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Lebkuchen, Lebkuchengewürz

Rezept: Lebkuchengewürz

Mit Lebkuchengewürz kann man noch viel mehr anstellen als nur leckere Lebkuchenrezepte wie Honiglebkuchen oder Elisenlebkuchen backen. Tatsächlich eignet sich die Gewürzmischung für eine Vielzahl an Süßgebäck. Darüber hinaus ist es auch noch sehr gesund.

 

Das orientalische Kräuter-Erbe von Lebkuchengewürz

Auch wenn Lebkuchengewürz eher zum Würzen deutscher Gebäckklassiker verwendet wird, sind die Zutaten für die Gewürzmischung doch eher als orientalisch einzustufen. Mehr noch, finden sich in ihr erstaunlich viele Gewürzkräuter aus der indischen Ayurveda Heilkunde.

 

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In Lebkuchengewürz unerlässlich: Zimt | © Das Grüne Archiv

Die Inspirationsquelle zahlreicher Gewürzmischungen 

Lebkuchengewürz erinnert vom Geschmack her stark an Kürbisgewürz und besitzt teilweise auch ähnliche Zutaten. Allerdings ist das Aroma beim Traditionsgewürz für Lebkuchen deutlich intensiver und fällt durch eine markant würzig-süße Note auf. Sie kommt durch ebenfalls orientalische Gewürzkomponenten wie Anis oder Sternanis, Fenchel, Ingwer, Kardamom, Koriander, Muskatnuss, Nelken und Zimt zustande.

Eine Gewürzkombination, die insbesondere in der Weihnachtsbäckerei neben Lebkuchen auch für Plätzchenrezepte und Gebäck wie Mince Pie oder Früchtebrot eine Rolle spielt. Selbst in Glühwein und manchen Tees kann man Lebkuchengewürz als Zutat finden. Das beweist, wie sehr das Aroma der Gewürzmischung als Grundlage für saisonale Klassiker der Winterzeit dient.

 

Indisches Gewürzerbe im Lebkuchengewürz

Wenngleich es sich bei Gewürz für Lebkuchen um eine typisch europäische Gewürzmischung handelt, stammen die meisten Zutaten doch aus dem Orient. Sowohl Zimt als auch Ingwer, Muskat und Koriander sind dabei eher Traditionsgewürze aus der indischen bzw. südostasiatischen Küche. Allerdings fanden diese schon recht früh ihren Weg in die westliche Kulinarik.

Bereits während der Antike blühte der Handel mit erlesenen Gewürzen aus Asien. Während der Renaissance gab es sogar handfeste Gewürzkriege um das kostbare Handelsgut des Ostens. Unnötig zu erwähnen, dass Gewürzmischungen wie die für Lebkuchen seinerzeit noch äußerst teuer waren. Dementsprechend wurden sie ausschließlich zu besonderen Anlässen verwendet.

Weihnachten war solch ein feierlicher Anlass, womit sich auch die Tradition der Weihnachtsbäckerei als Tummelort für seltene indische und andere asiatische Gewürzspezialitäten erklärt. Interessanterweise haben die verwendeten Weihnachtsgewürze dabei aber nicht nur aromatische Vorzüge.

 

Weihnachtliche Gewürzmischung mit ayurvedischem Wirkstoffprofil

Bei den Zutaten in Lebkuchengewürz handelt es sich fast ausnahmslos um einschlägige Ayurveda Kräuter mit heilsamen Eigenschaften. Da wäre zum Beispiel der Zimt, der in der ayurvedischen Medizin als antibiotisch, verdauungsfördernd, blutzucker- und blutdruckregulierend gilt. Auch der Ingwer, der Lebkuchen zu ihrem englischen Namen Gingerbread verhalf, ist ein traditionelles Ayurveda Heilkraut gegen Immunschwächen, Erkältung und Entzündungen.

Eine ideale Gewürzmischung für die Herbst- und Wintersaison, in der man mit dem Gewürz neben Lebkuchen, Gewürzkuchen, Spekulatius, Glühwein und Co. auch andere Süßspeisen gerne gesund würzen darf. Und auch als Aroma für weihnachtliche Potpourris, Duftkerzen, Duftöle oder Räucherwerk wird Lebkuchengewürz immer wieder gerne verwendet.

 

Lebkuchengewürz selber machen

Lebkuchengewürz lässt sich je nach individuellem Geschmack sehr gut personalisieren. Man kann also durchaus etwas experimentieren und das Aroma auf die persönlichen Geschmacksvorlieben abstimmen. Gängig ist allerdings das sogenannte Neunerlei Gewürz, das namensgemäß aus neun essenziellen Gewürzkräutern zubereitet wird:

 

Zutaten:

  • 2 TL Zimt
  • 1 TL Gewürznelke
  • 1 TL Ingwerpulver
  • 1 TL Piment
  • ½ TL Anissamen
  • ½ TL Fenchelsamen
  • ½TL Kardamom
  • ½ TL Koriander
  • ½ TL Muskat

 

Zubereitung:

Sofern die Gewürze nicht bereits zu Pulver gemahlen sind, zerkleinern wir sie feinkörnig im Mörser. Beginnt am besten mit den Nelken, da diese gemeinhin besonders hart sind und deshalb sehr intensiv zu mahlen sind.

Als nächstes kommen Anis- und Fenchelsamen hinzu, die Ihr ebenfalls fein zerstoßt. Ganze Muskatnuss kann anschließend mit Hilfe einer kleinen Käsereibe wohldosiert über die gemahlenen Gewürze gegeben werden.

Alle anderen Gewürze gibt es im Handel normalerweise bereits als vorgemahlene Pulver zu kaufen. Gebt sie einfach zu den vorbereiteten Kräuterkomponenten in den Mörser und mischt alles noch einmal kräftig durch. Das Lebkuchengewürz kann nach der Zubereitung frisch verwendet oder in kleinen Marmeladengläsern oder Tupperdosen gelagert werden.

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