für leckere herbstliche Ernterezepte genutzt.

Achtung: Süßkartoffeln sind nicht so gut lagerfähig wie Kartoffeln. Bei kühler und trockener Lagerung halten sie sich maximal ein bis zwei Wochen. Sie sollten daher zeitnah verarbeitet werden.

 

Vermehrung durch Stecklinge

Wer bei der Ernte Süßkartoffelknollen mit reichlich Sprossstecklingen entdeckt, der kann die Stecklinge zur Vermehrung der Pflanzen nutzen. Dazu werden sie von der Mutterknolle abgetrennt und leicht schräg auf bis zwei Drittel zurück in die Erde gesteckt.

Es ist ratsam, die Stecklingsvermehrung im Topf vorzunehmen und die Stecklinge bis zum nächsten Frühling an einem frostfreien Ort vorzuziehen.

 

Interessante Sorten der Ipomoea batatas

Wie bei echten Kartoffeln hat sich auch bei Süßkartoffeln im Laufe der Zeit ein üppiges Angebot an Kultursorten herausgebildet. Die Sorten bieten mitunter interessante Gemacks- und Farbalternativen. Einige Süßkartoffelsorten verfügen sogar über eine kürzere Kulturdauer, was gegebenenfalls zwei Ernten pro Jahr ermöglicht. Besonders schöne Sortenempfehlungen sind hier:

  • ‚Bonita‘: rosa Schale; weiße Knollen
  • ‚Evangeline‘: rot-violette Schale; sehr süßes Aroma
  • ‚Murasaki‘: dunkelrote bis violette Schale, nussiges Aroma
  • ‚Orleans‘: Kulturdauer beträgt nur 95 Tage

 

Süßkartoffeln – mögliche Schadbilder

Ein weiterer signifikanter Unterschied zu Kartoffeln ergibt sich durch die ausgezeichnete Schadbildresistenz der Süßkartoffel. Weder Schädlinge wie der Kartoffelkäfer noch Pflanzenkrankheiten wie die Kartoffelfäule können ihr etwas anhaben. Allenfalls Schnecken machen sich gelegentlich an den Süßkartoffelpflanzen zu schaffen. Sie lassen sich durch Schneckenzäune aber zuverlässig fernhalten.

 

 

Fazit

Süßkartoffeln benötigen zwar etwas mehr Licht und Wärme am Standort als Kartoffeln, zeigen sich dafür aber auch schädlingsresistenter. Außerdem eröffnen sie mit ihrem süßen Geschmack und dem charakteristisch orangen Fruchtfleisch herrliche Küchenexperimente, die gerade zur Erntezeit im September und Oktober jede Herbstküche bereichern.

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