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Rosmarinöl, Rosmarin

Rosmarinöl selber machen – Wirkung und Rezept

Das ätherische Rosmarinöl ist eines der kostbarsten Kräuteröle der Welt. Es wird sowohl als Duftöl und Gewürzöl als auch zur Herstellung von Arzneimitteln und Pflegeprodukten verwendet. Dabei kann sich die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe je nach Kulturstandort aber stark unterscheiden.

 

Vielseitige Wirkung von Rosmarinöl

Dass Rosmarin sowohl ein mediterranes Gewürz als auch eine hochpotente Heilpflanze ist, weiß man längst. Das macht Öl aus Rosmarin natürlich vielseitig einsetzbar. Ein Blick auf die wichtigsten Nutzungsmöglichkeiten:

 

Rosmarinöl in der Küche

Die Verwendung von Kräuteröl aus Rosmarin bietet sich gerade für mediterrane Gerichte wunderbar an. Immerhin stammt die Kräuterpflanze aus dem Mediterraneum, wo sie als Gewürzzutat unerlässlich ist. Das Gewürzöl des Rosmarins ist dabei in der Regel aromatischer als getrockneter Rosmarin, da seine ätherischen Aromastoffe durch die Ölherstellung deutlich höher konzentriert sind.

Gerne verwendet wird Rosmarinöl in der mediterranen Küche zum Marinieren von Fisch und Fleisch. Doch auch Gemüsebeilagen, Antipasti und Tomatenrezepten wie Tomatensoße oder Tomatensalat verleiht es eine besondere Note.

 

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Tipp: Ein würzig-leckeres Gewürzöl ergibt sich bei der Mischung mit Chiliöl  

Rosmarinöl in der Naturkosmetik

Noch umfangreicher ist die Anwendung von Rosmarinöl zu heilpflanzlichen und kosmetischen Zwecken. In der Naturkosmetik gilt es als eines der besten Mittel zur Haarpflege. Es reinigt die Kopfhaut, pflegt die Haare und soll ähnlich wie Rosmarinwasser sogar gegen Haarausfall wirken.

Die Pflegewirkung von Rosmarin auf die Haut ist ebenfalls sehr beachtlich. Dank eines hohen Gehalts an pflanzlichen Gerbstoffen, den sogenannten Tanninen, wirkt es adstringierend und hat somit einen zusammenziehenden Effekt auf die Haut. Dadurch wird einerseits die Schutzbarriere der Haut verbessert und Hautkeimen das Einwandern ins Hautgewebe erschwert.

Andererseits reduziert sich durch den adstringierenden Effekt auch die Absonderung von Talg aus den Hautporen. Rosmarinöl kann also auch bei fettiger Haut wahre Wunder wirken. Als Pflegewirkstoff ist das Öl beispielsweise in Shampoo, Conditioner, Haarspülungen, Duschgels, Seifen und Badezusätzen wie Badesalz oder aber in Parfüms, Hautcremes und Salben zu finden.

Wichtig: Das ätherische Öl von Rosmarin muss zur Anwendung in der Haut- und Haarpflege stets gut verdünnt werden, da es ansonsten haut- und kopfhautreizend wirken kann.

 

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Ein besonders hochwertiges Pflegeprodukt für fettige Haut: Rosmarinseife

Rosmarinöl in der Medizin

In der Medizin wird vor allem die antimikrobielle Wirkung des ätherischen Öls von Rosmarin sehr geschätzt. Sowohl Bakterien als auch Hefe- und Schimmelpilze lassen sich erfolgreich durch das Öl bekämpfen. Darüber hinaus wirkt Rosmarinöl auch durchblutungsfördernd, herz- und kreislaufstärkend, leberstärkend und anti-rheumatisch.

Es gibt eine Vielzahl von Salben, die auf Rosmarinextrakt als Wirkstoff setzen. Gegen Atemwegsinfekte wie Erkältung oder Grippe kann man etwa 3 bis 5 Tropfen des Öls auf einen TL Zucker träufeln oder sie in einen Erkältungstee geben. Zur Förderung der Lebergesundheit oder bei Rheuma und Herz-Kreislauf-Beschwerden sollte man einfach öfter mal mit dem Öl kochen.

Des Weiteren ist das ätherische Öl von Rosmarin ein beliebtes Duftöl in der Aromatherapie. Man kann es in einen Duftölspender oder Diffuser geben und dann die aromatisch-heilsamen Düfte als wohltuenden Raumduft nutzen.

 

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Das ätherische Öl des Rosmarins wirkt beruhigend, atemwegsbefreiend und antimikrobiell, weshalb es für eine Aromatherapie wie geschaffen ist.

Chemotypen des Rosmarinöls

Für die richtige Anwendung von Rosmarinöl ist es wichtig, zwischen verschiedenen Ölvarianten zu differenzieren. In Abhängigkeit von seinem Kulturstandort bildet Rosmarin nämlich unterschiedliche Wirkstoffkonzentrationen aus. Das ist insbesondere für die Verwendung zu kosmetischen Zwecken wichtig. Denn einige Pflegeeigeschaften (z.B. die Wirkung gegen Haarausfall) entfalten sich nur bei geeigneter Konzentration bestimmter Inhaltsstoffe.

Sowohl die Höhenlage als auch das lokale Klima und die Bodenbeschaffenheit können zu starken Schwankungen im Wirkstoffgehalt beitragen. Diesbezüglich werden die Chemotypen von Rosmarinöl nach drei Hauptanbaugebieten unterschieden:

 

Spanischer Rosmarin (Chemotyp Campher)

Spanischer Rosmarin enthält einen hohen Gehalt an Campher, der bis zu 25 Prozent seines ätherischen Öls aus macht. Genauer gesagt, ist es das Campher Derivat Borneon bzw. Borneol, das in Spanischem Rosmarin besonders dominant ist. Aus diesem Grund wird der Chemotyp Campher auch gerne Chemotyp Borneon genannt.

Das Öl von Spanischem Rosmarin ist immer dann zu wählen, wenn es um eine Anwendung gegen Beschwerden wie Haarausfall, Juckreiz, Schmerzsymptome, Hautbeschwerden (z.B. Akne oder fettige Haut) oder Muskelbeschwerden (z.B. Muskelkater und Verspannungen) geht. Außerdem kann das champherhaltige Öl auch die Durchblutung fördern, Entzündungen hemmen und bei Krämpfen und Spastiken helfen.

 

Nordafrikanischer Rosmarin (Chemotyp 1,8-Cineol)

Im Nordafrikanischen Rosmarin ist vor allem das Monoterpen 1,8-Cineol mit bis zu 55 Prozent sehr dominant. Es besitzt einen erfrischenden, leicht zitronig-scharfen Geschmack und ist für seine schleimlösenden, immunstärkenden und antibakteriellen Eigenschaften bekannt. Aus diesem Grund wird Rosmarinöl des Chemotyps 1,8-Cineol allen voran zur Behandlung von Atemwegserkrankungen wie Erkältung oder Bronchitis gerne eingesetzt.

Ebenfalls bekannt ist für 1,8-Cineol eine durchblutungsfördernde, wundheilende, beruhigende und die kognitiven Fähigkeiten anregende Wirkung. Seine antimikrobiellen Eigenschaften helfen darüber hinaus bei Pilzinfektionen wie Hautpilz oder Fußpilz. Eine Anwendung in der Haarpflege, etwa gegen fettige Haare, ist denkbar, gegen Haarausfall wirkt das Öl von Nordafrikanischem Rosmarin aber nicht so gut wie das von Spanischem Rosmarin.

 

Französischer Rosmarin (Chemotyp Verbenon)

Der Chemotyp Verbenon alias Französischer Rosmarin verdankt seinen Namen einem hohen Gehalt des α-Pinen Derivats Verbenon, der bis zu 25 Prozent betragen kann. Ähnlich wie 1,8-Cineol ist auch Verbenon bzw. α-Pinen ein Duftstoff, der namensgemäß an den Duft von Pinien erinnert.

Besondere Heilwirkung verspricht Französischer Rosmarin neben Atemwegserkrankungen auch bei leichten Krämpfen und Migräne. Das Hauptanwendungsgebiet sind allerdings Leberbeschwerden wie Leberschwäche oder Leberentzündung und Erkrankungen der Gallenblase, darunter Gallenblasenentzündung und Gallenkolik.

 

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Nicht jedes Rosmarinöl ist gleich: Wer eine bestimmte Wirkung wünscht, muss bei der Sortenauswahl deshalb gut aufpassen.

Rezept für Rosmarinöl

Um das ätherische Öl des Rosmarins zu extrahieren, wählt man am besten ein Basisöl, das zum geplanten Anwendungsbereich passt. Soll das Öl als Speiseöl in der Küche verwendet werden, bieten sich Olivenöl oder Sonnenblumenöl an. Für die Verwendung des Öls in der Haut- und Haarpflege sind dagegen hochwertige Pflegeöle wie Jojobaöl oder Traubenkernöl empfohlen.

 

Zutaten:

  • 500 ml Basisöl
  • 7 Zweige frischer Rosmarin
  • 1 großes Einmachglas

 

Zubereitung:

Hackt die Rosmarinzweige fein und gebt sie in ein sauberes Einmachglas. Füllt das Glas nun mit dem Basisöl auf und verschließt es fest.

Der Ölauszug muss nun etwa 4 Wochen ziehen. Dazu stellt Ihr ihn an einen warmen, aber vor direktem Sonnenlicht geschützten Zimmerstandort. Schüttelt das Einmachglas täglich, um für eine optimale Verteilung der Wirkstoffe im Öl zu sorgen.

Nach der Reifezeit wird der Ölauszug durch ein Leinentuch gefiltert. Zur Aufbewahrung solltet Ihr das Rosmarinöl in eine Braunglasflasche abfüllen. In ihr sind die Aromastoffe und Wirkstoffe des Öls bestens vor Licht und somit dem Zerfall geschützt.

 

Verwendung des Rosmarinöls

In der Küche kann man Speiseöl aus Rosmarin nach Belieben zum Würzen und Marinieren verwenden. Für die Anwendung als Pflegeöl in der Hautpflege oder Haarpflege ist dagegen eine maßvolle Dosierung nötig.

Wer eine Creme oder Salbe mit dem Öl herstellen möchte, gibt je nach Grundrezept wenige ml hinzu. Bei der Herstellung von Rosmarinwasser oder flüssigen Pflegeprodukten genügen in der Regel ein paar Tropfen.

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