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Familien der Pflanzenwelt: Kürbisgewächse

Die Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) beinhaltet einige wohlbekannte Nutzpflanzen, zu denen neben den vielseitigen Arten des Kürbisses auch die Zucchini, Gurke und Melone gehören. Sogar der Luffaschwamm, ein inzwischen äußerst beliebter Pflegeartikel ist botanisch gesehen ein Kürbisgewächs. Es wird ersichtlich, dass die Wuchsformen der Cucurbitaceae äußerst vielfältig sind. Dabei lassen sich die 130 Gattungen und rund 800 Arten der Pflanzenfamilie in zwei Unterfamilien einteilen:

  • Unterfamilie der Nhandiroboideae
    umfasst 19 Gattungen der Cucurbitaceae
  • Unterfamilie der Cucurbitoideae
    umfasst 111 Gattungen der Cucurbitaceae

 

 

Besonderheiten der Kürbisgewächse

Aufgrund ihrer meist tropischen Herkunft sind die wenigsten Gattungen und Arten der Kürbisgewächse winterhart. Sie werden darum normalerweise saisonal im Garten angebaut, wobei lichtreiche Standorte zu bevorzugen sind. Optisch fallen viele Cucurbitaceae durch ihre handförmigen Blätter, ihre riesenhaften Beerenfrüchte sowie ihre neckisch geschraubten Sprossranken auf. Die überwiegend weiß oder gelb gefärbten Zwitterblüten sind ebenfalls sehr eindrucksvoll und verleihen den Kürbisgewächsen neben ihrem häufig vorhandenen Nutzfaktor auch einen gewissen Zierwert.

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auch Melonen, Gurken und Zucchini gehören zu den Kürbisgewächsen | © Das Grüne Archiv

Kürbisgewächse der Unterfamilie Nhandiroboideae

Die Gattungen und Arten der Nhandiroboiden sind in den tropischen bis subtropischen Gebieten Afrikas, Asiens und Südamerikas beheimatet. Sie zeichnen sich durch verzweigte Ranken, dreigriffelige Blüten und verhältnismäßig wenige Samenanlagen aus. Außerdem besitzen sie gestreifte und tricolpate Pollenkörner, die mit einem Durchmesser von 40 Mikrometern relativ klein sind.

Erforscht sind die tropischen Nhandiroboideae bislang kaum. Die wenigen, halbwegs gut bekannten Arten fallen jedoch durch äußerst extravagante Pflanzenmerkmale auf. So besitzt die ziervolle Alsomitra beispielsweise geflügelte Samenschalen, die einen Durchmesser von ganzen 25 cm erreichen. Die schmetterlingsartigen Samenflügel erinnern stark an jene der Ahornsamen, sind jedoch wesentlich feiner und haben eine durchsichtige Membran.

Das auch als Jiaogulan bekannte Unsterblichkeitskraut wiederum tut sich durch seine beachtliche Zahl an Saponinen hervor, deretwegen die Pflanze in der Traditionellen Chinesischen Medizin als Heilmittel gegen Magen-Darm-Entzündungen, Luftröhrenentzündungen, Blutvergiftungen und Leberkrankheiten wie Hepatitis verwendet wird. Der heilpflanzlichen Bedeutung, die vielen Kürbisgewächsen anheim ist, wird das Unsterblichkeitskraut damit vollends gerecht. Insgesamt zählen zu den Nhandiroboidengewächsen folgende Gattungen:

      • Actinostemma (Actinostemma)
      • Alsomitra (Alsomitra)
      • Bayabusua (Bayabusua)
      • Bolbostemma (Bolbostemma)
      • Chalema (Chalema)
      • Cyclantheropsis (Cyclantheropsis)
      • Gerrardanthus (Gerrardanthus)
      • Unsterblichkeitskraut (Gynostemma)
      • Hemsleya (Hemsleya)
      • Neoalsomitra (Neoalsomitra)
      • Pseudosicydium (Pseudosicydium)
      • Pteropepon (Pteropepon)
      • Sicydium (Sicydium)
      • Siolmatra (Siolmatra)
      • Xerosicyos (Xerosicyos)
      • Zanonia (Zanonia)
      • Zygosicyos (Zygosicyos)

 

 

Kürbisgewächse, Kürbis, Melone, Wassermelone, Honigmelone, Zucchini
Quartett der Kürbisgewächse: Kürbis, Zucchini, Honigmelone und Wassermelone

Kürbisgewächse der Unterfamilie Cucurbitoideae

In dieser Unterfamilie tummeln sich die allseits beliebten Stars unter den Kürbisgewächsen. Hier finden sich namhafte Gemüsegrößen wie die Arten des Kürbisses, der Zucchini und Gurke wieder, die bei uns seit ihrer Einbürgerung als traditionelle Nutzpflanzen gelten.

Neben tropischen bis subtropischen Vertreten der Cucurbitoideae gibt es jedoch auch Gattungen und Arten, die im Mittelmeerraum oder in den gemäßigten Zonen Europas heimisch sind. Zu ihnen zählt zum Beispiel die mediterrane Spritzgurke sowie die Zaunrübe.

Gemeinsam ist den Cucurbitoiden dabei, dass sie im Vergleich zu den Nhandiroboiden sehr große Pollenkörner mit einem Durchmesser von bis zu 200 Mikrometern besitzen. Die Blüten der Cucurbitoidengewächse sind in der Regel ebenfalls deutlich größer.

Ein charakteristisches Merkmal vieler Cucurbitoideae sind die überdimensionalen Beerenfrüchte ihrer Arten, welche meist eine grüne bis grün gestreifte, gelbe oder orange Färbung besitzen. Gewächse wie der Zier- oder Flaschenkürbis beeindrucken zudem durch eine extravagante Fruchtform.

Eine weitere Eigenheit der Cucurbitoiden ist, dass innerhalb einer Gattung sehr unterschiedliche Varianten existieren. Beispielsweise handelt es sich bei der Zucchini um eine Kürbisart, die sich in Geschmack und Aussehen aber gänzlich von ihren Artgenossen unterscheidet.

Gleiches gilt für die Zuckermelone. Das Kürbisgewächs gehört zur Gattung der Gurken und ist mit diesen somit näher verwandt als mit seinem Namensvetter, der Wassermelone. Einige für die Kultivierung als Nutz- oder Zierpflanze besonders interessant Cucurbitoideae haben wir nachstehend für Sie festgehalten:

      • Flaschenkürbis (Lagenaria)
      • Gurke / Zuckermelone (Cucumis)
      • Kürbis / Zucchini (Cucurbita)
      • Schlangenhaargurke (Trichosanthes)
      • Schwammkürbis (Luffa)
      • Spritzgurke (Ecballium)
      • Stachelgurke (Echinocystis)
      • Wachskürbis / Wintermelone (Benincasa)
      • Wassermelone / Zitrulle (Citrullus)
      • Zaunrübe (Bryonia)

 

Fazit

Die meist tropischen Kürbisgewächse wünschen sich sonnige Standorte und sind in unseren Breitengraden für gewöhnlich einjährige Nutz- oder Zierpflanzen. Neben den Klassikern Kürbis, Gurke und Zucchini, deren Arten bereits eine unglaubliche Varietät aufweisen, gibt es dabei noch eine Vielzahl anderer Cucurbitaceae zu entdecken, die mit eindrucksvollen Wuchsformen bestechen und manchmal nicht nur in tropischen bzw. subtropischen, sondern auch in gemäßigten oder mediterranen Klimazonen gedeihen. Wer also etwas Neues ausprobieren möchte oder auf der Suche nach Pflanzen mit einmaligem Zierwert ist, der wird bei den Kürbisgewächsen sicher fündig.

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