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Lavendelöl, Lavendel

Lavendelöl selber machen – Wirkung und Rezept

Lavendelöl ist eines der beliebtesten Kräuteröle der Welt. Der Duft von Lavendel wird dabei nicht nur als Zutat für Parfüms und Räucherwerk sehr geschätzt. Darüber hinaus besitzt Lavendelöl auch außergewöhnliche Heilkraft, die vor allem Personen mit Schlafstörungen, innerer Unruhe und Verstimmungen helfen kann. Wer Lavendelöl selber machen möchte, sollte bei der Sortenwahl aber genau hinsehen.

 

Das heilsame Öl des Lavendels

Als Heilpflanze gegen Depressionen und Schlafstörungen kann es mit Lavendel kaum ein anderes Kraut aufnehmen. Allenfalls Baldrian hat eine ähnlich beruhigende und stimmungsaufhellende Wirkung. Als pflanzliches Antidepressivum eignet sich Duftöl aus Lavendel diesbezüglich aber besser für eine Aromatherapie. Zudem lässt sich Lavendelöl auch äußerlich gut anwenden.

 

Inhaltsstoffe und Wirkung

Der Hauptwirkstoff des ätherischen Öls in Lavendel ist Linalylacetat. Die chemische Verbindung stellt eine Veresterung des Monoterpens Linalool dar, dem zweiten wichtigen Wirkstoff von Lavendel.

Studien konnten belegen, dass Linalool und Linalylacetat nervenberuhigende und stimmungsaufhellende Eigenschaften besitzen. Speziell Linalool scheint außerdem an die Serotonin-Rezeptoren zu docken und die Ausschüttung des Glückshormons zu stimulieren. So erklärt sich auch die gute Wirkung von Lavendel bei Depressionen und Angstzuständen. Besagte Wirkung wird von dem Cannabinoid Caryophyllen unterstützt, das beruhigende und entzündungshemmende Eigenschaften besitzt.

Es handelt sich bei diesen Inhaltsstoffen auch um wichtige Aromastoffe, die den Duft von Lavendel bestimmen. Während Linalool einen an Maiglöckchen erinnernden Duft besitzt, riecht Linalylacetat süßlich-frisch. Hinzu kommen im Lavendel die Duftstoffe Lavandulol (Lavendelduft) sowie die nach Zitrusfrüchten duftenden Stoffe Ocimen und Cineol. Letzteres ist ein Monoterpen mit anti-asthmatischer, antibakterieller, atemwegsbefreiender und entzündungshemmender Wirkung.

Übrigens: Die antimikrobiellen Duftstoffe in Lavendel halten auch erfolgreich Schädlinge und Stechmücken fern. 

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Als Duftpflanze und Heilpflanze gleichermaßen wertvoll: Das ätherische Öl von Lavendel ist ein echtes Multitalent

Lavendelöl gegen Depressionen und Schlafstörungen

Die Form der Anwendung von Lavendelöl bei Depressionen und Schlafstörungen ist die als Duftöl. Man kann das ätherische Öl des Lavendels einfach in einen Duftölspender oder Diffuser geben. Die Raumluft wird dann mit den heilsamen Duftstoffen des Lavendels angereichert.

Auch Lavendelkissen wirken sich schlaffördernd und beruhigend auf Körper, Seele und Geist aus. Dazu näht man einfach getrocknete Lavendelblüten in einen geeigneten Stoff ein. Alternativ dazu ist es auch möglich, Lavendelöl auf die Schläfen oder den Handrücken gerieben werden. In diesem Zusammenhang ist das ätherische Öl von Lavendel eines der wenigen, das sogar unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden kann, ohne dabei Hautirritationen zu verursachen.

Wichtig: Aus Sicherheitsgründen ist dennoch davon abgeraten, ätherische Öle aus dem Handel unverdünnt auf die Haut anzuwenden. Selbstgemachtes Lavendelöl ist hier sicherer in der Direktanwendung.

 

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Der Inbegriff der Wellness-Düfte: Wer nach Entspannung sucht, Stress abbaauen, seiner seelischen Belastung aromatische Linderung verschaffen oder einfach besser schlafen möchte, dem ist eine Aromatherapie mit Lavendel dringend empfohlen.

Lavendelöl in der Naturkosmetik

Die beruhigenden und entzündungshemmenden Eigenschaften von Lavendel kommen nicht nur bei seelischen Beschwerden und Schlafproblemen gerne zum Einsatz. Auch in der Hautpflege ist Lavendelöl sehr beliebt. Hier beruhigt es irritierte Hautpartien und lindert Juckreiz und Entzündungen.

Außerdem verleiht Lavendel der Haut natürlich einen wohlriechenden Duft. Gleiches gilt für die Haare. Lavendelöl in Shampoos, Haarkuren, Cremes, Naturseifen, Duschgel und Badesalz ist deshalb nicht ungewöhnlich.

 

Die verschiedenen Arten von Lavendelöl

Lavendelöl wird hauptsächlich aus drei Arten des Lavendels gewonnen. Je nach verwendeter Lavendelart sind dabei unterschiedliche Ölbezeichnungen gebräuchlich:

  • Echtes Lavendelöl: Öl des Echten Lavendels (Lavandula angustifolia)
  • Spiköl: Öl des Speik-Lavendels (Lavandula angustifolia)
  • Lavandinöl: Öl des auch Lavandin bekannten Hybrid-Lavendels (Lavandula hybrida)

Daneben gibt es noch die Unterscheidung nach Ölqualität, wobei der Gehalt an Linalylacetat entscheidend ist. Dieser kann je nach Lavendelart und Lavendelsorte stark variieren. Hier ein Überblick zu den verschiedenen Qualitätsvarianten:

  • Lavande Barrême: Ein aus der französischen Provence stammendes Lavendelöl mit einem Linalyacetat-Gehalt von 52 Prozent.
  • Lavande Mont Blanc: Wird aus der Lavendelsorte ‚Mont Blanc‘ des Echten Lavendels gewonnen. Sein Gehalt an Linalylacetat beträgt etwa 40 Prozent.
  • Lavandinöle Abrialis und Grosso: Werden aus den gleichnamigen Lavandin-Sorten ‚Abrialis‘ und ‚Grosso‘ gewonnen und besitzen einen Linalyacetat-Gehalt von 30 Prozent.

 

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Die Qual der Wahl: Bei der Vielzahl an unterschiedlichen Qualitätsgraden von Lavendelöl bedarf es einer sorgfältigen Auswahl.

Rezept für Lavendelöl

Wie bereits angedeutet, ist es für die Herstellung eines Ölauszugs aus Lavendel wichtig, eine Sorte mit besonders hohem Gehalt an Linalool und Linalylacetat auszuwählen. Am besten fährt man hier mit Sorten des Echten Lavendels.

Wer Lavendel selbst kultiviert, erntet zur Ölherstellung zwischen Sommer und Herbst die Blüten der Duftpflanze ab. Nach einem mehrtägigen Trocknen der Kräuter kann man dann die Stiele knapp unter dem Blütenstand abschneiden und die Lavendelblüten weiterverarbeiten.

Wichtig für die Herstellung ist ein geschmacksneutrales Basisöl. Nur in ihm kann sich der einzigartige Duft von Lavendel ungehindert entfalten. Geeignete Basisöle sind zum Beispiel Traubenkernöl oder Keimöl. Wer das Lavendelöl zur Haut- oder Haarpflege verwenden möchte, kann alternativ auch ein Pflegeöl (z.B. Jojobaöl) verwenden. Hier die Anleitung zur Herstellung des Lavendelöls:

 

Zutaten:

  • 50 g Lavendelblüten (getrocknet)
  • 500 ml Basisöl

Herstellung:

Gebt die Lavendelblüten in ein Schraubglas oder Einmachglas und füllt dieses im Anschluss randvoll mit Basisöl. Die Lavendelblüten sollten danach komplett mit Öl bedeckt sein.

Verschraubt das Glas nun luftdicht und stellt es an einen warmen und hellen, jedoch vor direkter Sonneneinstrahlung geschützten Zimmerstandort. Der Ölauszug muss nun etwa 4 bis 6 Wochen lang reifen. Schüttelt das Glas während dieser Zeit täglich, damit sich die Wirkstoffe schön gleichmäßig im Öl verteilen.

Nach Abschluss der Ziehzeit filtert Ihr das Lavendelöl durch ein sauberes Leinentuch. Zur Aufbewahrung wird das Öl in eine Braunglasflasche abgefüllt. Kühl und dunkel gelagert, hält sich der Ölauszug mindestens 1 bis 2 Jahre.

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