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Rosenöl, Naturkosmetik

Rosenöl selber machen – Wirkung und Rezept

Rosenöl ist in der Naturkosmetik eine der kostbarsten Zutaten. Viele hochwertige Kosmetikprodukte setzen auf die pflegende Wirkung dieses Öls, das aus den Blüten der Rose gewonnen wird. Und auch im Bereich der Duftkräuter ist das Öl der Rose keine Unbekannte.

 

Von Rosenduft und Pflegeöl

Dass Rosenblüten einen markanten Duft besitzen, kündet bereits von ihren ätherischen Ölen. Diese machen Rosenöl zu einem wohlriechenden und gesundheitsfördernden Wirkstoff gleichermaßen. Sowohl in der Hautpflege, als auch in der Haarpflege setzt man gerne auf die positive Wirkung des Öls. Gleiches gilt für die Aromatherapie, die Rosenöl als Duftöl nutzt.

 

Der beruhigende Duft der Rose

Wohlriechende Duftöle haben bekanntlich einen entspannenden und beruhigenden Effekt auf Nerven und Psyche. Der Ölextrakt der Rose bildet da keine Ausnahme. In der Aromatherapie wird das Öl gerne verwendet, um depressive Verstimmungen, Nervosität, innere Unruhe, Kopfschmerzen und Nervenverspannungen zu behandeln.

Auch mit Blick auf Pflegeprodukte, die Rosenöl enthalten, kommt dieser Aspekt zum Tragen. Häufig trifft man besagte Produkte nämlich im Wellness & Spa Bereich an, wo sie nicht nur pflegen, sondern auch dabei helfen sollen, bei einem wohltuenden Pflegeprogramm die Seele baumeln zu lassen.

 

Rosenöl, Badesalz
Tipp. Ein paar Tropfen Rosenöl verleihen auch Badesalz ein aromatherapeutischen Wellnessfaktor

Sanfte Pflegewirkung für Haut und Haare

Rosenöl gilt als vielseitiges Schönheitselixier und wird aufgrund seiner wohltuenden Eigenschaften oft in der Haut- und Haarpflege verwendet. Seine natürlichen Öle führen Haut und Haaren Feuchtigkeit und sorgen für mehr Geschmeidigkeit. Es ist besonders für trockene und empfindliche Haut geeignet und kann helfen, Haartrockenheit und Schuppenbildung zu reduzieren. Es gibt sogar Studienergebnisse, die eine heilsame Wirkung von Rosenöl bei seborrhoischer Dermatitis der Kopfhaut nahelegen.

Beruhigend wirkt das Öl der Rose zudem nicht nur auf die Psyche. Ebenso kann es Hautrötungen und Juckreiz lindern, weshalb es auch bei Hautirritation und juckender Kopfhaut zum Einsatz kommt. Darüber hinaus besitzt das Öl antioxidative Eigenschaften, welche die Haut vor freien Radikalen schützen. So lässt sich der Alterungsprozess von Hautzellen verlangsamen, was Rosenöl ähnlich wie Hagebuttenöl zu einem interessanten Anti-Aging-Serum macht.

Der Ölextrakt der Rose lässt sich gerade in DIY-Kosmetik sehr vielseitig verwenden. Schon ein paar Tropfen reichen aus, um den Pflegeeffekt von Haarspülungen, Haarkuren, Shampoo, Körperlotion oder Gesichtscremes zu erhöhen. In seiner Reinform lässt sich ein Ölextrakt der Rose zudem als Haaröl oder Körperöl verwenden.

 

Rosenöl, Wirkung
Rosenextrakt entfaltet seinen pflegenden Effekt hervorragend in DIY-Kosmetik

Inhaltsstoffe von Rosenöl

Rosenblüten enthalten eine Fülle von pflegenden Inhaltsstoffen, die sich primär im ätherischen Öl der Blüten tummeln. Dazu gehören unter anderem:

  • Apfelsäure
  • Bernsteinsäure
  • Citronellol
  • Eugenol
  • Flavonoide
  • Geraniol
  • Gerbstoffe
  • Linalool
  • Omega-Fettsäuren
  • Vitamin A, B3, C und E

Die antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften des Öls entstehen vor allem durch Flavonoide und Vitamin C. Gerbstoffe haben ferner einen zusammenziehenden (adstringierenden) Effekt auf die Haut, wodurch sie die Durchblutung fördern und einen besseren Hautschutz gegen Keime bieten. Speziell der Keimschutz wird ergänzend durch die aromatischen Phenole Citronellol und Geraniol weiter verstärkt.

Vitamin A und E sind ebenfalls wichtige Vitamine für straffe Haut und gesunde Haare. Sie wirken als Antioxidantien und haben entzündungshemmende Eigenschaften. Gerbstoffe können beruhigend auf die Haut wirken, während Vitamin C das Immunsystem stärkt.

 

Rosenöl, Rezept, Rosenknospen
Übrigens: Für die Ölherstellung kann man auch prima Rosenknospen verwenden.

Rezept für Rosenöl

Die Herstellung von Rosenöl folgt dem Grundrezept für Ölauszüge. Dabei werden die Rosenblütenblätter oder auch Rosenknospen in ein pflegendes Basisöl eingelegt und extrahiert. Bei der Verwendung von Rosenblüten ist es wichtig, auf ihre Reinheit zu achten. Die Blüten müssen ungespritzt sein und dürfen nicht mit chemischem Dünger versorgt worden sein.

Herkömmliche Rosen aus dem Blumenladen oder Supermarkt sind deshalb meist ungeeignet. Stattdessen ist es am besten, Rosen in Bio-Qualität aus einem chemiefreien Garten zu beziehen. Gute Rosensorten für die Herstellung sind Wildrosen wie die Hundsrose, Kartoffelrose oder Apfelrose.

 

Zutaten:

  • Rosenblüten oder Rosenknospen
  • 500 ml Basisöl (am besten Jojobaöl)
  • 1 Einmachglas

 

Zubereitung:

Füllt ein Einmachglas randvoll mit Rosenblüten oder Rosenknospen und übergießt diese anschließend mit dem Basisöl. Die Blüten bzw. Knospen sollten am Schluss komplett mit Öl bedeckt sein.

Verschraubt das Glas gut und lasst den Ölansatz dann an einem dunklen, aber warmen Zimmerstandort für etwa 4 bis 6 Wochen reifen. Danach wird das Rosenöl durch ein sauberes Leinentuch oder ein Sieb gefiltert. In einer dunklen Glasflasche kühl und vor Lichteinstrahlung geschützt gelagert, hält sich das Öl dann bis zu 12 Monate.

 

Rosenblütenblätter
Wichtig: Für die Herstellung eines Ölauszugs aus Rosenblütenblättern oder Rosenknospen darf man nur unehandelte Bio-Rosen hernehmen.

Anwendung und Dosierung von Rosenöl

Reine ätherische Öle der Rose sollte man vor der Anwendung stets gut mit einem Basisöl wie Jojoba- oder Mandelöl verdünnen und ggf. einen Verträglichkeitstest durchzuführen. Die ätherischen Öle können unverdünnt nämlich sehr aggressiv wirken, wenn sie zu hoch konzentriert sind.

Falls Unsicherheiten bestehen oder Hautprobleme auftreten, konsultiere einen Fachmann oder Hautarzt. Bei selbstgemachtem Ölextrakt erübrigt sich dieses Problem jedoch, da die ätherischen Öle durch die Extraktion in einem geeigneten Basisöl bereits ausreichend verdünnt wurden.

 

Anwendung zur Hautpflege

Rosenöl lässt sich zur Hautpflege täglich anwenden. Es ist aber ratsam, mit einer niedrigeren Häufigkeit zu beginnen und die Reaktion der Haut zunächst zu beobachten. Verwendet eine haselnussgroße Menge des Öls, um Körperpartien bzw. die Gesichtshaut zu pflegen. Für irritierte und trockene Hautstellen, die gezielt mit dem Pflegeöl versorgt werden sollen, genügen ein paar Tropfen.

 

Rosenöl, Pipette
Anwendungsempfehlung: In einer Pipettenflasche lässt sich das Rosenöl leichter dosieren.

Die Anwendungsdauer kann je nach individuellen Bedürfnissen variieren. Es kann sowohl kurzfristig für spezielle Hautprobleme als auch langfristig für die allgemeine Hautpflege verwendet werden.

 

Anwendung in der Haarpflege

Zur Haarpflege kann man einige Tropfen Rosenöl ins Shampoo, eine pflegende Haarkur oder einen Conditioner geben. Als reines Haaröl sind nur selbstgemachte und somit ausreichend verdünnte Ölextrakte der Rose zu empfehlen oder ätherische Öle der Rose, die vorab nochmals mit Basisöl verdünnt wurden.

Man kann das Öl zur Haarpflege mehrmals pro Woche anwenden. Die Häufigkeit hängt von individuellen Haarbedürfnissen ab.

 

Rosenöl, Rosenwasser
Die sanfte Alternative für dünnes und feines Haar: Rosenwasser

Rosenwasser für dünnes und feines Haar

Für sehr feines Haar, das zur Trockenheit neigt, empfiehlt sich dagegen Rosenwasser, das dünnes Haar nicht fettig werden lässt. Zur Herstellung könnt Ihr entweder eine Tasse frische Rosenblüten (zerstoßen), 1/2 Tasse getrocknete Rosenblüten (gemahlen) oder 10 Tropfen Rosenöl verwenden.

Sofern man frische Rosenblüten verwendet, werden diese im Anschluss mit 475 ml Wasser und einem TL Vodka (wirkt desinfizierend) aufgegossen. Das ganze sollte vor der Anwendung dann etwa 30 bis 60 Minuten ziehen, ehe man die Rosenblüten abfiltert.

Wer getrocknete Rosenblüten verwendet, brüht diese für ca. 5 Minuten mit 300 ml auf. Bei der Verwendung von Rosenöl gebt ihr 10 bis 12 Tropfen in 240 ml Wasser. Die Nutzung von destilliertem Wasser ist möglich, aber nicht zwingend notwendig. Allerdings sollte gewöhnliches Wasser vorab abgekocht werden, um es zu entkalken und etwaige Keime abzutöten.

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