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Distel – Arten, Wirkung und Kultur

Sie ist die Nationalblume Schottlands und sinngemäß eines der widerspenstigsten Blümchen der Welt: die Distel. Mit ihren rotvioletten bis purpurfarbenen, gelegentlich auch weißen oder gelben Quastenblüten, ebenso wie mit ihren dornigen Laubblättern fasziniert sie jeden Betrachter. Und so mancher Poet widmete ihr in der Vergangenheit gleich ganze Gedichte.

Neben ihrem imposanten Erscheinungsbild, das in der Heraldik und Symbolik eine bedeutende Rolle spielt, beeindrucken Disteln auch durch eine interessante Heilwirkung auf Verdauungsorgane, Gefäße und bei Frauenleiden. Dabei bezeichnet der Begriff nicht nur eine, sondern gleich mehrere Distelgattungen, nämlich:

  • Edeldistel / Mannstreu (Eryngium)
  • Elfenbeindistel (Ptilostemon)
  • Eselsdistel (Onopordum)
  • Färberdistel (Carthamus)
  • Gänsedistel (Sonchus)
  • Golddistel / Eberwurz (Carlina)
  • Kardendistel / Karde (Dipsacus)
  • Kratzdistel (Cirsium)
  • Kugeldistel (Echinops)
  • Mariendistel (Silybum)
  • Milchfleckdistel (Galactites)
  • Ringdistel (Carduus)

Mit Ausnahme der Karde und Edeldistel gehören dabei alle Disteln zur Familie der Korbblütler, wo sie die nach der Ringdistel benannte Unterfamilie der Carduoideae stellen. Charakteristisch für die Mitglieder dieser Unterfamilie sind ihre Blütenstände, die an eine Puderquaste erinnern. Der wissenschaftliche Name der Mariendistel Silybum geht auch direkt auf das altgriechische Wort silibon für „Quaste“ zurück. Verwechselt werden die Disteln ob ihrer Blütenform gerne mit anderen Korbblütlern wie der violetten Flockenblume oder, im Falle gelber Disteln, mit dem Löwenzahn.

 

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Der Distel zum Verwechseln ähnlich: Schwarze Flockenblume (Centaurea nigra) | © Das Grüne Archiv

Von der Wehrhaftigkeit einer Blume

Disteln sind neben Rosen und Lilien die beliebtesten Wappenblumen überhaupt. Bekannt ist die Distel diesbezüglich allen voran aus dem Coat of Arms des schottischen Distelordens (englisch: The Most Ancient and Most Noble Order of the Thistle). Der Ritterorden geht auf einen recht lebhaften Entstehungsmythos zurück. Die Legende besagt, dass er erstmals im Rahmen des Battle of Largs von 1263 ins Leben gerufen wurde. Die schottischen Clans unter der Führung von König Alexander III. mussten sich damals gegen König Haakon IV. von Norwegen und seine Invasoren zur Wehr setzen.

Gerne wird vergessen, dass Schottland für hunderte von Jahren Teil des Königreiches Norwegen war. Um das 13. Jahrhundert herum hatte Norwegen sein Interesse in sein schottisches Territorium aber weitestgehend verloren. Erst die Ambitionen Alexanders, der die Gebiete der Hebriden sowie der Halbinsel Kintyre von Haakon zurück zu kaufen ersuchte, lenkten den Blick des Nordens wieder auf Schottland.

So kam es denn 1263 zur Auseinandersetzung, in deren Verlauf die Langschiffe der Wikinger durch die raue schottische See vorzeitig an der schottischen Küste bei Largs in Ayrshire an Land gezwungen wurden. Um das dort befindliche Lager der schottischen Clansmen dennoch zu überwältigen, entschieden sich die Nordmänner dazu, sie des Nachts im Schlaf zu überraschen. Damit sie dies ohne großes Aufsehen vollbringen konnten, zogen sie beim Heranschleichen an das Lager ihre Schuhe aus. Zum Glück für die Schotten, denn einer der Nordmänner trat beim Heranpirschen auf eine Distel und schrie in Folge so laut auf, dass die schlafenden Clansmänner davon wach wurden. Der Schrei erlaubte es den Schotten, sich in letzter Minute gegen die Angreifer zu Behaupten, womit sie Schottland vor der norwegischen Invasion bewahrten.

 

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Die Flower of Scotland: Mariendistel (Silybum marianum) | © Das Grüne Archiv

Die Ritter der Distel

Auf diese Entstehungsgeschichte des Ordens berief sich 1470 auch der schottische König James III., als er den Distelorden zu seinem persönlichen Ritterorden ernannte. Deren Ordensmotto lautet seither:

„Nemo me impune lacessit“
„Niemand greift mich ungestraft an“

Ein bedeutungsvoller Satz, bedenkt man die historische Unbeugsamkeit Schottlands gegenüber Invasoren wie dem Römischen Reich oder auch der englischen Krone. Von dieser Wehrhaftigkeit erzählt auch das Lied „Flower of Scotland“ von Roy Williamson. Es wird unter Schotten insgeheim als wahre Nationalhymne Schottlands der von England geprägten Nationalhymne Großbritanniens God Save the Queen vorgezogen.

Der Liedtext stellt die historische Frage, wann wohl erneut eine solch unbeugsame Generation an Landeshelden wie William Wallace und Robert the Bruce hervortrete, die Schottland in Schlachten wie der von Bannockburn gegen das Heer des stolzen englischen König Edward II. verteidigten. Als Schlachtruf hört man die Hymne heutzutage insbesondere bei Sportveranstaltungen wie Fußball oder Rugby. Doch auch zu größeren feierlichen Anlässen kann man The Flower of Scotland standesgemäß untermalt von Dudelsackmusik vielerorts in Schottland vernehmen. Die dornige Distel steht daher symbolisch für den nach wie vor lebendigen Wunsch Schottlands nach Unabhängigkeit.

 

The Flower of Scotland

OriginaltextDeutsche Übersetzung

O Flower of Scotland
When will we see
Your like again,
That fought and died for,
Your wee bit Hill and Glen,
And stood against him,
Proud Edward’s Army,
And sent him homeward,
Tae think again.

The Hills are bare now,
And Autumn leaves
Lie thick and still,
O’er land that is lost now,
Which those so dearly held,
That stood against him,
Proud Edward’s Army,
And sent him homeward,
Tae think again.

Those days are past now,
And in the past
They must remain,
But we can still rise now,
To be the nation again,
That stood against him,
Proud Edward’s Army,
And sent him homeward,
Tae think again.

O Flower of Scotland,
When will we see
Your like again,
That fought and died for,
Your wee bit Hill and Glen,
And stood against him,
Proud Edward’s Army,
And sent him homeward,
Tae think again.

O Blüte Schottlands,
Wann werden wir wieder
Euresgleichen sehen,
Die Ihr gekämpft habt und starbt,
Für euer kleines bisschen Hügel und Tal;
Und getrotzt habt
Dem Heer des stolzen Edward,
Und ihn heimwärts schicktet,
Damit er sich’s überlegt.

Nun sind die Hügel kahl,
Und Herbstlaub
Liegt schwer und still
Über Land, das nun verloren ist,
Welches jene so lieb gehabt haben,
Die getrotzt haben
Dem Heer des stolzen Edward,
Und ihn heimwärts schickten,
Damit er sich’s überlegt.

Diese Tage sind nun Vergangenheit,
Und Vergangenheit
Müssen sie bleiben,
Und doch können wir uns erheben,
Um wieder jene Nation zu werden,
Die getrotzt hat
Dem Heer des stolzen Edward,
Und ihn heimwärts schickte,
Damit er sich’s überlegt.

Oh Blüte Schottlands,
Wann werden wir wieder
Euresgleichen sehen,
Die Ihr gekämpft habt und starbt,
Für euer kleines bisschen Hügel und Tal;
Und getrotzt habt
Dem Heer des stolzen Edward,
Und ihn heimwärts schicktet,
Damit er sich’s überlegt.

 

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Auch sie wächst gerne in Schottland: die Weg-Ringdistel (Carduus acanthoides) | © Das Grüne Archiv

Disteln in der Volksheilkunde und Medizin

Die Distel wirkt sich nicht nur stärkend auf den Kampfgeist der schottischen Nation. Auch auf die Gesundheit haben verschiedene Distelarten einen besonderen Stärkungseffekt. Gleichwohl sind in manchen Disteln kräftig färbende Pflanzenstoffe enthalten, die schon im Altertum zum Färben von Textilien verwendet worden. Das gilt insbesondere für die nach diesem Verwendungszweck benannte Echte Färberdistel (Carthamus tinctorius). Auch als Öldistel, Saflor und Falscher Safran bekannt, stellt sie neben der Gänsedistel die einzige Distel, deren Blütenfarbe mit einem intensiven Safrangelb vom Purpurviolett der übrigen Disteln abweicht.

Das aus der Färberdistel gewonnene Färberdistelöl findet einerseits zur Herstellung von Naturfarben Verwendung. Der dominante Farbstoff Carthamidin verleiht Textilien wie Seide oder Baumwolle je nach Dosierung eine gelbe, braungelbe oder rosa bis kirschrote Farbe. Interessant ist Carthamidin zudem als pflanzlicher Farbstoff für Naturkosmetik und Lebensmittel. Daneben enthält Färberdistelöl aber auch hohe Mengen an Vitamin E und ungesättigten Fettsäuren wie Linolsäure. Theoretisch ließe sich das Öl daher auch als gesundes Pflanzenöl verwenden. Allerdings ist Färberdistelöl vergleichsweise teuer und deshalb meist nur als seltene Delikatesse erhältlich.

 

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Die gelbe Seltenheit unter den Disteln: Färberdistel (Carthamus tinctorius)

Die Distel als Leber-, Verdauungs- und Frauenkraut

Abgesehen von der Färberdistel gibt es noch einige weitere Distelarten mit heilpflanzlicher Wirkung. Die Weg-Ringdistel (Carduus acanthoides) wird beispielsweise gegen Leberbeschwerden eingesetzt. Nicht nur, dass sie den Leberstoffwechsel anregt und so zur Entgiftung und Reinigung der Leber beiträgt, kann sie auch die Leberzellen stimulieren und so die Leberfunktion verbessern.

Noch berühmter als die Weg-Distel ist die Echte Mariendistel (Silybum marianum) als Heilpflanze. Bereits in der Antike setzte sie der Urvater der Pharmokologie, Pedanios Dioskurides zur Behandlung von Schlangenbissen ein. Im mittelalterlichen Englad glaubte man basierend auf dieser Anwendung sogar, dass sich alle Schlangen im näheren Umkreis durch das Tragen eines Mariendistel-Amuletts fernhaltern ließen.

Plinius der Ältere schwor im 1. Jahrhundert n. Chr. auf Mariendistel als Leber- und Gallenkraut. Die stechende Natur der Disteln ließ sie im Mittelalter zeitweise sogar als Mittel gegen Herzstechen kursieren. Des Weiteren soll die Distel harntreibend wirken und gegen Schwindel, Gefäß- und Darmbeschwerden helfen.

 

Mariendistel, Milchdistel, Frauendistel, Silybum marianum, Flower of Scotland
Die milchig panaschierten Blätter der Milchdistel | © Das Grüne Archiv

Der volkstümliche Name der Mariendistel hat mythologische Ursprünge. Der Legende nach soll die Distel der Gottesmutter Maria bei ihrer Flucht nach Ägypten Zuflucht geboten haben. Als sie im Schutze der Distel das Jesuskind stillte, seien ein paar Tropfen der Muttermilch auf die Blätter der Blume gefallen, weshalb sie bis heute die markanten hellen Blattflecken trägt.

Tatsächlich ist die Mariendistel gemeinsam mit der Silberdistel (Carlina acaulis) wegen ihrer sekretfördernden Eigenschaften als Frauenkraut zur Milchförderung bekannt. Auch klassische Frauenbeschwerden wie Menstruationsbeschwerden und PMS lassen sich mit ihr kurieren. Beinamen wie Milchdistel oder Frauendistel trägt sie daher nicht ohne Grund.

 

Golddistel, Silberdistel, Eberwurz,
Ebenfalls ein wichtiges Heilkraut: die Silberdiste (Carlina acaulis) | © Das Grüne Archiv

Distel – Inhaltsstoffe und Wirkung

Einer der wichtigsten medizinischen Wirkstoffe der Disteln, das sogenannte Silybin, ist direkt nach der Silybum benannt. Es bildet den Hauptwirkstoff im disteleigenen Stoffkomplex Silymarin, der zur Herstellung hochpotenter Lebermedikamente wichtig ist. Mit Blick auf die gesundheitsfördernden Eigenschaften der Distel auf Verdauungsorgane spielen in diesem Zusammenhang auch Inhaltsstoffe wie

  • Amine
  • Bitterstoffe
  • Gerbstoffe
  • Flavonoide

eine Rolle. Sie alle sind für ihre stoffwechselregulierende, immunstärkende und verdauungsfördernde Wirkung bekannt. Gerade was die Immunwirkung und Stärkung der Abwehrkräfte des Körpers angeht, wird Silybin derzeit sogar als zukunftsweisender Wirkstoff zur Behandlung von Hirntumoren und anderen Krebserkrankungen diskutiert.

 

Kugeldistel, Kugeldisteln, Echinops
Als Prachtstaude im Ziergarten kaum wegzudenken: die Kugeldistel | © Das Grüne Archiv

Disteln pflanzen – Standort und Aussaat

Es gibt eine Vielzahl an Distelarten, die sich als Gartenblumen und Zierstauden für den Garten großer Beliebtheit erfreuen. Zu nennen wäre hier vor allem die Kugeldistel, die als Prachtstaude im Ziergarten praktisch Pflicht ist. Doch auch andere Disteln wie die Karde, Edeldistel, Mariendistel, Färberdistel oder Ringdistel machen im Gartenbeet eine gute Figur.

Außerdem sind sie für den traditionellen Kräutergarten eine Überlegung wert, wenngleich sie hier aufgrund ihrer besonderen Standortansprüche nicht mit jedem Pflanzpartner auskommen. Denn Disteln gedeihen in klassischen Verbreitungsgebieten wie den schottischen Highlands oder den Nordenglischen Pennines vorzugsweise auf kargem sowie trockenem Bergboden und bevorzugen ein außerordentliches Maß an Sonnenlicht.

Gepflanzt werden Disteln daher am besten zusammen mit Mediterrankräutern wie Rosmarin, Salbei, Thymian oder Lavendel. Diese besitzen ebenfalls herrliche, rosa bis purpurviolette Blüten, wodurch sich ein dekoratives Blütenarrangement im Kräutergarten ergibt.

Der pH-Wert des Bodens sollte für die Bedürfnisse der Disteln im neutralen bis basischen Bereich, zwischen 7 und 7,5 Punkten liegen. Als Substrat ideal sind sandig-kiesige Böden, wie man sie beispielsweise im Steingarten vorfindet. Doch auch auf der Blumenwiese oder in Kombination mit Ziergräsern macht sich die blütenreiche Distel sehr gut.

Einzelheiten zum Standort für Disteln:

  • sonniger Standort ist für Disteln wichtig
  • nährstoffarmer, trockener, karger, sandig-kiesiger Boden
  • Pflanzen sind kalkliebend
  • Boden-pH-Wert: neutral bis basisch, bei 7 bis 7,5
  • Disteln sind ideal für Steingärten
  • Pflanzpartner: mediterrane Kräuter

 

Kugeldistel, Kugeldisteln, Echinops
Auf sonnigen Freiflächen fühlen sich Disteln besonders wohl | © Das Grüne Archiv

Anleitung zur Aussaat der Disteln

1. Schritt – Aussaattermin wählen: Disteln werden am besten direkt ins Beet ausgesät. Da die Keimung erst ab konstanten Temperaturen von mindestens 18 °C erfolgt, ist für die Aussaat ein frostfreier Tag im Frühling, zwischen April und Mai zu wählen. Alternativ kann man die Samen von März bis April auch im Haus vorziehen und dann ins Freiland vereinzeln.

2. Schritt – Boden vorbereiten: Lockern Sie den Boden tiefgründig auf und versehen sie ihn für einen verbesserten Wasserablauf mit einer Kiesdrainage. Das Substrat sollte für die Aussaat feinkrümelig sein. Bei Bedarf können Sie zur Bodenoptimierung etwas Sand oder Kies untermischen.

3. Schritt – Disteln säen: Je nach Wuchshöhe der Disteln ist bei der Aussaat ein Reihenabstand von 15 bis 60 cm einzuhalten. Große Distelarten wie die Kugeldistel, Färberdistel oder Mariendistel sollten hier nicht enger als 30 cm gesät werden. Die Saattiefe für Samen der Distel beträgt etwa 2 bis 3 cm.

Kurzschritte zur Aussaat im Überblick:

  • Aussaattermin im Freiland: April bis Mai bei konstanten 18 °C
  • Vorzucht im Haus: März bis April
  • Substrat vorab gut auflockern und Drainage einbringen
  • Boden ggf. mit Sand und Kies optimieren
  • Reihenabstand: 15 bis 30 cm
  • Saattiefe: 2 bis 3 cm 

 

Karde, Karden, Kardendistel, Dipsacus
Tipp: Distelarten wie die Karde sind ideal für herrliche Wildwiesen | © Jutta Lieb

Disteln gießen, düngen und überwintern

Solange Disteln einen geeigneten Standort bekommen, sind sie unwahrscheinlich pflegeleicht. Weder benötigen die trockenheitsliebenden Pflanzen eine manuelle Bewässerung, noch müssen sie zusätzlich gedüngt werden. Ist bei sehr langer Trockenheit doch einmal ein Gießgang nötig, können sie für die kalkliebenden Sonnenanbeter sogar kalkhaltiges Leitungswasser verwenden.

Spezielle Überwinterungsmaßnahmen ist für Disteln ebenfalls selten notwendig. Die meisten Distelarten sind bis -15 °C winterhart. Ein leichter Winterschutz ist daher vollkommen ausreichend. Nach dem Winter werden die Stauden im März dann bodennah eingekürzt, damit wieder üppig austreiben können.

 

Edeldistel, Manstreu, Eryngium
Edeldistel alias Mansstreu (Eryngium) | © Jutta Lieb

Disteln – Ernte, Anwendung und Dosierung

Sofern sie die Disteln für Blumengestecke oder heilpflanzliche Zwecke verwenden möchten, schneiden sie einfach die langen Blütentriebe der Pflanzen ab. Die Blütenköpfe lassen sich dann zum Beispiel für die Herstellung von Distelöl nutzen, das gemeinhin als eines der hochwertigsten Pflanzenöle gilt. Hierfür legen sie die Blüten einfach in geschmacksneutrales Pflanzenöl ein und lassen den Ölauszug einige Wochen an einem lichtgeschützten Ort reifen.

Für die Zubereitung von Disteltee verwendet man vorzugsweise die im Herbst nach der Blüte geerntete Samen. Der Tee ist vor allem bei Leberbeschwerden, Gicht, Geschwüren Gallenleiden und Menstruationsproblemen sehr beliebt. Zur Herstellung des Tees nimmt man 1 TL Distelsamen und lässt diese dann in 150 ml kochendem Teewasser für etwa 10 Minuten ziehen.

 

Distel, Disteln, Distelsamen
Samenstände der Distel erinnern stark an Löwenzahn | © Das Grüne Archiv

Disteln – Mögliche Schadbilder

Der Begriff „Disteln“ stammt aus dem Indogermanischen und bedeutet übersetzt so viel wie „stechen“. Dabei sind die Disteldornen bereits eine sehr gute Abwehr gegen Fressfeinde. Auch ansonsten zeigen sich Disteln relativ schädlingsresistent. An zu schattigen Standorten oder bei zu feuchtem Boden treten jedoch gerne Spinnmilben, Blattläuse und Pilzkrankheiten wie Mehltau auf. Es ist daher zwingend erforderlich, die Standortkriterien der Distel vorab zu gewährleisten, um mögliche Schadbilder zu vermeiden.

 

Fazit

Die Distel ist eine geschichtsträchtige Heilpflanze mit legendärem Symbolcharakter. Gerade in Schottland weiß man die Heilkräfte von Mariendistel und Co. deshalb sehr zu schätzen. Doch auch in Deutschland sowie in anderen Teilen Europas hat die Anwendung von Distelkräutern lange Tradition. Dabei stehen die Dornen der stacheligen Schönheit nicht nur für die Wehrhaftigkeit der Pflanze selbst, sondern auch für ihren einzigartigen Stärkungseffekt auf das körpereigene Abwehrsystem. Da Disteln bei passenden Standortbedingungen gut winterhart, robust und anspruchslos ist, kann man ihre Kultur im Grunde jedem, insbesondere aber Frauen und Menschen Mit Gallen- oder Leberleiden empfehlen.

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