Sonnenwende, Vanilleblume, Heliotropium, Heliotropium arborescens

Sonnenwende (Vanilleblume) – Kultur und Sorten

Der Name der Sonnenwende (Heliotropium) beruht auf der Eigenheit dieser Pflanze, ihre blau-violetten bis gelblich-weißen Blüten nach dem Sonnenstand auszurichten. Tatsächlich blüht die Pflanze auch um die Zeit der Sommersonnenwende, was den Namen natürlich perfekt für Sonnwend-Blumengestecke macht. Darüber hinaus verströmen einige Arten der Sonnenwende einen herrlichen Vanilleduft, weshalb die Pflanzengattung auch als Vanilleblume bekannt ist. Für den Garten ist Heliotropium daher sowohl als Zier- als auch als Duftpflanze interessant. Doch Vorsicht: trotz ihres betörenden Duftes ist die schöne Zierpflanze giftig.

Wissenswertes: Nach dem Vanilleduft von Heliotropium ist sogar ein beliebter Parfümstoff namens Heliotropin (Piperonal) benannt. Allerdings stammt er nicht von der Sonnenwende sondern findet sich in geringen Mengen nur in den Blütenölen von Mädesüß und Robinie.

 

Vanilleblume als Duftkraut

Die zwischen 40 und 70 cm hohe Sonnenwende gehört zur Familie der Raublattgewächse. Sie ist daher eng verwandt mit Zierpflanzen wie Vergissmeinnicht und aromatischen Kräutern wie dem Borretsch, Beinwell oder Lungenkraut. Mit Ausnahme von Vergissmeinnicht sind diese im Gegensatz zur Vanilleblume aber auch essbar, wohingegen Heliotropium zu den Giftkräutern gehört.

Damit ähnelt sie eher Raublattgewächsen wie dem Ochsenzunge oder dem Natternkopf, die wie Sonnenwenden giftige Pyrrolizidinalkaloide enthalten. Pflanzen Sie das Duftkraut daher nur außer Reichweite von Kindern und Haustieren.

Dem herrlichen Vanilleduft von Sonnenwenden-Arten wie der Echten Vanilleblume (Heliotropium arborescens) tut der Giftgehalt aber keinen Abbruch. Der Blütenduft lockt im Sommer Bienen, Hummeln und Schmetterlinge an, weshalb die Pflanze eine schöne Idee für Nützlingsweiden im Garten ist. Dabei erstreckt sich die Blütezeit der Vanilleblume von Spätfrühling, weshalb sie sich gerade für ganzjährige Blütenarrangements im Staudengärten gut eignet.

 

Sonnenwende, Vanilleblume, Heliotropium, Heliotropium arborescens
Echte Vanilleblume (Heliotropium arborescens) | © Das Grüne Archiv

Standort für die Sonnenwende

Heimisch sind Sonnenwenden weltweit in gemäßigten und tropischen Breitengraden. Gerade die so beliebte Echte Vanilleblume stammt diesbezüglich aus den peruanischen Anden. Wie der Name der Sonnenwende bereits vermuten lässt, liebt sie sonnige Standorte. Allerdings kommt sie im Notfall auch mit halbschattigen Orten zurecht, wobei hier die Blüte sowie der vanilleartige Blütenduft etwas nachlassen könnten.

Grundsätzlich sollte der Standort für Sonnenwenden gut geschützt sein und einen humosen, frischen sowie durchlässigen und sandigen Boden besitzen. Außerdem schätzen Vanilleblumen einen leichten Kalkgehalt im Substrat, weshalb Boden-pH-Werte um die 7,5 Punkt zu empfehlen sind. Gewöhnliche Gartenerde mit einem leichten Sandanteil reicht hier in der Regel aber aus.

Einzelheiten zum Standort für Sonnenwende:

  • Sonnenwende liebt sonnige Standorte
  • Halbschatten wird vertragen, schmälert aber Blüte
  • humose, frische, durchlässige und sandige Gartenerde
  • pH-Wert des Bodens: leicht alkalisch, bei 7,5

 

Sonnenwende, Vanilleblume, Heliotropium, Heliotropium arborescens
Sonnenwende ist ideal für den Staudengarten | © Jutta Lieb

Kultur der Sonnenwende

Der beste Zeitpunkt für eine Aussaat der Vanilleblume ist das zeitige Frühjahr zwischen Februar und März. Ziehen Sie die Pflanze bei einer Raumtemperatur von 20 °C auf der warmen und hellen Fensterbank vor. Zwischen Mai und Juni können sie die Jungpflanzen dann ins Freiland setzen. Der finale Pflanzabstand im Beet beträgt dann 40 cm. Pro Quadratmeter sollen nicht mehr als 5 bis 7 Pflanzen stehen.

Tipp: Wer sich die Aussaat ersparen möchte, kann im Gartenhandel auch vorgezogene Pflanzen kaufen.

 

Vanilleblume gießen und düngen

Sonnenwenden sind nicht nur sehr sonnen- sondern auch wasserhungrig. Gießen Sie die wohlriechende Pflanze daher täglich, aber vermeiden sie Staunässe. Zur Düngung der Vanilleblume empfiehlt sich ergänzend die Gabe von Hornspänen während der Wachstumsphase zwischen April und September.

 

Vanilleblume schneiden und überwintern

Ein Schnitt ist an der Vanilleblume gemeinhin nicht nötig. Es reicht, welke Pflanzenteile zu entfernen und bei Arten wie Heliotropium arborescens, die einen bäumchenartigen Wuchs besitzen, gelegentlich die Triebspitzen abzuzwicken. Das fördert einen buschigen Wuchs und beugt sparrigem Höhenwachstum vor.

Tropische Sonnenwenden sind bei uns nicht winterhart. Sie werden daher im Herbst leicht zurückgeschnitten, ehe sie zum Überwintern ins Haus kommen. Geben Sie der Sonnenwende hier ein kühles aber trockenes und helles Winterquartier bei einer Raumtemperatur von 5°C. Die Bewässerung ist während der Wintermonate auf ein Minimum zurück zu fahren. Die Düngung wird bis zum April komplett eingestellt.

 

Sonnenwende, Vanilleblume, Heliotropium, Heliotropium arborescens
Der Artenzusatz „arborescens“ der Vanilleblume rührt daher, dass sie wie ein kleines „Bäumchen“ in Strauchform wächst

Arten und Sorten der Heliotropium

Die wichtigsten Kultur-Arten der Heliotropium sind die bereits erwähnte Echte Vanilleblume (Heliotropium arborescens) sowie die Europäische Sonnenwende (Heliotropium europaeum). Letztere ist besser winterhart und kann mit leichtem Winterschutz ggf. im Garten überwintern. Allerdings duftet die Europäische Sonnenwende dafür nicht so intensiv und blüht weiß statt violett.

Erfreulicherweise gibt es mit Blick auf die Blütenfarbe aber gerade von der echten Vanilleblume zahlreiche Kultursorten, die vom beliebten Blau-Violett der Wildform abweichen. Hier ein kleiner Überblick zu den schönsten Sorten:

  • ‚Alba‘ – weiße Vanilleblume
  • ‚Aurea‘ – hellviolette Vanilleblume mit grün-gelbem Laub
  • ‚Iowa‘ – hellviolette Vanilleblume mit Gummibärchenduft
  • ‚Marine‘ – blass-blau-violette Vanilleblume
  • ‚Schloss Ahrensburg‘ – mittelblaue Vanilleblume

 

Vanilleblume – Krankheiten und Schädlinge

Heliotropium ist eine äußerst robuste Duftpflanze. Besondere Schadbilder sind daher kaum bekannt. Allenfalls weiße Fliegen oder Blattläuse können bei zu dunklen Standorten oder schlecht umgesetzten Überwinterungsmaßnahmen auftreten. Die Schädlinge lassen sich aber gut durch natürliche Mittel zur Schädlingsbekämpfung wie Brennnesselsud oder Marienkäfer in Schach halten.

 

Fazit

Sonnenwenden sind unkomplizierte Duftpflanzen, deren aromatischer Vanilleduft ihnen auch den Beinamen Vanilleblumen bescherte. Auf die Hauptblütezeit von Heliotropium nimmt hingegen der wissenschaftliche Name Bezug, denn die Pflanzen blühen maßgeblich zur Zeit der Sommersonnwende.

Die wohlriechenden Blütenstauden sind sehr genügsam und geben sich schon mit herkömmlicher Gartenerde zufrieden. Auch schattigere Standorte werden vertragen, wobei sich hier die prächtig violette Blüte etwas verringern könnte. Gegossen wird allenfalls in anhaltenden Trockenperioden. Ansonsten versorgt sich Heliotropium weitestgehend selbst.

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