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Wellness – Anwendungen und Behandlungsformen

Bereits im 17. Jahrhundert beschrieb der schottische Poet und Mediziner Sir Arthur Johnson mit dem Begriff wealnesse den Zustand guter Gesundheit. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich aus dieser ursprünglichen Vorstellung ein ganzer Gesundheitsbereich namens Wellness mit diversen Gesundheitsphilosophien, Anwendungen und Behandlungsmethoden entwickelt. Viele davon sind inzwischen sogar medizinisch anerkannt.

Zahlreiche Wellnesszentren bieten heutzutage ein umfassendes Wellness-Programm für Besucher an. Mehr noch, gehört Wellnessurlaub in einschlägigen Wellnesshotels oder Wellness Ressorts mittlerweile zu den beliebtesten Urlaubsformen überhaupt. Unter fachmännischer Anleitung kann man hier professionell die Seele baumeln lassen und dabei auch gleich so manche Gesundheitsbeschwerde behandeln lassen.

Allerdings gibt es auch zahlreiche Wellnesspraktiken, die man problemlos privat selbst durchführen kann. Dabei ist die Auswahl an möglichen Wellnessmaßnahmen unwahrscheinlich groß.

Was ist Wellness überhaupt?

Der Sozialmediziner Halbert L. Dunn setzte den modernen Begriff Wellness 1959 aus den englischen Worten für Wohlbefinden (wellbeing) und körperliche Leistungsfähigkeit (fitness) zusammen. Schon daran zeigt sich ein entscheidender Aspekt von Wellnessbehandlungen. Denn Ziel der Anwendungen ist es, die Regenrationskräfte des Körpers zu aktivieren sowie die Gesundheit durch ganzheitliche Maßnahmen zu verbessern und zu erhalten.

Zahlreiche Wellnessangebote enthalten Elemente aus der Pflanzenheilkunde und Physiotherapie, aber auch aus bestimmten spirituellen und esoterischen Konzepten. Beispielsweise haben Wellnessmaßnahmen wie Akupunktur, Feng-Shui oder Qi-Gong ihren Ursprung im Taoismus.

Gleiches gilt für diverse Wellness-Philosophien, die auf Grundlagen der Traditionellen Chinesischen Medizin oder der Vorstellung von Yin und Yang basieren. Yoga als Meditations- und Bewegungstraining stammt wiederum aus dem Buddhismus bzw. Hinduismus und ist teil der traditionellen indischen Volksheilkunde Ayurveda.

Die Grenzen zwischen Spiritualität und Esoterik verlaufen oft fließend. In Sachen Wellness ist das nicht anders, weshalb man zwischen Räucherstäbchen und Meditationsangeboten oft auch unkonventionelle Praktiken zur Steigerung des Wohlbefindens antrifft.

Das gilt zum Beispiel für Heilsteine und Talismane als Glücksbringer und gesundheitsfördernde Schutzamulette. Kurzum, alles, was dem Wohlbefinden von Körper, Seele und Geist dient, hat in Sachen Wellness seine Daseinsberechtigung.

 

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Übrigens: Heilsteine werden in der Ayurveda-Wellness gerne eingesetzt, um Chakren zu heilen

Welche Arten von Wellness gibt es?

Grundlange vieler Wellness-Anwendungen ist ein ganzheitliches Behandlungskonzept. Das bedeutet, dass entsprechende Behandlungsmaßnahmen nicht immer nur einem bestimmten Gesundheitsbereich zuzuordnen sind.

Beispielsweise sind Meditations- und Bewegungsangebote wie Yoga, Qi-Gong oder Tai Chi nicht nur physiologisch, sondern auch mit Blick auf das seelische und geistige Wohlbefinden von Bedeutung.

Ganz ähnlich verhält es sich auch mit zahlreichen Ernährungsmaßnahmen einer klassischen Wellness-Kur. Sie beruhen häufig auf der Überzeugung, dass Essen neben der Nährstoffversorgung des Körpers auch der Prävention und Therapie von Krankheiten dient. Viele Wellness-Diäten sind darum sehr genau auf die individuelle Konstitution und eventuelle Gesundheitsbeschwerden der Anwender abgestimmt.

Überhaupt spielen persönliche Individualität sowie deren gesundheitsorientierte Förderung im Wellness-Bereich eine wichtige Rolle. Die gesunde Persönlichkeitsentwicklung und Lebensweise des Individuums sollen gezielt optimiert werden, wobei jedem selbst überlassen ist, welchen Überzeugungen und Gesundheitsphilosophien er oder sie sich im Rahmen von Wellnessbehandlungen verschreibt.

Eine gewisse eklektische Haltung gegenüber verschiedenen Behandlungen und Therapieangeboten ist also jedem selbst überlassen. Wählen kann man dabei aus folgenden Arten von Wellness:

  • Alternativmedizin
    z.B. Aromatherapie, Hydrotherapie, manuelle Therapie oder Phytotherapie
  • Beauty-Behandlungen
    z.B. Gesichtspeeling, Haarkuren, Nagelpflege oder Schönheitsmasken
  • Bewegungstraining
    z.B. Aerobic, Fitnesstraining, Gymnastik, Tanzen oder Wandern
  • Ernährungskuren
    z.B. ayurvedische Diäten, Detox-Programme, Fastenkuren oder Intervallfasten
  • Entspannungsangebote
    z.B. Entspannungsbäder, Feng Shui, Meditation oder Traumreisen
  • Kunst und Kreativangebote
    z.B. Bonsai-Kunst, Kunsthandwerk oder Maltherapie

 

Frühjahrskur, Wellness, Spa
Bunte Vielfalt für die Sinne: Wellness-Anwendungen versprechen ein hohes Maß an Individualisierung mit garantiertem Wohlfühlfaktor

Beauty-Kur fürs Wohlbefinden

Schönheitsbehandlungen gehören quasi zum Pflichtprogramm jedes Spa-Angebotes in Wellnesshotels. Im Grunde werden hier klassische Programmpunkte von Schönheitsfarmen und Beauty-Salons aufgegriffen. Allerdings, und das ist der große Unterschied, kommen im Rahmen einer Beauty-Kur nach dem Wellness-Prinzip vorrangig Konzepte aus der Naturkosmetik zum Einsatz.

Natürliche Wirkstoffe für Haut, Haare und Nägel stehen also im Vordergrund. Botox, Silikon und Co. sind in Sachen Beauty-Wellness hingegen verpönt. Denn wahre Schönheit kommt von innen und etwaige Beauty-Behandlungen sollen diese innere Schönheit lediglich motivieren.

Es geht bei Wellnessbehandlungen zur Schönheitspflege also darum, Selfcare durch Körperpflege zu praktizieren. Das eigene Erscheinungsbild pfleglich zu behandeln, indem man Haut, Haaren und Nägeln regelmäßige Verwöhneinheiten gönnt, hat in der Beauty-Wellness oberste Priorität.

Etwaige Wellness-Anwendungen richten sich diesbezüglich sehr nach individuellen Bedürfnissen, wie den persönlichen Hauttyp oder Haartyp. Das Grüne Archiv empfiehlt Interessierten hierzu insbesondere folgende Ratgeber:

 

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Wohlfühlprogramm für Haut und Haare: Beauty-Wellness weckt die innere Schönheit mit sanfter Naturkosmetik

Wellness-Ernährung – Detox und Diäten

Ernährungskonzepte im Wellness-Bereich beschäftigen sich mit weitaus mehr als nur dem gesunden Abnehmen. Zum Beispiel gehören zu den ernährungsbasierten Wellnessmaßnahmen Spezialdiäten gegen bestimmte Erkrankungen. Sie sollen bei Unverträglichkeiten, chronischen Stoffwechselerkrankungen und auch einigen Auto-Immunerkrankungen eine diätische Ernährung für Patienten bieten.

Auch einige neurologische Erkrankungen, Magen-Darm-Erkrankungen und Formen der Krebserkrankung sprechen bisweilen gut auf eine gezielte Ernährungsumstellung an. Gleiches gilt für manche psychische Erkrankungen und seelische Belastungsstörungen. Zu den krankheitsbedingte Ursachen, die ein spezielles Diätprogramm erfordern gehören dabei unter anderem:

  • Depression
  • Diabetes
  • Eiweißallergie
  • Epilepsie
  • Fructoseintoleranz
  • Gicht
  • Glutenunverträglichkeit
  • Histaminintoleranz
  • Leukämie
  • Laktoseintoleranz
  • Magen-Darm-Krebs
  • Morbus Crohn und Colitis ulcerosa
  • Nussallergie
  • Pollenallergie
  • Rheuma

 

Sehr gute Hilfe kann bei genannten Krankheiten die ayurvedische Ernährungslehre bieten. Nach einem ausführlichen Screening des Patienten wird die Ernährung basierend auf individuellen gesundheitlichen Beschwerden angepasst.

Das meist unter Zuhilfenahme sehr gesundheitsfördernder Gewürze aus dem Bereich der Ayurveda Kräuter, zu denen einige der wirksamsten antibiotischen, krebshemmenden und stoffwechselreinigenden Heilpflanzen gehören.

Ebenfalls aus der ayurvedischen Medizin stammen zahlreiche Konzepte zur Entgiftung und Entschlackung des Körpers. Darüber hinaus spielen für ein Detox-Programm Fastenkonzepte und Diäten eine Rolle, wie sie beispielsweise für eine Frühjahrskur typisch sind.

Wichtig: Es geht hier ausdrücklich nicht um eine Nulldiät, sondern um den nachhaltigen Aufbau einer gesunden Ernährung als Teil des eigenen Ernährungsbewusstseins. Denn die während einer Wellness-Ernährungskur erlernten Praktiken zielen auf eine dauerhafte Ernährungsumstellung ab, die der Gesundheit langfristig nützt.

 

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Gesund genießen statt hungern: Wellness-Ernährung setzt auf natürliche Geschmackserlebnisse und heilsame Gewürze

Druckbehandlung – Akupunktur, Massagen und Co.

Eines der wohl berühmtesten Elemente im Bereich der Wellness-Anwendungen sind Druckbehandlungen wie Akupunktur und Massagen. Sie sind abermals ein Erbe asiatischer Wellness-Kultur und einer der Gründe dafür, dass zahlreiche Wellness Ressorts und Wellnesshotels mit authentischem Behandlungsangebot nach wie vor in Asien zu finden sind. Dabei muss zwischen zwei verschiedenen Disziplinen unterschieden werden.

 

Qi-Druckbehandlungen

Qi-Massagen und -Druckbehandlungen stammen ursprünglich aus der taoistischen Gesundheitsphilosophie und folgen der Lehre vom Qi-Fluss (Fluss der Lebensenergien). Sie sind daher eher in der chinesischen und japanischen Kultur einzuordnen. Nach Auffassung der Qi-Lehre durchfließen den Körper verschiedene Energieströme, deren Leitbahnen durch die körpereigenen Meridiane gestellt werden.

Dabei sind neben Muskelverspannungen noch zahlreiche weitere Gesundheitsbeschwerden auf Blockaden im Meridian-System zurück zu führen. Sie zu lösen ist gemäß Traditioneller Chinesischer Medizin Aufgabe der manuellen Therapie oder Druckbehandlung. Durch das Ausüben sanften Druckes auf bestimmte Meridiane sollen Blockaden im Qi-Fluss auflösen. Klassische Qi-Druckbehandlungen sind dabei:

  • Anma und Anpuku: Die früheste Form der Qi-Druckbehandlung Anma soll schon um 500 v. Chr. existiert haben. Der Begriff Anma setzt sich aus an für „drücken“ und mo für „reiben“ zusammen und Beschreibt im Grunde die Quintessenz einer Massage.  Aus der anfänglichen Anma-Massage entwickelte sich im China des 16. Jahrhunderts zunächst Tuina (chinesich für „Schieben, Drücken und Ziehen) als weiterentwickelte Qi-Massage.
  • Anpuku, Shiatsu und Reiki: In Japan kamen ab dem 19. Jahrhundert weitere Formen der Qi-Massage auf. Bei Anpuku handelt es sich um die traditionelle Abdominalmassage zur Behandlung von Verspannungen, Stoffwechselstörungen und Verdauungsbeschwerden. Shiatsu und Reiki sollen außerdem auch seelische Verspannungen und geistige Blockaden in besonderem Maße mit behandeln.
  • Akupressur und Akupunktur: Bei Akupressur handelt es sich im Grunde um einen alternativen Begriff für Druckpunktmassagen wie Shiatsu. Akupunktur hingegen entwickelte sich eigenständig schon um 200 v. Chr. wurde aber erst mit der Erfindung des Führungsröhrchens für schmale Akupunkturnadeln durch Sugiyama Waichi im 17. Jahrhundert wirklich populär.
  • Moxibustion: Akupunktur ist eine weiterentwickelte Variante der Moxibustion, bei der Druckpunktbehandlung durch eine Kombination aus Wärme und Druck ausgeführt wird. Mögliche Anwendungsformen sind erwärmte Moxakegel, Moxanadeln, Moxa-Pflastern und Moxa-Zigarren.

 

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Kleine Pikser, große Wirkung: Laut Studien bleibt der Therapieerfolg von Akupunkturbehandlungen in rund 90 Prozent aller Fälle bis zu 12 Monate erhalten

Chakra-Druckbehandlung

Auch im Ayurveda gibt es verschiedene Formen der Druckbehandlung. Sie orientieren sich im Unterschied zur in der TCM gebräuchlichen Qi-Lehre des Taoismus aber primär an der hinduistischen bzw. buddhistischen Chakren-Lehre. Chakren sind Energiezentren des Körpers, die durch ganz bestimmte Knotenpunkte wiedergegeben werden.

Ayurveda–Wellness-Retreats in Indien und südostasiatischen Ländern wie Indonesien oder Thailand zählen nicht zuletzt auch wegen ihrem außergewöhnlichen Massageangebot zu den beliebtesten Destinationen für Wellnessurlaub. Entsprechende Druckbehandlungen werden gemäß ayurvedischer Medizin nach Lage und Sitz der Chakren durchgeführt. Es gibt aber auch Mischformen, bei denen die Massagen eine Kombination aus Qi- und Chakren-Massage sind. Hier ein kleiner Überblick zu den wichtigsten Massageformen:

  • Ölmassage: Die traditionelle ayurvedische Massage wird mit reichlich Massageöl durchgeführt. Eine Sonderform ist der Stirnguss (Shirodhara), bei dem gezielt das Stirn-Chakra, das in der Chakren-Lehre den Sitz des dritten Auges markiert, mit Öl massiert wird.
  • Thai-Massage: Eine Mischung aus Yoga und Akupressur. Die Meridiane werden hier unter vollem Körpereinsatz, sowohl seitens des Masseurs als auch des Massierten, einer Druckpunktbehandlung unterzogen. Gängig ist das Arbeiten des Masseurs mit den Füßen, Ellenbogen und Knien. Der Körper des Massierten wird dabei wiederholt in yogaähnliche Figuren gezogen, gestreckt oder gedrückt.
  • Reflexzonenmassage: Eine Kombination aus chinesischer Tuina Qi-Massage und Ayurveda-Massage. Massiert werden die sogenannten Reflexzonen der Füße und Hände. Druckbehandlungen innerhalb dieser, sehr genau abgegrenzten Flächen der Extremitäten sollen Blockaden in den ihnen zugeordneten Organen lösen.
  • Hot Stone Massage: Eine mit Wärme arbeitende Ayurveda-Druckbehandlung, die im Laufe der Zeit aber auch Elemente polynesischer Kulturen wie der von Hawaii oder der indigenen Völker Amerikas aufgenommen hat. Verwendet werden erhitzte Basaltsteine oder Lavasteine, die entlang des Chakren-Verlaufs auf den Körper (vorzugsweise die Rückseite des Körpers) aufgelegt werden.

 

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Die Kult-Massage im Wellness-Bereich: Hot Stone Massage

Mehr als nur Meditation – Yoga, Qi-Gong und Tai Chi

Eng verwandt mit den asiatischen Wellness-Anwendungen der Druckbehandlung sind Meditations- und Bewegungstraining wie Yoga, Qi-Gong und Tai Chi. Neben ayurvedischen Ernährungskuren und Massagen gehören sie zum Standardrepertoire von Einrichtungen für Wellnessurlaub, und das nicht nur in asiatischen Wellnesshotels und Wellness-Ressorts.

Bei Yoga handelt es sich diesbezüglich um ein hinduistisch-buddhistisches Meditationskonzept, das sowohl die körperliche Gesundheit als auch die spirituelle Einsicht und innere Harmonie fördern soll.

Verschiedene Yoga-Figuren, die idealerweise unter ruhiger Atmung und in fließender Abfolge ausgeführt werden, erhöhen dabei die Synchronizität mit dem Bewusstsein und führen langfristig zu mehr Ausgeglichenheit, Willensstärke und einem besseren Gespür für harmonische Abläufe des Lebens. Das wirkt sich positiv auf die eigene Lebensweise aus und befördert eine bessere Disziplin in Sachen gesundes Alltagsverhalten.

In den Begriffen Qi-Gong und Tai Chi begegnet man hingegen erneut der Lehre des Qi. Es handelt sich bei beiden Formen des Bewegungstrainings um alte Trainingspraktiken asiatischer Mönche und Kampfkünstler.

Während Qi-Gong dabei vollkommen im Stehen und nur durch Bewegung des Oberkörpers ausgeführt wird, kommen bei Tai Chi auch fließende Beinbewegungen hinzu, die stark an verschiedene Martial-Arts-Kampfübungen in Slow-Motion erinnern.

Ungeachtet ihrer unterschiedlichen Ausführung sollen Qi-Gong und Tai Chi gleichermaßen den Energiefluss des Körpers regulieren, wobei Tai Chi diesen Energiefluss fokussiert in kraftvolle Kampfbewegungen umzusetzen sucht.

Qi-Gong hingegen lässt sich als die friedvolle Energiekanalisierung beschreiben, der keine kämpferische Handlung, sondern das Streben nach Einklang mit sich und der Umwelt zugrunde liegt.

 

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Meditation nach altem Vorbild: zahlreiche Entspannungstherapien aus dem Wellness-Bereich wurden schon vor über tausend Jahren von buddhistischen Mönchen und taoistischen Kampfkünstlern praktiziert

Kräuter-Wellness und Naturheilkunde

Kräuter spielen im Wellness-Bereich an verschiedenen Stellen eine essenzielle Rolle. Sie zeigen auf, wie vielseitig Heilkräuter und die Heilkräfte der Natur im Allgemeinen Wellnesspraktiken nachhaltig unterstützen und so die Gesundheit fördern können.

 

Kräuter in der Wellness-Ernährung 

Ernährungskräuter werden unter anderem im Rahmen der ayurvedischen Rasayana-Behandlung als Gewürz- und Heilkräuter für medizinische Diäten genutzt. Auch die TCM-Heilkunde setzt auf verschiedene Wellnesskräuter zur ganzheitlichen Behandlung. Nicht zu vergessen sind auch Massageöle aus Kräutern zur Stimulierung des Stoffwechsels sowie zur Muskel- und Nervenentspannung.

In Sachen Verdauungskräuter spielen heilpflanzliche Extrakte auch für Detox-Kuren sowie zur Behandlung von Stoffwechsel- und Magen-Darm-Beschwerden eine zentrale Rolle. Es gibt bisweilen eine Fülle entschlackender und verdauungsfördernder Heilkräuter, die an einem gewissen Punkt in jeder guten Kur zur Darmsanierung oder Entschlackung bzw. Entgiftung des Körpers zum Einsatz kommen.

Nicht zu vergessen sind außerdem diverse Wellness-Tees. Je nach Zusammensetzung helfen die Kräutertees gegen ganz unterschiedliche Gesundheitsbeschwerden, etwa Schlafstörungen, innere Unruhe und Depression oder Herz-Kreislauf-Beschwerden.

 

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Ein Kräuterschatz der besonderen Art: Die ayurvedische Kräuter-Kur Rasayana

Aromatherapie

Daneben kommt Kräuter-Wellness natürlich in Form von Aromatherapie eine wichtige Bedeutung zu. Sie findet einerseits bereits im Rahmen zahlreicher Massagen statt, besitzen die meisten Massageöle doch auch olfaktorische Wirkung, welche den Geruchssinn bzw. die Geruchsrezeptoren ansprechen.

Andererseits kann Aromatherapie auch eigenständig als Wellnessbehandlung dienen, etwa in Form von Räucherstäbchen, Duftölen oder Smudge Sticks.

In dieser Form dienen die Aromen meist der Meditation, Beruhigung, Entspannung oder Förderung des abstrakten Denkens, der Vorstellungskraft und Inspiration. Spezielle Duftkräuter und Räucherharze, etwa Weihrauch oder Myrrhe gelten weiterhin als desinfizierendes Räucherwerk, das selbst gegen Asthma und bronchiale Infekte helfen soll.

 

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Mit Aromen gegen Depressionen, Stress und Krankheiten: Aromatherapie verspricht Entspannung und Symptomlinderung bei zahlreichen Gesundheitsbeschwerden

Waldbaden und Waldwanderungen

Ein weiteres interessantes Konzept der Naturheilkunde ist Waldbaden. Es wird als Programm für Natururlaub und Wellnessurlaub gleichermaßen immer öfter angeboten.

In Japan auch als Shinrin Yoku bekannt, wurde der Begriff in der Moderne durch den ehemaligen Chef der obersten Forstbehörde Japans, Tomohide Akiyama geprägt. Das dem Waldbaden zugrunde liegende medizinische Konzept entwickelte jedoch bereits 1982 der japanische Arzt und Immunologen Prof. Dr. Qing Li.

Li sprach Aufenthalten im Wald ein ungeahntes Heilungspotenzial zu, das nicht nur Immunschwächen kurieren, sondern auch andere Bereiche der Gesundheit, zum Beispiel das Gemüt, die Verdauung und die Wahrnehmung, positiv beeinflussen kann.

Dazu tragen nicht nur die hohe Luftqualität des Waldklimas, sondern auch Waldgeräusche, Waldgerüche und nicht zuletzt auch die körperliche Bewegung in der Natur bei.

In diesem Zusammenhang sind ausgedehnte Waldwanderungen in der Freizeit oder im Wellnessurlaub die beste Möglichkeit, Körper, Geist und Seele im Waldambiente zu baden und so die gesunden Aspekte der Natur mit allen Sinnen zu erleben.

 

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Noch immer der wichtigste Quell der Erholung: Ohne die heilsame Kraft von Mutter Natur geht in Sachen Wellness nichts

Wellness durch Wasser und Wärme

Im Grunde schrieben Hydrotherapie und Thermotherapiegemeinsam Geschichte. Einige der frühesten Therapieformen sind hier Thermalbäder und Saunabäder. Insbesondere im Bereich der Hydrotherapie kamen dabei später noch ganz andere Behandlungsformen hinzu, die allesamt ihren festen Platz im Wellness & Spa Angebot diverser Wellness-Einrichtungen haben.

 

Saunagänge und Dampfbäder

Das Saunabad spiegelt den gesundheitlichen Nutzen der therapeutischen Hyperthermie wieder. Ein Behandlungskonzept, das bereits den alten Ägyptern und Griechen ein Begriff war, jedoch erst durch den Erfinder der Fiebertherapie Julius Wagner von Juaregg perfektioniert wurde.

Juaregg fand heraus, dass sich schwere Infektionskrankheiten wie Malaria durch künstlich erzeugtes Fieber entschärfen lassen. Tatsächlich können Saunagänge das Immunsystem in besonderem Maße stärken und damit das Infektionsrisiko verschiedener Infektionskrankheiten, insbesondere die von Atemwegsinfekten, deutlich senken. Und auch Asthma, Herz-Kreislauf-Beschwerden und Durchblutungsstörungen sprechen gut auf regelmäßige Saunabehandlungen an.

Gerade mit Blick auf bronchiale Beschwerden besitzen neben Saunabädern auch Dampfbäder einen gewissen Wellness-Charakter. In der Regel wird hier der warme Dampf von kochendem Salzwasser inhaliert, um Erkältung, Grippe, Asthma und Co. zu Leibe zu rücken. Die verschiedenen Formen des Schwitzbades setzen dabei gleichermaßen auf eine Kombination aus Wärme und Wasser.

 

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Schwitzen für die Gesundheit: Saunagänge bergen ein ungeahntes Gesundheitspotential

Kneipp-Kuren, Thermalbäder und Thalasso

Eine ganz ähnliche Wirkung wie Saunagänge haben auch Thermalbäder, wobei Thermalwasser zudem hochwirksame hautregenerative Eigenschaften besitzt. Das Geheimnis liegt hier natürlichen Mineralstoffen wie Silica (Kieselsäure) und Mineralsalzen, die auch den Wassern des Toten-Meeres bzw. Meerwasser im Allgemeinen ihre gute Wirkung gegen schwere Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte verleihen.

Der ausgeprägte Thermen-Kult ist diesbezüglich den Ägyptern und Römern zu verdanken. Insbesondere die Römer errichteten dabei bis an die Grenzen Norddeutschlands historische Thermalbäder, die teilweise bis heute in Betrieb sind. Unabhängig davon wurden in ganz Europa schon während der Steinzeit Heilquellen für Heilbäder genutzt.

Als echte Kultfigur der deutschen Bäder-Kultur im Speziellen ging hier im 19. Jahrhundert der Erfinder der Kneipp-Kur, Sebastian Kneipp hervor. Seine Wasserkuren, bestehen aus Wassertreten, Wechselduschen, Kneipp-Güssen und Kneipp-Packungen gelten seither als wichtigste hydrotherapeutische Maßnahmen gegen Venenleiden, Herzbeschwerden und Immunschwächen.

Ihre Perfektion findet die moderne Hydrotherapie heute in der sogenannten Thalassotherapie. Darunter versteht man Wellnessbehandlungen mit Meerwasser, Meeresluft und Meeresbestandteilen. Die Wellness-Anwendungen reichen hier von Baden in Meerwasser über Meeresluft-Inhalationen bis hin zu Schlammbädern und Beauty-Behandlungen mit Schlick, Algen und und Meersalz.

Wissenswertes: Begründer der Thalassotherapie war der englische Arzt Richard Russell, wobei die wichtigsten Wellnesshotels und Einrichtungen für Thalasso aber entlang der Nordseeküste, der Küste Frankreichs und der Türkei sowie im Einzugsgebiet des Toten Meeres im israelisch-jordanischen Grenzgebiet liegen.

 

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Thermalwasser und Meerwasser enthalten eine Vielzahl heilsamer Wirkstoffe, die für Wellness & Spa Behandlungen von unschätzbarem Wert sind

Kreativ-Wellness – Harmonie durch Handarbeit

Kreativarbeit kann bisweilen eine sehr therapeutische Wirkung haben. Das gilt für Klangtherapien ebenso wie für das Arbeiten mit Ton, Farben, Bastelmaterialen oder Pflanzen. Gärtner finden hier übrigens in der Bonsai-Kultur ihre Erfüllung die eng mit der Zen-Philosophie und Feng-Shui-Prinzipien in Verbindung steht.

Zen, das ist die Lehre vom Natur-Buddhismus und dem Einklang des Menschen mit der Natur, die ihn umgibt. Und wie es das Leben so will, findet der Mensch den Zugang zur natürlichen Harmonie mit seiner Umwelt oft leichter, wenn er sich künstlerisch betätigt.

Sei es nun das Malen zu entspannender Musik, das Gestalten eines Bonsais nach dem Vorbild natürlichen Baumwuchses, das Fühlen von Lehm beim Herstellen von Keramik, oder auch einfach die Komposition von Liedern und Poesie während dem stillen Genießen naturbelassener Umgebung. Wellness kann vieles bedeuten, wenn man seiner Kreativität freien Lauf lässt.

 

FAQs zu Wellnessbehandlungen

Was bedeutet Wellness?

Wellness umfasst alle Maßnahmen, die das körperliche und geistige Wohlbefinden fördern. Dazu gehören gesunde Ernährung, Bewegung, Entspannungstechniken, Massagen und mentale Gesundheit. Ziel ist es, Stress zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern.

Welche Vorteile bietet ein Wellness-Programm?

Es fördert die allgemeine Gesundheit, erhöht die Energie und verbessert die Stimmung. Regelmäßige Bewegung stärkt das Herz-Kreislauf-System, während gesunde Ernährung das Immunsystem unterstützt. Entspannungstechniken reduzieren Stress und fördern geistige Klarheit. Insgesamt trägt Wellness dazu bei, das Risiko chronischer Erkrankungen zu senken und die Lebensfreude zu steigern.

Wie oft sollte man Wellness-Aktivitäten in den Alltag integrieren?

Idealerweise sollten Wellness-Aktivitäten täglich in den Alltag integriert werden. Beginnen Sie mit kleinen Schritten, wie täglicher Bewegung, gesunder Ernährung und kurzen Entspannungsübungen. Auch regelmäßige Pausen und ausreichend Schlaf sind wichtig. Es ist nicht notwendig, alles auf einmal zu ändern; kontinuierliche, kleine Anpassungen führen langfristig zu großen Verbesserungen.

Was sind einfache Wellness-Tipps für zu Hause?

Erstellen Sie eine ruhige Ecke für Meditation oder Yoga, nutzen Sie ätherische Öle für Aromatherapie, und bereiten Sie gesunde Mahlzeiten vor. Regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft, ausreichendes Trinken von Wasser und das Führen eines Dankbarkeitstagebuchs können ebenfalls Teil Ihrer täglichen Wellness-Routine sein. Selbst kleine Rituale wie ein entspannendes Bad oder das Lesen eines Buches tragen zur Entspannung bei.

Welche Wellness-Maßnahmen gibt es?

Im Grunde gehören hierzu alle Maßnahmen, die das körperliche, geistige und emotionale Wohlbefinden fördern. Dazu gehören regelmäßige Bewegung wie Yoga, Pilates oder Spaziergänge, die Herz-Kreislauf-System und Muskeln stärken. Entspannungstechniken wie Meditation, Atemübungen und Achtsamkeit helfen, Stress abzubauen und geistige Klarheit zu fördern. Eine gesunde Ernährung, reich an frischem Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, unterstützt das Immunsystem und die allgemeine Gesundheit. Weitere Maßnahmen umfassen Massagen, Aromatherapie, Saunagänge und ausreichend Schlaf. Diese Aktivitäten tragen zu einem ausgewogenen Lebensstil bei und verbessern die Lebensqualität nachhaltig.

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