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Baldrian, Echter Baldrian, Valeriana, Valeriana officinalis

Baldrian – Wirkung, Anwendung und Kultur

Der Baldrian (Valeriana) gehört neben Lavendel zu den berühmtesten pflanzlichen Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Allerdings handelt es sich bei der schönen Heilpflanze mit dem wohlklingenden Namen auch um eine alte nordische Zauberpflanze. Während sich ihr wissenschaftlicher Name vom lateinischen valere für „gesund sein“ ableitet, ehrt der deutsche Name Baldrian den germanischen Lichtgott und Sohn Odins, Balder.

Unnötig zu erwähnen, dass Balders Heilpflanze im nordischen wie germanischen Volksglauben als wichtiges Schutzkraut gegen dunkle Mächte und böse Zauber galt. Und auch als Küchenkraut kann man das aromatische Baldriankraut verwenden. Eine Kultur des Krautes im eigenen Kräutergarten ist dabei problemlos möglich.

 

Baldrian in der Küche und Medizin

Baldrian ist eine mehrjährige Kräuterstaude, deren weiße bis rosa Blütendolden im Frühling und Sommer malerische Akzente in jeden Garten zaubern. Die Dolden erinnern stark an die des Holunders und besitzen wie dieser aromatische Eigenschaften.

 

Ein Heilkraut mit vielen Namen

Mit Ausnahme von Portugal ist die am häufigsten medizinisch genutzte Baldrianart, der auch als Arznei-Baldrian bekannte Echte Baldrian (Valeriana officinalis), in ganz Eurasien heimisch. Seine außergewöhnliche Frosthärte trug womöglich dazu bei, dass er sich ungeachtet klimatischer Veränderungen bis in die kühleren Regionen Skandinaviens und Mitteleuropas ausbreiten konnte. Hier erhielt der Baldrian im Mittelalter auch seinen Namen, welcher eine Anlehnung an den germanischen Lichtgott Baldr darstellt.

Die mythologische Assoziation wurde vermutlich durch die schon damals gültige Fachbezeichung ‚Valeriana‘ angeregt. Sie leitet sich von dem lateinischen Wort valere für ‚kräftig oder gesund sein‘ ab und verrät, dass man die gesundheitsfördernde Wirkung der Valeriana officinalis schon in der antiken Medizin zu schätzen wusste.

Im europäischen Sprachrauch erstmals namentlich erwähnt wurde Baldrian von dem griechischen Urvater der Medizin, Hippokrates. Er übernahm seiner Zeit den Begriff ‚Phu‘ für Heilpflanzen der Gattung Valeriana aus dem Altägyptischen, wobei nicht geklärt ist, ob nur Echter Baldrian unter die Definition des Phu fiel.

Im Mittelalter, zu Zeiten der Christianisierung und Lateinisierung Europas, setzte sich schließlich der Name Valeriana officinalis für den medizinisch genutzten Echten Baldrian durch. Bezeichnungen wie Balderjan oder Bullerjan sind hierbei, ähnlich dem deutschen Begriff Baldrian selbst, als Anlehnung an die germanische Sagenwelt zu verstehen. Auch die Beinamen Mondwurz, Elfenkraut und Hexenkraut weisen auf die magische Bedeutung des Baldrians im germanischen Volksglauben hin.

Anders verhält es sich mit den Namen Katzenkraut, Katzenwurz, Stinkwurz und Augenwurzel. Sie sind der Wirkung des Baldrians auf Mensch und Tier zu verdanken und beschreiben aromatische bzw. medizinische Eigenschaften der Pflanze. Während der bittere Gestank getrockneter Valeriana auf Menschen eher einen abschreckenden Effekt hat, sollen Katzen beispielsweise sehr angeregt auf das Aroma reagieren. Der olfaktorische Effekt auf Samtpfoter ähnelt stark dem der Katzenminze, deren Geruch antriebslose Stubentiger ebenfalls auf Trab bringt.

 

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geschnittene Baldrianwurzel | © Das Grüne Archiv

Mehr als nur ein pflanzliches Beruhigungsmittel

Zu den Heilpflanzen zählt Valeriana officinalis bereits seit mehreren Jahrtausenden. Auch wenn das medizinische Einsatzgebiet des Geißblattgewächses sich im Laufe der Zeit immer wieder veränderte, blieb das Wissen um die heilsame Wirkung von Baldrian stets erhalten.

Mit Hopfen oder Lavendel kombiniert, dienen die Inhaltsstoffe von Valeriana officinalis bis heute als Basis zahlreicher Medikamente, die vom entspannenden Effekt der Baldrianwurzel profitieren. Zu den am häufigsten mit Baldrian behandelten Beschwerden gehören dabei Schlafstörungen, Nervosität und Angstzustände.

Übrigens: Besondere Aufmerksamkeit erlangt Baldrian immer öfter als sanfte Alternative zu Ritalin. Seine milde Wirkung ist dem aggressiven und nebenwirkungsreichen Betäubungsmittel ganz klar vorzuziehen, wenn es darum geht, Symptome von Hyperaktivität bei Kindern zu behandeln.

Gänzlich abgedeckt ist das Heilspektrum der Valeriana damit aber nicht, zumal es im Falle von Baldrian auch nicht bei der Anwendung als Heilkraut blieb. Liebeszauber, Talismane, Hexen- und Dämonenabwehr. Wie viele altertümliche Heilmittel besaß auch Baldrian im Volksaberglauben eine besondere Bedeutung als Zauberpflanze. Selbst die teuflische Pest ließ sich durch die Einnahme von Valeriana officinalis angeblich vom eigenen Leib fernhalten. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass das Wissen polytheistischer Kulturkreise um die Wirkung von Heilpflanzen lange Zeit von der Kirche geschmäht wurde.

Erst um 800, als Mönche unzählige in Altgriechisch verfasste Texte ins christliche Latein übersetzten und ihre Glaubensbrüder dazu anhielten, die medizinischen Überlieferungen mehr zu schätzen, fand das Lebenswerk griechischer Mediziner wieder Einlass in die abendländische Kultur. Und auch die Valeriana erlangte ihren heilpflanzlichen Stellenwert zurück.

„….Ein Mensch, der es am Brustfelle hat, oder jener, der am „vich“ (Gicht) leidet, soll Baldrian zerkleinern und diesem Pulver etwas Katzenminze zufügen; dann soll er mit Mehl und Wasser und mit Fett in seiner Schüssel Küchlein herstellen und diesen die erwähnten Pulver beimischen. Das soll er oft essen, und Brustfellleiden und vich werden ihm nachlassen, so dass es ihm besser geht, weil die vermischten Wärmen in all diesen die Kälte, aus dem Brustfellleiden und vich entstehen, abmildern“.

Hildegard von Bingen – ‚Physica‘

 

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Übrigens: Auch Baldrianblüten lassen sich heilpflanzlich nutzen, auch wenn ihre Wirkung etwas milder ist als die der Baldrianwurzel

Traditionelle Anwendung von Baldrian

Ausgehend von den Empfehlungen Dioskurides‘ und Hippokrates‘, die Phu-Baldrian als sekretförderndes Heilmittel bei Menstruationsbeschwerden und Harnwegsproblemen beschrieben, fügten mittelalterliche Kräuterkundige dem Heilrepertoire der Valeriana officinalis schon bald weitere Anwendungsgebiete hinzu. So entdeckte Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert die positive Wirkung des Baldrians auf Erkrankungen der Leber, Nieren, des Bauch- und Rippenfells.

Mediziner der Schule von Salerno bescheinigten dem Baldrian in ihren bedeutenden Arzneimittelbuch ‚Circa instans‘ gar eine Wirksamkeit bei sämtlichen Beschwerden des Verdauungstraktes, inklusive Milz, Leber und Blase. Ebenfalls dem Mittelalter zugeschrieben werden kann die Verwendung von Valeriana officinalis bei Augenkrankheiten. Deren Behandlung mit Baldrianwasser war noch bis vor einigen Jahrzehnten üblich und brachte der Baldrianwurzel den Beinamen Augenwurz ein.

Am besten bekannt ist Valeriana officinalis jedoch als Beruhigungsmittel gegen Symptome innerer Unruhe. Das Wissen um die sedierende Wirkung der Pflanze ist dabei relativ jung. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts stellten Mediziner fest, dass Baldrian sich entspannend auf das Nervensystem auswirkt. Auf diese Weise ließen sich Krämpfe lösen, was die menstruations- und verdauungsfördernden Eigenschaften der Valeriana erklärte.

Es folgten eine Reihe von Studien und Laborversuchen, welche schließlich die Eignung von Valeriana officinalis als Medikament gegen nervöse Beschwerden bestätigten. Inzwischen bildet das Heilkraut einen essenziellen Bestandteil diverser Präparate gegen Nerven- und Krampfleiden. Ergänzend hinzu kommen einige traditionelle Anwendungsgebiete, hier ein kleiner Überblick:

  • Angstzustände und Prüfungsangst
  • ADHS
  • Epilepsie
  • innere Unruhe
  • Konzentrationsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Menstruationsbeschwerden
  • Nervenverspannungen
  • Nervosität
  • nervösen Bluthochdruck
  • nervöse Magen- und Darmkrämpfe
  • nervöse Blasenschwäche
  • Neurodermitis
  • Schlafstörungen
  • Spasmen

 

Valerian als Gewürzkraut

Während die Heilwirkung von Baldrian wohlbekannt ist, geriet die Verwendung der Pflanze als aromatisches Küchenkraut über die Jahre aber fast in Vergessenheit. Dabei ist der Einsatz von Valerian oder Valeriana als Gewürzkraut durchaus interessant.

Das fruchtige Apfelaroma des Baldriankrauts passt beispielsweise hervorragend zu Süßgebäck und Fruchtsäften. Darüber hinaus werden Baldrianextrakte auch zur Herstellung von aromatischen Ölen, Parfüms und Balsam mit fruchtiger bis moschusähnlicher Note genutzt. Die grünen Blätter der Pflanze können des Weiteren als Salatgrün zum Einsatz kommen, das geschmacklich an Feldsalat erinnert. Selbst die wohlriechenden Blüten lassen sich in einem Wildkräutersalat verarbeiten.

Wissenswertes: Das Baldrianaroma hat auf Katzen eine ähnliche Wirkung wie Katzenminze. Das Kraut wird daher gerne zur Herstellung von Katzenspielzeug wie Duftsäckchen verwendet.

 

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Die wichtigsten Anwendungsformen von Baldrian: Baldriankraut, Baldrianöl und Badriantropfen

Inhaltsstoffe und Wirkung von Baldrian

Präparate aus Valeriana officinalis gehören zu den am häufigsten verschriebenen Beruhigungsmitteln überhaupt. Zur Herstellung der Medikamente verwendet wird hierbei in erster Linie die Baldrianwurzel (Valerianae radix). Ihre medizinisch wirksamen ätherischen Öle, enthalten Sesquiterpene, darunter viele Valepotriate, welche ausschließlich in Gewächsen der Gattung Valeriana vorkommen.

Die sekundären Pflanzenstoffe wirken dämpfend bei hyperaktiven Neigungen des Zentralnervensystems und mildern zuverlässig nervöse Anspannungen und Krämpfe. Ebenfalls wichtig für die heilende Wirkung der Valeriana officinalis sind Monoterpene. Ihr Zusammenspiel mit pflanzeneigenen Sesquiterterpenen ist nach jüngstem Kenntnisstand das Geheimnis des beruhigenden, entkrampfenden und konzentrationsfördernden Effekts der Baldrianwurzel.

Für den einzigartigen Geschmack von Valeriana ist die nach dem Kraut benannte Valerensäure verantwortlich. Und auch die nervenberuhigende, schlaffördernde, schmerzstillende, verspannungs- und krampflösende Wirkung verdankt der Baldrian besagter Säure.

Schon Hippokrates und Paracelsus verwendeten Baldrianarten als Heilkraut gegen allerlei Erkrankungen, darunter Augenkrankheiten, Epilepsie und sogar die Pest. Dabei ist vor allem der Echte Baldrian (Valeriana officinalis) als heilpflanzlich genutzte Baldrianart zu nennen.

Mit Blick auf die Nutzung von Baldrian als Schlafmittel spielen neben Valerensäure auch sogenannte Lignanane eine wichtige Rolle. Die Pflanzenstoffe finden sich maßgeblich in der Baldrianwurzel, weshalb diese in Sachen heilpflanzlich Anwendung von Valeriana officinalis den wichtigsten Pflanzenteil des Krautes darstellen.

Daneben ist auch eine Anwendung von Baldrianwurzel bei Magen-Darm-Krämpfen, Kopf- und Rückenschmerzen, Migräne, innerer Unruhe und Gemütsschwankungen möglich. Insgesamt lassen sich folgende Inhaltsstoffe von Baldrian festhalten:

  • Bitterstoffe
  • Flavone
  • Lingane
  • Monoterpene: Borneol, Bornylacetat, Kampfer
  • Sesquiterpene: Baldrinal, Caryophyllene, Isovaltrat, Valtrat, ß-Bisabole, Valerensäure

 

 

Anwendung und Dosierung von Baldrian

Baldrian lässt sich als Heilkraut- und Küchenkraut gleichermaßen nutzen. Je nach Art der Anwendung bieten sich hierbei verschiedene Einnahmeformen und Tagesdosen an.

 

Anwendungsformen und Dosierungshinweise

Die Gängigste Form der Anwendung von Baldrian ist die bei Schlafstörungen und Nervosität. Üblicherweise werden hier Baldriantropfen oder Baldriantee in folgender Tagesdosis verabreicht:

  • Tagesdosis für Baldriantropfen: 400 bis 600 mg
  • Tagesdosis für Baldriantee: 1 bis 2 Teelöffel Baldrianwurzel pro 250 ml Wasser

Tee aus Valeriana officinalis eignet sich hier sogar zur Herstellung eines Kaltauszugs, wenn man den Kräutersud für etwa 12 Stunden gut durchziehen lässt. Abermals erwärmt, lässt sich mit dem so gewonnenen, hochkonzentrierten Extrakt eine intensivere Heilwirkung erzielen.

Eine weitere Anwendungsform von Valeriana officinalis ist Baldrianöl (Valerianae oleum). Es kann sowohl für das direkte Auftragen auf die Haut, etwa bei Neurodermitis, als auch für Entspannungsbäder bei Schlafstörungen, Nervosität oder innerer Unruhe genutzt werden.

Ebenfalls gebräuchlich war seit jeher ein Einsatz des Baldrians als Küchenkraut. Ihre botanische wie auch geschmackliche Verwandtschaft zum Feldsalat (Valerianella) macht Heilpflanzen der Gattung Valeriana zu einer idealen Komponente für Salatgerichte. Doch auch als Likör-, Sirup- und Teegewürz wird der Echte Baldrian immer wieder gerne genutzt.

Tipp: Für Gerichte mit Baldrian sollten Sie nach Möglichkeit junge Frühlingsblätter und -blüten des Krautes nutzen. Auf diese Weise erzielen Sie einen besonders milden Geschmack.

 

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Tee aus Baldrianwurzel | © Das Grüne Archiv

Mögliche Risiken und Nebenwirkungen

Valeriana officinalis zählt zu den milden Heilpflanzen. Nebenwirkungen sind bislang kaum bekannt. In seltenen Fällen kann es zu vorübergehenden Kopfschmerzen, Hautirritationen und Unstimmigkeiten im Magen-Darm-Trakt kommen. Was Gegenanzeigen anbelangt, so kann aber gesagt werden, dass Schwangere, Stillende und auch Kinder ab 6 Jahren nach Absprache mit dem Arzt Baldrian ohne Bedenken einnehmen können.

Allerdings sollten Sie in den ersten zwei Stunden nach der Einnahme konzentrierter Extrakte aus Valeriana auf das Bedienen von Maschinen und Kraftfahrzeugen verzichten. Auch ist zu bedenken, dass Baldrianwurzel als Beruhigungsmittel andere Sedativa, wie auch Narkosemittel in ihrer Wirkung verstärkt.

Wichtig: Viele Sesquiterpene im Baldrian, insbesondere dessen Valepotriate, besitzen eine krebserregende und mutagene Wirkung. Aus diesem Grund darf Baldrianwurzel niemals unverdünnt eingenommen werden. Um ihre sedierenden Eigenschaften zu medizinischen Zwecken nutzbar zu machen, wird üblicherweise nur mit ungefährlichen Abbauprodukten der Velpotriate, auch Baldrinale genannt, gearbeitet.

 

Baldrian pflanzen – Standort und Ablauf

Baldriane bilden die Stammgattung innerhalb der Baldriangewächse (Valerianoideae) die ihrerseits wiederum zu den Geißblattgewächsen gehören. Die Kräuterpflanzen sind daher eng verwandt mit Skabiosen, Karden und dem Feldsalat, der Baldrian mit Blick aufs Aroma sehr ähnlich ist.

Gemeinsam mit Feldsalat hat Baldrian auch seine Standortansprüche, bevorzugen beide Pflanzen doch sonnige Lagen und einen durchlässigen, mäßig feuchten Untergrund. Gartenkonzepte wie der Steingarten, die ein leicht kiesiges Substrat aufweisen, sind deshalb ideal. Im Kräutergarten bietet sich ein Platz in der oberen Zone einer Kräuterspirale oder eine lichtreiche Freifläche an. Der pH-Wert des Bodens sollte für die Bedürfnisse von Baldrian im sauren bis neutralen Bereich, zwischen 5,5 und 7 Punkten liegen.

Trotz seiner Liebe zum Licht ist Baldriankraut erstaunlich robust. Sein Verbreitungsgebiet reicht von Afrika bis in den hohen Norden. Hier gedeihen einige Arten sogar in Sibirien und in Gebirgsregionen wie den Alpen oder dem Himalaya bis in 5.000 m Höhe. Insgesamt ist Baldrian artabhängig bis -25 °C winterhart und verträgt selbst windige Standorte sehr gut.

Einzelheiten zum Standort für Baldrian:

  • sonniger und mäßig feuchter Standort
  • durchlässiges, kiesiges Substrat
  • Boden-pH-Wert: sauer bis neutral, zwischen 5,5 und 7
  • Baldrianarten sind bis -20 °C winterhart

 

Pflanzanleitung für Baldrian

1. Schritt – Pflanztermin wählen: Pflanzen können Sie Baldrianarten entweder im Frühling oder Herbst. Stellen Sie aber sicher, dass rund um den Pflanztermin keine Fröste drohen. Danach gehen Sie wie folgt vor:

2. Schritt – Boden vorbereiten: Lockern Sie das Substrat tiefgründig auf und reichern Sie es bei Bedarf mit Kies an. Zur Grunddüngung reicht es aus, die Erde mit etwas Kompost oder organischem Kräuterdünger zu versetzen. Eine Kiesdrainage im Pflanzloch zum verbesserten Wasserablauf ist empfehlenswert.

3. Schritt – Baldrian pflanzen: Heben Sie für die Baldrianpflanzen ein Pflanzloch aus, das der Größe des Wurzelballens entspricht. Da die Kräuter bis zu 1,50 m hoch wird, sollte der Pflanzabstand zu Nachbarpflanzen mindestens 90 cm betragen. Nach der Pflanzung ist die Erde gut anzudrücken und der Baldrian maßvoll zu bewässern.

Kurzschritte zur Pflanzung im Überblick:

  • Pflanztermin: frostfrei im Frühling oder Herbst
  • Boden gut auflockern und ggf. mit Kies anreichern
  • Grunddüngung mit Kompost oder Kräuterdünger
  • Pflanzloch von Größe des Wurzelballens ausheben
  • Pflanzabstand: 90 cm
  • nach Pflanzung Erde gut andrücken und Baldrian bewässern

 

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Echter Baldrian im Garten

Baldrian gießen und düngen

Baldrianpflanzen kommen mit Trockenheit deutlich besser zurecht als mit Staunässe. Gießen Sie daher mäßig aber regelmäßig. Eine Folgedüngung ist bei ausreichender Grunddüngung der Baldrianpflanzen nicht notwendig.

 

Baldrian schneiden und ernten

Die Blütezeit von Baldrian reicht von Mai bis Juli. Während dieser Zeit können Sie frische Blätter und Blüten für Salate oder Tees entnehmen.

Eine Ernte der Baldrianwurzel zu heilpflanzlichen Zwecken ist hingegen erst ab dem zweiten Standjahr möglich. Nach dem Ausgraben der Wurzel muss sie zunächst gesäubert und anschließend getrocknet werden.

Geschnitten kann die Baldrianwurzel nach dem Trocknen beispielsweise für die Zubereitung einer Tinktur oder eines Schlaftees verwendet werden. Die empfohlene Tagesdosis für Baldriantee liegt diesbezüglich bei 2 bis 3 g Trockenkräutern.

 

Baldrian vermehren

Vermehren lassen sich Baldrianpflanzen via Aussaat. Dabei sei aber erwähnt, dass das Saatgut der Pflanze relativ schnell seine Keimfähigkeit verliert, wenn es zu lange lagert. Säen Sie die Samen daher unverzüglich im Folgejahr nach der Saatguternte.

Ziehen Sie die Samen gegen April in einer Anzuchtschale auf der warmen und lichtreichen Fensterbank vor. Da Baldriansamen Lichtkeimer sind, dürfen sie nicht mit Erde bedeckt werden. Halten Sie das Saatgut lediglich ausreichend feucht, bis nach etwa vier bis sechs Wochen die Keimung erfolgt ist. Ab einer Höhe von ca. 10 cm können die Jungpflanzen ins Freiland gesetzt werden.

 

Interessante Arten der Valeriana

Die Gattung Valeriana umfasst insgesamt etwa 250 Arten. Unter diesen eigenen sich mit Blick auf die Winterhärte der Kräuter folgende Arten besonders gut für die Freilandkultur:

  • Berg-Baldrian (Valeriana montana)
  • Echter Baldrian (Valeriana officinalis)
  • Felsen-Baldrian (Valeriana saxatilis)
  • Kleiner Baldrian (Valeriana dioica)
  • Weidenblättriger Baldrian (Valeriana saliunca)
  • Zwerg-Baldrian (Valeriana supina)

Die Baldrianarten benötigen in der Regel keine Winterschutzmaßnahmen. Ihr im Herbst abwelkendes Laub reicht als leichter Winterschutz völlig aus, was den Kulturaufwand deutlich reduziert.

 

Fazit

Baldrian ist eine wunderbare Ergänzung für den Kräutergarten. Zu achten ist bei der Kultur lediglich auf einen ausreichend sonnigen Standort und ein gut durchlässiges Substrat. Ansonsten zeigt sich Valerianus gänzlich pflegeleicht, wobei sich sowohl die Baldrianwurzel als auch Blüten und Blätter ernten und verarbeiten lassen.

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